{"id":297131,"date":"2025-07-27T04:29:11","date_gmt":"2025-07-27T04:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297131\/"},"modified":"2025-07-27T04:29:11","modified_gmt":"2025-07-27T04:29:11","slug":"nordrhein-westfalen-gedenken-in-duesseldorf-25-jahre-wehrhahn-anschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297131\/","title":{"rendered":"Nordrhein-Westfalen: Gedenken in D\u00fcsseldorf: 25 Jahre Wehrhahn-Anschlag"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 27.07.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong><strong>In D\u00fcsseldorf wird am Sonntag an das Attentat erinnert, bei dem zehn Menschen verletzt und ein Ungeborenes get\u00f6tet wurden.<\/strong><\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSabine Reimann ist wieder einmal an jenen Ort gekommen, an dem die Bombe explodierte. Alle paar Wochen \u00fcberpr\u00fcft sie die Metallplatte am Gel\u00e4nder der Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke &#8211; ein Kunstwerk der Erinnerung. Diesmal ist sie unversehrt. Oft genug aber, sagt die Historikerin der Hochschule D\u00fcsseldorf, werde sie beschmiert oder besch\u00e4digt.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Manchmal sind es auch Sticker, die eindeutig aus der Neonazi-Szene kommen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSabine Reimann, Historikerin der Hochschule D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>    Ein gezielter Anschlag auf Sprachsch\u00fcler<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Historikerin Sabine Reimann kontrolliert die Metallplatte\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs war kurz nach 15 Uhr an jenem 27. Juli 2000, als eine Gruppe Erwachsener zur S-Bahn-Haltestelle &#8222;Am Wehrhahn\u201c eilte. M\u00e4nner und Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion, die vom Sprachunterricht kamen \u2013 so wie jeden Nachmittag. In diesem Moment detonierte die Bombe, die in einer T\u00fcte am Gel\u00e4nder festgemacht worden war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGegen\u00fcber, auf der anderen Seite der Schienen, hatte der T\u00e4ter auf die Gruppe gewartet und &#8211; auf einem Stromkasten sitzend &#8211; genau in jenem Moment die Bombe gez\u00fcndet. Das werden sp\u00e4ter die Ermittlungen zeigen. Ein gezielter Anschlag auf eine Gruppe, die zum gro\u00dfen Teil aus Menschen j\u00fcdischen Glaubens bestand.<\/p>\n<p>    Freispruch vor Gericht nach mehr als 18 Jahren<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Kurz nach dem Anschlag mit der Splitterbombe\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Verdacht ger\u00e4t damals schnell ein Mann, der in dem Stadtteil als Militaria-H\u00e4ndler mit rechter Gesinnung bekannt ist. Beweise und Indizien aber scheinen nicht stichhaltig genug. Erst fast 18 Jahre nach der Tat kommt es zur Anklage. Der Beschuldigte soll einem fr\u00fcheren Mith\u00e4ftling die Tat gestanden haben. Doch das Gericht hat Zweifel &#8211; und spricht den Mann frei, genauso wie sp\u00e4ter der Bundesgerichtshof.<\/p>\n<p>    Lebenslanges Leid f\u00fcr die Opfer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u201eDas hat alte Wunden nochmal deutlich aufgerissen und leider, wie wir auch immer wieder h\u00f6ren, neue Wunden hinzugef\u00fcgt\u201c, sagt Jan-Robert Hildebrandt von der Opferberatung Rheinland. In der \u00d6ffentlichkeit m\u00f6chte sich inzwischen niemand von den damals so schwer verletzten Menschen mehr \u00e4u\u00dfern. Neben all den k\u00f6rperlichen Schmerzen sei die Entt\u00e4uschung zu gro\u00df, dass niemand zur Rechenschaft gezogen werden konnte.<\/p>\n<p>    &#8222;Und damit kam die Angst\u201c<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Gedenkveranstaltung im Jahr 2020.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSabine Reimann, die Wissenschaftlerin an der Hochschule D\u00fcsseldorf, hat zum Wehrhahn-Anschlag ein Buch geschrieben. \u00dcber das Leiden der Betroffenen, \u00fcber den Prozess und \u00fcber m\u00f6gliche Vers\u00e4umnisse bei den Ermittlungen. Der Titel: \u201eUnd damit kam die Angst\u201c. Solche Anschl\u00e4ge, sagt sie, gelten in der Wissenschaft als Botschaftsverbrechen: &#8222;Sie treffen alle die, die mit diesem Verbrechen gemeint sind. Also in diesem Fall Juden und J\u00fcdinnen oder Menschen, die damals aus Osteuropa eingewandert waren.\u201c<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sei deshalb wichtig, das Geschehen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb haben sie und andere f\u00fcr heute auch wieder eine Gedenkveranstaltung geplant. Mit Reden und Vortr\u00e4gen auch an dem Ort, an dem vor 25 Jahren jene Bombe explodierte, die zehn Menschen lebenslanges Leid zuf\u00fcgte.<\/p>\n<p>    Unsere Quellen:<\/p>\n<ul class=\"bulletpoint-list \">\n<li>WDR-Interview mit Sabine Reimann, Hochschule D\u00fcsseldorf<\/li>\n<li>Archiv des WDR<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber dieses Thema berichten wir auch am 27. Juli 2025 im WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr. <\/p>\n<p>                                        <a class=\"backlink__link\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/nachrichten\/rheinland\/25-jahre-wehrhahn-anschlag-gedenken-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.tagesschau.de\/image\/9ef70e2e-6dd6-4b18-afd2-7063c40e8939\/AAABlap_yqU\/AAABkZLrr6A\/original\/lra-wdr-logo-100.svg\" alt=\"Westdeutscher Rundfunk\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.07.2025 06:00 Uhr In D\u00fcsseldorf wird am Sonntag an das Attentat erinnert, bei dem zehn Menschen verletzt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":297132,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,1209,225],"class_list":{"0":"post-297131","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duesseldorf","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-wdr"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114923318054387563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=297131"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297131\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/297132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=297131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=297131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=297131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}