{"id":297190,"date":"2025-07-27T05:04:09","date_gmt":"2025-07-27T05:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297190\/"},"modified":"2025-07-27T05:04:09","modified_gmt":"2025-07-27T05:04:09","slug":"die-kuriose-sammlung-von-elisabeth-hesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297190\/","title":{"rendered":"Die kuriose Sammlung von Elisabeth Hesse"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Wasb\u00fcttel. Museen gibt es f\u00fcr alles M\u00f6gliche, von Dinosaurierknochen \u00fcber Autos bis zu M\u00fchlen &#8211; wie nicht nur im Kreis Gifhorn bekannt sein d\u00fcrfte. Nachtt\u00f6pfe sind vielleicht nicht das Erste, was einem zum Begriff Museum einf\u00e4llt. F\u00fcr Elisabeth Hesse hingegen ist es das schon: Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann seit fast 40 Jahren das Nachttopf-Museum in Wasb\u00fcttel.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Mehrere Schilder f\u00fchren in der Ortschaft zum Wohnhaus des Ehepaars. In den Kellerr\u00e4umen haben Hesses ihr Museum eingerichtet &#8211; und wer zum ersten Mal dort ist, staunt wahrscheinlich nicht schlecht. In den Zimmern sind fein s\u00e4uberlich sortiert rund 600 Nachtt\u00f6pfe verteilt, einige davon weit mehr als 200 Jahre alt. Dar\u00fcber hinaus noch viele weitere Gegenst\u00e4nde, die alle irgendwie mit Badezimmern und\/oder einem Toilettengang zu tun haben. Zum Beispiel alte Klopapier-Halter, Waschsch\u00fcsseln und sogar ganze Toiletten. Etwa aus einem Bahnwaggon-WC oder sogar einem U-Boot. <\/p>\n<p>Erstes Sammlerst\u00fcck stammt von Flohmarkt in der DDR<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Dass sie einmal eine umfangreiche Sammlung und ein Museum daf\u00fcr haben w\u00fcrde, habe Elisabeth Hesse nicht geplant, erz\u00e4hlt sie. Aber alles hat seinen Anfang: Die Wasb\u00fcttelerin entdeckte einen alten Nachttopf auf einem Flohmarkt in Bitterfeld, noch zu DDR-Zeiten in den 1980er Jahren. \u201eIch brauchte Dekoration f\u00fcr unser neues G\u00e4ste-WC, und da dachte ich mir, ein Nachttopf sei daf\u00fcr doch passend\u201c, sagt die heute 76-J\u00e4hrige. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Mit der Zeit bekam sie weitere Nachtt\u00f6pfe von Freunden und Familie geschenkt, sodass sich eine Sammelleidenschaft entwickelte. Irgendwann waren es genug Exemplare, um ein kleines Museum zu er\u00f6ffnen &#8211; das heute l\u00e4ngst nicht mehr so klein ist wie damals. Wie auch das erste Exemplar sind die meisten T\u00f6pfe auf Flohm\u00e4rkten beschafft. Sie habe zwar auch schon online nach Ausstellungsst\u00fccken gesucht, sagt Hesse. \u201eAber wenn ich auf dem Flohmarkt zum Beispiel 25 Euro f\u00fcr einen Topf zahle, ist es im Internet meist dreimal so viel.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Wenn es um ganz besondere St\u00fccke geht, greift Hesse dann aber doch mal tiefer in die Tasche. Bei Auktionen etwa, wo durchaus auch dreistellige Summen f\u00fcr besondere alte Nachtt\u00f6pfe verlangt werden. Als Beispiel daf\u00fcr zeigt die Wasb\u00fcttelerin einen kunstvoll bemalten Topf aus China, datiert auf das Jahr 1850. <\/p>\n<p>Auch Prinzessinnen m\u00fcssen mal aufs Klo<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Bei solch einer gro\u00dfen Sammlung werde man mit der Zeit w\u00e4hlerischer, schon allein, weil der Platz in den Kellerr\u00e4umen zur Neige geht. \u201eAlles nehme ich heute nicht mehr mit, wenn ich auf dem Flohmarkt bin\u201c, sagt die 76-J\u00e4hrige. Viele der St\u00fccke sind echte Besonderheiten. So hat Hesse zum Beispiel einen Nachttopf der britischen Reederei White Star Line, die vor allem f\u00fcr die Titanic bekannt ist, und einen Topf, der statt der \u00fcblichen runden Form viereckig ist. \u201eWarum das so ist, wei\u00df ich nicht. Aber besonders bequem stelle ich mir das nicht vor\u201c, sagt Hesse lachend. Einer der Nachtt\u00f6pfe soll sogar der Prinzessin Viktoria Luise von Preu\u00dfen geh\u00f6rt haben. Zumindest rankt sich dieses Ger\u00fccht um die wom\u00f6glich royale Sch\u00fcssel, denn einen tats\u00e4chlichen Nachweis daf\u00fcr gibt es nicht. <\/p>\n<p>Museum um einen Bereich erweitert<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">Beim Blick auf die gro\u00dfe Sammlung wird au\u00dferdem deutlich, dass es Nachtt\u00f6pfe aus vielen unterschiedlichen Materialien gibt. Keramik, Emaille, Glas, Porzellan und Bleikristall etwa. Einige j\u00fcngere Exemplare sind auch aus Plastik. Die j\u00fcngsten stammen aus den 1950er Jahren, sagt Hesse. Danach kamen Nachtt\u00f6pfe aus der Mode, da die Badezimmer moderner wurden und Toiletten kaum noch au\u00dferhalb des Hauses oder auf halbe Treppe lagen. Mittlerweile hat Hesse ihre Sammlung um einen weiteren Bereich erweitert: Im Bereich eines Zimmers gibt es Nachtt\u00f6pfe, die speziell f\u00fcr Kinder gefertigt wurden und entsprechend kleiner sind als die \u201eErwachsenen-Modelle\u201c. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">\u00dcber zu wenige Besucherinnen und Besucher k\u00f6nne sie sich nicht beklagen, sagt die Wasb\u00fcttelerin. Allein in den diesj\u00e4hrigen Sommerferien seien schon viele da gewesen. Spontane Besuche sind m\u00f6glich, am besten sei es aber, vorher anzurufen, empfiehlt Hesse. Eine F\u00fchrung dauere ungef\u00e4hr eine Dreiviertelstunde.<\/p>\n<p>Wenn ein ganzer Reisebus vor der T\u00fcr steht<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">\u201eMir macht das auf alle F\u00e4lle immer noch richtig viel Spa\u00df\u201c, betont die Rentnerin &#8211; und erinnert sich, wie einmal ein ganzer Reisebus bei ihr vor der T\u00fcr gestanden hat. \u201eDas war zuerst ein richtiger Schock\u201c, sagt Hesse und lacht. Denn f\u00fcr so viele Menschen auf einmal sei in ihrem Keller gar kein Platz. Doch der Busfahrer habe das Problem schnell gel\u00f6st und die G\u00e4ste in Gruppen nacheinander ins Museum geschickt. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 dKgfuR\">2026 wird das Nachttopf-Museum in Wasb\u00fcttel 40 Jahre alt. Wie lange es noch Bestand haben wird, ist ungewiss. Denn sie und ihr Mann w\u00fcrden ja nicht j\u00fcnger, sagt Hesse. \u201eUnd unsere S\u00f6hne finden es zwar toll, was wir machen, sie wollen die Sammlung aber nicht \u00fcbernehmen.\u201c Vielleicht wollen Hesses sie irgendwann verkaufen, dann aber nicht jedes St\u00fcck einzeln &#8211; das w\u00e4re viel zu aufwendig. Bis es so weit ist, freut man sich im Nachttopf-Museum weiterhin \u00fcber jede Besucherin und jeden Besucher. <\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">AZ\/WAZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wasb\u00fcttel. 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