{"id":298879,"date":"2025-07-27T21:08:11","date_gmt":"2025-07-27T21:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298879\/"},"modified":"2025-07-27T21:08:11","modified_gmt":"2025-07-27T21:08:11","slug":"15-prozent-auf-alles-ausser-was-in-der-zolleinigung-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298879\/","title":{"rendered":"15 Prozent auf alles, au\u00dfer &#8230;: Was in der Zolleinigung steckt"},"content":{"rendered":"<p>                    15 Prozent auf alles, au\u00dfer &#8230;<br \/>\n                Was in der Zolleinigung steckt<\/p>\n<p>\t\t\t\t              27.07.2025, 22:18 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Donald Trump ist es der &#8222;gr\u00f6\u00dfte Deal, der jemals gemacht wurde&#8220;: Unter Applaus von US- und EU-Vertretern verk\u00fcnden der amerikanische Pr\u00e4sident und die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin eine Einigung im monatelangen Zollstreit. Eine \u00dcbersicht: <\/strong><\/p>\n<p>Donald Trump und EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen sa\u00dfen eintr\u00e4chtig nebeneinander, als sie das Ende des monatelangen Zollstreits verk\u00fcndeten. &#8222;Es ist ein riesiger Deal mit vielen L\u00e4ndern&#8220;, sagte Trump im gro\u00dfen Saal seines schottischen Golfresorts. &#8222;Ich glaube, das ist der gr\u00f6\u00dfte Deal, der jemals gemacht wurde.&#8220; Die Mitarbeiter beider Seiten applaudierten. <\/p>\n<p>Das bedeutet die Einigung, die Europa und die USA laut Trump &#8222;n\u00e4her zusammenbringen&#8220; wird: <\/p>\n<p>Worauf haben sich die EU und die USA geeinigt?<\/p>\n<p>Die zum 1. August angedrohten Z\u00f6lle in H\u00f6he von 30 Prozent auf die Einfuhr europ\u00e4ischer Produkte sind abgewendet. Stattdessen soll es einen Basiszollsatz in H\u00f6he von 15 Prozent auf die meisten Produkte geben. Das gilt laut von der Leyen auch f\u00fcr die Autos, Halbleiter und Pharmaprodukte. Die Einigung schaffe einen Rahmen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Senkung der Z\u00f6lle auf weitere Produkte. <\/p>\n<p>Gab es weitere Zugest\u00e4ndnisse von EU-Seite?<\/p>\n<p>Die EU sichert nach Angaben von Trump zu, Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar zu kaufen und zus\u00e4tzlich 600 Milliarden US-Dollar in die USA zu investieren. Auch mehr R\u00fcstungsgesch\u00e4fte soll es geben. Laut von der Leyen soll es beidseitige Nullz\u00f6lle f\u00fcr eine Reihe strategischer Produkte geben, darunter unter anderem Flugzeuge und Flugzeugteile, bestimmte Chemikalien sowie bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse.<\/p>\n<p>Warum hat die EU den Deal akzeptiert?<\/p>\n<p>W\u00e4re es zu keiner Einigung gekommen, h\u00e4tten weitere US-Z\u00f6lle gedroht. Die EU wollte eine Eskalation verhindern, da dies den Handel und Arbeitspl\u00e4tze bedroht h\u00e4tte. Hinzu kam die Sorge, Trump k\u00f6nne im Fall eines versch\u00e4rften Konflikts neue Drohkulissen aufbauen, beispielsweise indem er erneut die milit\u00e4rische Beistandspflicht innerhalb der Nato infrage stellt oder die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zur\u00fcckf\u00e4hrt &#8211; beides sind \u00e4u\u00dferst sensible Themen angesichts der Bedrohungen durch Russland.<\/p>\n<p>Wenn die Europ\u00e4er im Bereich der Verteidigung nicht so abh\u00e4ngig von den USA w\u00e4ren, h\u00e4tten sie den Deal vielleicht nicht akzeptiert. Wirtschaftlich ist die EU n\u00e4mlich mit etwa 450 Millionen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern in 27 L\u00e4ndern eine echte Marktmacht, die den Vereinigten Staaten in einem Handelskonflikt schwer zusetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p> Welche Z\u00f6lle hatte Trump bereits verh\u00e4ngt?<\/p>\n<p>Neben einem Basiszollsatz in H\u00f6he von zehn Prozent hatte die US-Regierung unter Trump unter anderem auf den Import von Autos und Autoteilen Extraz\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent eingef\u00fchrt, sodass der Zollsatz zuletzt vor dem Deal bei 27,5 Prozent lag. Die jetzt g\u00fcltigen 15 Prozent seien das Beste, das zu erreichen gewesen sei, sagte von der Leyen. Bei Stahl- und Aluminiumprodukten bleibt der Zollsatz laut Trump bei 50 Prozent. Nach Angaben aus EU-Kreisen sollen aber bestimmte Mengen ausgenommen werden, wie es bereits vor Trumps Amtsantritt der Fall gewesen war. <\/p>\n<p>Was gewinnt Trump?<\/p>\n<p>Dass Trump den Basiszollsatz in H\u00f6he von 15 Prozent aufrechterhalten kann, d\u00fcrfte Zusatzeinnahmen in Milliardenh\u00f6he in die US-Staatskasse sp\u00fclen. Nach EU-Angaben lag der durchschnittliche US-Zollsatz auf Importe aus der EU in der Praxis vor dem Amtsantritt Trumps bei lediglich etwa 1 Prozent und damit ebenso niedrig wie der Zollsatz der EU auf US-Importe &#8211; zumindest dann, wenn man nur den tats\u00e4chlichen Warenhandel zwischen der EU und den USA zugrunde legt. Im Jahr 2023 erhoben die USA demnach Z\u00f6lle in H\u00f6he von rund sieben Milliarden Euro auf EU-Exporte, und die EU erhob Z\u00f6lle in H\u00f6he von rund drei Milliarden Euro auf US-Exporte.<\/p>\n<p>Wie steht Deutschland zu dem Deal?<\/p>\n<p>Deutschland dr\u00e4ngte fr\u00fchzeitig auf eine Einigung. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte zuletzt: &#8222;Hier geht es nicht um ein fein ziseliertes, in allen Details ausverhandeltes, umfassendes Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier geht es jetzt um die schnelle Beilegung eines Zollstreits.&#8220; Er verwies unter anderem auf die hohen Z\u00f6lle, die Trump schon f\u00fcr den Import von Autos und Autoteilen in die USA eingef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>Was bedeutet die Einigung f\u00fcr die deutsche Wirtschaft und Verbraucher?<\/p>\n<p>Das wird sich vermutlich erst in den n\u00e4chsten Monaten genau zeigen. Gut ist, dass sich die Ungewissheit ein St\u00fcck weit reduziert. Schlecht ist, dass ein Teil der US-Z\u00f6lle aufrechterhalten bleibt. Z\u00f6lle machen Produkte in der Regel teurer und bremsen damit den Handel. Denkbar ist deswegen weiterhin, dass deutsche Unternehmen Gesch\u00e4ft in den USA verlieren und Arbeitspl\u00e4tze abbauen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4tte die EU im Falle einer Eskalation reagiert?<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hatte mit Vergeltungsma\u00dfnahmen gedroht. Dazu z\u00e4hlten Z\u00f6lle auf US-Produkte wie Flugzeuge, Motorr\u00e4der, Rindfleisch, Whiskey und Zitrusfr\u00fcchte. Zudem wurden Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr bestimmte G\u00fcter wie Stahlschrott oder chemische Erzeugnisse sowie eine Umsatzabgabe f\u00fcr US-Tech-Konzerne in Erw\u00e4gung gezogen.<\/p>\n<p>Wie rechtfertigt Trump seinen Zollkurs?<\/p>\n<p>Trump argumentiert mit einem angeblichen Handelsungleichgewicht zwischen den USA und der EU. Zudem wollte er mit seinem Kurs unter dem Motto &#8222;America First&#8220; industrielle Produktion zur\u00fcck in die USA holen. Die zus\u00e4tzlichen Zolleinnahmen sollten au\u00dferdem helfen, seine umfangreichen Steuersenkungen gegenzufinanzieren.<\/p>\n<p>Wie beurteilt die EU Trumps Z\u00f6lle?<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission h\u00e4lt die neuen US-Z\u00f6lle grundlegend f\u00fcr ungerechtfertigt. Ihrer Ansicht nach versto\u00dfen sie auch klar und eklatant gegen grundlegende Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).<\/p>\n<p>Ist der Deal dauerhaft oder nur eine \u00dcbergangsl\u00f6sung?<\/p>\n<p>Unmittelbar vor dem Spitzengespr\u00e4ch hatte Trump gesagt, mit einem Deal w\u00fcrde der Zollstreit beendet werden. Er gehe davon aus, dass es in einem solchen Fall mindestens einige Jahre dauern w\u00fcrde, bevor wieder Gespr\u00e4che dar\u00fcber n\u00f6tig seien.<\/p>\n<p>Um was f\u00fcr ein Handelsvolumen geht es?<\/p>\n<p>Nach Angaben der EU haben die Europ\u00e4ische Union und die Vereinigten Staaten die umfassendsten bilateralen Handels\u2011 und Investitionsbeziehungen der Welt und die am engsten miteinander verzahnten Volkswirtschaften. Zusammen machen sie demnach fast 30 Prozent des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen und 43 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung aus. Im Jahr 2024 belief sich der transatlantische Handel mit Waren und Dienstleistungen nach EU-Zahlen auf mehr als 1,68 Billionen Euro. Die EU und die USA waren jeweils f\u00fcreinander der wichtigste Warenhandelspartner.<\/p>\n<p>Haben die USA wirklich ein deutliches Handelsdefizit?<\/p>\n<p>Im Warenhandel mit den USA verbuchte die EU 2024 nach j\u00fcngsten Zahlen des Statistikamts Eurostat einen deutlichen \u00dcberschuss in H\u00f6he von rund 198 Milliarden Euro. So wurden im Jahr 2024 Waren im Wert von etwa 533 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten ausgef\u00fchrt und nur Waren im Wert von rund 335 Milliarden Euro aus den USA importiert. <\/p>\n<p>Im Dienstleistungsbereich hat die EU hingegen ein Handelsdefizit mit den Vereinigten Staaten, sodass die EU nach eigenen Angaben 2024 im Handel mit Waren und Dienstleistungen lediglich einen Handels\u00fcberschuss von 50 Milliarden Euro hatte. &#8222;Dies entsprach weniger als 3 Prozent des gesamten Handels zwischen der EU und den USA&#8220;, wird in Br\u00fcssel argumentiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15 Prozent auf alles, au\u00dfer &#8230; Was in der Zolleinigung steckt 27.07.2025, 22:18 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":298880,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1773],"tags":[29,106,214,548,30,212,471,1780,215,1493,64,55,211],"class_list":{"0":"post-298879","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-deutschland","9":"tag-donald-trump","10":"tag-entertainment","11":"tag-eu","12":"tag-germany","13":"tag-handelskonflikte","14":"tag-serien","15":"tag-series","16":"tag-unterhaltung","17":"tag-ursula-von-der-leyen","18":"tag-usa","19":"tag-wirtschaft","20":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114927245946311875","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298879","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298879"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298879\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/298880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298879"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298879"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298879"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}