{"id":296427,"date":"2025-07-26T21:36:12","date_gmt":"2025-07-26T21:36:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/296427\/"},"modified":"2025-07-26T21:36:12","modified_gmt":"2025-07-26T21:36:12","slug":"buergerschaftliches-engagement-ehrenamtskarte-soll-auch-nach-stuttgart-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/296427\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerschaftliches Engagement: Ehrenamtskarte soll auch nach Stuttgart kommen"},"content":{"rendered":"<p>Wenige Tage vor der geplanten Abstimmung \u00fcber die Einf\u00fchrung der landesweiten Ehrenamtskarte in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> deutet alles darauf hin, dass die Stadt keinen Sonderweg beschreiten, sondern sich f\u00fcr die vom Land vorgeschlagene L\u00f6sung entscheiden wird. In einer lange erwarteten Beschlussvorlage spricht sich die Verwaltung f\u00fcr die landesweite Karte aus. Sie soll nach dem Willen der Stadt, zun\u00e4chst befristet auf zwei Jahre, noch 2025 in Stuttgart eingef\u00fchrt werden und sieht Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr Personen vor, die sich ehrenamtlich und b\u00fcrgerschaftlich engagieren. <\/p>\n<p>Je nach Ausgestaltung kommen die Kartenbesitzer in den Genuss von reduziertem oder freien Eintritt in Kulturbetrieben, Sportst\u00e4tten, Bildungseinrichtungen und anderen \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Einrichtungen. Im Gemeinderat hatte sich im Juni bereits eine Mehrheit von Gr\u00fcnen, SPD\/Volt, Die Linke\/S\u00d6S-plus und Puls f\u00fcr die Ehrenamtskarte des Landes abgezeichnet. Die CDU-Fraktion hatte f\u00fcr eine Stuttgarter Eigenl\u00f6sung pl\u00e4diert, FDP und Freie W\u00e4hler waren abwartend, weil bis dato nicht \u00fcber das Thema beraten wurde. <\/p>\n<p>In der kommenden Woche sollen nun Verwaltungsausschuss und Gemeinderat \u00fcber eine Beschlussvorlage aus dem Referat Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht von B\u00fcrgermeister Fabian Mayer (CDU) beraten und abstimmen. Darin hei\u00dft es: \u201eDie Landeshauptstadt Stuttgart beteiligt sich an der landesweiten Einf\u00fchrung der Ehrenamtskarte Baden-W\u00fcrttemberg.\u201c<\/p>\n<p>Fast jeder Dritte ist in Stuttgart freiwillig aktiv <\/p>\n<p>Die Ehrenamtskarte ist ein Projekt der Landesregierung, die zwischen dem 1. August 2023 und dem 31. M\u00e4rz 2025 in mehreren Modellkommunen \u2013 Freiburg, Ulm sowie im Landkreis Calw und im Ostalbkreis \u2013 erprobt wurde und dort jetzt auch fortgef\u00fchrt wird. Die Ergebnisse der Evaluation best\u00e4tigen Sozialminister Manne Lucha (Gr\u00fcne) darin, die Ehrenamtskarte landesweit auszurollen: \u201eDie ehrenamtlich Aktiven erfahren mit der Karte eine W\u00fcrdigung und ein Dankesch\u00f6n f\u00fcr ihr wichtiges freiwilliges Engagement, das der Gesellschaft zugutekommt.\u201c <\/p>\n<p>In fast allen Bundesl\u00e4ndern wurde eine solche Karte bereits vor etlichen Jahren eingef\u00fchrt. Das Sozialministerium hat den Landkreisen und kreisfreien St\u00e4dten nun angeboten, sich an der landesweiten Einf\u00fchrung der Ehrenamtskarte Baden-W\u00fcrttemberg zu beteiligen. Anspruch darauf haben Personen, die sich in den teilnehmenden Kommunen mindestens 200 Stunden im Jahr freiwillig engagieren. <\/p>\n<p>Verg\u00fcnstigungen unabh\u00e4ngig vom Wohnort <\/p>\n<p>Als Nachweis gen\u00fcgt laut Ministerium eine pauschale Bescheinigung des jeweiligen Vereins oder der betreffenden Einrichtung \u00fcber die geleistete freiwillige Arbeit. Die Ehrenamtskarten werden von den Landrats\u00e4mtern und Stadtverwaltungen ausgestellt. Die dort anfallenden Personalkosten f\u00f6rdert das Land mit bis zu 90 000 Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen die Verg\u00fcnstigungen unabh\u00e4ngig vom Wohnort in allen teilnehmende Kommunen bezogen werden. Ehrenamtliche aus Ulm profitieren von Verg\u00fcnstigungen in Stuttgart und umgekehrt. Bef\u00fcrchtet wurde daher auch, dass die Kosten unkalkulierbar werden und die Verg\u00fcnstigungen deshalb zwangsl\u00e4ufig kleiner ausfallen m\u00fcssten. Bedenken gab es zudem wegen des b\u00fcrokratischen Aufwands. F\u00fcr die Verwaltung der Karten sind die Kommunen zust\u00e4ndig, ebenso f\u00fcr die \u201eAkquise von Akzeptanzstellen\u201c, wie es offiziell hei\u00dft. Gemeint ist die \u00dcberzeugungsarbeit, die geleistet werden muss, um Einrichtungen f\u00fcrs Mitmachen zu gewinnen. Sie entscheiden \u00fcber die H\u00f6he der Verg\u00fcnstigungen und erhalten daf\u00fcr keine Kompensation. <\/p>\n<p>Die Stadtverwaltung beziffert den personellen Aufwand mit zwei Stellen, die anteilig durch Landesmittel finanziert werden. F\u00fcr die Stadt ergeben sich laut Beschlussvorlage bis Ende 2027 Kosten von insgesamt 344.000 Euro. <\/p>\n<p> Die CDU pl\u00e4diert f\u00fcr eine lokale L\u00f6sung <\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund stellten die CDU-Fraktion und die Verwaltung \u00dcberlegungen zu einer eigenst\u00e4ndigen Stuttgart-L\u00f6sung an. Die Idee war, ein begrenztes Kontingent an Karten \u2013 die Rede war von rund 2000 sogenannten Erlebniscards \u2013 an Stuttgarter Vereine und Verb\u00e4nde auszugeben, die ihrerseits die Verteilung organisieren sollten. Die bereits bestehende Erlebniscard im Gegenwert von 69 und 79 Euro bietet freien Eintritt und Verg\u00fcnstigungen bei rund 70 Partnern \u2013 von der Wilhema bis zum Mineralbad Cannstatt. <\/p>\n<p>Eine Stuttgarter Ehrenamtskarte auf dieser Basis w\u00fcrde aus Sicht von CDU-Fraktionschef Alexander Kotz \u201edeutlich unb\u00fcrokratischer funktionieren als das Landesmodell\u201c. Sie erm\u00f6gliche eine bessere Steuerbarkeit und Planbarkeit der Kosten, meint er. Auch w\u00fcrden sich \u201edie Verg\u00fcnstigungen gezielt auf in Stuttgart engagierte Personen konzentrieren\u201c. Kotz betonte jedoch: \u201eSollte sich der Gemeinderat mehrheitlich f\u00fcr das Landesmodell entscheiden, w\u00fcrden wir dieses mittragen \u2013 auch wenn wir darin aus Sicht Stuttgarts klare Nachteile erkennen.\u201c<\/p>\n<p> Auch eine Stuttgart-L\u00f6sung w\u00fcrde Kosten verursachen <\/p>\n<p>Diese Mehrheit scheint inzwischen gewiss. Petra R\u00fchle, Fraktionschefin der Gr\u00fcnen und klare Bef\u00fcrworterin der Landesl\u00f6sung, argumentiert, die landesweite L\u00f6sung biete bei vergleichbaren Fixkosten \u201eein Vielfaches an Potenzial\u201c. Im Vergleich zur Erlebniscard bek\u00e4men die Ehrenamtlichen bei einzelnen Einrichtungen zwar weniger Nachlass, daf\u00fcr w\u00fcrden insgesamt jedoch viel mehr Personen zum Zug kommen. <\/p>\n<p>Als Vorteile der landesweiten Karte sieht sie auch, dass das Land die Karte fl\u00e4chendeckend bewirbt und eine Ehrenamts-App entwickelt hat, die eine zeitgem\u00e4\u00dfe Kommunikation mit jungen Zielgruppen erm\u00f6glichen und noch im Sommer an den Start gehen soll. \u201eDas m\u00fcssten wir in Stuttgart sonst alles selbst machen\u201c, sagt R\u00fchle. <\/p>\n<p>Die \u201efinanzielle und logistische Unterst\u00fctzung vonseiten des Landes\u201c h\u00e4lt sie f\u00fcr unerl\u00e4sslich. Den Aufwand f\u00fcr eine reine Stuttgarter L\u00f6sung best\u00e4tigt auch die Stadtverwaltung. In der Beschlussvorlage hei\u00dft es: \u201eAbsehbar ist, dass auch dieses Modell mit einem personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden w\u00e4re.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenige Tage vor der geplanten Abstimmung \u00fcber die Einf\u00fchrung der landesweiten Ehrenamtskarte in Stuttgart deutet alles darauf hin,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":296428,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,5393,66110,63591,14967,86609,30,1441],"class_list":{"0":"post-296427","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-ehrenamt","12":"tag-ehrenamtskarte","13":"tag-ehrenamtspreis","14":"tag-engagement","15":"tag-friedrich-eugens-gymnasium","16":"tag-germany","17":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114921693809011697","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/296427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=296427"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/296427\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/296428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=296427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=296427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=296427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}