{"id":298881,"date":"2025-07-27T21:09:12","date_gmt":"2025-07-27T21:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298881\/"},"modified":"2025-07-27T21:09:12","modified_gmt":"2025-07-27T21:09:12","slug":"schweiz-emotionen-um-ukw-aus-kochen-weiter-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298881\/","title":{"rendered":"Schweiz: Emotionen um UKW-Aus kochen weiter hoch"},"content":{"rendered":"<p class=\"fpar\">\n<p>Auch ein halbes Jahr, nachdem die \u00f6ffent\u00adlich-recht\u00adliche SRG ihre UKW-Sender in der Schweiz abge\u00adschaltet hat, kochen die Emotionen hoch. Hinter\u00adgrund sind die H\u00f6rer\u00adzahlen von Media\u00adpulse. Knapp sechs Monate nach der UKW-Abschal\u00adtung weist die SRG in allen Sprach\u00adregionen einen Markt\u00adanteil von 53\u00a0Prozent aus. Das entspricht einem R\u00fcckgang um 6\u00a0Prozent\u00adpunkte gegen\u00ad\u00fcber dem Vorjah\u00adreshalb\u00adjahr, als noch \u00fcber UKW gesendet wurde. Ein R\u00fcckgang, den die SRG selbst als &#8222;im Rahmen der Erwar\u00adtungen&#8220; bezeichnet.\n<\/p>\n<p>Scha\u00adwinski: &#8222;Schweiz zerst\u00f6rt ihre Radio\u00adland\u00adschaft&#8220;<\/p>\n<p class=\"fpar\">\nRadio\u00adpionier und UKW-Abschalt\u00adgegner Roger Scha\u00adwinski sieht das natur\u00adgem\u00e4\u00df v\u00f6llig anders. Er spricht in einem Gast\u00adbeitrag im Online-Magazin &#8222;Pers\u00f6n\u00adlich&#8220; von &#8222;scho\u00adckie\u00adrenden Fakten&#8220;. Das &#8222;fatale Horn\u00adberger Schie\u00dfen mit dem logisch nicht begr\u00fcnd\u00adbaren totalen UKW-Verbot &#8211; als einzigem Land in Mittel\u00adeuropa \u00fcbrigens &#8211; wird&#8230; zur Zerst\u00f6\u00adrung der seit Jahr\u00adzehnten gewach\u00adsenen Radio\u00adland\u00adschaft f\u00fchren und den Auslands\u00adsendern T\u00fcr und Tor \u00f6ffnen. Es w\u00e4re ein Fiasko der Schweizer Medi\u00adenpo\u00adlitik. Dies muss verhin\u00addert werden, und dazu ist es noch nicht zu sp\u00e4t&#8220;, schreibt der Chef des Z\u00fcricher Privat\u00adsenders Radio\u00a01.\n<\/p>\n<p>UKW-Nutzung geht weiter zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"fpar\">\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ukw-dabplus-radio-schweiz-1f.jpg\" alt=\"Die UKW-Frequenzen vom Schweizer Berg S\u00e4ntis sind auch in weiten Teilen S\u00fcddeutschlands zu h\u00f6ren\" width=\"540\" height=\"304\" style=\"--nw:450px\"  \/><br \/>\nDie Mehrzahl der UKW-Frequenzen in der Schweiz wurde abgeschaltet<br \/>Quelle: YouTube-Kanal S\u00e4ntis, Screenshot: Michael Fuhr<\/p>\n<p>So &#8222;scho\u00adckie\u00adrend&#8220; k\u00f6nnen die Zahlen aber nicht sein, zumin\u00addest wenn es nach dem Bundesamt f\u00fcr Kommu\u00adnika\u00adtion (Bakom) geht, das jetzt neue Daten zur Radio\u00adnutzung bei den Eidge\u00adnossen ver\u00f6f\u00adfent\u00adlicht hat. Kurz nach der UKW-Abschal\u00adtung der SRG hat sich die schweiz\u00adweite Nutzung von Radio \u00fcber das alte, analoge Radio bereits deutlich redu\u00adziert und macht nur noch 13\u00a0Prozent der gesamten Radio\u00adnutzung aus. Radio werde in allen Regionen der Schweiz mehr\u00adheit\u00adlich digital konsu\u00admiert, mitt\u00adlerweile erfolgen 87\u00a0Prozent der gesamten Radio\u00adnutzung \u00fcber digitale Empfangs\u00adwege.<\/p>\n<p class=\"npar\">\nBeson\u00adders zu Hause sei digi\u00adtales Radio der Standard, aber auch im Auto domi\u00adniere inzwi\u00adschen die digitale Verbrei\u00adtung: Zwar wird UKW dort noch zu rund einem Drittel genutzt, doch auch hier \u00fcber\u00adwiegt der digitale Empfang deutlich. Nur noch 7\u00a0Prozent der Bev\u00f6l\u00adkerung nutzen Radio ausschlie\u00df\u00adlich \u00fcber UKW. Demge\u00adgen\u00fcber st\u00fcnden 45\u00a0Prozent der Bev\u00f6l\u00adkerung, die ausschlie\u00df\u00adlich digital Radio h\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"npar\">\nDie Zahlen zeigen also: Die digitale Radio\u00adnutzung hat sich nicht nur etabliert, sondern auf hohem Niveau stabi\u00adlisiert. Mit der zuneh\u00admenden Verbrei\u00adtung DAB+-f\u00e4higer Ger\u00e4te \u0096 insbe\u00adsondere in Neuwagen \u0096 werde sich dieser Trend laut Bakom auch in Zukunft fort\u00adsetzen.\n<\/p>\n<p>Rein digitale Privat\u00adsender profi\u00adtieren von SRG-Abschal\u00adtung<\/p>\n<p class=\"fpar\">\nStellt sich dennoch die Frage, wohin die H\u00f6rer gewan\u00addert sind, welche die SRG verloren hat. Die Schweizer Presse berichtet, dass vor allem Privat\u00adsender, die noch auf UKW senden, und Sender aus dem Ausland von dem analogen R\u00fcckzug der SRG profi\u00adtiert haben. Zumeist geht dies einher mit der Forde\u00adrung, UKW doch \u00fcber 2026 hinaus zu verl\u00e4n\u00adgern und die SRG sogar wieder zu einer R\u00fcckkehr auf UKW zu bewegen.<\/p>\n<p class=\"npar\">\nDoch das ist nur die halbe Wahrheit. Was verschwiegen wird: Auch die privaten DAB+-only-Sender haben laut der aktu\u00adellen Media\u00adpulse-Zahlen profi\u00adtiert. Beinahe alle rein digital ausge\u00adstrahlten Programme haben gro\u00dfe Schritte nach vorn gemacht. Die Privat\u00adsender Vintage Radio und Radio Melody sind in die Top\u00a010 aller Schweizer Sender gesprungen (Pl\u00e4tze\u00a08 und\u00a010), Virgin Radio Rock auf Platz\u00a011 und Flash\u00adback\u00a0FM auf Platz\u00a013 liegen dicht dahinter.\n<\/p>\n<p class=\"npar\" data-pos=\"\">\nEs ist also anzu\u00adnehmen, dass sich viele Schweizer nach dem UKW-R\u00fcckzug DAB+-Radios gekauft haben oder auf Webradio umge\u00adstiegen sind. Dabei h\u00f6ren einige aber aktuell nicht mehr (vorrangig) die SRG, sondern neue Programme. Fakten, die in dieser emotio\u00adnalen Debatte bei den Eidge\u00adnossen leider v\u00f6llig unter den Tisch gekehrt werden.\n<\/p>\n<p>Unab\u00adh\u00e4ngige Sender warnen vor noch\u00admaliger UKW-Verl\u00e4n\u00adgerung<\/p>\n<p class=\"fpar\">\nDie Union nicht-gewinn\u00adorien\u00adtierter Lokal\u00adradios (UNIKOM) warnt unter\u00addessen vor einer noch\u00admaligen UKW-Verl\u00e4n\u00adgerung. Neben der SRG sind auch einige der kleinen Lokal\u00adradios bereits aus Kosten\u00adgr\u00fcnden aus UKW ausge\u00adstiegen. Sie sehen aber unfaire Bedin\u00adgungen, sollten einzelne Privat\u00adradios mit ihrer Forde\u00adrung nach Verl\u00e4n\u00adgerung der analogen Tech\u00adnologie durch\u00adkommen.<\/p>\n<p class=\"npar\">\nEin Fort\u00adbestand von UKW ohne Ausschrei\u00adbung w\u00fcrde Verfas\u00adsung und Gesetz<br \/>\nwider\u00adspre\u00adchen. Sie w\u00fcrde den regio\u00adnalen UKW-Mono\u00adpolisten ihre verblie\u00adbenen Pfr\u00fcnde<br \/>\nsichern und ihnen helfen, wenigs\u00adtens die Schweizer Konkur\u00adrenz klein\u00adzuhalten. Medien- und wett\u00adbewerbs\u00adpoli\u00adtisch sei das unhaltbar, so der Verband.<\/p>\n<p class=\"npar\">\nDie Zukunft des Radios h\u00e4nge nicht von UKW ab, sondern von der Frage, wie lineares Radio<br \/>\nin einer On-Demand- und perso\u00adnali\u00adsierten Welt noch Relevanz entfalten kann. Entschei\u00addend<br \/>\nsei nicht, wie lange UKW k\u00fcnst\u00adlich am Leben gehalten wird, sondern wie digitale Angebote<br \/>\nweiter\u00adentwi\u00adckelt werden. Inno\u00advation brauche poli\u00adtische Unter\u00adst\u00fct\u00adzung. &#8222;Wer lebens\u00adf\u00e4hige<br \/>\nRadios will, muss sie auch erm\u00f6g\u00adlichen&#8220;, so der UNIKOM.<\/p>\n<p>\nDennoch gibt es inzwi\u00adschen eine Initia\u00adtive aus der Politik: Nach Kritik von einigen Radioveran\u00adstal\u00adtern k\u00f6nnte UKW in der Schweiz <a href=\"https:\/\/www.teltarif.de\/radio-ukw-schweiz\/news\/99020.html\" class=\"chnews chHr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nun doch auch \u00fcber das Jahr\u00a02026 hinaus weiter\u00adlaufen<\/a>.<\/p>\n<p>\nAnzeige:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch ein halbes Jahr, nachdem die \u00f6ffent\u00adlich-recht\u00adliche SRG ihre UKW-Sender in der Schweiz abge\u00adschaltet hat, kochen die Emotionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":298882,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-298881","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114927250738586801","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298881"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298881\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/298882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}