{"id":298446,"date":"2025-07-27T17:02:14","date_gmt":"2025-07-27T17:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298446\/"},"modified":"2025-07-27T17:02:14","modified_gmt":"2025-07-27T17:02:14","slug":"rems-murr-kreis-abschied-vom-einfamilienhaus-wie-architektur-neu-gedacht-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298446\/","title":{"rendered":"Rems-Murr-Kreis: Abschied vom Einfamilienhaus: Wie Architektur neu gedacht wird"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEinfamilienh\u00e4user haben es heute schwer\u201c, sagt Carmen Mundorff, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Architektenkammer Baden-W\u00fcrttemberg. Ihr Appell an die Kommunen ist deutlich: \u201eKeine neuen Einfamilienhaus-Gebiete mehr ausweisen.\u201c Die Priorit\u00e4ten h\u00e4tten sich verschoben \u2013 Wohnraum m\u00fcsse geschaffen, der Klimawandel bew\u00e4ltigt und zugleich Lebensqualit\u00e4t gesichert werden.<\/p>\n<p>Das zeigt auch der Wettbewerb \u201eBeispielhaftes Bauen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Rems-Murr-Kreis\" title=\"Rems-Murr-Kreis\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rems-Murr-Kreis<\/a> 2018\u20132025\u201c, bei dem 25 Projekte aus 89 eingereichten Arbeiten ausgezeichnet wurden. Stephan Weber, der Jury-Vorsitzender und Vizepr\u00e4sident der Kammer, bringt es auf den Punkt: \u201eArchitekten sind heute weniger Gestalter sch\u00f6ner Luxusvillen, sondern Probleml\u00f6ser. Es geht um Alltagsarchitektur \u2013 nachhaltig, sozial und zukunftsf\u00e4hig.\u201c <\/p>\n<p> <b>Holz statt Beton: Architektur zum Wohlf\u00fchlen<\/b> Eines der Projekte, das die neue Richtung exemplarisch zeigt, steht in Remshalden-Buoch. Das in Massivholz errichtete Wohnhaus f\u00fcr eine junge Familie f\u00fcgt sich zur\u00fcckhaltend in die Umgebung ein, greift das Motiv einer benachbarten Scheune auf und nutzt das schmale Grundst\u00fcck optimal. Innen dominiert Holz \u2013 warm, duftend, wohnlich. Gro\u00dfe Dachgauben holen Licht ins Haus, eine skulpturale Metalltreppe scheint \u00fcber einem Holzsockel zu schweben. \u201eMan m\u00f6chte sich dort am liebsten noch auf einen Kaffee dazusetzen\u201c, schw\u00e4rmt Weber.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.2b300b0e-2b19-4966-ae4f-4544964196ba.original1024.media.jpeg\"\/>     Wohnhaus in Massivholzbauweise in Buoch    Foto: Martin B\u00fchler    <\/p>\n<p>Auch \u00f6ffentliche Bauten zeigen, wie Holz Atmosph\u00e4re schafft: Die neue KiTa Koppelesbach in Winnenden \u00fcberzeugt mit Lichtbrunnen, Sitznischen und einem nach S\u00fcden geneigten Pultdach, das f\u00fcr helle, luftige R\u00e4ume sorgt. \u201eEin inspirierender Lernort, der beweist, dass Nachhaltigkeit und Wohlf\u00fchlen zusammengeh\u00f6ren\u201c, lobt die Jury.<\/p>\n<p> <b>Gemeinschaft statt Einsamkeit: Wohnformen mit Zukunft<\/b> \u201eWir bauen immer ein St\u00fcck Stadt mit\u201c, sagt Mundorff \u2013 und meint damit die soziale Dimension von Architektur. Ein herausragendes Beispiel daf\u00fcr ist das Mehrgenerationenprojekt \u201eMittendrin und Nahdran\u201c in Winnenden. Offene Laubeng\u00e4nge, ein Gemeinschaftsraum mit angrenzendem Au\u00dfenbereich und ein G\u00e4steappartement laden zum Miteinander ein. Besonders lobt die Jury die M\u00f6glichkeit, im Alter in kleinere, betreute Einheiten umzuziehen \u2013 ein Konzept, das aktuell sozial Bed\u00fcrftigen zugutekommt. \u201eDas soziale Miteinander wird hier nicht nur geplant, sondern gelebt\u201c, sagt Weber.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.f6f7fc2a-a5f4-41c0-bffd-e25550e37d67.original1024.media.jpeg\"\/>     Mehrgenerationenwohnen \u201eMittendrin und nah dran\u201c in Winnenden    Foto: Markus Guhl    <\/p>\n<p>In Backnang beweist das Projekt \u201eWohnen im Quartier\u201c, dass gemeinschaftliches Bauen auch in kleineren St\u00e4dten funktioniert. Auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Krankenhauses entstand ein Hof, der von zwei klar gegliederten Bauk\u00f6rpern umrahmt wird. Quartiersfeste, ein Gemeinschaftsraum und eine G\u00e4stewohnung f\u00f6rdern das Miteinander. \u201eEin Projekt, das Mut macht, gemeinschaftlich zukunftsf\u00e4higen Wohnraum zu schaffen \u2013 besonders in einem kleinst\u00e4dtischen Umfeld\u201c, urteilt die Jury.<\/p>\n<p> <b>Stadtreparatur statt Zersiedelung: Quartiere mit Identit\u00e4t<\/b> Die Zukunft des Bauens liegt nicht in der Zersiedelung, sondern im intelligenten Umgang mit innerst\u00e4dtischen Fl\u00e4chen. Ein Musterbeispiel daf\u00fcr sind die \u201eKronenh\u00f6fe\u201c in Backnang. Auf einem schwierigen Grundst\u00fcck entstand ein neues Stadtquartier, das Altstadt und Bahnhof verbindet. Kleine Pl\u00e4tze und \u00f6ffentliche Durchg\u00e4nge schaffen Begegnungsr\u00e4ume, Backsteinfassaden und unterschiedliche Dachformen verleihen dem Quartier Identit\u00e4t. Die Jury spricht von \u201eStadtreparatur\u201c \u2013 ein Begriff, der fr\u00fcher selten im Zusammenhang mit ausgezeichneten Projekten fiel.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.fc3b9441-6832-4508-bcfb-e1f96012564c.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Kronenh\u00f6fe in Backnang    Foto: Swen Carlin    <\/p>\n<p>Auch der Erweiterungsbau des Landratsamts am Alten Postplatz in Waiblingen zeigt, wie st\u00e4dtische R\u00e4ume aufgewertet werden k\u00f6nnen. \u201eHier wird Nachhaltigkeit nicht nur gebaut, sondern gelebt\u201c, sagt Weber. Der polygonale Neubau mit Photovoltaik-Fassaden, Dachbegr\u00fcnung und einem Mobilit\u00e4tskonzept schlie\u00dft eine st\u00e4dtebauliche L\u00fccke und setzt ein klares Zeichen f\u00fcr nachhaltige Verwaltung.<\/p>\n<p> <b>Weinberge, Holz und Lieblingspl\u00e4tze: Bauen f\u00fcr alle Sinne<\/b> Manchmal kann Architektur auch sinnlich sein. Das Weingut Leon Gold in Weinstadt zeigt, wie Weinproduktion, Wohnen und Landschaft verschmelzen k\u00f6nnen. Das Ensemble schmiegt sich sanft in die H\u00e4nge der Weinberge, Terrassen laden zum Verweilen ein. Die Jury bezeichnete es als \u201ekleines Paradies im Remstal\u201c.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.510f4880-d554-4237-ad85-3161327068aa.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Weingut Leon Gold in Gro\u00dfheppach    Foto: Martin B\u00fchler    <\/p>\n<p>Weitere pr\u00e4mierte Projekte wie der B\u00fcrgerpark \u201eGr\u00fcne Mitte\u201c in Weinstadt oder die Revitalisierung der Alten Kelter in Miedelsbach beweisen, dass auch Freir\u00e4ume und Bestandsbauten zur Baukultur beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> <b>Alltagsarchitektur statt Luxusvillen<\/b> Neun der 25 pr\u00e4mierten Projekte sind Wohngeb\u00e4ude, viele davon in Baugemeinschaften oder mit sozialem Anspruch. Luxusvillen am Hang, fr\u00fcher oft ausgezeichnet, sind kaum noch vertreten. \u201eAlltagsarchitektur r\u00fcckt in den Fokus\u201c, sagt Weber. \u201eEs geht um Projekte, die unser t\u00e4gliches Leben verbessern \u2013 und das auf nachhaltige Weise.\u201c<\/p>\n<p>Die ausgezeichneten Projekte sind ab dem 3. Dezember in einer Ausstellung im Landratsamt Waiblingen zu sehen. Sie zeigen eindrucksvoll: Die Zukunft des Bauens liegt nicht im Einfamilienhaus, sondern in cleveren, nachhaltigen und gemeinschaftlichen Konzepten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEinfamilienh\u00e4user haben es heute schwer\u201c, sagt Carmen Mundorff, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Architektenkammer Baden-W\u00fcrttemberg. 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