{"id":297004,"date":"2025-07-27T03:14:15","date_gmt":"2025-07-27T03:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297004\/"},"modified":"2025-07-27T03:14:15","modified_gmt":"2025-07-27T03:14:15","slug":"rothenburgsort-auf-den-spuren-einer-verschwundenen-u-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297004\/","title":{"rendered":"Rothenburgsort: Auf den Spuren einer verschwundenen U-Bahn"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort110.webp\" alt=\"Ein zerst\u00f6rter Viadukt der Hamburger Hochbahn-Bahnlinie nach Rothenburgsort\" title=\"Ein zerst\u00f6rter Viadukt der Hamburger Hochbahn-Bahnlinie nach Rothenburgsort | Hamburger  Hochbahn\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 27.07.2025 05:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Am 27. Juli 1915 er\u00f6ffnet, im Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt: Die Hamburger U-Bahn-Linie nach Rothenburgsort ist seit Langem abgebaut. Aber einige \u00dcberbleibsel sind heute noch zu entdecken.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/aktuell-team\/marc-oliver-rehrmann,marcoliverrehrmann100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marc-Oliver Rehrmann<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\nF\u00fcr die meisten Menschen w\u00e4re es einfach ein feuchter, kahler Keller. F\u00fcr Karsten Leiding ist es einer der spannendsten Aufenthaltsorte in Hamburg. Gemeint ist der Tunnel der verschwundenen U-Bahn-Linie nach Rothenburgsort. Leiding hat 2014 mit dem NDR dar\u00fcber gesprochen. Die Gleise sind seit Jahrzehnten fort, auf dem Boden haben sich Pf\u00fctzen gebildet. F\u00fcr Leiding zeugt der unterirdische Ort dennoch von einer spannenden Zeit. Es ist eine Geschichte, die eng mit der Geschichte der Hansestadt verbunden ist. Am 27. Juli 1915 wird die Zweiglinie vom Hauptbahnhof nach Rothenburgsort er\u00f6ffnet, bei den Bombenangriffen im Juli 1943 zerst\u00f6rt und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>    M\u00fchsame Suche in Archiven<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort122.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort122.webp\" alt=\"Karsten Leiding zeigt auf die Stelle, an der einst die U-Bahn-Halstestelle &quot;Br\u00fcckenstra\u00dfe&quot; stand\" title=\"Karsten Leiding zeigt auf die Hauswand nahe den Elbbr\u00fccken, an der einst die U-Bahn-Haltestelle &quot;Br\u00fcckenstra\u00dfe&quot; angrenzte. | NDR, Marc-Oliver Rehrmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Karsten Leiding zeigt auf die Hauswand nahe den Elbbr\u00fccken, an der einst die U-Bahn-Haltestelle &#8222;Br\u00fcckenstra\u00dfe&#8220; angrenzte.<\/p>\n<p class=\"\">\nAls Taxifahrer kommt Leiding viel in der Stadt herum. In seiner Freizeit erforscht er seit etwa zw\u00f6lf Jahren die Geschichte der einzigen Hamburger U-Bahn-Linie, die es nicht mehr gibt. Er verbringt Stunden und Tage in Archiven, um in Vergessenheit geratene Fakten und unbekannte Fotos aufzusp\u00fcren. &#8222;Irgendwann hatte ich dann so viel Material zusammen, <a href=\"http:\/\/www.gleismann.de\/2.hochroth\/start.html\" title=\"Die Hochbahn nach Rothenburgsort\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass ich das Ganze ins Internet gestellt habe<\/a>&#8222;, erz\u00e4hlt Leiding 2014.<\/p>\n<p class=\"\">\nEin Streifzug mit ihm entlang der fr\u00fcheren Hochbahn-Linie bringt so manches \u00dcberbleibsel an den Tag. Da ist zum Beispiel die alte Mauer, die einst das Eisenviadukt der Hochbahn-Linie st\u00fctzte. Oder der Rest eines alten Gel\u00e4nders. An einer Hauswand ist noch gut zu erkennen, wie hoch einer der vier Bahnh\u00f6fe \u00fcber dem Stra\u00dfenniveau lag. Das faszinierendste Souvenir liegt aber unter der Erde: Es ist der alte Tunnel in der N\u00e4he des Hauptbahnhofs. Auf einer L\u00e4nge von rund 150 Metern ist er fast vollst\u00e4ndig erhalten und vom Keller des Generali-Hauses am Besenbinderhof begehbar, aber nicht \u00f6ffentlich zu betreten.<\/p>\n<p>    Im Ersten Weltkrieg fehlen die Arbeiter<\/p>\n<p class=\"\">\nDie gut drei Kilometer lange Strecke der U-Bahn-Linie f\u00fchrte &#8211; vom Hauptbahnhof kommend &#8211; zun\u00e4chst durch den Tunnel. Dann rollten die Z\u00fcge gr\u00f6\u00dftenteils auf einem eisernen Viadukt durch Hammerbrook &#8211; einem Stadtteil, in dem sich nach Schaffung des Freihafens 1880 zunehmend Hafenarbeiter, Seeleute, kleine Beamte und Gesch\u00e4ftsleute ansiedelten. Das Hochbahn-Viadukt pr\u00e4gte jahrzehntelang das Bild des Stadtteils.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort106.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort106.webp\" alt=\"Die Haltestelle Rothenburgsort der Hamburger U-Bahnlinie nach Rothenburgsort\" title=\"Die Endhaltestelle Rothenburgsort lag f\u00fcr viele Bewohner des Stadtteils ung\u00fcnstig. | Hamburger Hochbahn\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Die Endhaltestelle Rothenburgsort lag f\u00fcr viele Bewohner des Stadtteils ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p class=\"\">\nDie neue U-Bahn-Linie sollte die bev\u00f6lkerungsreichen Wohnquartiere von Hammerbrook und Rothenburgsort besser an die Innenstadt anbinden. Bereits 1905 steht die Planung f\u00fcr die Strecke weitgehend. Vier Haltestellen sind vorgesehen: Spaldingstra\u00dfe, S\u00fcderstra\u00dfe, Br\u00fcckenstra\u00dfe und Rothenburgsort. Nach mehrj\u00e4hriger Planung beginnen die Bauarbeiten, 1912 ist bereits der Tunnel weitgehend fertiggestellt. Aber mit dem Ausbruch des <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/erster_weltkrieg\" title=\"Erster Weltkrieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ersten Weltkriegs<\/a> ist der Zeitplan nicht mehr einzuhalten. Viele Arbeiter ziehen in den Krieg, zudem wird das Baumaterial knapp. Hinzu kommt eine lange Frostperiode im Winter 1914\/15.<\/p>\n<p class=\"\">\nDie f\u00fcr Februar 1915 geplante Er\u00f6ffnung muss folglich mehrmals verschoben werden. Im Sommer ist es dann so weit: An einem Dienstag, den 27. Juli, er\u00f6ffnet die Hochbahn die Strecke nach Rothenburgsort &#8211; wohl ohne gro\u00dfe Feierlichkeiten, schlie\u00dflich befand man sich mitten im Krieg. Um 4.54 Uhr f\u00e4hrt die erste Bahn ab. Die Fahrtzeit zwischen Hauptbahnhof und Rothenburgsort betr\u00e4gt sieben Minuten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort106.webp\" alt=\"Die Haltestelle Rothenburgsort der Hamburger U-Bahnlinie nach Rothenburgsort\" title=\"Die Haltestelle Rothenburgsort der Hamburger U-Bahnlinie nach Rothenburgsort | Hamburger Hochbahn\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Viele weitere Informationen \u00fcber die Zweiglinie nach Rothenburgsort hat Karsten Leiding auf seiner Website zusammengestellt.<\/p>\n<p>    Nur wenige Fahrg\u00e4ste<\/p>\n<p class=\"\">\nDoch die neue Linie bringt nicht den erhofften Erfolg &#8211; es steigen zu wenige Fahrg\u00e4ste zu. Ein Problem der Streckenf\u00fchrung: Die Endhaltestelle Rothenburgsort befindet sich in einer Randlage. Die Stra\u00dfenbahn-Linien in Richtung Innenstadt sind zudem f\u00fcr viele Bewohner attraktiver gelegen. Die Hamburger Hochbahn zieht nach acht Jahren Konsequenzen: Im September 1923 stellt sie den Betrieb zwischen Hauptbahnhof und Rothenburgsort vor\u00fcbergehend ein. Im Tunnel stellt sie nun \u00fcberz\u00e4hlige U-Bahn-Wagen ab.<\/p>\n<p>    Aus der Verl\u00e4ngerung wird nichts<\/p>\n<p class=\"\">\nAber viele Anwohner und Firmen protestieren gegen die Stilllegung. Die Hochbahn bleibt zun\u00e4chst hart. Aber als die Hamburgische B\u00fcrgerschaft zusagt, sich an den Kosten f\u00fcr den Bau einer dringend ben\u00f6tigten Wagenhalle in Rothenburgsort zu beteiligen, lenkt die Hochbahn ein: Im Februar 1924 fahren die Z\u00fcge wieder &#8211; oft jedoch nur noch als einzelner Triebwagen. Diese Sonderanfertigungen sind zu Beginn der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/20er-Jahre-Grenzen-Schiffe-Literaten,zwanzigerjahre102.html\" title=\"20er-Jahre: Grenzen, Schiffe, Literaten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1920er-Jahre<\/a> extra f\u00fcr die wenig frequentierten Strecken in Hamburg entwickelt worden. Und sp\u00e4testens mit der Weltwirtschaftskrise verabschiedet sich die Hochbahn von ihren Pl\u00e4nen f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der Rothenburgsort-Linie nach Billbrook und einen Abzweig in den Freihafen.<\/p>\n<p>    Bombentreffer bei &#8222;Operation Gomorrha&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nDie Bombenangriffe im <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/zweiter_weltkrieg\" title=\"Zweiter Weltkrieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zweiten Weltkrieg<\/a> l\u00e4uten dann das Ende der U-Bahn-Linie ein &#8211; auf den Tag genau 28 Jahre nach der Er\u00f6ffnung. Am sp\u00e4ten Abend des 27. Juli 1943 gibt es Luftalarm. Um 1 Uhr nachts beginnt die Bombardierung im Zuge der mehrt\u00e4gigen &#8222;Operation Gomorrha&#8220; der Alliierten. Getroffen werden auch die Stadtteile Hammerbrook und Rothenburgsort, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/Operation-Gomorrha-Feuersturm-vernichtet-Hamburg-im-Juli-1943,feuersturm100.html\" title=\"&quot;Operation Gomorrha&quot;: Feuersturm vernichtet Hamburg im Juli 1943\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Feuersturm richtet enorme Sch\u00e4den an<\/a>. Innerhalb weniger Stunden kommen Zehntausende Bewohner der Stadtteile rund um die Zweiglinie ums Leben.<\/p>\n<p>                    Buch-Tipp<\/p>\n<p>Viele Informationen \u00fcber die ehemalige U-Bahn-Linie nach Rothenburgsort bietet der Band <strong>&#8222;Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt&#8220;<\/strong> von Ulrich A. Christiansen.<\/p>\n<p class=\"\">\nAuf der Hochbahn-Strecke fuhr nie wieder ein Zug. Denn auch nach <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/kriegsende\" title=\"Kriegsende 1945: So endete der Zweite Weltkrieg im Norden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kriegsende<\/a> wird der Betrieb nicht wieder aufgenommen &#8211; zu gro\u00df sind die Sch\u00e4den und zu klein die Fahrgastzahlen. Zudem sind die Wohngebiete in Hammerbrook und Rothenburgsort gr\u00f6\u00dftenteils zerst\u00f6rt. Sie werden auf Jahre hinaus zum Sperrgebiet erkl\u00e4rt, eine Mauer schottet die Gegend ab. Die letzten Tr\u00fcmmer werden erst mehr als zehn Jahre nach Kriegsende beseitigt.<\/p>\n<p>    Abbau in den 1950er-Jahren<\/p>\n<p class=\"\">\nErst im M\u00e4rz 1951 beginnt die Hochbahn damit, die Strecke abzubauen &#8211; zuvor hat sie alle Energie darauf verwendet, die anderen kriegsbesch\u00e4digten U-Bahn-Linien im Stadtgebiet zu reparieren. Als Erstes nehmen sich die Abriss-Arbeiter das Viadukt am Nagelsweg vor, im Juli 1951 wird die Haltestelle S\u00fcderstra\u00dfe abgetragen. Im &#8222;Hamburger Echo&#8220; ist am 21. Juli zu lesen: &#8222;Die letzte Bahn ab Hauptbahnhof fuhr am 27. Juli 1943. Die folgende Nacht zerri\u00df das Band vom Gestern zum Morgen, und von diesem Augenblick an lagen die Bahnh\u00f6fe ver\u00f6det, erstarb auf den Gleisen das gleichf\u00f6rmige Rollen der R\u00e4der, erstarrten die Signale, und zwischen dem Schotter des Unterbaues, zwischen den Betonritzen der Bahnsteige suchte sich das Gras k\u00fcmmerlichen N\u00e4hrboden. So blieb es fast acht Jahre.&#8220; Die Bahnhofshallen werden nicht verschrottet, sondern verkauft &#8211; etwa als Gew\u00e4chshaus.<\/p>\n<p>    Tunnel: Luftschutzbunker und Museumslager<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort156.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahnrothenburgsort156.webp\" alt=\"Das erhaltene Tunnelst\u00fcck der fr\u00fcheren U-Bahn-Linie nach Rothenburgsort\" title=\"Der einzige Tunnel der U-Bahn-Linie ist noch erhalten. Lange Zeit dient er als Aktenlager, seit einigen Jahren steht er nun leer. | NDR.de, Marc-Oliver Rehrmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Der einzige Tunnel der U-Bahn-Linie ist noch erhalten. Lange Zeit dient er als Aktenlager, seit einigen Jahren steht er nun leer.<\/p>\n<p class=\"\">\nDer Tunnelschacht hingegen hat lange noch nicht ausgedient. Weil ab Sommer 1943 keine Z\u00fcge mehr durch den Tunnel rollen, kann die Stadt ihn zeitweilig als provisorischen Luftschutzbunker nutzen. Aber schon 1944 wird dies verboten, da die Einsturzgefahr infolge von Bombeneinschl\u00e4gen zu gro\u00df ist. Sp\u00e4ter lagert das nahegelegene Zoologische Museum einzelne Sammlungsst\u00fccke im Tunnel ein. Der Legende nach sind darunter mit Alkohol gef\u00fcllte Glasbeh\u00e4lter, in denen Tier-Pr\u00e4parate aufbewahrt werden. Der verstorbene <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Siegfried-Lenz-Erfolgreich-ueber-Tod-hinaus,lenz139.html\" title=\"Siegfried Lenz: Erfolgreich \u00fcber den Tod hinaus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schriftsteller Siegfried Lenz<\/a> hat dem Alkohollager im U-Bahn-Tunnel ein Denkmal gesetzt: In &#8222;Lehmanns Erz\u00e4hlungen &#8211; So sch\u00f6n war mein Markt&#8220; berichtet ein Schwarzh\u00e4ndler stolz, wie er nach dem Krieg ausreichend Schnaps f\u00fcr eine Siegesfeier der Alliierten besorgt, indem er &#8222;Reptilien und Fr\u00f6sche von ihrer Alkoholumh\u00fcllung befreit&#8220; und sie &#8222;vergn\u00fcglicheren Zwecken&#8220; zuf\u00fchrt.<\/p>\n<p>    Letztes Kapitel als Aktenlager<\/p>\n<p class=\"\">\nNach dem Krieg wird der Tunnel zun\u00e4chst als Lager und Verladestation f\u00fcr Lebensmittel benutzt &#8211; bis 1949. \u00dcber eine Rampe werden beispielsweise Kartoffeln eingelagert. Im Tunnel ist bis heute der Unterbau f\u00fcr das entsprechende Transportband zu erkennen. Ein Teil der Gleise war bereits 1943 ausgebaut worden, um mit ihnen Schadstellen im \u00fcbrigen Netz der Hamburger Hochbahn zu beheben. Die letzten Gleise im Tunnel werden dann 1954 zur\u00fcckgebaut. Der Bau der U1 in Richtung Wandsbek bringt es 1958 mit sich, dass der Tunnel vom \u00fcbrigen U-Bahn-Netz abgetrennt wird und seitdem eine Sackgasse ist. Sp\u00e4ter nutzt die Volksf\u00fcrsorge (heute: Generali) die unterirdischen R\u00e4ume als Aktenlager, bis sie Ende 2005 den Gro\u00dfteil des Archivs aufl\u00f6st. Der restliche Tunnel steht nun leer, nur einige Fernw\u00e4rmerohre verlaufen dort.<\/p>\n<p>            Der Verlauf der U-Bahn nach Rothenburgsort<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/feuersturmpetersen154.webp\" alt=\"Blick vom Kirchturm auf die zerst\u00f6rte Innenstadt in Richtung Hafen nach den Luftangriffen auf Hamburg 1943\" title=\"Blick vom Kirchturm auf die zerst\u00f6rte Innenstadt in Richtung Hafen nach den Luftangriffen auf Hamburg 1943 | Uwe Petersen, Andreas Werner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Luftangriffe der Alliierten auf Hamburg erreichen in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 ihren H\u00f6hepunkt. Zehntausende sterben.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ubahntunnel114.webp\" alt=\"Ein Werbeplakat der Firma Horten h\u00e4ngt an den W\u00e4nden eines verlassenen Bahnsteigs in einem Geistertunnel ohne Gleise unter dem Hamburger Hauptbahnhof. Die 1968 gebaute U-Bahn Tunnelr\u00f6hre wurde nie benutzt. (22.06.2022)\" title=\"Ein Werbeplakat der Firma Horten h\u00e4ngt an den W\u00e4nden eines verlassenen Bahnsteigs in einem Geistertunnel ohne Gleise unter dem Hamburger Hauptbahnhof. Die 1968 gebaute U-Bahn Tunnelr\u00f6hre wurde nie benutzt. (22.06.2022) | picture-alliance\/ dpa, Axel Heimken\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>1968 wurde die U-Bahnstation Hauptbahnhof Nord in Hamburg fertiggestellt. Aber: Zwei von vier R\u00f6hren gingen nie in Betrieb. Das \u00e4ndert sich nun.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hellkamp-100.webp\" alt=\"U-Bahnstation Hellkamp in Hamburg-Eimsb\u00fcttel in den 1930er-Jahren\" title=\"U-Bahnstation Hellkamp in Hamburg-Eimsb\u00fcttel in den 1930er-Jahren | Archiv Ulrich A. Christiansen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bis zum 1. Mai 1964 f\u00e4hrt die Hamburger U-Bahn bis zur Endhaltestelle Hellkamp. Die Station wird danach zu einem Geisterbahnhof.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/beimoor210.webp\" alt=\"Altes Foto des U-Bahnhofs Beimoor bei Gro\u00dfhansdorf\" title=\"Altes Foto des U-Bahnhofs Beimoor bei Gro\u00dfhansdorf | Hamburger Anzeiger\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>1915 beginnen die Arbeiten an der U-Bahnstation. Doch sie geht nie in Betrieb. Die Linie U1 endet im Osten deshalb in Gro\u00dfhansdorf.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/steilshoop232.webp\" alt=\"Der Tunnel unter der Gr\u00fcndgensstra\u00dfe in Hamburg-Steilshoop, wo lange eine geplante U-Bahnstation vermutet wurde (aufgenommen am 21.03.2017)\" title=\"Der Tunnel unter der Gr\u00fcndgensstra\u00dfe in Hamburg-Steilshoop, wo lange eine geplante U-Bahnstation vermutet wurde (aufgenommen am 21.03.2017) | picture alliance \/ Sina Schuldt\/dpa, Sina Schuldt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Lange munkelte man: Unter dem Einkaufszentrum in Hamburg-Steilshoop soll sich der Zugang f\u00fcr eine geplante U-Bahnstation befinden.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochbahnhamburg117.webp\" alt=\"Blick auf die Strecke zwischen Landungsbr\u00fccken und Baumwall im Juni 1912\" title=\"Blick auf die Strecke zwischen Landungsbr\u00fccken und Baumwall im Juni 1912 | Hochbahn Hamburg\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am 15. Februar 1912 er\u00f6ffnet in Hamburg die erste U-Bahnlinie. Buchst\u00e4blich z\u00fcgig nimmt eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/grossrohrpost125.webp\" alt=\"Hamburgs Oberpostdirektor Georg Heck steckt in einem Fahrrohr der Gro\u00dfrohrpost.\" title=\"Hamburgs Oberpostdirektor Georg Heck steckt in einem Fahrrohr der Gro\u00dfrohrpost. | Hamburger Unterwelten e.V.\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mit dem Bau der Hamburger Gro\u00dfrohrpost w\u00e4chst ab 1960 eine weltweit einmalige Anlage. Doch schnell kommt das Aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.07.2025 05:00 Uhr Am 27. 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