{"id":297846,"date":"2025-07-27T11:36:33","date_gmt":"2025-07-27T11:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297846\/"},"modified":"2025-07-27T11:36:33","modified_gmt":"2025-07-27T11:36:33","slug":"josep-planas-postkarten-motive-von-mallorca-sollen-gerettet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297846\/","title":{"rendered":"Josep Planas Postkarten-Motive von Mallorca sollen gerettet werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Josep Planas hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wie eine Trauminsel aussehen sollte. Auf die ersten Abz\u00fcge schrieb der Fotograf pr\u00e4zise Anweisungen f\u00fcr seine Laboranten. Das Blau der Wellen vor dem neuen Hotel war ihm zu blass, der badenden Frau im dezenten Badeanzug verpasste er ein kr\u00e4ftiges Rot. Die Postkarten der \u201eCasa Planas\u201c verwandelten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Mallorca\" data-rtr-id=\"90fb1101c1b3d3c6284de71e4d899e0897a9b250\" data-rtr-score=\"110.83750108724016\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/mallorca\" title=\"Mallorca\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mallorca<\/a> zum Sehnsuchtsort f\u00fcr Generationen von Touristen. Gut drei Millionen Bilder und mehr als 18.000 Karten hat Josep Planas hinterlassen. Den \u201eFoto- und Postkarten-Magier\u201c nannte man ihn auf der Insel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Mallorca fr\u00fcher: Pareja payeses in kultureller Kleidung.\" height=\"2927\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mallorca-frueher-pareja.jpg\" width=\"2111\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Mallorca fr\u00fcher: Pareja payeses in kultureller Kleidung.Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Ged\u00e4chtnis des modernen Massentourismus schlummert in einem unauff\u00e4lligen Gesch\u00e4ftshaus in Palmas Stadtteil Es Fort\u00ed. Dort versucht Marina Planas, die farbenfrohen Aufnahmen ihres Gro\u00dfvaters vor dem Verblassen zu bewahren. Sie will sie nicht nur konservieren. \u201eMein Gro\u00dfvater war ein Vision\u00e4r der Fotografie\u201c, sagt die Enkelin. \u201eEr erkannte die Chance, die die Demokratisierung des Tourismus bot.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Den katalanischen Sohn eines M\u00fcllers hatte der Milit\u00e4rdienst 1945 nach Mallorca verschlagen. Als erfolgreicher Fotounternehmer hatte er jahrzehntelang das Postkarten-Monopol f\u00fcr die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Balearen\" data-rtr-id=\"9f8654ecf1af145863f7eb0ceaa957d3f2c7717e\" data-rtr-score=\"36.01885274419414\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/balearen\" title=\"Balearen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Balearen<\/a>. F\u00fcr Marina Planas war er auch ein gro\u00dfer K\u00fcnstler. Sie selbst hat in New York Kunst studiert und auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Dann kehrte sie nach Palma zur\u00fcck und begann vor zehn Jahren, das Erbe ihres Gro\u00dfvaters wiederzubeleben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Chronik einer Verwandlung: Die Fotos illustrieren, wie sich eine verschlafene Mittelmeerinsel zu einem \u00fcberf\u00fcllten Tourismusziel entwickelte.\" height=\"2006\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/chronik-einer-verwandlung-die.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Chronik einer Verwandlung: Die Fotos illustrieren, wie sich eine verschlafene Mittelmeerinsel zu einem \u00fcberf\u00fcllten Tourismusziel entwickelte.Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">In der \u201eCasa Planas\u201c, in der schon seit Jahrzehnten keine Karten mehr produziert werden, riecht es immer noch nach Entwickler. Das Planas-Archiv ist nicht nur die gr\u00f6\u00dfte Einrichtung dieser Art in Europa, die die Entwicklung des Massentourismus dokumentiert. Die 42 Jahre alte Marina Planas hat es auch in ein lebendiges Kultur- und Forschungszentrum verwandelt, mit Ateliers, interkulturellem Kino und einem Residenzprogramm f\u00fcr internationale K\u00fcnstler, die die Kartenmotive ihres Gro\u00dfvaters neu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eSeiner Kamera entging nichts\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die knalligen Farben auf Schirmen und Markisen auf den Karten erinnern an Pop-Art. Die Urlauber auf den Liegest\u00fchlen k\u00f6nnten aus einem Gem\u00e4lde von Edward Hopper stammen. Sie waren zum Teil Collagen. Marina Planas zieht ein ganzes Sortiment an blauen Himmeln aus einem Umschlag in der Schublade eines Stahlschranks. Um dem Traum nachzuhelfen, wurden sie aufgeklebt, falls das Original nicht sch\u00f6n genug war. Manchmal kam auch noch ein bl\u00fchendes Mandelb\u00e4umchen aus einem anderen Umschlag dazu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Lemar Hotel - Can Pastilla - 1967\" height=\"2099\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/lemar-hotel-can-pastilla-1967.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Lemar Hotel &#8211; Can Pastilla &#8211; 1967Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Josep Planas i Montany\u00e0, der 2016 starb, pr\u00e4gte mit seinem Monopol das Bild der Balearen. Er warb f\u00fcr einen Urlaubstraum, den sich nicht mehr nur Reiche, sondern auch Arbeiter leisten konnten. Und er lieferte das Bildmaterial f\u00fcr das Forschungszentrum seiner Enkelin, das sich kritisch mit den Folgen auseinandersetzt. \u201eDie Insel ist \u00fcberf\u00fcllt\u201c, sagt Marina Planas. \u201eIch kann die Proteste nachvollziehen. Ich verstehe nicht, warum ein Tourist Lust hat, an einen Ort zu kommen, an dem er endlos Schlange steht, um bei 40 Grad an einen Strand zu gelangen. Tourismus? Okay! Aber bitte etwas weniger!\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Playas del Arenal\" height=\"2122\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/playas-del-arenal.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Playas del ArenalPlanas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Ihr Gro\u00dfvater ist der Chronist der Verwandlung der einst verschlafenen Mittelmeerinseln. Seiner Kamera entging nichts. Planas dokumentierte praktisch jedes neue Hotel. Sein Archiv zeichnet die moderne Bau- und Architekturgeschichte nach: wie aus Familienpensionen Hotelkolosse wurden, aus dem Fischerdorf El Arenal der \u00fcberlaufene \u201eBallermann\u201c und in Magaluf die ersten Hochh\u00e4user aufragten. Die vielen Hotelprospekte in den Schr\u00e4nken zeichnen die Vorlieben f\u00fcr die Inneneinrichtung nach. Auch hierf\u00fcr hatte Planas lange das Monopol auf den Balearen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eFr\u00fcher hielten Postkartenmotive viele Jahre. Jetzt tauchen innerhalb weniger Monate \u00fcberall neue Hotels, Ferienh\u00e4user oder gar ein neues Stadtviertel auf. Die Landschaft ver\u00e4ndert sich andauernd\u201c, klagte er einmal in einem Zeitungsinterview. Der Fotograf begriff das als Herausforderung, f\u00fcr die er neue L\u00f6sungen fand. \u201eEr war seiner Zeit weit voraus, reiste st\u00e4ndig ins Ausland, um sich weiterzubilden, besonders nach Deutschland, wo er sich in Farbentwicklung und industrieller Bildproduktion ausbilden lie\u00df\u201c, sagt Marina Planas. In der Bundesrepublik kaufte er eine Anlage f\u00fcr Entwicklung und Druck, die zu den modernsten in ganz Spanien geh\u00f6rte. Er war technikbegeistert und hinterlie\u00df eine riesige private Kamerasammlung. Auch Miniaturger\u00e4te f\u00fcr Spionagezwecke sind dabei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Planas nutzte f\u00fcr seine Postkarten auch Motive, die f\u00fcr die Balearen nicht unbedingt typisch sind, wie die Flamencot\u00e4nzer.\" height=\"2106\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/planas-nutzte-fuer-seine.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Planas nutzte f\u00fcr seine Postkarten auch Motive, die f\u00fcr die Balearen nicht unbedingt typisch sind, wie die Flamencot\u00e4nzer.Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Auf der Suche nach einem neuen Blick kletterte er anfangs auf Leitern, die er ins Meer stellen lie\u00df. In den Sechzigerjahren war er der erste europ\u00e4ische Fotograf mit einem eigenen Hubschrauber; es war der erste Hubschrauber auf den Balearen \u00fcberhaupt, manchmal lieh ihn die Polizei f\u00fcr die Verbrecherjagd aus. In gro\u00dfen Buchstaben auf gelbem Grund prangte auf dem Zweisitzer der Firmenname. Rund 200 Mitarbeiter, eine Flotte kleiner Seat-Dienstwagen und mehr als zwei Dutzend Filialen hatte das Unternehmen.<\/p>\n<p>Planas spielte in der Tourismusindustrie eine gro\u00dfe Rolle<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Autodidakt, der mit 16 Jahren seine erste Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, belieferte auch Nachrichtenagenturen mit Reportagen und Klatschgeschichten. Zum Beispiel, wenn Prominente die Inseln besuchten oder sich dort niederlie\u00dfen, der Maler Joan Mir\u00f3, Schauspieler wie Errol Flynn und Charlie Chaplin. Wenig sp\u00e4ter gab es die Aufnahmen in seinem Gesch\u00e4ft an der Col\u00f3n-Stra\u00dfe in Palma schon zu kaufen. Das war aber nur ein Nebengesch\u00e4ft. An jede Ansichtskarte im Archiv ist eine Karteikarte mit den Verkaufszahlen geheftet. Das Motiv, das Marina Planas in der Hand h\u00e4lt, wirkt einfach, war aber offenbar sehr erfolgreich. Saftige Orangen h\u00e4ngen an einem Baum, f\u00fcr die damalige Zeit noch ein exotischer Anblick. \u201eDiese Postkarte wurde 2221 Mal im Jahr 1968 verkauft, 3207 Mal im Jahr 1969 und 8276 Mal im Jahr 1970.\u201c Die Kathedrale von Palma verkaufte sich mit bis zu 100.000 Exemplaren im Jahr noch viel besser.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Bilder von gestern f\u00fcr morgen: Marina Planas will das Archiv ihres Gro\u00dfvaters erhalten. Doch das erweist sich als schwierig.\" height=\"1280\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bilder-von-gestern-fuer-morgen.jpg\" width=\"1920\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Bilder von gestern f\u00fcr morgen: Marina Planas will das Archiv ihres Gro\u00dfvaters erhalten. Doch das erweist sich als schwierig.Ayelen Scavone<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Bandbreite der Motive war gro\u00df. Auch Schinken, Flamenco, Toreros und Paellas tauchen auf, obwohl sie gar nicht typisch f\u00fcr die Balearen sind. Und immer wieder Frauen: Einheimische in traditioneller Tracht und Ausl\u00e4nderinnen freiz\u00fcgig am Strand oder am Schwimmbecken, mit einem Getr\u00e4nk in der Hand. Badende, die wie Bond-Girls aus den Fluten steigen. Der Tourismus \u00f6ffnete das r\u00fcckst\u00e4ndige und unter dem Diktator Franco jahrzehntelang isolierte Land. Pl\u00f6tzlich trugen die Frauen an den Str\u00e4nden Bikinis<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Kollagen von Planas Werken verkauften sich immer gut.\" height=\"2016\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/kollagen-von-planas-werken.jpg\" width=\"2999\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Kollagen von Planas Werken verkauften sich immer gut.Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDie Balearen waren das Experimentierlabor der Tourismusindustrie, dessen Ergebnisse sp\u00e4ter nach Asien und Lateinamerika exportiert werden sollten. Auf den Balearen wurde die &#8218;Marke Spanien&#8216; aufgebaut. Mein Gro\u00dfvater spielte dabei eine Hauptrolle\u201c, sagt Marina Planas. Fachleute sprechen von \u201eBalearisierung\u201c, wenn sie diese Entwicklung in anderen Erdteilen beschreiben. In den grauen Jahren der Franco-Diktatur half der Fotograf mit, Mallorca zu einem Symbol f\u00fcr ein neues, weltoffenes Spanien zu machen: Tourismus-PR und Propaganda lagen eng beieinander. \u201eMein Gro\u00dfvater arbeitete Hand in Hand mit Francos Tourismusminister Manuel Fraga Iribarne.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Bilder sind in gro\u00dfer Gefahr\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Deviseneinnahmen wurden f\u00fcr das autorit\u00e4re Regime, das immer mehr verkn\u00f6cherte, bis der Diktator vor 50 Jahren altersschwach und krank starb, \u00fcberlebenswichtig. Aus mallorquinischen Familienbetrieben wurden gro\u00dfe spanische Hotelkonzerne wie Barcel\u00f3, Riu, Meli\u00e1 und Iberostar. Sie sind international aktiv, aber immer noch auf den Balearen verwurzelt. Auf Mallorca wurde \u201eall inclusive\u201c erfunden. \u201eSpain is different\u201c, so lautete der \u00e4u\u00dferst erfolgreiche Werbeslogan des Regimes, zu dem Josep Planas eine Menge beitrug. Sonne und Str\u00e4nde lenkten davon ab, dass in Spanien einer der letzten Langzeit-Diktatoren herrschte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Strand von Mallorca\" height=\"3000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/strand-von-mallorca.jpg\" width=\"2088\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Strand von MallorcaPlanas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch f\u00fcr die eigene Vergangenheit interessiert man sich auf den Balearen kaum. Marina Planas ist ersch\u00f6pft von einem langen Kampf: Am liebsten w\u00fcrde sie alles digital zug\u00e4nglich machen \u2013 f\u00fcr B\u00fcrger, Forscher und K\u00fcnstler auf der ganzen Welt. Doch daf\u00fcr fand sie bisher kaum Unterst\u00fctzung, obwohl die lokalen Hotelkonzerne Gewinne machen wie nie zuvor. Das Goethe-Institut z\u00e4hlt zu den wenigen Partnern, die sie fand. \u201eDie Bilder sind in gro\u00dfer Gefahr\u201c, sagt sie und meint damit nicht nur die Zeit, die dem Material immer mehr zusetzt. Ein Brand k\u00f6nnte alles vernichten, f\u00fcr die Nachwelt w\u00e4re dann alles verloren \u2013 vor allem aber fehlt der politische Wille, das eigene Kulturerbe zu bewahren und zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDer konservativen Regionalregierung der Balearen ist das einmalige Archiv gleichg\u00fcltig. Zwei Jahre lang haben wir daran gearbeitet, alle Vorgaben umzusetzen\u201c, sagt Marina Planas. Auch die Zentralregierung in Madrid war schon an Bord und h\u00e4tte ein Team von Fachleuten zur Verf\u00fcgung gestellt, um 100.000 Bilder zu digitalisieren und ins \u00f6ffentliche EU-Bildnetzwerk \u201eEuropeana\u201c zu stellen. Doch die Regionalregierung in Palma war nicht bereit, die Kosten f\u00fcr die Mitarbeiter zu \u00fcbernehmen, die den Bestand katalogisieren und die Aufnahmen ausw\u00e4hlen sollten. Andere spanische Regionen retteten ihre Archive, auf den Balearen drohe die Erinnerung an die Tourismuspioniere in Vergessenheit zu geraten, klagt Marina Planas.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Illetes Calvia 1959. Planas dokumentierte die Ver\u00e4nderung des Insellebens, er zeichnete die Bau- und Architekturgeschichte nach.\" height=\"1390\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/illetes-calvia-1959-planas.jpg\" width=\"1886\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Illetes Calvia 1959. Planas dokumentierte die Ver\u00e4nderung des Insellebens, er zeichnete die Bau- und Architekturgeschichte nach.Planas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Aufgeben will sie nicht, aber sie hat frustriert schon dar\u00fcber nachgedacht, alles an eine kommerzielle Bildagentur wie Getty und Corbis zu verkaufen \u2013 oder in die chilenische Atacama-W\u00fcste zu schicken. Dort sind die klimatischen Bedingungen g\u00fcnstig und Bunker f\u00fcr ihren empfindlichen Schatz nicht teuer. Der Umzug lie\u00dfe sich aus den Einnahmen der Vermietung ihrer Archivr\u00e4ume finanzieren. Ihr bliebe dann immer noch genug Geld, um in Palma gut zu leben. Aber es sind bisher nur \u00dcberlegungen, denn dann w\u00e4re das Erbe ihres Gro\u00dfvaters unerreichbar weit weg \u2013 wie auch seine Zeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Palma de Mallorca\" height=\"2102\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/palma-de-mallorca.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Palma de MallorcaPlanas Archive<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Nicht nur auf Mallorca verschwinden an Kiosken und in Souvenirl\u00e4den die letzten Postkarten. Das alte Ritual, per Hand einen Urlaubsgru\u00df nach Hause zu schreiben, haben schnelle Selfies mit einem knappen Hashtag ersetzt. Zahllose Bilder entstehen in jeder Saison und vergl\u00fchen im virtuellen Orbit bald wieder. Aber die Sehnsucht nach dem perfekten Urlaubsbild ist geblieben. Wo Josep Plana einst allein mit seiner Kamera stand, k\u00e4mpfen heute Tausende Touristen an der \u201eInstagram-Bucht\u201c Cal\u00f3 des Moro oder zum Sonnenuntergang an einem der Leuchtt\u00fcrme um den besten Foto-Spot.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Josep Planas hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wie eine Trauminsel aussehen sollte. Auf die ersten Abz\u00fcge schrieb der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":297847,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-297846","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114924997335883319","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=297846"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297846\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/297847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=297846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=297846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=297846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}