{"id":295802,"date":"2025-07-26T15:46:12","date_gmt":"2025-07-26T15:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295802\/"},"modified":"2025-07-26T15:46:12","modified_gmt":"2025-07-26T15:46:12","slug":"wer-profitiert-von-der-dominanz-des-dollars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/295802\/","title":{"rendered":"Wer profitiert von der Dominanz des Dollars?"},"content":{"rendered":"<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Mehr als die H\u00e4lfte des<br \/>\nweltweiten Handels wird in Dollar abgewickelt. Die Vereinigten Staaten sind<br \/>\nnach gewissen Berechnungsmethoden nach wie vor die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der<br \/>\nWelt und dar\u00fcber hinaus die dominierende politische und milit\u00e4rische Macht.<br \/>\nDoch seit Donald Trump im Januar sein Amt angetreten hat, versucht er, die<br \/>\nPosition Amerikas f\u00fcr seine politischen Zwecke zu nutzen \u2013 und untergr\u00e4bt dabei<br \/>\ndie Grundpfeiler der Finanz-Dominanz der USA, unter anderem das Vertrauen in<br \/>\ndie rechtlichen Rahmen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Dieses Verhalten ist<br \/>\nnicht unbedingt neu, erkl\u00e4rt die \u00d6konomin Mona Ali im Interview mit<br \/>\nJohn-Baptiste Oduor von Jacobin. Das<br \/>\nglobale Finanzsystem sei im Kern ein politisches System. Trump und seine<br \/>\nBerater ersch\u00fcttern dieses System allerdings radikaler als die meisten<br \/>\nUS-F\u00fchrungen vor ihnen. Im Gespr\u00e4ch erl\u00e4utert Ali, wer von der Dollar-Dominanz<br \/>\nprofitiert und ob es realistische Konkurrenz f\u00fcr die globale Reservew\u00e4hrung<br \/>\ngibt.<\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">Der<br \/>\nDollar gilt als die \u00bbReservew\u00e4hrung der Welt\u00ab. Was genau bedeutet das?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Die Dominanz des Dollars wird tats\u00e4chlich<br \/>\nmeist auf seinen Status als wichtigste internationale Reservew\u00e4hrung<br \/>\nzur\u00fcckgef\u00fchrt. Diese vereinfachte Darstellung vermittelt den Eindruck, dass<br \/>\nGeld eine Ware (also ein Gegenstand) ist, obwohl es sich in Wirklichkeit<br \/>\ngr\u00f6\u00dftenteils um Kredite (eine soziale Beziehung) handelt. Ja, Investoren und<br \/>\nRegierungen weltweit halten Billionen von Dollar als sichere Verm\u00f6genswerte,<br \/>\ndoch der Gro\u00dfteil dieser Dollar in den Devisenreserven der L\u00e4nder besteht<br \/>\ntats\u00e4chlich aus Kreditvertr\u00e4gen \u2013 vorwiegend US-Staatsanleihen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">W\u00e4hrend die Dominanz des Dollars oft auf seine<br \/>\nRolle als Reservew\u00e4hrung zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, beruht seine feste Verankerung im<br \/>\nFinanzsystem vielmehr auf seiner Dominanz bei der internationalen<br \/>\nKreditvergabe. Er ist die Rechnungseinheit, die das Fundament bildet f\u00fcr das<br \/>\nweltweit am tiefsten integrierte und am weitesten verbreitete Kreditsystem, was<br \/>\nunter anderem Staatsanleihen und Bankkredite umfasst. Die M\u00f6glichkeit, auf<br \/>\nDollar lautende Kredite auszugeben, ist dabei nicht auf die<br \/>\nGeldsch\u00f6pfungsstellen der Vereinigten Staaten beschr\u00e4nkt. Faktisch vergeben ausl\u00e4ndische<br \/>\nBankinstitutionen sogar <a href=\"https:\/\/www.surplusmagazin.de\/trumps-dollar-macht-industrie-wallstreet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr Kredite in Dollar als US-amerikanische Banken<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Da das Dollarsystem also ein weltumspannendes<br \/>\nKreditregime ist, haben seine Krisen entsprechend globale Folgen. Wenn eine<br \/>\nexzessive Kreditvergabe zu einer Finanzkrise f\u00fchrt, greift die US-Notenbank,<br \/>\ndie Federal Reserve, ein, um die Dollarm\u00e4rkte zu stabilisieren. Dies geschieht<br \/>\njedoch immer auf Ad-hoc-Basis. Solche Kriseninterventionen offenbaren die<br \/>\ninneren Mechanismen der internationalen W\u00e4hrungshierarchie: W\u00e4hrend reiche<br \/>\nL\u00e4nder mit Zugang zum Fed-Backstop relativ leicht an Dollar-Liquidit\u00e4t kommen,<br \/>\nwerden L\u00e4nder mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau, die keinen derartig<br \/>\neinfachen Zugang zu den Dollar-Swap-Linien und anderen Liquidit\u00e4tsfazilit\u00e4ten<br \/>\nder Fed haben, von den internationalen Anleihem\u00e4rkte diszipliniert und<br \/>\nabgestraft.<\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">Wie<br \/>\nhilft diese besondere Stellung des Dollars dabei, die Interessen der USA<br \/>\ndurchzusetzen?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Der Dollar ist die wohl wichtigste Quelle der<br \/>\nUS-Hegemonie. Dollar-Bilanzen sind f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit weitgehend<br \/>\nunsichtbar. Sie befinden sich haupts\u00e4chlich in privater Hand. Das Dollarsystem<br \/>\nist \u00fcber das US-Territorium hinaus ausgerichtet: Das reicht von der zentralen<br \/>\nRolle US-amerikanischer Schuldtitel an den globalen Finanzm\u00e4rkten bis hin zu<br \/>\nden sensiblen Reaktionen der Weltwirtschaft, wenn es zu Wechselkursschwankungen<br \/>\ndes Dollars kommt \u2013 diese wirken sich systemisch auf den globalen Handel und<br \/>\ndie Finanzlage aus.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Staatsanleihen und der Gro\u00dfteil der<br \/>\nUS-Bankkredite sind durch die Federal Reserve abgesichert, aber andere<br \/>\ngewichtige Teile des Systems unterliegen nicht der Kontrolle der<br \/>\nUS-W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden und ihrer politischen Entscheidungstr\u00e4ger. Der Gro\u00dfteil der<br \/>\nKreditvertr\u00e4ge im globalen Dollarsystem wird nicht durch die Fed gesch\u00fctzt.<br \/>\nDiese undurchsichtigen Teile des Dollarsystems existieren offshore und<br \/>\nau\u00dferhalb der offiziellen Bilanzen, in Form von kurzfristigen<br \/>\nFinanzierungsinstrumenten wie Devisenswaps (FX-Swaps). FX-Swaps sind Derivate,<br \/>\nbei denen eine W\u00e4hrung gegen eine andere getauscht wird, und somit eine<br \/>\nbeliebte Quelle f\u00fcr weitere Dollar-Kredite, auch wenn sie technisch gesehen<br \/>\nkeine wortw\u00f6rtlichen Kreditinstrumente sind. <\/p>\n<blockquote aria-hidden=\"true\" class=\"font-headline h1 max-sm:text-[36px] xl:text-[67px] my-1em leading-1.15 col-start-4 col-span-9 lg:col-start-3 lg:col-span-10 lg:text-4vw lg:my-1.5em\"><p>\u00bbDas US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit und der damit verbundene Finanzbilanz\u00fcberschuss sind die gr\u00f6\u00dften weltweit. Die Vereinigten Staaten haben damit ma\u00dfgeblich zu globalen Ungleichgewichten beigetragen \u2013 also zu den gro\u00dfen Handels- und Finanzungleichgewichten, die die Weltwirtschaft im vergangenen Vierteljahrhundert gepr\u00e4gt haben.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen<br \/>\nvon f\u00fcnf Billionen Dollar pro Tag ist der Devisenswapmarkt \u2013 auf dem eine<br \/>\nW\u00e4hrung mittels eines derivativen Kontrakts gegen eine andere getauscht wird \u2013<br \/>\nder mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Markt in Dollar weltweit. Dieser Markt ist kaum<br \/>\nreguliert, wickelt gro\u00dfe Transaktionsvolumina ab und wird informell durch einen<br \/>\nfreiwilligen globalen Devisenkodex<br \/>\ngeregelt. Der Markt f\u00fcr Devisenswaps ist daher hin und wieder anf\u00e4llig f\u00fcr<br \/>\n\u00bbLiquidit\u00e4tsillusionen\u00ab (das hei\u00dft: die tats\u00e4chlich vorhandene Liquidit\u00e4t wird<br \/>\nfalsch, n\u00e4mlich h\u00f6her, eingesch\u00e4tzt). Diese Instrumente sind sozusagen die<br \/>\n\u00bbbekannten Unbekannten\u00ab des Dollarsystems. Diese potenziellen Schwachstellen<br \/>\ndieses gigantischen Marktes bleiben die meiste Zeit verborgen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Die M\u00e4rkte, aus denen sich das globale Dollarsystem<br \/>\nzusammensetzt, sind nicht nur anf\u00e4llig f\u00fcr Volatilit\u00e4t, sondern auch<br \/>\ndysfunktional. Anstatt Kapital f\u00fcr den Ausbau von Fabriken oder Infrastruktur<br \/>\nzu beschaffen, sind die Dollar-Finanzierungsm\u00e4rkte weitgehend mit der<br \/>\nRefinanzierung von Schuldenvertr\u00e4gen besch\u00e4ftigt (Drei von vier Transaktionen<br \/>\nan den Finanzm\u00e4rkten betreffen irgendeine Form der Refinanzierung). Einige<br \/>\nZentralbank-Fachleute haben das dollarzentrierte internationale Finanzsystem<br \/>\nangesichts seiner anarchischen Tendenzen bereits als ein \u00bbNicht-System\u00ab<br \/>\nbezeichnet.<\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">Viele<br \/>\n\u00d6konomen verstehen die gro\u00dfe weltweite Nachfrage nach der amerikanischen<br \/>\nW\u00e4hrung als exorbitantes Privileg der Vereinigten Staaten. Schlie\u00dflich<br \/>\nerm\u00f6gliche es dies den USA, hohe Defizite zu machen und sozusagen \u00fcber ihre<br \/>\nVerh\u00e4ltnisse zu leben. Stellt sich die Frage: Profitieren tats\u00e4chlich alle<br \/>\nAmerikaner \u2013 oder auch nur alle Teile des US-Kapitals \u2013 gleicherma\u00dfen davon?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Seit mehreren Jahrzehnten verzeichnen die USA<br \/>\nHandelsdefizite, weil sie mehr Waren importieren als exportieren. Das<br \/>\nUS-amerikanische Leistungsbilanzdefizit und der damit verbundene<br \/>\nFinanzbilanz\u00fcberschuss sind die gr\u00f6\u00dften weltweit. Die Vereinigten Staaten haben<br \/>\ndamit ma\u00dfgeblich zu globalen Ungleichgewichten beigetragen \u2013 also zu den gro\u00dfen<br \/>\nHandels- und Finanzungleichgewichten, die die Weltwirtschaft im vergangenen<br \/>\nVierteljahrhundert gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Als Emittent der Weltw\u00e4hrung k\u00f6nnen die USA<br \/>\nihre Zahlungsbilanzdefizite leichter finanzieren als andere L\u00e4nder. Ihre<br \/>\nF\u00e4higkeit, \u00fcber den Markt f\u00fcr Staatsschuldtitel \u2013 den gr\u00f6\u00dften Pool f\u00fcr<br \/>\nstaatliche Schulden im globalen Liquidit\u00e4tssystem, der im amerikanischen Fall<br \/>\nzu einem Drittel im Ausland gehalten wird \u2013 Kredite aufzunehmen, h\u00e4ngt weniger<br \/>\nvon anderen Staaten wie Japan oder China ab als vielmehr von den Kalk\u00fclen <a href=\"https:\/\/www.bis.org\/speeches\/sp250519.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">privater Investoren<\/a><br \/>\n(Banken, Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Investmentfonds und<br \/>\nHedgefonds). Im Jahr 2024 zogen h\u00f6here Zinsen (und ein st\u00e4rkerer Dollar) 41<br \/>\nProzent der globalen Finanzzufl\u00fcsse zur\u00fcck in die Vereinigten Staaten. Dieser<br \/>\nKapitalfluss \u2013 in H\u00f6he von mehr als zwei Billionen Dollar \u2013 \u00fcberstieg das<br \/>\namerikanische Handelsdefizit. Allein die ausl\u00e4ndischen K\u00e4ufe von<br \/>\nUS-Schuldtiteln (mehr als die H\u00e4lfte davon in US-Staatsanleihen) beliefen sich<br \/>\nauf etwa eine Billion Dollar.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Handelsungleichgewichte wurden bisher entweder<br \/>\nals komplett harmlos oder als ausgesprochen schlecht angesehen. Der<br \/>\namerikanische \u00d6konom Charles P. Kindleberger vertrat im 20. Jahrhundert eine<br \/>\nwohlwollende Sichtweise auf das US-Au\u00dfenhandelsdefizit: Die Vereinigten Staaten<br \/>\nh\u00e4tten nun einmal ein Leistungsbilanzdefizit, damit sie Dollar in die<br \/>\nWeltwirtschaft pumpen k\u00f6nnen. F\u00fcr Kindleberger war die Rolle der USA als<br \/>\nWeltbanker fast schon mit einer Friedenserhaltungsmission vergleichbar. Sein<br \/>\nsubtilerer Punkt war, dass die US-Defizite nur in buchhalterischer Hinsicht als<br \/>\nDefizite zu verstehen seien. <\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Allerdings haben Kindleberger und andere (wie<br \/>\ndie \u00d6konomen Michael Pettis und Mathew Klein), die diesem finanzorientierten<br \/>\nAnsatz anh\u00e4ngen, die Geschichte damit etwas vereinfacht. Tatsache ist n\u00e4mlich,<br \/>\ndass die Handelsdefizite und Finanz\u00fcbersch\u00fcsse der USA aus der zentralen<br \/>\nStellung der Vereinigten Staaten in den Finanz- sowie in<br \/>\nden Handelsnetzwerken resultieren. Der amerikanische Exzeptionalismus wird in<br \/>\nder Regel rein finanziell verstanden und in der Macht des Dollars begr\u00fcndet. Er<br \/>\nberuht aber auch darauf, dass US-Unternehmen den L\u00f6wenanteil der Gewinne in<br \/>\neiner Vielzahl weit verzweigter Lieferketten erzielen. Die durch Skaleneffekte<br \/>\nund billigere Arbeitskr\u00e4fte in \u00dcbersee erzielten Kosteneinsparungen fallen<br \/>\nletztlich auf US-Unternehmen und auch die Verbraucher daheim zur\u00fcck. Man k\u00f6nnte<br \/>\nsagen: Wenn das US-Handelsdefizit steigt, steigen parallel dazu die<br \/>\nUnternehmensgewinne.<\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">In<br \/>\nletzter Zeit gab es in der Finanzpresse zahlreiche Artikel, die sich mit der<br \/>\nTatsache befassen, dass die enge Beziehung zwischen den Renditen von<br \/>\nStaatsanleihen und dem Wert des Dollars offenbar nicht mehr besteht: Der Wert<br \/>\ndes Dollars ist gesunken, w\u00e4hrend die Renditen f\u00fcr Staatsanleihen gestiegen<br \/>\nsind. Was ist da los?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Am 2. April 2025 verk\u00fcndete Trump seinen<br \/>\n\u00bbLiberation Day\u00ab. Dessen Ziel war es, den internationalen Handel durch neue<br \/>\nZ\u00f6lle f\u00fcr die meisten L\u00e4nder neu auszubalancieren \u2013 basierend auf fragw\u00fcrdigen<br \/>\nBerechnungen, wie sehr der bilaterale Handels\u00fcberschuss eines jeweils anderen<br \/>\nLandes angeblich den Vereinigten Staaten geschadet habe. Dies f\u00fchrte zu einem<br \/>\nstarken Anstieg der Renditen f\u00fcr zehnj\u00e4hrige US-Staatsanleihen (Anleihekurse<br \/>\nstehen in umgekehrter Korrelation zu Zinss\u00e4tzen, was bedeutet, dass h\u00f6here<br \/>\nRenditen auf eine sinkende Nachfrage nach Staatsanleihen hindeuten.) Der Zinssatz f\u00fcr 30-j\u00e4hrige Staatsanleihen stieg kurzzeitig auf \u00fcber<br \/>\nf\u00fcnf Prozent. Bloomberg-Reporter<br \/>\nbeschrieben die schw\u00e4chelnden Aktienm\u00e4rkte euphemistisch als \u00bbNeugewichtung\u00ab<br \/>\noder \u00bbNeuausrichtung\u00ab der M\u00e4rkte. Der Dollar rutschte an den globalen Devisenm\u00e4rkten<br \/>\nab. Mit der Erkl\u00e4rung eines Handelskrieges gegen\u00fcber Verb\u00fcndeten wie Gegnern<br \/>\nhat Trump den Ruf des Dollars und der Vereinigten Staaten als \u00bbsicherer Hafen\u00ab<br \/>\nbesch\u00e4digt. Der einzige Lichtblick im Zuge des \u00bbLiberation Day\u00ab war der <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/59c07f63-3331-462b-b9e3-d1bcaea69fce\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zehnprozentige Wertverlust<\/a> des<br \/>\nzuvor teuren Dollars.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Trumps Entscheidungen haben stets das<br \/>\nPotenzial f\u00fcr Verwirrung. Er hat unter anderem eine Schw\u00e4chung des Dollars<br \/>\nbef\u00fcrwortet, um den Handel \u00bbneu auszubalancieren\u00ab. Was die kommenden vier Jahre<br \/>\nmit immer neuen Pr\u00e4sidialverordnungen f\u00fcr den Status des Dollars bringen<br \/>\nwerden, h\u00e4ngt letztlich aber davon ab, wie die Finanzm\u00e4rkte \u2013 deren Gr\u00f6\u00dfe den<br \/>\nsonstigen Welthandel bei weitem \u00fcbersteigt \u2013 die zu erwartenden Schocks<br \/>\nverdauen werden. In jedem Fall schadet die Marktvolatilit\u00e4t den privaten<br \/>\nHaushalten und den klassischen Main-Street-Firmen, w\u00e4hrend die<br \/>\nHandelsvolatilit\u00e4t sich f\u00fcr die gro\u00dfen globalen Banken wie JPMorgan Chase und<br \/>\nGoldman Sachs als \u00e4u\u00dferst vorteilhaft erwiesen hat: Deren Handelsums\u00e4tze<br \/>\nerreichten ein <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/089be1ce-e2ea-4540-8ed4-05362f0cad58\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zehnjahreshoch.<\/a> <\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Die <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/trump-zollpolitik-handelskrieg-china-industrie-doge\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">April-Turbulenzen<\/a> auf<br \/>\ndem Markt f\u00fcr Staatsanleihen, dem verkn\u00fcpften Repo-Markt und dem weitaus<br \/>\ngr\u00f6\u00dferen Markt f\u00fcr Zinsswap-Derivate (belegt durch steigende Zinsswap-Spreads)<br \/>\nstellten keine Gefahr f\u00fcr die US-Kreditm\u00e4rkte dar. Allerdings haben Trumps<br \/>\nDrohungen, die Vereinigten Staaten sollten Kanada und Gr\u00f6nland annektieren,<br \/>\nkanadische und d\u00e4nische Pensionsfonds dazu veranlasst, weniger in<br \/>\nUS-Private-Equity-Fonds zu investieren. <\/p>\n<blockquote aria-hidden=\"true\" class=\"font-headline h1 max-sm:text-[36px] xl:text-[67px] my-1em leading-1.15 col-start-4 col-span-9 lg:col-start-3 lg:col-span-10 lg:text-4vw lg:my-1.5em\"><p>\u00bbHandelskriege st\u00f6ren Lieferketten, doch St\u00f6rungen im Finanzsystem k\u00f6nnen um ein Vielfaches gravierender sein.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Die Fed kann die Flammen einer globalen<br \/>\nFinanzkrise mit einer Flut an Dollar-Liquidit\u00e4t l\u00f6schen. Was die US-Stellen<br \/>\njedoch nicht tun k\u00f6nnen, ist Dinge zu produzieren, die US-Haushalte und<br \/>\nIndustrie f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich halten \u2013 n\u00e4mlich alle Arten von Elektronik,<br \/>\nAlltagsg\u00fctern und wichtigen Komponenten. Aus diesem Grund gew\u00e4hrte Trump nur<br \/>\nwenige Tage nach der Ank\u00fcndigung seiner Z\u00f6lle auch schon wieder eine<br \/>\nvor\u00fcbergehende Ausnahmeregelung f\u00fcr Computer und Smartphones aus China.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Die Weltwirtschaft zusammenbrechen zu lassen<br \/>\nist ein sicherer Weg, die Handelsungleichgewichte der USA zu verringern. Das<br \/>\nletzte Mal, dass das US-Handelsdefizit stark zur\u00fcckging, war w\u00e4hrend der<br \/>\nWeltwirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert. Im Gegensatz dazu: Als sich<br \/>\ndie globale Finanzkrise versch\u00e4rfte, stieg die Zahl der Arbeitslosen in den USA<br \/>\nbis Oktober 2009 zwar auf \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.bls.gov\/news.release\/archives\/empsit_11062009.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">15,7 Millionen<\/a>. Doch trotz dieser<br \/>\nTurbulenzen daheim blieb der Dollar ein sicherer Hafen \u2013 auch dank der<br \/>\nstabilisierenden Unterst\u00fctzung durch die Federal Reserve, die \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.com\/books\/301357\/crashed-by-adam-tooze\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dollar-Swap-Linien<\/a><br \/>\nLiquidit\u00e4t in die Offshore-Dollar-M\u00e4rkte pumpte. Eine weitere, wenn auch<br \/>\nweniger wichtige Rolle spielte die geschickte Finanzdiplomatie. Der damalige<br \/>\nUS-Finanzminister Hank Paulson \u00fcberzeugte China davon, seine <a href=\"https:\/\/www.ifri.org\/en\/papers\/power-and-financial-interdependence\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Best\u00e4nde an US-Schulden<\/a> nicht<br \/>\nzu verkaufen, obwohl Chinas Portfolio \u2013 das stark mit hypothekenbesicherten<br \/>\nWertpapieren von staatlichen Stellen belastet war \u2013 aufgrund des Zusammenbruchs<br \/>\ndes US-Immobilienmarktes erhebliche Verluste verzeichnete. Seitdem haben diese <a href=\"https:\/\/www.ifri.org\/en\/papers\/power-and-financial-interdependence\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verluste aus Best\u00e4nden an US-Schulden<\/a><br \/>\nsowie auch innenpolitischer Druck China tats\u00e4chlich dazu veranlasst, den Anteil<br \/>\nseiner offiziellen Devisenreserven in Dollar zu reduzieren.<\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">Die<br \/>\nUSA haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten teils drastische<br \/>\nWirtschaftssanktionen gegen ihre Gegner verh\u00e4ngt. K\u00f6nnte sich diese Strategie<br \/>\nnicht als selbstzerst\u00f6rerisch erweisen: Einerseits verf\u00fcgen die Vereinigten<br \/>\nStaaten \u00fcber diesen Hebel, weil der Dollar weltweit als Handelsw\u00e4hrung<br \/>\nverwendet wird, andererseits untergraben sie durch den politischen Einsatz des<br \/>\nDollars potenziell das Vertrauen in die W\u00e4hrung?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Handelskriege st\u00f6ren Lieferketten, doch<br \/>\nSt\u00f6rungen im Finanzsystem k\u00f6nnen um ein Vielfaches gravierender sein. Eng mit<br \/>\ndem Dollarsystem verflochten ist ein gewisses Rechtssystem: Swap-Linien sind \u2013<br \/>\nebenso wie Sanktionen \u2013 rechtlich einsetzbare Mittel. Erstere sind ebenso<br \/>\npolitisch wie Letztere. Und beide werden zunehmend genutzt.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Wenn die Finanzm\u00e4rkte derart<br \/>\ninstrumentalisiert werden, geht auch ein Teil des Vertrauens in die<br \/>\nRechtsstaatlichkeit verloren, die die Gleichbehandlung aller Vertragsparteien<br \/>\nvoraussetzt und das globale Finanzsystem st\u00fctzt. Der Oberste Gerichtshof der<br \/>\nUSA k\u00f6nnte demn\u00e4chst einen Pr\u00e4zedenzfall aus dem Jahr 1935 aufheben, der<br \/>\nBundesbeamte vor Entlassung aufgrund eines politischen Kurswechsels sch\u00fctzt.<br \/>\nBislang hat der Oberste Gerichtshof ja meist entschieden, nicht gegen Trumps<br \/>\nEntlassung von Bundesbeamten vorzugehen. Sollte Trump also den derzeitigen<br \/>\nVorsitzenden der Fed, Jerome Powell, entlassen und einen ihm ergebenen<br \/>\nGefolgsmann als Vorsitzenden einsetzen, w\u00fcrde die Glaubw\u00fcrdigkeit der<br \/>\nRechtsstaatlichkeit, die das globale Dollarsystem st\u00fctzt, erneut in Frage<br \/>\ngestellt. Solche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten auch Zweifel s\u00e4hen, ob die Fed zuk\u00fcnftig<br \/>\nnoch bereit sein wird, in Finanzkrisen als internationaler \u00bblender of last<br \/>\nresort\u00ab in die Bresche zu springen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Man sollte aber auch bedenken: Trump ist nicht<br \/>\nder erste amerikanische Politiker, der das internationale System erheblich<br \/>\nersch\u00fcttert. Nixon beendete 1971 einseitig die Konvertierbarkeit des Dollars in<br \/>\nGold. Weniger als ein Jahrzehnt sp\u00e4ter f\u00fchrte die geldpolitische Straffung<br \/>\ndurch Paul Volcker zu einer zehnj\u00e4hrigen Rezession der Weltwirtschaft, w\u00e4hrend<br \/>\nder sich das Dollarsystem allerdings ausweitete.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Ja, der vermehrte Einsatz von Sanktionen hat<br \/>\nden freien Waren- und Dienstleistungsverkehr beeintr\u00e4chtigt. Aber auch solche<br \/>\n\u00f6konomischen Waffen und andere (wie Embargos oder die Beschlagnahmung von<br \/>\nVerm\u00f6genswerten) sind nicht neu. Zwar m\u00f6gen Finanzsanktionen in der<br \/>\nUS-Au\u00dfenpolitik des 21. Jahrhunderts eine vorrangige Rolle einnehmen, doch eine<br \/>\nsolche Instrumentalisierung \u2013 die Manipulation von Infrastrukturen durch<br \/>\nm\u00e4chtige Staaten zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen \u2013 ist ebenfalls seit<br \/>\nlangem ein Merkmal der Weltw\u00e4hrungssysteme. Doch selbst wenn sie als<br \/>\nDisziplinierungsmechanismen hier und da erfolgreich sein m\u00f6gen, haben Embargos<br \/>\nund Blockaden insgesamt eine gemischte Erfolgsbilanz.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">F\u00fcr die Stabilisierung der Dollar-Hegemonie<br \/>\nwird es von entscheidender Bedeutung sein, wie ein neues \u00bbAusbalancieren\u00ab<br \/>\nzwischen \u00f6konomischen Zwangsma\u00dfnahmen (wie Finanzsanktionen, Handelsembargos<br \/>\nund Exportkontrollen) und \u00bbsorgender\u00ab Unterst\u00fctzung (wie Swap-Linien,<br \/>\nSchuldenerlass und neue Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, insbesondere f\u00fcr den<br \/>\nGlobalen S\u00fcden) gestaltet wird. <\/p>\n<p tabindex=\"-1\" class=\"content-element text-balance mt-2em mb-1em font-sans font-bold base-sans hyphenation\">In<br \/>\ndiesem Zusammenhang attackiert Trump auch immer wieder die BRICS-Staaten, von<br \/>\ndenen er manchmal zu glauben scheint, dass sie die Position des Dollars<br \/>\nanfechten wollen. Wie ernst ist diese Sorge zu nehmen? K\u00f6nnen die BRICS<br \/>\ntats\u00e4chlich eine Alternative zu einer von den USA gef\u00fchrten Finanzordnung<br \/>\nbieten?<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">US-Pr\u00e4sidenten haben h\u00e4ufig ihre <a href=\"https:\/\/www.brennancenter.org\/media\/14079\/download\/declared-emergencies-under-nea062425.pdf?inline=1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Notstandsbefugnisse<\/a><br \/>\neingesetzt, um eine restriktive Au\u00dfenwirtschaftspolitik zu betreiben. Trump hat<br \/>\nden International Emergency Economic Powers Act allerdings <a href=\"https:\/\/www.brennancenter.org\/media\/14079\/download\/declared-emergencies-under-nea062425.pdf?inline=1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">deutlich h\u00e4ufiger angewendet<\/a> als<br \/>\nseine Vorg\u00e4nger. Im Februar 2025 <a href=\"https:\/\/www.piie.com\/research\/piie-charts\/2019\/us-china-trade-war-tariffs-date-chart\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erh\u00f6hte<\/a> die Trump-Regierung die Z\u00f6lle auf chinesische<br \/>\nImporte <a href=\"https:\/\/www.wilmerhale.com\/en\/insights\/client-alerts\/20250417-president-trump-announces-then-suspends-reciprocal-tariffs-defers-tariffs-on-certain-electronics-and-increases-tariffs-on-china\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von zehn auf 125 Prozent<\/a> \u2013 und<br \/>\nsenkte sie schlie\u00dflich im Zuge von Handelsverhandlungen wieder. Allerdings<br \/>\ngelten f\u00fcr Importe aus China seit Ende Juni weiterhin zus\u00e4tzliche Z\u00f6lle in H\u00f6he<br \/>\nvon 20 Prozent auf den allgemeinen Basis-Zollsatz von zehn Prozent.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Trotz aller Ger\u00fcchte befindet sich die<br \/>\nEntwicklung von europ\u00e4ischen oder asiatischen Alternativen zu den<br \/>\ndollarbasierten Finanzinfrastrukturen noch in den Kinderschuhen. Die geringe,<br \/>\naber deutliche Nachfrage nach Gold seitens bestimmter Zentralbanken scheint<br \/>\neher eine Absicherung gegen Inflation oder geopolitische Risiken zu sein als<br \/>\neine Bedrohung f\u00fcr die Dominanz des Dollars.<\/p>\n<blockquote aria-hidden=\"true\" class=\"font-headline h1 max-sm:text-[36px] xl:text-[67px] my-1em leading-1.15 col-start-4 col-span-9 lg:col-start-3 lg:col-span-10 lg:text-4vw lg:my-1.5em\"><p>\u00bbDer damalige Hegemoniewechsel vom Pfund Sterling zum Dollar verlief schrittweise und turbulent. Und was die geldpolitisch-milit\u00e4rischen Verflechtungen und den Einfluss angeht, sind die USA heute weitaus st\u00e4rker als das Vereinigte K\u00f6nigreich Mitte des 20. Jahrhunderts oder Europa heute.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">K\u00f6nnten gro\u00dfe US-Gl\u00e4ubiger wie Saudi-Arabien<br \/>\noder China zumindest theoretisch ihre Best\u00e4nde [an amerikanischen Anleihen] in geopolitischen Machtk\u00e4mpfen einsetzen? Dazu l\u00e4sst sich zun\u00e4chst sagen:<br \/>\nSaudi-Arabien orientiert sich strikt an den Interessen der USA. Eine Einladung<br \/>\nzum Beitritt zur BRICS-Gruppe wurde beispielsweise nicht angenommen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">China hat seinerseits bislang kein Interesse<br \/>\ndaran gezeigt, die globale Geopolitik mit- oder umzugestalten. Deshalb sorgte<br \/>\ndas chinesische Finanzministerium mit seiner symboltr\u00e4chtigen Emission von<br \/>\ndollar-denominierten Staatsanleihen im Wert von zwei Milliarden Dollar in Riad <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/110cb4cc-9096-43d6-807c-2c361aa69140\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im vergangenen November<\/a> f\u00fcr<br \/>\neine \u00dcberraschung. Die Renditen dieser Anleihen lagen bei Laufzeiten von drei<br \/>\nund f\u00fcnf Jahren nur einen beziehungsweise drei Basispunkte \u00fcber denen von US-Staatsanleihen.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Solch <a href=\"https:\/\/www.linklaters.com\/en\/about-us\/news-and-deals\/deals\/2024\/november\/linklaters-advises-the-prc-government-on-its-us$2bn-rule-144a-and-reg-s-sovereign-bond-issuance\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">au\u00dferordentlich niedrige Kosten<\/a> f\u00fcr<br \/>\nStaatsanleihen waren auf dem Offshore-Dollar-Anleihemarkt bisher beispiellos.<br \/>\nChina, das \u00fcber eine hervorragende Bonit\u00e4t verf\u00fcgt, ist heute ein aktiver<br \/>\nAkteur im globalen Dollarsystem, sowohl als Gl\u00e4ubiger als auch zunehmend als<br \/>\nKreditnehmer. K\u00fcrzlich hat Peking au\u00dferdem gezeigt, dass es mit harten Bandagen<br \/>\nspielen kann: Man reagierte auf Trumps drakonische Zollvorschriften mit der<br \/>\nVerh\u00e4ngung von Gegenz\u00f6llen auf US-Importe, der vor\u00fcbergehenden Aussetzung<br \/>\nchinesischer Fl\u00fcssigerdgas-Importe aus den USA und einem Stopp der Exporte<br \/>\nwichtiger Mineralien und Seltenerdmagnete in die USA. Dabei handelt es sich um<br \/>\nMaterialien, die f\u00fcr die amerikanische Automobil-, Halbleiter- und Luft- und<br \/>\nRaumfahrtindustrie von entscheidender Bedeutung sind. Vielleicht ist also etwas<br \/>\ndran an den anhaltenden Ger\u00fcchten \u00fcber einen heimlichen Plan Chinas f\u00fcr eine<br \/>\n\u00bbEntdollarisierung\u00ab.<\/p>\n<p class=\"content-element base bodyText font-serif hangingCap\">Allerdings waren die Verk\u00e4ufe von<br \/>\nUS-Staatsanleihen im April eher auf nachtr\u00e4gliche Portfolioabsicherungen<br \/>\nasiatischer Investoren zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf den Verkauf durch Regierungen.<br \/>\nDennoch: Sollten sich die Handelskriege in einen Finanzkrieg in Form eines<br \/>\nk\u00fcnftigen \u00bb<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mar-a-Lago_Accord\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mar-a-Lago<br \/>\nAccords<\/a>\u00ab verwandeln, bei dem L\u00e4nder unter dem<br \/>\nSicherheitsschirm der USA ihre Best\u00e4nde an kurzfristigen Staatsanleihen gegen<br \/>\nhundertj\u00e4hrige Anleihen tauschen oder andernfalls mit Vergeltungsma\u00dfnahmen der<br \/>\nUSA rechnen m\u00fcssen, d\u00fcrfte die Entdollarisierung und die Abkopplung von den USA<br \/>\ndiskutiert werden. Es erscheint aber <a href=\"https:\/\/www.surplusmagazin.de\/trumps-dollar-macht-industrie-wallstreet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zweifelhaft<\/a>, ob die Europ\u00e4er (die<br \/>\ngr\u00f6\u00dften Halter von US-Staatsanleihen) sich aus dem Dollar-System zur\u00fcckziehen<br \/>\nwerden: Der damalige Hegemoniewechsel vom Pfund Sterling zum Dollar verlief<br \/>\nschrittweise und turbulent. Und was die geldpolitisch-milit\u00e4rischen<br \/>\nVerflechtungen und den Einfluss angeht, sind die USA heute weitaus st\u00e4rker als<br \/>\ndas Vereinigte K\u00f6nigreich Mitte des 20. Jahrhunderts oder Europa heute.<\/p>\n<p>Mona Ali ist Associate Professor f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften an der State University of New York in New Paltz. Sie arbeitet aktuell an einem Buch \u00fcber die politische Instrumentalisierung der globalen Finanzwirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr als die H\u00e4lfte des weltweiten Handels wird in Dollar abgewickelt. 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