{"id":295110,"date":"2025-07-26T09:28:20","date_gmt":"2025-07-26T09:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295110\/"},"modified":"2025-07-26T09:28:20","modified_gmt":"2025-07-26T09:28:20","slug":"galapagos-meerechsen-zaehlen-fuer-die-wissenschaft-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295110\/","title":{"rendered":"Gal\u00e1pagos-Meerechsen z\u00e4hlen f\u00fcr die Wissenschaft \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Da mache ich doch mit, sagten sich knapp 14.000 Freiwillige, als sie eingeladen wurden, Gal\u00e1pagos-Meerechsen zu z\u00e4hlen. Sie haben im Rahmen des Citizen-Science-Projekts \u201eIguanas from Above\u201c an einer Online-Z\u00e4hlung der vom Aussterben bedrohten Gal\u00e1pagos-Meerechse teilgenommen und so zum Erhalt dieser Leguan-Art beigetragen.<\/p>\n<p>Jedes von den Kolonien der Tiere mit Drohnen aufgenommene Luftbild wurde von mindestens 20 unabh\u00e4ngigen Personen \u00fcberpr\u00fcft \u2013 insgesamt \u00fcber 1,3 Millionen Eingaben, wie die Leiterin der Kampagne, Dr. Amy MacLeod vom Institut f\u00fcr Biologie der Universit\u00e4t Leipzig, sagt.<\/p>\n<p>Ihr Fazit: B\u00fcrgerwissenschaftler\/-innen k\u00f6nnen effizient zur Auswertung von Drohnen-Datens\u00e4tzen eingesetzt werden, um Populationsgr\u00f6\u00dfen zu sch\u00e4tzen. Auf diese Art k\u00f6nne die Wissenschaft schneller essenzielle Informationen \u00fcber diese Meerechsen gewinnen. Gerade haben MacLeod und ihr Team dazu ein Paper im Fachjournal \u201eNature Scientific Reports\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Gal\u00e1pagos-Meerechsen kommen nur auf dem Archipel im \u00f6stlichen Pazifik nat\u00fcrlich vor. Bisher wurde ihre Zahl nicht vollst\u00e4ndig erfasst, da viele ihrer Kolonien schwer zug\u00e4nglich sind. Diese Probleme k\u00f6nnen den effektiven Schutz der Art behindern. Deshalb haben die Forschenden der Universit\u00e4t Leipzig im Jahr 2020 dieses Projekt initiiert. \u201eWir entwickelten eine neue Methode, bei der Drohnen Bilder aufnehmen, anhand derer die Tiere gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich riefen wir das \u201a<a href=\"http:\/\/iguanasfromabove.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Citizen-Science-Projekt Iguanas from Above\u2018<\/a>\u00a0ins Leben, bei dem Menschen online bei der Z\u00e4hlung mithelfen k\u00f6nnen\u201c, berichtet die Zoologin.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Bilder entscheidet<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr ein zuverl\u00e4ssiges Ergebnis sei allerdings eine gute Qualit\u00e4t der Fotos gewesen.<\/p>\n<p>\u201eIn der Pilotphase f\u00fchrten Bilder geringerer Qualit\u00e4t zu mehr Fehlern. In \u00fcberf\u00fcllten oder visuell komplexen Bildern verpassten Freiwillige h\u00e4ufiger Tiere. Es zeigte sich eine Tendenz zur Unterz\u00e4hlung. Ihre Motivation hing stark von der Klarheit der Aufgaben und dem Projektdesign ab. Einige Freiwillige leisteten Tausende von Klassifikationen\u201c, berichtet MacLeod.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-630111\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Meerechsen-Drohnenaufnahme-6880822a61b5a.jpg\" alt=\"Das Drohnenbild zeigt eine Kolonie Meerechsen. Es wurde am Cabo Douglas auf der Insel Fernandina, Galapagos, im Rahmen des Projekts \u201eIguanas from Above\u201c aufgenommen. Foto: Iguanas from Above\" width=\"2249\" height=\"1500\"  \/>Das Drohnenbild zeigt eine Kolonie Meerechsen. Es wurde am Cabo Douglas auf der Insel Fernandina, Galapagos, im Rahmen des Projekts \u201eIguanas from Above\u201c aufgenommen. Foto: Iguanas from Above<\/p>\n<p>Der Einsatz neuer Technologien wie Drohnen wird im Naturschutz immer beliebter. Dadurch entstehen jedoch gro\u00dfe Bilddatens\u00e4tze, deren Auswertung sehr aufwendig ist. W\u00e4hrend die Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit an der Datenerhebung schon weit verbreitet ist, zeigt diese neue Studie, dass Freiwillige auch verl\u00e4sslich Daten analysieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDas erweitert die Rolle der Citizen Science und ist eine gro\u00dfe Entlastung f\u00fcr Forschende sowie eine Gelegenheit, Menschen aktiv in Naturschutzthemen einzubinden\u201c, so die Kampagnenleiterin. Obwohl die Wissenschaftler\/-innen zuk\u00fcnftig K\u00fcnstliche Intelligenz zur Z\u00e4hlung einsetzen wollen, zeigten bisherige Tests, dass Online-Freiwillige dieser Aufgabe derzeit noch besser gewachsen sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erhebungen setzten sie Drohnen ein, die sowohl von Booten als auch von Land aus gestartet wurden, um Luftbilder der Kolonien aufzunehmen. Parallel dazu gab es auch traditionelle Bodenerhebungen. Die Bilder wurden auf der Plattform Zooniverse hochgeladen, wo die Freiwilligen Meerechsen markierten. MacLeod und ihr Team testen verschiedene Methoden zur Datenb\u00fcndelung, um die Ergebnisse zu gewinnen und sie statistisch mit Expert\/-innenz\u00e4hlungen zu vergleichen.<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig mit KI<\/p>\n<p>\u201eWir zeigen, dass Citizen Scientists zur Auswertung solcher Datens\u00e4tze eingesetzt werden k\u00f6nnen und pr\u00e4sentieren eine neue Methode, um aggregierte Daten optimal zu nutzen. Dieser Ansatz erm\u00f6glicht kosteneffizientes Monitoring von schwer zug\u00e4nglichen Wildtierpopulationen\u201c, res\u00fcmiert die Forscherin. Diese Methodik sei auch auf andere Arten und Lebensr\u00e4ume \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p>Sie bilde die Grundlage f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Automatisierung solcher Vorhaben mit KI. Zudem teilen die Wissenschaftler\/-innen R\u00fcckmeldungen der Freiwilligen mit anderen Forschenden und geben Einblicke in ihre Erfahrungen mit dem Projekt. Das kann auch anderen Projekten helfen, die Citizen Science zur Datenauswertung nutzen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eIguanas from Above\u201c ist noch nicht abgeschlossen. Die Forschenden werden Citizen-Science-Ergebnisse ausgew\u00e4hlter Standorte im gesamten Gal\u00e1pagos-Archipel nutzen, um ihr \u00fcbergeordnetes Ziel zu erreichen: die erste vollst\u00e4ndige, detaillierte Bestandserhebung dieser Art.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der Sch\u00e4tzungen ist f\u00fcr Anfang 2026 geplant. Die Daten sollen auch in die Aktualisierung der IUCN-Rotlisteneinstufung einflie\u00dfen und effektiven Schutzma\u00dfnahmen dienen.<\/p>\n<p><strong>Originaltitel<\/strong> der Ver\u00f6ffentlichung in \u201eNature Scientific Reports\u201e: <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-08381-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eCitizen scientists reliably count endangered Gal\u00e1pagos marine iguanas from drone images\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Da mache ich doch mit, sagten sich knapp 14.000 Freiwillige, als sie eingeladen wurden, Gal\u00e1pagos-Meerechsen zu z\u00e4hlen. 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