{"id":295520,"date":"2025-07-26T13:17:12","date_gmt":"2025-07-26T13:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295520\/"},"modified":"2025-07-26T13:17:12","modified_gmt":"2025-07-26T13:17:12","slug":"duisburg-marxloh-als-es-um-die-afd-anziehungskraft-bei-jungen-maennern-geht-werden-die-gruenen-chefs-selbstkritisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295520\/","title":{"rendered":"Duisburg-Marxloh: Als es um die AfD-Anziehungskraft bei jungen M\u00e4nnern geht, werden die Gr\u00fcnen-Chefs selbstkritisch"},"content":{"rendered":"<p>Franziska Brantner und Felix Banaszak touren durch Deutschland. Sie wollen die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung aufnehmen und auch verstehen, was ihre Partei falsch macht. In Duisburg werden sie mit gro\u00dfen Probleme mit Armut und Migration konfrontiert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Franziska Brantner und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/stuetzen-der-gesellschaft\/plus68838d3ece1afd27bc7de22c\/banaszak-macht-den-habeck-gruene-politiker-die-in-der-bahn-auf-dem-boden-sitzen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/stuetzen-der-gesellschaft\/plus68838d3ece1afd27bc7de22c\/banaszak-macht-den-habeck-gruene-politiker-die-in-der-bahn-auf-dem-boden-sitzen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Felix Banaszak<\/a> m\u00fcssen irgendwo in der N\u00e4he sein. Beide Vorsitzenden der Gr\u00fcnen sind am Freitagnachmittag nach Duisburg gekommen, in den Stadtteil Marxloh, der seit Jahren zu den Orten mit den bundesweit h\u00f6chsten Armuts- und Migrantenquoten geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sie wollen einen Spaziergang machen, so war es angek\u00fcndigt, und mit Menschen sprechen, die in der Armutsberatung und Suchtpr\u00e4vention t\u00e4tig sind, Treffpunkt Weseler Stra\u00dfe, eine Einkaufsmeile mit t\u00fcrkischen Brautmoden- und Schmuckgesch\u00e4ften, Restaurants und Caf\u00e9s. Eine journalistische Begleitung der Gespr\u00e4che mit den Gr\u00fcnen-Parteichefs sei nicht m\u00f6glich, wurde vorher mitgeteilt. Man k\u00f6nne am Abend bei einem \u201eB\u00fcrgeraustausch\u201c wenige Kilometer entfernt dabei sein.<\/p>\n<p>Die beiden Parteichefs touren durch Deutschland, um zu verstehen, was die Menschen umtreibt, um Anregungen f\u00fcr ihre Arbeit mitzunehmen, vielleicht auch, um zu verstehen, warum die Gr\u00fcnen gerade einen Abschwung erleben und die AfD st\u00e4rker wird. Es soll ein Realit\u00e4tscheck sein. Am Donnerstag waren sie in Heidelberg, der schmucken Universit\u00e4tsstadt in Baden-W\u00fcrttemberg, Brantners Heimatregion.<\/p>\n<p>Banaszak kommt hingegen aus Duisburg, dieser alten Industriestadt im Ruhrgebiet, mitten in Nordrhein-Westfalen. Marxloh liegt in seinem Wahlkreis 115. Dort kamen die Gr\u00fcnen bei der Bundestagswahl im Februar auf 6,58 Prozent der Zweitstimmen, minus 8,67 Prozent, die Linke erreichte 11,08 Prozent, plus 6,33 Prozent und die AfD stieg auf 24,77 Prozent, plus 16,43 Prozent. Die SPD lag vorn mit 25,31 Prozent, minus 9,82 Prozent. Sozialdemokrat Mahmout \u00d6zdemir schaffte so eben den Wiedereinzug in den Bundestag. Man k\u00f6nnte also meinen, die Gr\u00fcnen gehen dorthin, wo es f\u00fcr sie ziemlich ungem\u00fctlich ist.<\/p>\n<p>Auf der Weseler Stra\u00dfe in Marxloh sind am Freitagnachmittag teure, blank polierte Sportlimousinen unterwegs, meist deutsche Fabrikate. Vor allem muskul\u00f6se M\u00e4nner mit akkuraten B\u00e4rten und scharf anrasiertem Cut fahren sie. Auf den B\u00fcrgersteigen flanieren Frauen mit figurbetonter Kleidung und offenen Haaren an Frauen mit Kopft\u00fcchern und langen Gew\u00e4ndern vorbei. Familien gehen shoppen und essen. Wer die Weseler Stra\u00dfe verl\u00e4sst, st\u00f6\u00dft in Nebenstra\u00dfen auf heruntergekommene Geb\u00e4ude und verm\u00fcllte Ecken.<\/p>\n<p>Schon lange flie\u00dfen F\u00f6rdermittel aus den Programmen \u201eSoziale Stadt\u201c und \u201eSozialer Zusammenhalt\u201c, doch die m\u00fchsam erreichte Stabilisierung ist gef\u00e4hrdet. Marxloh erlebte seit einigen Jahren einen starken Zuzug von Menschen aus S\u00fcdosteuropa, neben den ganzen anderen Fl\u00fcchtlingsbewegungen. Nun wird Marxloh eine \u201eArrival City\u201c, so hei\u00dft das neueste Projekt, dass Menschen bei der Ankunft aus fremden L\u00e4ndern helfen und Austausch und Integration verbessern soll.<\/p>\n<p>Wenn man Passanten auf der Weseler Stra\u00dfe fragt, was sie den Gr\u00fcnen-Parteichefs sagen w\u00fcrden, winken viele ab. Politik interessiert sie nicht oder sie glauben nicht, dass sich etwas verbessert. Ein t\u00fcrkischst\u00e4mmiger Mann, der mit Ehefrau und \u00e4lterem Sohn unterwegs, erz\u00e4hlt, dass er jeden Tag um f\u00fcnf Uhr aufstehe und arbeiten gehe, aber dass andere Ausl\u00e4nder, die nichts t\u00e4ten, vom Staat mehr Geld bek\u00e4men.<\/p>\n<p>An der Friedrich-Engels-Stra\u00dfe ist ein Stand der Linke-Partei aufgebaut. \u201eGratis SlushEis\u201c steht auf einer Maschine mit eiskaltem Gebr\u00e4u. Der t\u00fcrkischst\u00e4mmige Bundestagsabgeordnete Mirze Edis h\u00e4lt ein Mikro, Lautsprecher \u00fcbertragen seine Worte in Richtung einer Imbissbude. Der gelernte Stahlbauschlosser und aktive Betriebsrat beklagt im typischen Linke-Sound den angeblichen \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/plus249532672\/Israels-Krieg-in-Gaza-Was-gegen-den-Vorwurf-eines-Genozids-spricht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/plus249532672\/Israels-Krieg-in-Gaza-Was-gegen-den-Vorwurf-eines-Genozids-spricht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Genozid<\/a> an den Pal\u00e4stinensern\u201c, dass mit deutschen Waffen Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet w\u00fcrden, und dass Deutschland keine Waffen mehr an Israel liefern d\u00fcrfe. <\/p>\n<p>Edis kennt Marxloh gut. \u201eIch habe heute viele getroffen, die AfD w\u00e4hlen, die offen dar\u00fcber reden und sagen, schau dich hier mal um.\u201c Edis selbst sieht kein Problem mit Migration, sondern mit fehlenden M\u00f6glichkeiten zur Integration. Er verlangt mehr Unterst\u00fctzung auch von Bund und Land.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum \u201eB\u00fcrgeraustausch\u201c mit den Gr\u00fcnen-Parteichefs in Duisburg-Ruhrort passiert man irgendwann ein monumentales, rostbraun-graues, verwinkeltes Gebilde aus Fabrikhallen, Geb\u00e4uden, mit R\u00f6hren, frei stehenden Treppenaufg\u00e4ngen, das wie ein d\u00fcsteres Schloss aus einem Mad-Max-Film \u00fcber B\u00e4umen emporragt, Werksstandort Thyssenkrupp Steel, Stahlproduktion. Thyssen und Krupp geh\u00f6ren zu Duisburg, lange schon, wie lange noch, ist unklar. Der heutige Konzern hat Probleme und muss zahlreiche Stellen abbauen.<\/p>\n<p>\u201eFeierabend mit Franziska und Felix\u201c<\/p>\n<p>Brantner und Banaszak h\u00e4tten ins \u201eDamm Caf\u00e9\u201c gehen k\u00f6nnen, eine alte, voll besetzte Kneipe, direkt an der Horst-Schimanski-Gasse in Duisburg-Ruhrort, wenige Schritte von der Hafenkante entfernt. Doch die beiden Vorsitzenden der Gr\u00fcnen haben sich am Freitagabend f\u00fcr das \u201eImmer &amp; Edel\u201c entschieden, ein neues, schickes Lokal, kaum hundert Meter entfernt.<\/p>\n<p>Dort sind in den hinteren beiden R\u00e4umen alle St\u00fchle besetzt, mehr als 100 Menschen sind gekommen. Brantner und Banaszak wechseln mehrfach zwischen den R\u00e4umen, und wenn sie gerade nebenan sind, dann h\u00f6rt man ihre Stimmen weiter \u00fcber Lautsprecher, damit die G\u00e4ste auch alles mitbekommen. Es wurde als \u201eB\u00fcrgeraustausch\u201c angek\u00fcndigt, beim \u201eFeierabend mit Franziska und Felix\u201c. Es w\u00e4re wohl nicht zu gewagt zu behaupten, dass bei diesem \u201eB\u00fcrgeraustausch\u201c lauter Gr\u00fcne sitzen. Sie sind sogar aus dem weiteren Umland und Nachbarst\u00e4dten angereist.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten zwei Stunden wird \u00fcber einiges gesprochen, die Worte Migration und Integration fallen kein einziges Mal. Es kann sein, dass es mitgemeint ist, wenn es um soziale Fragen geht. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus256364722\/deutschlandtrend-warum-klima-kein-thema-mehr-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus256364722\/deutschlandtrend-warum-klima-kein-thema-mehr-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimaschutz<\/a> bleibt das zentrale Thema. Banaszak beklagt in dieser Hinsicht eine \u201eunfassbare Ambitionslosigkeit\u201c der Bundesregierung von Friedrich Merz.<\/p>\n<p>Konservative und Liberale wollten den Menschen einreden, dass die zentrale Gerechtigkeitsfrage zwischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus687b6f7cdf6cf4212c2f82e0\/Buergergeld-Wo-die-grossen-Spar-Hoffnungen-zu-scheitern-drohen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus687b6f7cdf6cf4212c2f82e0\/Buergergeld-Wo-die-grossen-Spar-Hoffnungen-zu-scheitern-drohen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcrgergeld<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus256334710\/hohe-abgaben-6-7-prozent-mehr-netto-28-6-prozent-mehr-steuern-so-gewinnt-der-staat-beim-mindestlohn.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus256334710\/hohe-abgaben-6-7-prozent-mehr-netto-28-6-prozent-mehr-steuern-so-gewinnt-der-staat-beim-mindestlohn.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mindestlohn<\/a> verlaufe, also dass jemand mithilfe staatlicher Leistungen gleich viel oder mehr Geld verdiene als Arbeitnehmer. Doch Banaszak und Brantner sehen das anders. Die sogenannte \u201esoziale Infrastruktur\u201c m\u00fcsse anders finanziert werden. Sie sprechen dar\u00fcber, dass Erbschaften st\u00e4rker besteuert werden m\u00fcssten, die Gr\u00fcnen m\u00fcssten auch \u00fcberzeugende Konzepte vorlegen.<\/p>\n<p>Ein Gast fragt nach, warum die Partei den gleichen Fehler mache wie beim Heizungsgesetz und auf Elektroautos setze. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus256412242\/Elektroautos-Gescheitert-an-der-Realitaet-jetzt-setzen-die-Briten-wieder-auf-den-Staat.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus256412242\/Elektroautos-Gescheitert-an-der-Realitaet-jetzt-setzen-die-Briten-wieder-auf-den-Staat.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">E-Autos<\/a> machten keinen Sinn, weil sie zu teuer seien und man sie in den Gro\u00dfst\u00e4dten nicht laden k\u00f6nne. Brantner meint, dass die Ladekapazit\u00e4ten von Ort zu Ort unterschiedlich seien, das Heizungsgesetz will sie sich nicht schlechtreden lassen, aber sie pflichtet ihm bei. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcsse die Ladeinfrastruktur vorhanden sein, wenn der Weg zum E-Auto gelingen solle, und die deutsche Automobilindustrie habe es vers\u00e4umt, g\u00fcnstige E-Fahrzeuge anzubieten und m\u00fcsse das nun nachholen. <\/p>\n<p>Gleiches auch bei gr\u00fcnem Wasserstoff, wie ihn Thyssenkrupp im Sinn hat, doch auch daf\u00fcr m\u00fcsse die notwendige Infrastruktur mit Speicherkapazit\u00e4ten vorhanden sein.<\/p>\n<p>Irgendwann kommt man auf die AfD zu sprechen. Parteichefin Brantner betont, die Gr\u00fcnen m\u00fcssten auf den Sch\u00fctzenfesten sein. Man d\u00fcrfe \u201ediese Orte\u201c nicht anderen \u00fcberlassen, sondern m\u00fcsse dort sein. Ein Zuh\u00f6rer wirft ein, dass bei Demos, die sich gegen Veranstaltungen von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten richten, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus253735282\/Was-junge-Menschen-an-der-AfD-so-anziehend-finden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus253735282\/Was-junge-Menschen-an-der-AfD-so-anziehend-finden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">junge Menschen<\/a> anwesend seien und dass diese eine gesichert rechtsradikale Partei w\u00e4hlten. \u201eWas hat man als demokratische Partei verpasst, wieso hat man die Jugend verloren?\u201c, fragt er.<\/p>\n<p>Banaszak antwortet. \u201eLass uns mal einen Moment der Selbstkritik zulassen\u201c, sagt er und erw\u00e4hnt ein Video von AfDler Maximilian Krah bei TikTok, in dem er sage, echte M\u00e4nner seien rechts und wenn man auch rechts sei, dann kriege man auch eine Freundin ab. \u201eWir lachen manchmal dar\u00fcber\u201c, sagt Banaszak, \u201eaber offensichtlich funktioniert die Kommunikation, weil sie auf einer emotionalen Ebene junge M\u00e4nner auf der Suche nach eigener Identit\u00e4t und nach ihrem Platz in der Gesellschaft abholt.\u201c<\/p>\n<p>Bisher gelinge es progressiven Kr\u00e4ften nicht, diesen jungen M\u00e4nnern ein Identit\u00e4tsangebot zu machen, \u201eweil in der Wahrnehmung vieler junger M\u00e4nner progressive Politik damit einhergeht, dass da eigentlich kein Platz mehr f\u00fcr sie sei.\u201c Co-Parteichefin Brantner erw\u00e4hnt eine Feministin, die geschrieben habe, es sei ein Fehler gewesen, dass immer, wenn \u00fcber M\u00e4nnlichkeit gesprochen worden sei ein \u201etoxisch\u201c davor gestanden habe. Brantner lobt zwar die Kinderb\u00fccher mit starken M\u00e4dchenfiguren. Aber es fehle ein Buch, \u201ewo der Typ solche Muskeln hat und total anst\u00e4ndig mit Frauen umgeht\u201c. Vereinzelt gibt es Applaus.<\/p>\n<p>Es geht noch um Nahost. Brantner, die eine Zeit lang in Israel gelebt hat, und Banaszak pl\u00e4dieren f\u00fcr eine ausgewogene Sicht etwa bei der Frage der Waffenexporte nach Israel. Sie seien davon \u00fcberzeugt, so Banaszak, dass es m\u00f6glich sei, \u201ezu differenzieren zwischen Waffen, die v\u00f6lkerrechtswidrig eingesetzt werden, um im Gazastreifen schlimmste Kriegsverbrechen zu begehen, und anderen Waffen, die weiter geliefert werden m\u00fcssen, damit Israel nicht schutzlos gegen\u00fcber Iran ausgeliefert ist.\u201c<\/p>\n<p>Nach etwas mehr als zwei Stunden endet der Austausch. Die Servicekr\u00e4fte h\u00e4tten auch einen Feierabend verdient, sagt Banaszak. Seine Co-Chefin Brantner macht nun Urlaub, und er setzt die Deutschlandtour fort. Im <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255416690\/Gruenen-Wahlkampf-im-Osten-Viele-Menschen-wollen-gar-nicht-mehr-mit-uns-Gruenen-reden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus255416690\/Gruenen-Wahlkampf-im-Osten-Viele-Menschen-wollen-gar-nicht-mehr-mit-uns-Gruenen-reden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Osten Deutschlands<\/a>. \u201eIch will auch da hingehen, wo der Applaus noch nicht auf uns wartet, sondern wo manchmal im wahrsten Sinne des Wortes die Luft brennt\u201c, sagt Banaszak. Deutschland m\u00fcsse miteinander reden \u2013 \u201eund wir wollen mitreden.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/kristian-frigelj\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/kristian-frigelj\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Kristian Frigelj<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber bundes- und landespolitische Themen, insbesondere aus Nordrhein-Westfalen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Franziska Brantner und Felix Banaszak touren durch Deutschland. 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