{"id":296763,"date":"2025-07-27T00:49:16","date_gmt":"2025-07-27T00:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/296763\/"},"modified":"2025-07-27T00:49:16","modified_gmt":"2025-07-27T00:49:16","slug":"ein-jahr-danach-das-zwiespaeltige-erbe-von-olympia-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/296763\/","title":{"rendered":"Ein Jahr danach: Das zwiesp\u00e4ltige Erbe von Olympia in Paris"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 26.07.2025 19:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Ein Jahr nach den Olympischen Spielen von Paris zieht Frankreich Bilanz. Wie hoch waren die tats\u00e4chlichen Ausgaben &#8211; und wie sehr haben die Menschen in der Region davon profitiert? Die Antwort f\u00e4llt gemischt aus.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carolin-dylla-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Carolin Dylla\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/carolin-dylla-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchwimmen gehen, wo w\u00e4hrend der Olympischen Spiele die Profis um Medaillen gek\u00e4mpft haben: Seit etwa zwei Monaten ist das\u00a0Centre Aquatique Olympique\u00a0in Saint-Denis f\u00fcr alle ge\u00f6ffnet. Viele Einwohner der Stadt im Norden von Paris hatten lange auf so ein Sport- und Freizeitangebot gewartet. Au\u00dferdem sollen ab Mitte September 70 Schulklassen zum Schwimmunterricht ins Olympia-Schwimmbad kommen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Vizedirektor des Schwimmbads, Gr\u00e9gorie Lartigot, nennt das eine &#8222;echte \u00f6ffentliche Mission&#8220;, denn im D\u00e9partement Seine-Saint-Denis kann fast die H\u00e4lfte der Kinder nach der Grundschule nicht schwimmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Betreibergesellschaft, das Bildungsministerium und lokale Organisationen h\u00e4tten sich deshalb ein gemeinsames Ziel gesetzt, sagt Lartigot im Gespr\u00e4ch mit der ARD: &#8222;Bis 2032 soll jedes Kind im D\u00e9partement nach der Grundschule schwimmen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    Olympisches Erbe f\u00fcr benachteiligtes D\u00e9partement<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Schwimmbad gilt als Vorzeigeprojekt f\u00fcr das vielbeschworene\u00a0&#8222;h\u00e9ritage&#8220;, das Erbe der Olympischen Spiele. An Versprechungen hatte es nicht gefehlt: Ein Gro\u00dfteil der Investitionen soll das Leben der Menschen im D\u00e9partement Seine-Saint-Denis besser machen. Laut der nationalen Statistikbeh\u00f6rde INSEE leben hier fast 30 Prozent der Bewohner unterhalb der Armutsgrenze.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOlympia sollte deshalb f\u00fcr wirtschaftlichen Aufschwung und neue Infrastruktur sorgen. Im Rahmen der Spiele wurden etwa die Anbindung von Saint-Denis an den \u00f6ffentlichen Nahverkehr verbessert oder Radwege gebaut.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    Wohnraum im ehemaligen Athletendorf<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem entstehen in Saint-Denis rund 1.000 neue Wohneinheiten &#8211; auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Athletendorfs. Rund die H\u00e4lfte dieser Wohnungen soll unter Marktpreis vermietet werden oder sind Sozialwohnungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf eine solche warten aber 10.000 Bewohner von Saint-Denis. Den Bedarf an g\u00fcnstigem Wohnraum deckt das Athletendorf also nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Oriane Filhol, stellvertretende B\u00fcrgermeisterin von Saint-Denis, ist es trotzdem eine wichtige Verbesserung.\u00a0Insgesamt habe die Stadt auf ein gemischtes Angebot geachtet: &#8222;F\u00fcr uns ist wichtig, dass wir alles haben: den freien Mietmarkt, Sozialwohnungen und staatlich gef\u00f6rdertes Wohneigentum&#8220;, so Filhol im Gespr\u00e4ch mit der ARD.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Wohnungen im Olympischen Dorf, die auf dem freien Mietmarkt angeboten werden, sind pro Quadratmeter teurer als im Rest der Stadt. Das liegt am Viertel hier und auch daran, dass es Neubauten sind.&#8220; In anderen Vierteln von Saint-Denis w\u00fcrden die Preise aber niedriger bleiben als im Athletendorf, betont sie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        In diesem Teil des Olympischen Dorfs waren vor einem Jahr die deutschen Athleten untergebracht. Inzwischen l\u00e4uft der Verkauf der Wohnungen &#8211; aber der Bedarf in Saint-Denis geht weit dar\u00fcber hinaus.\n                    <\/p>\n<p>    Am Bedarf vorbei?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie 174 Wohnungen, die im Athletendorf zum freien Verkauf stehen, werden von der Baufirma Vinci vermarktet. Rund 60 Prozent seien bisher verkauft, sagt das Unternehmen; die Nachfrage sei aber sehr schleppend angelaufen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus Sicht von C\u00e9cile Gintrac entspricht das Angebot nicht dem Bedarf der Menschen vor Ort. Gintrac ist Geografin und hatte sich vor und w\u00e4hrend der Spiele im\u00a0Comit\u00e9 de Vigilance JO\u00a0engagiert, einem Zusammenschluss von Organisationen, die den Spielen kritisch gegen\u00fcberstanden. Au\u00dferdem arbeitet sie f\u00fcr das\u00a0Institut La Bo\u00ebtie, die Denkfabrik der Linkspartei LFI.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Menschen von hier haben nicht das Geld, um sich eine Wohnung im Athletendorf zu kaufen&#8220;, erkl\u00e4rt Gintrac. &#8222;Und wer von au\u00dfen kommt, m\u00f6chte nicht unbedingt hier hinziehen. Im Moment gibt es also nicht unbedingt K\u00e4ufer.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn das Vermarktungskonzept scheitere, k\u00f6nnte es am Ende f\u00fcr alle teuer werden, glaubt sie: &#8222;M\u00f6glicherweise wird die \u00f6ffentliche Hand eingreifen und die Wohnungen zur\u00fcckkaufen m\u00fcssen, um sie dann zu einem niedrigeren Preis neu zu vermieten. Sollte der Staat mehr Geld auf den Tisch legen: Dann sind es unsere Steuern, mit denen das bezahlt wird.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        2024 war der Zugang zum Olympischen Dorf streng beschr\u00e4nkt, nun sollen die Wohnungen nach und nach verkauft werden.\n                    <\/p>\n<p>    Ausgaben deutlich \u00fcber der Prognose<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEnde Juni hatte der franz\u00f6sische Rechnungshof eine vorl\u00e4ufige Bilanz zu den Kosten der Spiele vorgelegt. Dem Bericht zufolge sind insgesamt rund sechs Milliarden Euro an \u00f6ffentlichen Geldern in die Organisation der Spiele und in den Bau der damit verbundenen Infrastruktur geflossen. In der Bewerbung f\u00fcr die Spiele war von 2,4 Milliarden Euro an \u00f6ffentlichen Kosten die Rede.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es waren nicht die teuersten Spiele aller Zeiten&#8220;, so der Pr\u00e4sident der Cour des Comptes, Pierre Moscovici.\u00a0Im Bereich Sicherheit lagen die Kosten allerdings weit \u00fcber dem urspr\u00fcnglich veranschlagten Budget. Nach Moscovicis Einsch\u00e4tzung ist dieser Bereich von Beginn an zu niedrig kalkuliert worden. Und in der Aufstellung des Rechnungshofes sind manche Kosten noch nicht eingerechnet, etwa f\u00fcr das Gro\u00dfprojekt Reinigung der Seine, das auch zum Erbe der Spiele z\u00e4hlt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm 1. Oktober muss der Rechnungshof dem Parlament seinen endg\u00fcltigen Bericht vorlegen, so ist es gesetzlich geregelt. Dann soll unter anderem klarer sein, was Olympia die beteiligten Kommunen und D\u00e9partements gekostet hat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    Bei der Sportf\u00f6rderung wird gek\u00fcrzt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Jahr nach Olympia ist aber offensichtlich immer weniger Geld da, um den Geist der Spiele aufrecht zu erhalten. Seit September 2024 wurden die Mittel des Sportministeriums kontinuierlich gek\u00fcrzt, und im kommenden Jahr k\u00f6nnte der Etat nochmal um fast ein F\u00fcnftel schrumpfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo wurden zuletzt etwa Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren vom &#8222;Pass Sport&#8220; ausgeschlossen, einer F\u00f6rderung von 50 Euro, die es vor allem weniger wohlhabenden Familien erm\u00f6glichen soll, ihre Kinder im Sportverein anzumelden. Zuvor gab es diese Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMan k\u00f6nne keine weiteren K\u00fcrzungen planen, ohne das &#8222;Erbe der Spiele&#8220; zu gef\u00e4hrden, warnte Sportministerin Marie Barsacq im Interview mit der Zeitung\u00a0Lib\u00e9ration.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 26.07.2025 19:34 Uhr Ein Jahr nach den Olympischen Spielen von Paris zieht Frankreich Bilanz. 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