{"id":295304,"date":"2025-07-26T11:14:09","date_gmt":"2025-07-26T11:14:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295304\/"},"modified":"2025-07-26T11:14:09","modified_gmt":"2025-07-26T11:14:09","slug":"bluttest-zeigt-risiko-vor-den-ersten-symptomen-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295304\/","title":{"rendered":"Bluttest zeigt Risiko vor den ersten Symptomen an"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">2,9 Millionen Menschen auf der Welt leiden an Multipler Sklerose, so die aktuellen Zahlen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr MS. Eine t\u00fcckische Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem k\u00f6rpereigene Strukturen in Gehirn und R\u00fcckenmark angreift. Im Fall von MS sind dies die sch\u00fctzenden Myelinh\u00fcllen um die Nervenbahnen. Bei MS-Patienten baut der K\u00f6rper diese Isolierschicht der Neuronen nach und nach ab, so dass im Verlauf der Krankheit immer mehr Nerven ungesch\u00fctzt sind. Die Folgen dieser entz\u00fcndlichen Prozesse sind neurologische Ausf\u00e4lle, die ganz unterschiedliche Beschwerden zur Folge haben. Eine Heilung f\u00fcr diese neurodegenerative Erkrankung gibt es bisher nicht, eine klassische Fr\u00fcherkennung ebenso wenig. Auf diesem Gebiet ist nun Forschern an der Medizinischen Universit\u00e4t <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wien<\/a> (MedUni Wien) ein wichtiger Schritt gelungen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dabei machten sie sich die Tatsache zunutze, dass an MS-erkrankte Menschen sehr h\u00e4ufig zuvor eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus durchgemacht haben. Dies ist zun\u00e4chst nichts Besonderes, denn mit diesem auch als Erreger des Pfeifferschen Dr\u00fcsenfiebers bekannten Virus infizieren sich nahezu alle Menschen auf der ganzen Welt im Laufe ihres Lebens. Allerdings erkranken nicht alle daran, bei den allermeisten Infizierten schlummert das Virus in einer Art Ruhemodus in den Zellen. Nur manche Menschen bekommen Pfeiffersches Dr\u00fcsenfieber und (oder) erkranken sp\u00e4ter an Multipler Sklerose.<\/p>\n<p>Blutproben von knapp 6100 Menschen verglichen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Wissenschaftler an der Uni Wien haben nun eine Methode entwickelt, die eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus bei sp\u00e4teren MS-Patienten erkennt. In ihrer Studie verglichen sie Blutproben von 704 Menschen mit MS-Diagnose und fast 5400 gesunden Kontrollpersonen. Es zeigte sich, dass im Blut der MS-Patienten in hoher Anzahl charakteristische Antik\u00f6rper nachweisbar waren, die spezifisch ein Protein des Epstein-Barr-Virus binden (das EBNA-1-Protein). Da diese Antik\u00f6rper gleichzeitig auch an mehrere Proteine im menschlichen Gehirn andocken, haben sie das Potenzial, die Neuronen zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei 98 Prozent der MS-Patienten fanden die Forschenden solche Antik\u00f6rper im Blut, dagegen nur bei 78 Prozent der Kontrollpersonen. Insgesamt war der Spiegel dieser Immunglobuline im Blut der MS-Patienten deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was diese Autoantik\u00f6rper zu einem verl\u00e4sslichen Fr\u00fcherkennungsmarker f\u00fcr MS machen k\u00f6nnte, ist die Tatsache, dass sie bereits zwischen neun Monaten und drei Jahren nach der Virusinfektion im Blut der MS-Patienten nachweisbar waren \u2013 im Schnitt 5,4 Jahre bevor bei ihnen erste klinische Symptome einer Multiplen Sklerose auftraten. Bei manchen Patienten waren die Biomarker sogar bis zu zw\u00f6lf Jahre vor den Symptomen nachweisbar. Sie zeigten also schon fr\u00fch das Risiko f\u00fcr eine sp\u00e4tere MS-Diagnose an. \u201eUnsere Studie zeigt, dass eine sehr fr\u00fche Phase der MS-Krankheitsentwicklung lange vor Auftreten von ersten Symptomen bereits immunologisch erkennbar ist\u201c, sagt Seniorautorin Elisabeth Puchhammer-St\u00f6ckl von der MedUni Wien.<\/p>\n<p>Fr\u00fche Diagnose kann Krankheitsverlauf positiv beeinflussen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach Ansicht der Forschenden k\u00f6nnte dieser Biomarker dazu beitragen, k\u00fcnftig fr\u00fchzeitig Menschen mit einem hohen Risiko f\u00fcr MS zu identifizieren. Beispielsweise k\u00f6nnte der Bluttest bei Patienten gemacht werden, die ersichtlich an einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus erkrankt sind (Pfeiffersches Dr\u00fcsenfieber). Und auch wenn es bis heute keine Heilung bei MS gibt, kann eine fr\u00fche Diagnose die Behandlungsm\u00f6glichkeiten und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen beziehungsweise m\u00f6glicherweise sogar ausbremsen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">K\u00e4me ein solcher Fr\u00fcherkennungstest eines Tages zum klinischen Einsatz, w\u00e4re dies ein Durchbruch in der MS-Diagnostik. Denn bisher k\u00f6nnen typische Sch\u00e4den im Zentralnervensystem erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt werden, etwa durch bildgebende Verfahren wie das MRT. Nun m\u00fcssen weitere klinische Studien mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl an Probanden folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"2,9 Millionen Menschen auf der Welt leiden an Multipler Sklerose, so die aktuellen Zahlen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":295305,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[69709,29,6860,30,141,232,21204,288,86400,86399,6296],"class_list":{"0":"post-295304","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-autoimmunkrankheit","9":"tag-deutschland","10":"tag-frueherkennung","11":"tag-germany","12":"tag-gesundheit","13":"tag-health","14":"tag-heilung","15":"tag-krankheit","16":"tag-sklerose","17":"tag-tueckische","18":"tag-wien"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114919248077886445","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/295304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=295304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/295304\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/295305"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=295304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=295304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=295304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}