{"id":295063,"date":"2025-07-26T09:03:10","date_gmt":"2025-07-26T09:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295063\/"},"modified":"2025-07-26T09:03:10","modified_gmt":"2025-07-26T09:03:10","slug":"dankesrede-literaturpreisverleihung-zeugnis-ablegen-und-lieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295063\/","title":{"rendered":"Dankesrede Literaturpreisverleihung: Zeugnis ablegen und lieben"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Es ist ein gro\u00dfer Luxus, in Zeiten des Krieges \u00fcber Literatur zu sprechen. Im Ukrainischen ist es derzeit viel \u00fcblicher, \u00fcber den Krieg zu sprechen. Um ihn zu sehen, muss man kein Buch zur Hand nehmen \u2013 man braucht nur aus dem Fenster zu schauen. Heute ist der 7. Juli 2025. In der letzten Nacht gab es in Charkiw acht Explosionen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Gegen Morgen setzten die Russen ihre Angriffe fort. Stand 16 Uhr waren 66 Personen gemeldet, die Verwundungen erlitten hatten oder unter Schock standen. Vor einer Stunde wurde bekannt, dass eine Frau ihren Verletzungen erlegen ist. Die Russen zerst\u00f6ren unsere St\u00e4dte, sie vernichten unsere Mitmenschen. Russland f\u00fchrt diesen ungerechten Eroberungskrieg, um uns auszul\u00f6schen. Was l\u00e4sst sich in einer solchen Situation \u00fcber Literatur sagen?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Es l\u00e4sst sich sagen, dass selbst in diesem Krieg, der seit 2014 andauert, B\u00fccher auf Ukrainisch geschrieben und gedruckt werden. Einige werden sogar in andere Sprachen \u00fcbersetzt, zum Beispiel ins Deutsche. Was kann nun ein Leser, zum Beispiel in \u00d6sterreich, von einem Buch erwarten, das aus dem Ukrainischen \u00fcbersetzt wurde? Worum wird es wohl von einem solchen Buch gehen?<\/p>\n<p>      Worum geht es in der zeitgen\u00f6ssischen ukrainischen Literatur?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Mit Sicherheit wird der Krieg in einem solchen Buch pr\u00e4sent sein. Selbst wenn er nicht Teil der Handlung ist, wird er die Pausen und Leerstellen f\u00fcllen. Er wird im Schweigen und im Atem, im Warten und in den Zeugnissen sp\u00fcrbar sein. Denn es ist der Krieg, der gegenw\u00e4rtig unser Alltagsleben, unsere Routinen, unsere neue Wirklichkeit bestimmt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Der Krieg durchdringt alles und betrifft uns alle \u2013 alle, die durch ihr Land, ihre Staatsangeh\u00f6rigkeit miteinander verbunden sind. Und durch ihre Sprache. Die Literatur, das Schreiben und die Sprache pr\u00e4gen unsere Vorstellung von der Welt, unser Gef\u00fchl f\u00fcr die Welt \u2013 ihre Dimensionen, ihre Konturen, ihren Klang.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Menschen haben die M\u00f6glichkeit, das Leben aus der Perspektive der gelesenen B\u00fccher zu betrachten, es zu bewerten, indem sie Handlungen und Dialoge von Protagonisten einbeziehen. Die Wirklichkeit ist allerdings meist gr\u00f6\u00dfer als die Literatur, umfassender, ersch\u00fctternder, \u00fcberzeugender.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Klassische Handlungen k\u00f6nnen uns etwas erkl\u00e4ren, aber sie sind nicht immer in der Lage, uns zu \u00fcberzeugen. Wir sind mit gro\u00dfer Literatur aufgewachsen, die den Krieg verurteilt, ablehnt und verneint. Es ist f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich, den gro\u00dfen Stimmen des 20. Jahrhunderts zu folgen und die Thesen \u00fcber die Unzul\u00e4ssigkeit des B\u00f6sen, die Verurteilung der Ungerechtigkeit, den Edelmut und die Ethik des Mitgef\u00fchls zu teilen.<\/p>\n<p>      Ein Buch ist nicht die Realit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Aber es ist eine Sache, ob du es mit Ungerechtigkeit und Mitgef\u00fchl in einem Buch zu tun hast, und eine ganz andere, wenn du all das in deinem Nachbarviertel siehst. Unsere Wirklichkeit findet im Moment in der Leseerfahrung keinen Platz, sie geht dar\u00fcber hinaus, und genau genommen braucht sie sie nicht. Im Angesicht des Todes ist Literatur nicht immer angemessen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">Es ist allerdings n\u00f6tig, vom Krieg Zeugnis abzulegen, das ist n\u00f6tig f\u00fcr die Literatur selbst, aber auch f\u00fcr den Leser. Zeugnis abzulegen, um weiterzuk\u00e4mpfen. Zeugnis abzulegen, um zu lieben. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Serhij-Zhadan-ueber-seinen-Erzaehlband\/!6076105\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">In den Gespr\u00e4chen \u00fcber den Krieg<\/a> erweisen sich die unterschiedlichen Erfahrungen zumeist als fatal und unteilbar. Die Erfahrung, sich im Vorhof der H\u00f6lle zu befinden, l\u00e4sst sich nicht imitieren oder imaginieren \u2013 das l\u00e4sst sich ausschlie\u00dflich pers\u00f6nlich erleben.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Vielleicht reichen die M\u00f6glichkeiten der Literatur aus, um jemandes tiefe Verzweiflung und das Strahlen einer Hoffnung immerhin ansatzweise zu vermitteln. Paul \u00adCelans Stimme \u2013 br\u00fcchig, dunkel, voller Besorgnis und Z\u00e4rtlichkeit \u2013 kann uns wohl kaum den ganzen Schmerz des Verlustes und die g\u00e4hnende Hoffnungslosigkeit der Menschen erkl\u00e4ren, die den Zweiten Weltkrieg durchlebt \u00adhaben.<\/p>\n<p>      Die M\u00f6glichkeiten der Sprache sollten nicht untersch\u00e4tzt werden<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Dennoch ist sein Zeugnis von diesem Krieg und vom gesamten 20. Jahrhundert viel \u00adgenauer und eindr\u00fccklicher als die \u00adGeschichtsb\u00fccher und die Biografien der Diktatoren. Wir sollten die M\u00f6glichkeiten unserer Sprache nicht untersch\u00e4tzen. Vor allem, wenn sich die Sprache ver\u00e4ndert und ihre gewohnten Potenziale verliert.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Keiner von uns hatte vor diesem Krieg die Erfahrung einer derartigen N\u00e4he zum Tod<\/p>\n<p class=\"typo-fotocredit pt-xsmall\">\n            Serhij Zhadan, ukrainischer Soldat und Schriftsteller<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"15\">Was ist mit unserer Sprache passiert? Wie hat der Krieg sie ver\u00e4ndert? Sie hat ihre Leichtigkeit verloren. An ihre Stelle ist der Schmerz getreten. Viel Schmerz. Diese \u00fcberm\u00e4\u00dfige Pr\u00e4senz des Schmerzes deformiert die Sprache, nimmt ihr das Gleichgewicht. Wir sprechen heute die Sprache von Menschen, die unbedingt geh\u00f6rt werden wollen, die sich zu erkl\u00e4ren versuchen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"16\">Dahinter steckt kein \u00fcbertriebener Egozentrismus. Wir schreien nicht, um die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken \u2013 wir schreien, um die Aufmerksamkeit auf jene zu lenken, denen es schlechter geht als uns, denen es ganz besonders schlecht geht, die es schwer haben, die leiden. Wir schreien f\u00fcr jene, die im Moment nicht sprechen k\u00f6nnen, die ihrer Stimme beraubt sind, die ihres Herzschlags beraubt sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"17\">Die Pr\u00e4senz von Literatur in Kriegszeiten wirkt m\u00f6glicherweise unangebracht oder deplatziert. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Texte-aus-dem-Krieg\/!6075477\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Literatur setzt die Arbeit mit Sprache voraus,<\/a> setzt die Schaffung neuer sprachlicher Konstruktionen voraus, setzt kreatives Wirken an sich voraus. Krieg hingegen ist Zerst\u00f6rung. Zerst\u00f6rung von Leben, Zerst\u00f6rung von Wirklichkeit, Zerst\u00f6rung von Sprache.<\/p>\n<p>      Die Sprache in Zeiten des Krieges<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"19\">In Zeiten des Krieges geht die Sprache zu Bruch. Gewohnte Konstruktionen, die ihre Funktionalit\u00e4t und Wirksamkeit gew\u00e4hrleisten, brechen zusammen. Der Krieg nimmt uns das Gleichgewicht. Und so nimmt er uns auch unsere gewohnten Intonationen. Wenn du in die Finsternis schaust, musst du zwangsl\u00e4ufig das Gesagte und das Geh\u00f6rte \u00adbesonders sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"20\">Was wollen wir, wenn wir \u00fcber den Tod sprechen? Warnen, mahnen, anklagen, betrauern? Welche M\u00f6glichkeiten hat die Literatur, wenn es um Dunkelheit und Zerfall geht? Krieg ist eine Situation maximaler Entstellung, vollkommener Verwerfung. Jede Dokumentation der Wirklichkeit im Krieg ist die Dokumentation eines zerbrochenen Raumes, einer besch\u00e4digten Sprache.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"21\">Worum geht es uns? Darum, die Erfahrungen festzuhalten, die wir fr\u00fcher nicht hatten. Keiner von uns hatte vor diesem Krieg die Erfahrung einer derartigen N\u00e4he zum Tod, keiner hat sich jemals so bedroht gef\u00fchlt. St\u00e4dte, in denen jeder Einwohner \u2013 egal ob Mann oder Frau, Kind oder alter Mensch, Soldat oder Zivilist \u2013 kriegsbedingt zur Zielscheibe wird. Das \u00e4ndert das Gewicht des Lebens, \u00e4ndert das Verst\u00e4ndnis von Zeit, \u00e4ndert die grundlegende Wahrnehmung der Zukunft.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"22\">Das wirkt sich auf die Sprache aus. Erst angesichts des allgegenw\u00e4rtigen Schmerzes, des allgemeinen Ausgeliefertseins gegen\u00fcber dem B\u00f6sen, angesichts der Ungerechtigkeit wird dir bewusst, wie wichtig und notwendig oder umgekehrt wie unangebracht und taktlos deine Worte sein k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Belarusische-Autorin-Tania-Arcimovich\/!6096573\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Literatur existiert nicht jenseits des Kontextes<\/a>, jenseits der Gef\u00fchle und Emotionen jener, mit denen du den Sprachraum teilst.<\/p>\n<p>      Die Wirklichkeit neu erfinden<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-28\" pos=\"24\">Wir versuchen heute nicht nur, die \u00dcberreste der Wirklichkeit zu bewahren, die mit dem Beginn des Krieges zerbrochen ist. Wir versuchen, sie, diese Wirklichkeit, wieder neu zusammenzusetzen, neu zu starten, neu zu erfinden, neu zu benennen. Wir lernen wieder neu, mit der Sprache umzugehen, wir testen die Worte auf ihre Funktionalit\u00e4t und Wirksamkeit, wir erinnern an einen Menschen, der nach einer schrecklichen Katastrophe wieder laufen lernt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-29\" pos=\"25\">Die Sprache zeigt sich als nicht allzu stabil, nicht allzu widerstandsf\u00e4hig, sie hat Schwachstellen, Zonen besonderer Verletzlichkeit und Offenheit. Sie muss nach Druck und \u00dcberlastung, nach Zusammenbruch und Ersch\u00f6pfung wiederhergestellt und wiederbelebt werden. Sprache ist nichts Feststehendes und Unver\u00e4nderliches, nichts Universelles und Unfehlbares.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-30\" pos=\"26\">Eher im Gegenteil \u2013 es liegt in ihrer Natur, Fehler zu machen, falsche T\u00f6ne anzuschlagen, verkehrte Behauptungen aufzustellen. Die Sprache ist nicht fehlerfrei und makellos. Aber sie ist es, die uns die M\u00f6glichkeit gibt, nach einer gro\u00dfen Erstarrung, nach einer Totenstille, nach dem Verstummen, das eintritt, wenn du die fehlende Kraft und den fehlenden Wunsch in dir, etwas zu erkl\u00e4ren, bezeugst, wieder von Neuem zu sprechen.<\/p>\n<p>      Die Sprache erschlie\u00dft uns die Welt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-32\" pos=\"28\">Gerade die Sprache gibt uns die M\u00f6glichkeit, uns die Welt zu erkl\u00e4ren und uns der Welt. Gerade die Sprache ist heute unser genauestes und wirksamstes Instrument in unseren Versuchen, uns mit der Welt zu verst\u00e4ndigen, in unserem Bestreben, \u00fcberzeugend und verst\u00e4ndlich zu sein. Wir benutzen eine Sprache, die erst jetzt w\u00e4chst und sich erneuert, wie ein Ast nach einem Bruch.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-33\" pos=\"29\">Wir sprechen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Roman-ueber-Ukraine-Krieg\/!6095417\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in dieser Sprache \u00fcber Dinge, die wir nie artikuliert haben<\/a>, die in unserem Wortschatz nicht vorhanden waren, die wir nie formuliert haben, weil sie einfach nicht Teil unserer Erfahrung waren. Heute ist unsere Erfahrung eine ganz andere. Und so auch unsere Sprache. In dieser Sprache wird nat\u00fcrlich auch eine ganz andere Literatur geschrieben werden.<\/p>\n<p>Dankesrede<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">zur Verleihung des \u00d6sterreichischen Staatspreises f\u00fcr Europ\u00e4ische Literatur 2025 an Serhij Zhadan, am 25. Juli 2025, Salzburg<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-35\" pos=\"30\">Vielleicht werden dieser Literatur Zwischent\u00f6ne und Zweifel, Verspieltheit und Leichtigkeit fehlen. Aber ich m\u00f6chte glauben, dass es ihr nicht an Mut fehlen wird, \u00fcber Schmerz und Freude, \u00fcber Licht und Dunkelheit, \u00fcber Ohnmacht und Hoffnung zu sprechen. Sie wird sich nicht scheuen, Zeugnis abzulegen von jenen, die Liebe und Verst\u00e4ndnis brauchen. Ich gehe davon aus, dass es eine Literatur von Liebe und Verst\u00e4ndnis sein wird. Denn diese Literatur wird von Menschen geschrieben werden, denen genau das genommen werden soll \u2013 Liebe und Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-36\" pos=\"31\">Es ist sehr wichtig f\u00fcr uns, sprechen zu k\u00f6nnen. Aber es ist nicht weniger wichtig, nicht nur geh\u00f6rt, sondern auch verstanden zu werden. Denn <a href=\"https:\/\/taz.de\/Buchmesse-in-Kyjiw\/!6089863\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Sprache, in der heute in der Ukraine B\u00fccher geschrieben werden<\/a>, ist die Sprache von Menschen, die versuchen, ihr Leben und ihre W\u00fcrde, ihre Stimme und ihr Recht zu sprechen zu verteidigen. Das hei\u00dft, das Recht, Zeugnis abzulegen und zu lieben. Manchmal reicht das aus, um dem B\u00f6sen zu widerstehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-37\" pos=\"32\">\n        Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe\n      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein gro\u00dfer Luxus, in Zeiten des Krieges \u00fcber Literatur zu sprechen. 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