{"id":297910,"date":"2025-07-27T12:13:13","date_gmt":"2025-07-27T12:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297910\/"},"modified":"2025-07-27T12:13:13","modified_gmt":"2025-07-27T12:13:13","slug":"wie-ein-berechtigter-umsturz-in-der-diktatur-endete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/297910\/","title":{"rendered":"Wie ein berechtigter Umsturz in der Diktatur endete"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">1789 begann in Paris die folgenreichste Revolution der Neuzeit. Die Abschaffung des St\u00e4ndestaats und die Deklaration der Menschenrechte begr\u00fcndeten das moderne Staatsverst\u00e4ndnis. Doch am Ende stand ein Alleinherrscher.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4000\" height=\"2667\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/e1bb3f1b-be5c-49e7-ba1e-9358f6925625.jpeg\" loading=\"eager\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>     <\/p>\n<p>Illustration Simon Tanner \/ NZZ<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1ivl34hpi1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Im Fr\u00fchjahr 1789 fing alles denkbar harmlos an. Da die privilegierten Schichten jahrzehntelang neue Steuern verweigert hatten, war der franz\u00f6sische Staat bankrott. Deshalb wurde ein Meeting im alten Stil, eine St\u00e4ndeversammlung, einberufen, auf der Klerus, Adel und reiches Stadtb\u00fcrgertum endlich die neuen Abgaben bewilligen und dann schleunigst wieder auseinandergehen sollten. Bekanntlich blieben sie, und alles wurde anders.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Die Antwort der Frauen lautete: Gar nichts, im Gegenteil, gerade die M\u00e4nner, die sich als Revolution\u00e4re spreizen, geb\u00e4rden sich machohafter denn je.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04ecpnc1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Sie br\u00fcsteten sich zwar damit, Condorcet und Voltaire, die f\u00fcr die Gleichberechtigung der Geschlechter eintraten, gelesen, verstanden und umgesetzt zu haben, doch von neuen Freir\u00e4umen ist f\u00fcr uns nichts zu sehen. Ungef\u00e4hr zwei Drittel der m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung Frankreichs senkten den Daumen ebenfalls: Sie hatten nicht das notwendige Steueraufkommen von drei Arbeitstagen, um w\u00e4hlen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04eeig31\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Gew\u00e4hlt werden konnten sie noch viel weniger, denn wer Abgeordneter der neuen Nationalversammlung werden wollte, musste mindestens f\u00fcnfzig Tageseinkommen an den Fiskus abf\u00fchren und zudem eine Gesinnungskontrolle vor Wahlm\u00e4nnern bestehen, die zumindest eine Woche lang ihr Einkommen an den Staat abtraten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04ef4ku1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Mit anderen Worten: Der Schutzwall gegen die Demokratie stand unersch\u00fctterlich fest, und das war ein Hauptzweck der ersten revolution\u00e4ren Verfassung, die am 3.\u00a0September 1791 endlich in Kraft trat. Aber das durfte man nat\u00fcrlich nicht sagen, im Gegenteil, man musste es mit einem besonders hohen Aufwand an rhetorischem Schwulst um jeden Preis verschleiern. Das geschah in der Erkl\u00e4rung der allgemeinen Menschen- und B\u00fcrgerrechte vom 26.\u00a0August 1789.<\/p>\n<p>Schakale statt Leoparden<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04eflla1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Sie listete eine lange Reihe von Freiheiten auf, die f\u00fcr die grosse Mehrheit der Bev\u00f6lkerung v\u00f6llig uninteressant waren: Religionsfreiheit, Pressefreiheit und unternehmerische Freiheit, diese vor allem. Arbeiter aber durften nicht einmal elementare Schutzvereinigungen gr\u00fcnden und waren daher dem Lohndiktat der Unternehmer, Bankiers und Financiers, der neuen Herren Frankreichs, rechtlos unterworfen. Und nat\u00fcrlich verlor die Erkl\u00e4rung kein Wort zur politischen Teilhabe \u2013 Freiheit der politischen Partizipation war 1789 kein Menschenrecht, nicht einmal ein M\u00e4nnerrecht, von den Frauen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disb60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Diejenigen, die politisch nichts gewannen, sahen sich auch wirtschaftlich betrogen: Der neue Staat hatte alle sozialen Schutz- und Vorsorgeinstitutionen f\u00fcr diejenigen, die in den St\u00e4dten hart an der Grenze zum Existenzminimum lebten \u2013 und das waren mindestens siebzig Prozent \u2013, ersatzlos gestrichen. Und zwar dadurch, dass er die katholische Kirche Frankreichs komplett enteignet und ihre reichen G\u00fcter \u2013 sechseinhalb Prozent des franz\u00f6sischen Bodens und 260\u00a0000 Immobilien, darunter viele Filetst\u00fccke \u2013 an die Meistbietenden versteigert hatte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04eh0lr1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Reiche Stadtb\u00fcrger und solvente Adelige hatten so im Bereich Immobilen und Agrarfl\u00e4chen Tausende und Abertausende von Schn\u00e4ppchen gemacht, und sie waren wild entschlossen, diese nie mehr herauszugeben. Das war die rote Linie, die kein franz\u00f6sisches Regime der Folgezeit, ob reaktion\u00e4r, liberal oder revolution\u00e4r, \u00fcberschreiten durfte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04ej53c1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auf diese Weise bekamen viele Bauern, die ihre Abgaben bisher an Kl\u00f6ster und Domkapitel abgef\u00fchrt hatten, neue Herren oder, wie man es siebzig Jahre sp\u00e4ter in Sizilien ausdr\u00fcckte: Sie bekamen Schakale statt der alten Leoparden, und die Schakale waren viel hungriger nach Beute als die Leoparden. Mit anderen Worten: Die reichen Neu-Grundbesitzer erh\u00f6hten die Pachten f\u00fcr Grund und Boden mit allen nur denkbaren juristischen Kniffen, und an devoten und dienstfertigen Advokaten fehlte es ihnen dabei nicht.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disb80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00dcberhaupt f\u00fchlte man sich auf dem Land d\u00fcpiert wie noch nie. Im August 1789 hatte die Nationalversammlung feierlich das Feudalsystem und mit ihm den Adel f\u00fcr abgeschafft erkl\u00e4rt. Ob sich ihr Herr im Schloss neben dem Dorf Marquis nennen durfte oder nicht, war den Landleuten ziemlich egal. F\u00fcr sie ging es um die Frage: Abgaben oder nicht Abgaben. Genau darum ging es den Grundherren aus Adel und hoher Bourgeoisie auch, und sie sassen am l\u00e4ngeren Hebel.<\/p>\n<p>Angst, Wut, Gewalt<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04ejp0h1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Mit ungeheurem Wortget\u00f6se wurden einige Dienstleistungen und Benachteiligungen gestrichen, die finanziell l\u00e4ngst nicht mehr ins Gewicht fielen, und dann kam ein Taschenspielertrick zur Anwendung: In einer atemberaubenden Verdrehung historischer Tatsachen wurden die alten Feudalgef\u00e4lle, die vor Jahrhunderten einmal Entgelt f\u00fcr Schutz gegen Gewalt von aussen gewesen waren, jetzt aber l\u00e4ngst nur noch eine erdr\u00fcckende Geb\u00fchr f\u00fcr die Nutzungsrechte an Grund und Boden darstellten, f\u00fcr gute b\u00fcrgerliche Einkommenstitel erkl\u00e4rt und damit politisch heiliggesprochen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04ekfdq1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Wer den Zins in Geld und Naturalien nicht mehr zahlen wollte, musste eine R\u00fcckkaufsumme bezahlen, die auch wohlhabende Grossbauern nicht aufbringen konnten. Kein Wunder, dass sich 1789 und 1790 auf dem Land so einiges zusammenbraute: erst Angst, gesteigert bis zu Hysterie, dann Wut, dann Gewalt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disb90\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Mehr als neunzig Prozent der Bev\u00f6lkerung sahen ihre Lebensform und Lebensordnung 1791 gegen\u00fcber dem Zustand zwei Jahre zuvor also verschlechtert, oft sogar gef\u00e4hrdet. Dazu trug die allgemeine \u00f6konomische Konjunktur kr\u00e4ftig bei. Nach Jahrzehnten des demografischen Wachstums, das die Gesamteinwohnerzahl Frankreichs auf 25 Millionen, einen europ\u00e4ischen Rekordwert, geschraubt hatte, traten die strukturellen Schw\u00e4chen der franz\u00f6sischen Wirtschaft immer krasser hervor.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04el8ee1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Landwirtschaft, in der mehr als neunzig Prozent der Menschen t\u00e4tig waren, war insgesamt trotz punktuellen Reformen hoffnungslos veraltet, wie auch das System der politischen Verordnungen, die jeden Getreidetransport innerhalb des Landes, also auch zwischen Gebieten mit Unter- und \u00dcberproduktion, mit rigorosen Verboten unterbanden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl3h8g1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der erste von den Revolution\u00e4ren der ersten Stunde mit tiefer Sorge betrachtete Ausbruch revolution\u00e4rer Gewalt an der Basis, die Erst\u00fcrmung des Staatsgef\u00e4ngnisses der Bastille, in der l\u00e4ngst keine Staatsgefangenen von Bedeutung mehr einsassen, und die bestialische Niedermetzelung ihrer Besatzung fanden genau an dem Tag statt, an dem der Brotpreis in Paris seinen h\u00f6chsten Stand seit 1648 erreicht hatte: am 14.\u00a0Juli 1789. Das war ein Menetekel, vor dem die neue Elite tunlichst die Augen verschloss.<\/p>\n<p>Bereichert euch, wie ihr k\u00f6nnt<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disba0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Neu war diese Elite insofern, als sie jetzt aus dem abgeschafften Adel und dem wohlhabenden B\u00fcrgertum neu verschmolzen war. Geld oder nicht Geld, das entschied von jetzt an \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit zur tonangebenden F\u00fchrungsschicht oder \u00fcber den Ausschluss von ihr. Die knapp zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung, die von den Ereignissen ab 1789 profitierten, antworteten auf die Frage, ob das, was zu ihren Gunsten geschehen sei, eine Revolution sei oder nicht, in den Politikerjargon des Jahres 2025 \u00fcbertragen, etwa so: Es war eine n\u00f6tige Strukturanpassung sozialer und politischer Art an \u00f6konomisch, mental und kulturell grundlegend gewandelte Zeitverh\u00e4ltnisse, also kein Bruch, sondern Kontinuit\u00e4t mit zeitgem\u00e4ssen Mitteln.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04evts61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eine Revolution, und zwar eine moderate und zugleich die letzte ihrer Art, aber wurde nur n\u00f6tig, weil sich durch die Verweigerungshaltungen privilegierter Schichten, die von ihren ungerechten und anachronistisch gewordenen Vor- und Sonderrechten nicht lassen wollten, eine staatliche Finanzkrise als Teil eines Reformstaus eingestellt hatte, der jetzt behoben worden sei, so dass die k\u00fcnftige Geschichte Frankreichs in die ruhigen Fahrwasser der Evolution um- und \u00fcbergeleitet werden konnte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disba1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bis 1789 unzeitgem\u00e4ss und jetzt den neuen Zeitverh\u00e4ltnissen so angepasst, dass Zeitgeist und Institutionen nicht mehr im Widerspruch zueinander standen, sondern sich harmonisch verschr\u00e4nkten, waren aus der Perspektive der Revolution\u00e4re betrachtet: die sozialen Hierarchien, die nicht mehr durch Geburt, sondern durch individuelle Leistung, sprich Geld, bestimmt werden sollten; die politische Ordnung, die nicht mehr durch das dreifache Gewaltenmonopol einer de facto vom Hofadel dominierten Monarchie, sondern nach dem Prinzip der Gewaltenteilung bestimmt werden sollte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl52i71\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dazu kam die \u00f6konomische Ordnung, die vom Freihandel auf allen Ebenen gepr\u00e4gt sein musste; die kirchlich-religi\u00f6se Ordnung, in der die katholische Kirche zur staatlichen Beh\u00f6rdenorganisation umgeformt werden und im \u00dcbrigen wie in der Wirtschaft der gesunde Geist der Konkurrenz herrschen sollte. Glaubt, was ihr wollt, bereichert euch, wie ihr k\u00f6nnt \u2013 das waren die Imperative der neuen Zeit.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disbb0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Gewaltenteilung war de facto eine zweite Brandmauer. Sie sah eine Monarchie vor, die sich zwar nicht mehr durch Gottes Gnade, sondern durch den Willen der Nation rechtfertigte und ihre Gesetzgebung an das nach Zensus gew\u00e4hlte Honoratiorenparlament und die Judikative an im Prinzip unabh\u00e4ngige Richter abtreten musste, aber trotzdem sehr stark blieb.<\/p>\n<p>Tausendj\u00e4hrige Autorit\u00e4t<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl5qnn1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das versuchte der bis zu seinem fr\u00fchen Tod im April 1791 wortm\u00e4chtigste und einflussreichste Revolution\u00e4r, der Comte de Mirabeau, K\u00f6nig Ludwig XVI. zu vermitteln, dem er als Doppelagent diente: Sire, so d\u00fcrfte er dem Herrscher geraten haben, ergreifen Sie diese einmalige Chance, die Besitzenden brauchen Sie mehr als Sie die Besitzenden, denn sie haben vor nichts mehr Angst als vor einer sozialen Revolution, die das Unterste nach oben kehrt und sie ihres heiligen Besitzes beraubt! Treten Sie an die Spitze der Revolution, rechtfertigen Sie diese mit der tausendj\u00e4hrigen Autorit\u00e4t Ihres Amtes \u2013 und Sie werden m\u00e4chtiger als je zuvor!<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl6rbc1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Mirabeau wusste, wovon er sprach: Nach der neuen Verfassung war der K\u00f6nig nicht nur alleiniger Chef der ausf\u00fchrenden Gewalt, sondern auch Oberkommandierender der Armee und Haupt der Diplomatie. Zudem hatten es die Verfassungsv\u00e4ter von 1791 mit der Gewaltenteilung nicht so genau genommen: So konnte der K\u00f6nig ein aufschiebendes Veto gegen alle Gesetze einlegen, wodurch diese nach menschlichem Ermessen erledigt w\u00e4ren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl8h301\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Machen Sie etwas aus Ihrer neuen Position \u2013 dieser Ausruf verhallte ungeh\u00f6rt. Ludwig XVI. machte das Falscheste, was er machen konnte, versuchte, ins Ausland zu fliehen, mit dem er in konspirativer Verbindung gestanden hatte \u2013 und starb gut anderthalb Jahre sp\u00e4ter als Verbrecher an der Nation auf der Guillotine.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl8u131\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">H\u00e4tte ein geschickter agierender Monarch die zweite Revolution, die sich im Sommer und Herbst 1792 vollzog, verhindern k\u00f6nnen? In der Toskana plante einige Jahre vorher der habsburgische Grossherzog Leopold, seinem Land eine der franz\u00f6sischen Verfassung von 1791 in vielem \u00e4hnliche Konstitution zu geben, sich also durch diese Gewaltenteilung selbst partiell zu entmachten \u2013 und gleichzeitig ein unsch\u00e4tzbares Prestige als moderner Herrscher in \u00dcbereinstimmung mit den Prinzipien der Aufkl\u00e4rung zu gewinnen, und das war in seinen Augen ein betr\u00e4chtlicher Mehrwert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tl9fsk1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das Ganze kam zwar nicht zustande, da der Herrscher moderner dachte als sein Adel, aber ein R\u00fcckschluss dr\u00e4ngt sich dennoch auf: Mit einem K\u00f6nig vom Format eines Leopold h\u00e4tten sich die von der ersten franz\u00f6sischen Revolution herbeigef\u00fchrten Verh\u00e4ltnisse wahrscheinlich stabilisieren lassen.<\/p>\n<p>Auf dem Tiger reiten<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlal2j1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dass sie im europ\u00e4ischen Massstab zeitgem\u00e4ss waren, zeigt sich daran, dass in der sogenannten Restauration ab 1814\/15, die so \u00abrestaurativ\u00bb nicht war, dieselben Prinzipien wie 1791 zum Tragen kamen, sehr viel kirchlich-konservativer eingekleidet, gewiss, doch mit der auf gleiche Weise verschmolzenen Elite. Man kann von einem konservativ erzogenen Herrscher wie Ludwig XVI. nicht erwarten, auf einem Tiger zu reiten, aber ein Tiger war die Revolution von 1789 auch nicht, eher ein etwas ungeb\u00e4rdiges Pferd, das sich h\u00e4tte z\u00e4hmen lassen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disbc0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aus der Sicht der Herren Siey\u00e8s, Lafayette und Co. war der Absprung des K\u00f6nigs vor allem deshalb eine Katastrophe, weil sie wie alle moderaten Revolution\u00e4re vor dem Problem des Abbremsens, Stopp-Sagens und Anhaltens standen. Sie hatten eine seit sechshundert Jahren etablierte Monarchie ihres sakralen Charakters beraubt und den K\u00f6nig von einer religi\u00f6s \u00fcberh\u00f6hten Gestalt irgendwo zwischen Himmel und Erde zu einem konstitutionellen, der Nation verantwortlichen und durch sie absetzbaren Organ schrumpfen lassen und dadurch allen Schichten, auch den unteren und untersten, gezeigt, dass nichts feststeht und alles umgestossen werden kann.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlbir41\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Damit aber hatten sie ungewollt die Frage aufgeworfen: warum nicht weiter so, aber diesmal in unserem Interesse? Der K\u00f6nig hatte eine solche Verankerung gegen die revolution\u00e4re Treibsand-Dynamik sein sollen, aber jetzt war tats\u00e4chlich kein Halten mehr. Im Paris der Jahre 1791 und 1792 braute sich n\u00e4mlich ungeahntes Konfliktpotenzial zusammen: Das Papiergeld der Assignaten, dessen Stabilit\u00e4t durch den Verkauf der Kircheng\u00fcter garantiert werden sollte, erwies sich als ultraweich und produzierte stattdessen eine galoppierende Inflation, so dass das Basislebensmittel Brot f\u00fcr den Grossteil der Bev\u00f6lkerung unerschwinglich zu werden drohte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlci0j1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Parallel dazu organisierte sich das Pariser Kleinb\u00fcrgertum, von seinen Gegnern absch\u00e4tzig \u00absansculottes\u00bb (w\u00f6rtlich: Leute ohne vornehme Kniebundhose) genannt, in 48 Sektionen als Verteidigungsgemeinschaft gegen die Teuerung und als Kampfverbund mit der immer ausgepr\u00e4gteren Stossrichtung gegen \u00abdie da oben\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tld27c1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aufgeheizt wurde das Klima weiter durch Enth\u00fcllungsjournalisten wie den im neuenburgischen Boudry geborenen Jean-Paul Marat, der in seinen Gazetten von ungeheuren Verschw\u00f6rungen der Reichen und M\u00e4chtigen zu berichten wusste und die kleinen Leute zu Pr\u00e4ventivaktionen aufrief: Lieber jetzt 50\u00a0000 Revolutionsfeinde totschlagen, als von den langen Messern der Gegenrevolution hingeschlachtet zu werden!<\/p>\n<p>Eine neue Zeit bricht an<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tldpji1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Jetzt bedurfte es nur noch eines z\u00fcndenden Funkens, um die Lunte der zweiten Revolution zum Brennen zu bringen, und daf\u00fcr sorgten die monarchischen Grossm\u00e4chte \u00d6sterreich und Preussen, mit denen Ludwig XVI. heimlich in Verbindung stand: Schon im Sommer 1791 drohten sie den Franzosen mit h\u00e4rtesten milit\u00e4rischen Gegenmassnahmen, wenn sie ihren K\u00f6nig in seiner Macht beschr\u00e4nkten, und elf Monate sp\u00e4ter hiess es sogar: Wenn ihr dem Monarchen auch nur ein Haar kr\u00fcmmt, brennt Paris!<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disbd0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das war das Signal zum zweiten, sehr viel radikaleren Umsturz, mit dem im August und September 1792 die ein Jahr zuvor etablierte Ordnung gest\u00fcrzt wurde und nicht weniger als eine neue Welt mit einem neuen Menschen geschaffen werden sollte. Dass jetzt eine neue Zeit anbrach, machte schon ihre Z\u00e4hlung deutlich: Das Jahr 1 begann am 22.\u00a0September 1791, die Monate erhielten nach dem Zyklus der Jahreszeiten und der Erntearbeiten neue Namen, so dass jetzt nicht mehr mit Bezeichnungen wie Juli und August r\u00f6mischen Tyrannen gehuldigt wurde, und an die Stelle der Woche traten Dekaden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tledj61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Im selben Geist wurden die Statuen von K\u00f6nigen des Alten Testaments und der franz\u00f6sischen Geschichte an den Fassaden von Kathedralen gek\u00f6pft und Kampagnen zur Entchristianisierung und zur Popul\u00e4rmachung eines neuen Kultus der reinen Vernunft lanciert. Die f\u00fchrenden K\u00f6pfe der zweiten Revolution wie Maximilien de Robespierre und Saint-Just wollten wie ihr verg\u00f6tterter Weisheitslehrer Jean-Jacques Rousseau die vom Despotismus verformten und von sich selbst entfremdeten Franzosen nicht zu einem Volk zynischer Atheisten, sondern zu tugendhaften Deisten erziehen, die an einen g\u00fctigen Sch\u00f6pfergott glaubten und dessen Willen in einer neuen, auf Gleichheit gebauten politischen und sozialen Ordnung umsetzten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlev9f1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Erziehung, Tugend, Gleichheit: Damit sind drei der ideologischen Schl\u00fcsselbegriffe der zweiten Revolution genannt. Fehlt noch der vierte. Er lautet \u00abterreur\u00bb. Wenn die Tugend als Ansporn zur Umerziehung des Menschen zu einem sozialen und altruistischen und patriotischen Wesen nicht ausreichte, musste der Schrecken, materialisiert durch die Guillotine, seine heilsamen Wirkungen erzielen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disbe0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Massstab der Tugend war f\u00fcr die radikalen, nach ihrem Klublokal, einem ehemaligen Kloster, \u00abJakobiner\u00bb genannten radikalen Revolution\u00e4re das Volk, verstanden als hart arbeitende Schicht von Handwerkern und Ladenbesitzern. In ihm waren laut Robespierre trotz allen Vergiftungserscheinungen durch eine perverse soziale und politische Ordnung die Keime des Guten, sprich: Solidarit\u00e4t, Fleiss, Vaterlandsliebe und Unbestechlichkeit, noch lebenskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Endstation Guillotine<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlfj9l1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auf diesen Anlagen musste die neue Ordnung der egalit\u00e4ren Republik aufbauen. Das damit begonnene Menschheitsexperiment war f\u00fcr Robespierre und die anderen f\u00fchrenden Jakobiner, allesamt Bildungsb\u00fcrger reinsten Wassers, die nie eine Werkstatt von innen gesehen hatten, das hohe Risiko eines B\u00fcndnisses mit den entfesselten Pariser Kleinb\u00fcrgern wert, mochte die Revolution auch viele ihrer Kinder oder am Ende sogar sie alle fressen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlg5am1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">So gab es ab Juni 1793 in Paris drei spannungsreich interagierende Pole: die Sektionen der Sansculottes, den im September 1792 nach allgemeinem m\u00e4nnlichem Wahlrecht gew\u00e4hlten Nationalkonvent und das Notstandskomitee des Wohlfahrtsausschusses, einer zw\u00f6lfk\u00f6pfigen Gruppe radikaler Jakobiner. Sie nutzten ihre Machtstellung dazu, den K\u00f6nig zum Tode zu verurteilen, gem\u00e4ssigtere Gruppierungen ebenso wie radikale Atheisten auszuschalten und gleichfalls auf die Guillotine zu schicken und eine neue Ordnung zu errichten, die ihren und Rousseaus strengen moralischen Imperativen gen\u00fcgte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlh3fm1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In der Politik war Konsens, aber keine Opposition vorgesehen; wer Widerstand gegen die Mehrheit \u00fcbte, galt als Verr\u00e4ter an der Volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale, am von Rousseau mystisch \u00fcberh\u00f6hten, im Kern totalit\u00e4ren Gemeinwillen \u2013 Endstation Guillotine. V\u00f6llig neu aufgebaut werden sollte auch die wirtschaftliche Ordnung, und zwar nach den uralten Prinzipien einer volkst\u00fcmlichen \u00d6konomie, die jetzt revolution\u00e4r umformuliert wurde, aber in ihrem Kern zutiefst traditionell und antimodernistisch blieb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tlhska1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Oberste Priorit\u00e4t hatte das \u00dcberleben der Armen, also ein niedriger Brotpreis, der durch staatlich verh\u00e4ngte Obergrenzen gew\u00e4hrleistet werden sollte, Reichtum war asozial und musste zugunsten von Kleinbesitz, dem neuen Ideal, zerschlagen werden, niemand sollte mehr besitzen als f\u00fcr ein gesichertes \u00dcberleben, das eigene und das der anderen, n\u00f6tig war. Das alles wurde zwar mit viel Pathos verk\u00fcndet, doch die Zeit zur Umsetzung fehlte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j04disbe1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Denn die zweite Revolution ging an ihren milit\u00e4rischen Siegen zugrunde. Die auf der Basis der \u00ablev\u00e9e en masse\u00bb organisierten Feldz\u00fcge schlugen das konservative Europa in Grund und Boden. Damit hatten Konvent und Wohlfahrtsausschuss ihre Schuldigkeit getan und konnten gehen \u2013 Robespierre und seine engsten Mitstreiter auf die von ihnen selbst so oft zur Ausschaltung ihrer ideologischen Gegner instrumentalisierte Guillotine \u2013, und die Profiteure der revolution\u00e4ren Besitzumschichtungen, die neuen Reichen, kamen im Juli 1794 wieder ans Ruder.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0tmiv0p1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Unter dem Strich bleiben aus beiden Revolutionen allgemeine Schl\u00fcsse zu ziehen: Erstens: Revolutionen brechen am vorhersagbarsten aus, wenn eine wirtschaftlich prosperierende Sekund\u00e4relite am Aufstieg zur Gleichberechtigung mit der \u00e4lteren, regierenden F\u00fchrungsschicht gehindert wird. Zweitens: Die Abl\u00f6sung einer alten Ordnung durch eine revolution\u00e4re neue ist immer ein Sprung ins Unbekannte, sie setzt Dynamiken frei, die niemand auf der Rechnung hatte. Drittens: Revolutionen, die den Menschen ein neues Bewusstsein einpflanzen wollen, gehen an sich selbst zugrunde. Viertens: Revolutionen, die die Menschen umerziehen wollen, m\u00fcnden in eine Milit\u00e4rdiktatur \u2013 am Ende der franz\u00f6sischen Revolutionen stand der Alleinherrscher Napoleon Bonaparte, am Ende der russischen der Despot Stalin.<\/p>\n<p data-team-footnote=\"\" id=\"id-doc-1j04io6gm0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"footnote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent footnote nzzinteraction\"><strong>Volker Reinhardt<\/strong> ist emeritierter Professor f\u00fcr allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit an der Universit\u00e4t Freiburg i.\u00a0\u00dc.<\/p>\n<p>Grosse Revolutionen  <\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" class=\"articlecomponent infobox__text\">rib. Revolutionen pr\u00e4gen die Geschichte und ver\u00e4ndern die Welt. Aber wie laufen sie ab? Was braucht es, damit sie ausbrechen? Was macht sie erfolgreich, was bringt sie zum Scheitern? Und welche Nebenwirkungen haben sie? In einer Reihe von Artikeln werden in den kommenden Wochen ausgew\u00e4hlte Revolutionen erz\u00e4hlt und die Frage gestellt, welche Folgen sie hatten. Am 2.\u2005August\u00a0schreibt der Slawist Ulrich M.\u2005Schmid \u00fcber die russische Revolution von 1917.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"1789 begann in Paris die folgenreichste Revolution der Neuzeit. 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