{"id":298916,"date":"2025-07-27T21:28:26","date_gmt":"2025-07-27T21:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298916\/"},"modified":"2025-07-27T21:28:26","modified_gmt":"2025-07-27T21:28:26","slug":"psycho-in-der-galerie-noah-angesagte-kunst-in-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/298916\/","title":{"rendered":"\u201ePsycho?\u201c in der Galerie Noah: Angesagte Kunst in Augsburg"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Gewiss ebenso interessant wie die j\u00fcngste Ausstellung der Galerie Noah im Glaspalast ist ihr Vorlauf und ihr \u201eDrumrum\u201c. Rund 50 K\u00fcnstler mit Bezug zu <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> waren urspr\u00fcnglich in einer \u00dcbersicht potenzieller Kandidaten gelistet, selbstredend m\u00e4nnlich wie weiblich. 40 fielen raus. Zehn verblieben, die \u2013 so Galeristin Wilma Sedelmeier \u2013 \u201ezur Galerie passen, etwas zu sagen haben und mir pers\u00f6nlich gefallen\u201c. Dass dabei die Malerei das Ausdrucksmittel erster Wahl war, nicht die Neuen Medien, versteht sich aufgrund von Konzept und Geschichte der Galerie.\n  <\/p>\n<p>            Galerie Noah pr\u00e4sentiert zehn K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die \u201eangesagt\u201c sind<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und nun also treffen zwei Damen und acht Herren unter dem etwas effekthascherischen Titel \u201ePsycho? Augsburg crazy on canvas\u201c aufeinander, zehn K\u00fcnstler, die laut Faltprospekt \u201eangesagt\u201c sind. Sicher: Grunds\u00e4tzlich freut sich nahezu jeder Kunstschaffende dar\u00fcber, wenn eine Galerie Interesse an seinen Arbeiten hat. Und wie glaubhaft zu h\u00f6ren ist, gab es im Vorfeld der Schau auch so etwas wie ein Kr\u00e4ftemessen in der Augsburger K\u00fcnstlerschaft. Aber ob nun jeder der Erw\u00e4hlten gl\u00fccklich ist, gl\u00fccklich sein darf \u2013 oder im Falle des 2019 verstorbenen Max Kaminski gl\u00fccklich gewesen w\u00e4re \u2013 mit genanntem Titel und dem als Pr\u00e4dikat (miss)verstandenen W\u00f6rtchen \u201eangesagt\u201c, das sei mal dahingestellt. Gerade die Kunst hat in l\u00e4ngeren Zeitr\u00e4umen zu denken \u2013 so sie Bedeutung erlangen will \u00fcber alles \u201ecrazy\u201c hinaus.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wie gro\u00df das Kr\u00e4ftegeschiebe in der Augsburger Kunstszene insgesamt ist, vermittelte auch der Tag der Vernissage dieser Ausstellung. Wer zu Wort kam, wer kaum zu Wort kam, wer wie stichelte und Reaktion erwartete, lie\u00df bei aller erw\u00fcnscht sachlich-kontroversen Diskussion doch nebenher auf Empfindlichkeiten schlie\u00dfen. Aber die Hauptsache bleibt gleichwohl die \u2013 umk\u00e4mpfte \u2013 Kunst und ihre Entwicklung. Ob Kuratorinnen-Vorliebe, ob Zufall oder Kunststr\u00f6mung: bestimmte Gemeinsamkeiten unter den in der Galerie Noah gezeigten Werken fallen auf.\n  <\/p>\n<p>            Im Zentrum steht der Berliner Promi-K\u00fcnstler Martin Eder, der aus Augsburg stammt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Besonders die Tier-Darstellung. Sie findet sich in der dunkel-mythologischen und dunkel landschaftsidyllischen Malerei des besagtem Max Kaminski, der seine letzten Schaffens- und Lebensjahre in Augsburg verbrachte; sie findet sich bei dem 1960 in Augsburg geborenen Felix Weinold, der mit starken Kontrasten in grafisch wirkungsvoller Malerei dem Hund einen Protagonisten-Auftritt verschafft; sie findet sich bei Timur Lukas und Monika Schultes (\u201eChimpanzee\u201c); und sie findet sich bekannterma\u00dfen bei Martin Eder (*1968 Augsburg), um den als zentralen Promi-K\u00fcnstler die Schau gruppiert ist.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seine handwerkliche F\u00e4higkeit steht au\u00dfer Zweifel, nicht aber seine Thematik, so psycho, crazy und angesagt sie sein mag. Auch die Einladungskarte der Schau zeigt seine niedlichen Katzenbabys mitsamt attraktiver Girls. Andernorts kommen s\u00fc\u00dfe Zicklein mit Kristallkr\u00f6nchen dazu \u2013 verr\u00fcckt. In Sachen \u00e4sthetischer Grenz\u00fcberschreitung durch bunt-realistischen Liebreiz besteht starker Ermittlungsbedarf. Zum Kontrast setzt Eder d\u00fcster-dr\u00e4uende Kriegerinnen und Walk\u00fcren ins Bild. Das ist dann weniger crazy als strategisch mystery.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            \u201ePsycho?\u201c in der Galerie Noah: Die Krone landet auf dem Misthaufen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Besser, wir wenden uns gewagterer, auch deutlich preiswerterer Kunst zu. Guido Weggenmann aus dem Allg\u00e4u zeigt eine oxydierte, \u00fcberdimensionale Krone in einem Schubkarren. In Zeiten des Wahns imperialistischer Weltm\u00e4chte l\u00e4sst der gerne (neo)symbolistisch arbeitende K\u00fcnstler das Herrschaftsmerkmal der Monarchie gleichsam auf den Misthaufen der Geschichte karren. Helen Hu, 1994 in Augsburg geboren, kombiniert in Abstraktionen verschwommenen und trennscharfen Tachismus. Daniel Man, zugezogen nach Augsburg, greift unter anderem eine Technik auf, die gerade in vielen Ateliers erprobt wird: vielschichtig-abstrakte Kompositionen, deren harte Konturen mittels abgeklebter Passagen entstehen. Und G\u00fcnther Baumann, Augsburger Kunstf\u00f6rderpreistr\u00e4ger 1987, bietet Augen- und Hirnfutter unter anderem in 25 \u201eGiornate\u201c-Zeichnungen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Besondere Aufmerksamkeit sei empfohlen hinsichtlich der Arbeiten Philipp F\u00fcrhofers im Studio der Galerie. Der 1982 in Augsburg geborene K\u00fcnstler, zudem ein an gro\u00dfen Opernh\u00e4usern begehrter B\u00fchnenausstatter, \u00fcberzeugt mit doppelter Glasmalerei \u2013 auf und hinter der Scheibe (\u201eGround\u201c). Auch in \u201e\u00dcberlebung\u201c, einer hochalpinen Ger\u00f6llansicht, legt er zwei Malschichten mit Abstand \u00fcbereinander: auf Papier und dar\u00fcber auf Glas. Eine heute au\u00dfergew\u00f6hnlich wirkungsvolle Art, Raum und Tiefe zu erzielen \u2013 im 18. Jahrhundert aber in Form des Dioramas g\u00e4ngig in Augsburg.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Galerie Noah im Glaspalast, bis 12. Oktober, ge\u00f6ffnet Di. bis Fr. 11 bis 15 Uhr, Sa. und So. 12 bis 15 Uhr\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    R\u00fcdiger Heinze<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stadt<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gewiss ebenso interessant wie die j\u00fcngste Ausstellung der Galerie Noah im Glaspalast ist ihr Vorlauf und ihr \u201eDrumrum\u201c.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":298917,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-298916","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114927324576825593","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298916","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298916"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298916\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/298917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298916"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298916"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298916"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}