{"id":297088,"date":"2025-07-27T04:01:25","date_gmt":"2025-07-27T04:01:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297088\/"},"modified":"2025-07-27T04:01:25","modified_gmt":"2025-07-27T04:01:25","slug":"fuenf-jahre-brexit-die-folgen-fuer-nrw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297088\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Jahre Brexit \u2013 die Folgen f\u00fcr NRW"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/grossbritannien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfbritannien<\/a> vor ziemlich genau f\u00fcnf Jahren nach einer schier endlosen Diskussion und mehrmals verl\u00e4ngerten Phasen der Verhandlungen \u00fcber den Austritt die Europ\u00e4ische Union verlie\u00df, war der Schaden in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Insel und dem Festland l\u00e4ngst angerichtet. \u201eSchon die Abstimmung \u00fcber den Ausstieg hat in der Folge zu einer deutlichen Verringerung der Exportzahlen gef\u00fchrt\u201c, sagte am Montag J\u00fcrgen Matthes, Leiter Internationale Wirtschaftspolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in K\u00f6ln.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das zeigt sich auch in den Au\u00dfenhandelszahlen zwischen NRW und Gro\u00dfbritannien. Denn die nordrhein-westf\u00e4lische Wirtschaft hat nach Angaben der Statistikbeh\u00f6rde IT.NRW zwar 2023 nur noch Waren im Wert von 9,5 Milliarden Euro in das Vereinigte K\u00f6nigreich exportiert und damit zehn Prozent weniger als 2019 (also ein Jahr vor dem Brexit). Aber damals waren die Ausfuhren schon m 24 Prozent niedriger ausgefallen als 2015, ein Jahr, bevor die Bev\u00f6lkerung in Gro\u00dfbritannien, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/irland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Irland<\/a> und dem Commonwealth per Referendum \u00fcber den Austritt abstimmte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein Jahrzehnt sp\u00e4ter hat sich an der Perspektive f\u00fcr die Briten nichts ge\u00e4ndert. Das britische Forschungsunternehmen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/cambridge\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cambridge<\/a> Econometrics kam im vergangenen Jahr in einer Studie zu der Erkenntnis, dass allein f\u00fcr die Zeit bis 2023 die Einbu\u00dfen bei der realen Bruttowertsch\u00f6pfung auf sechs Prozent zu beziffern seien und das Minus bis zum Jahr 2035 auf etwa zehn Prozent wachsen d\u00fcrfte. Deshalb sollten die Folgen des Brexits ein warnendes Beispiel f\u00fcr jene sein, die offensiv auch einen Austritt Deutschlands aus der Europ\u00e4ischen Union fordern \u2013 namentlich die AfD. Ein sogenannter Dexit, das haben Matthes und einige weitere IW-Autoren in einer Studie errechnet, w\u00fcrde binnen f\u00fcnf Jahren das reale <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruttoinlandsprodukt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bruttoinlandsprodukt<\/a> in Deutschland um 5,6 Prozent sinken lassen und rund 2,5 Millionen Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland riskieren.  \u201eEin Austritt Deutschlands aus der EU und aus der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion w\u00fcrde bewusst eine schwere \u00f6konomische Krise und einen nachhaltigen Wohlstandsverlust der Bev\u00f6lkerung in Deutschland ausl\u00f6sen\u201c, hei\u00dft es in der Studie aus dem Mai des vergangenen Jahres.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/nordrhein-westfalen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nordrhein-Westfalen<\/a> hat die britische Insel als Exportregion durch den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/brexit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brexit<\/a> deutlich an Bedeutung verloren, wie die am Montag von IT.NRW vorgelegten Zahlen zeigen. 2015 war Gro\u00dfbritannien noch der drittwichtigste Auslandsmarkt f\u00fcr Waren und Dienstleistungen aus NRW, vier Jahre sp\u00e4ter reichte es in der Rangliste nur noch f\u00fcr Platz sieben, abermals vier Jahre sp\u00e4ter nur noch zu Rang neun. Wobei man sagen muss, dass der zwischenzeitliche R\u00fcckgang der Exportzahlen auf 8,4 Milliarden Euro im Jahr 2021 nat\u00fcrlich auch eine Folge der Corona-Pandemie gewesen ist. Und: \u201eGro\u00dfbritannien ist immer noch einer der wichtigsten Exportm\u00e4rkte f\u00fcr deutsche Autos\u201c, sagt IW-Experte Matthes. Rund 400.000 Fahrzeuge seien im vergangenen Jahr auf die britische Insel geliefert worden, ungef\u00e4hr so viele wie in die USA und fast doppelt so viel wie nach China (216.000). Allerdings bauen VW, Mercedes und BMW dort auch Autos \u2013 nicht nur f\u00fcr den chinesischen Markt, sondern auch f\u00fcr den Export. Insgesamt entfallen die h\u00f6chsten Exportwerte 2023 auf Lastkraftwagen unter f\u00fcnf Tonnen (rund 478 Millionen Euro) und B\u00e4nder f\u00fcr Getr\u00e4nkedosenk\u00f6rper aus Aluminium (ungef\u00e4hr 426 Millionen Euro). Im Jahr 2019 hatten noch Pkw und Arzneiwaren bei den Ausfuhren in das Vereinigte K\u00f6nigreich vorn gelegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eW\u00e4hrend vor dem Brexit die Exportsumme die Summe der Importe \u00fcberstiegen hatte, hatten sich beide Werte im Jahr 2023 nahezu angeglichen\u201c, schreibt IT.NRW in seiner Betrachtung. Hei\u00dft im Klartext: Vom einstigen deutlichen Handels\u00fcberschuss f\u00fcr NRW ist nicht mehr viel \u00fcbriggeblieben. Ein Blick auf die Importzahlen zeigt, dass die Briten nur geringf\u00fcgig weniger nach Nordrhein-Westfalen liefern als unmittelbar vor dem Brexit. 2023 betrug der Wert der Einfuhren aus Gro\u00dfbritannien nach NRW noch 9,4 Milliarden Euro, nach 9,5 Milliarden vier Jahre zuvor. Auch hier hatte es im Corona-Jahr 2021 einen deutlichen R\u00fcckgang gegeben, aber der ist vergessen. Gleichzeitig macht der Anteil Gro\u00dfbritanniens an den Einfuhren nach NRW nur etwas mehr als drei Prozent aus. Den gr\u00f6\u00dften Anteil haben Erd\u00f6l im Wert von 1,9 Milliarden Euro und Arzneien f\u00fcr knapp eine Milliarde Euro. Dass der Erd\u00f6l-Import noch einmal um 600 Millionen Euro gegen\u00fcber 2019 gestiegen ist, liegt nat\u00fcrlich auch am \u00d6lembargo gegen Russland nach dem Beginn des Angriffskrieges in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Gro\u00dfbritannien vor ziemlich genau f\u00fcnf Jahren nach einer schier endlosen Diskussion und mehrmals verl\u00e4ngerten Phasen der Verhandlungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":297089,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13935,4435,13753,551,13,23611,73155,14,15,19045,12,11748,3992,856,3993,3994,3995,3996,3997,55,71565,381],"class_list":{"0":"post-297088","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-brexit","11":"tag-briten","12":"tag-britische","13":"tag-grossbritannien","14":"tag-headlines","15":"tag-insel","16":"tag-matthes","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-nordrhein","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-studie","22":"tag-uk","23":"tag-union","24":"tag-united-kingdom","25":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","26":"tag-vereinigtes-koenigreich","27":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","28":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","29":"tag-wirtschaft","30":"tag-wirtschaftsbeziehungen","31":"tag-wirtschaftspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114923207759211205","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297088","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=297088"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297088\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/297089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=297088"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=297088"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=297088"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}