{"id":299053,"date":"2025-07-27T22:48:11","date_gmt":"2025-07-27T22:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299053\/"},"modified":"2025-07-27T22:48:11","modified_gmt":"2025-07-27T22:48:11","slug":"bochum-schwedt-bewerbung-wo-beginnt-aufpolieren-wo-endet-die-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299053\/","title":{"rendered":"Bochum\/Schwedt | Bewerbung: Wo beginnt Aufpolieren, wo endet die Wahrheit?"},"content":{"rendered":"<p>Bochum\/Schwedt (dpa\/tmn) &#8211; Spanisch auf Muttersprachniveau, weitreichende Projektverantwortung, praktische KI-Kompetenzen: Tragen Sie in bei Bewerbungen auch gerne dick auf? Woher wissen Bewerberinnen und Bewerber eigentlich, dass Sie einen Schritt zu weit gegangen sind &#8211; was z\u00e4hlt noch als Aufpolieren, und wo endet die Wahrheit? Experten ordnen ein.<\/p>\n<p>Bastian Hughes, Karriereberater und Podcaster (\u00abBerufsoptimierer\u00bb) sieht es pragmatisch, wenn man sich im Lebenslauf und Anschreiben im besten Licht darstellt: \u00abDadurch, dass auch Unternehmen sich in Stellenanzeigen von ihrer besten Seite zeigen wollen, finde ich das nur fair.\u00bb Arbeitgeber w\u00fcrden auf ihren Webseiten teils \u00abastronomische Versprechungen\u00bb machen, die Wahrheit sehe oft ganz anders aus.<\/p>\n<p>Vertrauen als entscheidender Faktor<\/p>\n<p>Und: \u00abIn Bewerbung steckt auch das W\u00f6rtchen `werben`\u00bb, so Hughes weiter. In der Werbung gehe klar darum, die positiven Features eines Produkts in den Vordergrund zu stellen. Analog gilt auch f\u00fcr Bewerbungen: Die besten Eigenschaften werden hervorgehoben. Passt etwas weniger zur Ausschreibung, darf das auch mal unter den Tisch fallen.<\/p>\n<p>Ein Freifahrtschein ist das aber nicht: \u00abDie Grenze zur Irref\u00fchrung ist schnell \u00fcberschritten\u00bb, sagt der Kommunikations- und Karriereberater Branko Woischwill. Wer Erfolge zu stark ausschm\u00fcckt, riskiere seine Glaubw\u00fcrdigkeit. \u00abVertrauen ist im Bewerbungsprozess ein entscheidender Faktor \u2013 und wenn es einmal besch\u00e4digt ist, nur schwer wiederherzustellen.\u00bb<\/p>\n<p>Zu weit gegangen? Wo eine Grenze \u00fcberschritten wird<\/p>\n<p>Bastian Hughes sieht eine Grenze \u00fcberschritten, \u00abwenn ich als Bewerber ganz bewusst die Unwahrheit schreibe\u00bb. Beim klaren L\u00fcgen also. Beispiel: Angenommen eine Person hat bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einem Arbeitgeber gearbeitet, stellt das im Lebenslauf aber weiterhin als aktuelle T\u00e4tigkeit dar, obwohl sie seit sechs Monaten nicht mehr dort angestellt ist.<\/p>\n<p>Branko Woischwill zieht die Grenze da, wo Angaben nicht mehr belegbar oder plausibel nachvollziehbar sind. \u00abWenn aus der Mitarbeit in einem Projekt pl\u00f6tzlich eine Leitungsfunktion wird, ist das kein Selbstmarketing mehr \u2013 sondern Irref\u00fchrung\u00bb, so der Berater. \u00abUnd die f\u00e4llt sp\u00e4testens im Vorstellungsgespr\u00e4ch oder im Berufsalltag auf.\u00bb<\/p>\n<p>Kommen beim zust\u00e4ndigen Personaler angesichts von Unstimmigkeiten und Co. Zweifel auf, folge oft der Blick ins Arbeitszeugnis, erz\u00e4hlt Hughes aus eigener Erfahrung. Das bringt die Wahrheit schnell ans Licht: Bei einer F\u00fchrungsrolle werden auch F\u00fchrungsaufgaben im Zeugnis erw\u00e4hnt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIch muss mir zudem gewahr sein, dass ich im Bewerbungsgespr\u00e4ch gefragt werde: Wie haben Sie ein Team gef\u00fchrt? Wie sind Sie mit Konflikten umgegangen?\u00bb, so Hughes. Wer den eigenen CV dahingehend \u00abfrisiert\u00bb hat, m\u00fcsse sich nicht wundern, am Ende den Zuschlag nicht zu bekommen.<\/p>\n<p>Die Rolle der KI: Gut verkauft, ist halb gewonnen?<\/p>\n<p>Aber ist nicht mittlerweile ohnehin nahezu jede Bewerbung mit Hilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) erstellt und klingt entsprechend sensationell?\u00a0<\/p>\n<p>Laut Hughes kommt es hier auch darauf an, wie Bewerberinnen und Bewerber KI verwenden. Angenommen man fordert ein generatives KI-Tool dazu auf, ein Anschreiben basierend auf einer Stellenanzeige und dem eigenen Lebenslauf zu formulieren: \u00abDann muss man am Ende selbst in den Spiegel schauen und mit dem leben k\u00f6nnen, was da steht\u00bb, so der Karriereberater.<\/p>\n<p>Die sprachliche Qualit\u00e4t des generierten Anschreibens variiere mit der Qualit\u00e4t der Prompts, die dem Chatbot gegeben werden, sagt auch Ben Dehn vom Bewerbungsservice \u00abDie Bewerbungsschreiber\u00bb. F\u00fcr den Experten problematisch: Wer nicht genau wei\u00df, was er tut, kann die Qualit\u00e4t des Ergebnisses auch nicht beurteilen.\u00a0<\/p>\n<p>Auch der Austausch mit dem Chatbot braucht Zeit<\/p>\n<p>Ben Dehn betont: \u00abEs sieht besser aus als gedacht und liest sich auch fl\u00fcssig, ist in der Regel allerdings sehr allgemein und floskelhaft\u00bb. Ob das Anschreiben gut genug ist, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, k\u00f6nnten Unge\u00fcbte oft nicht einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Bastian Hughes hat diese Tipps f\u00fcr Bewerberinnen und Bewerber:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>die KI eher als eine Art Coach sehen und verst\u00e4rkt in den Austausch gehen<\/li>\n<li>das eigene Anschreiben als Vorlage vorgeben, der KI damit einen bestimmten Stil zuweisen und der Bewerbung so nach und nach eine pers\u00f6nliche Note verleihen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Knackpunkt laut Ben Dehn: Die Zeit, die man in den Austausch mit einem KI-Chatbot steckt, k\u00f6nne man auch in die Recherche zur Bewerbung stecken und die Bewerbung selbst schreiben.\u00a0<\/p>\n<p>Die KI als Verkaufsexperte: Erfolgsorientiert statt bescheiden<\/p>\n<p>Chancen sieht Bastian Hughes darin, dass Chatbots Dinge oft \u00abwahnsinnig gut erfolgsorientiert formulieren\u00bb k\u00f6nnen. Das hilft dabei, sich gut zu verkaufen &#8211; dem Berater zufolge gerade f\u00fcr Positionen auf F\u00fchrungsebene ein Pluspunkt. Eine gewisse \u00abdeutsche Bescheidenheit\u00bb sei beim Formulieren von Anschreiben hingegen eher kontraproduktiv.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Ben Dehn findet, dass ein KI-generiertes Anschreiben im Ergebnis \u00abin der Regel schon besser ist als viele g\u00e4ngige Mustervorlagen aus dem Internet.\u00bb Was Personalerinnen und Personalern aber schnell auffalle, seien unn\u00f6tige Wiederholungen und das h\u00e4ufige Vorkommen von Satzanf\u00e4ngen mit \u00abIch\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Wer durchs Raster f\u00e4llt<\/p>\n<p>Zum typischen Muster einer KI-generierten Bewerbung geh\u00f6ren Dehn zufolge au\u00dferdem allgemeine Floskeln, inflation\u00e4re Nutzung von Doppelpunkten und Gedankenstrichen. Auch w\u00fcrden Chatbots oder KI-Tools oft vorhandene Kompetenzen und geforderte Kompetenzen vermischen. So wird oft schnell ersichtlich, ob ein Anschreiben vom KI-Chatbot kommt. Im Zweifel sollten Bewerberinnen und Bewerber KI also zur Inspiration nutzen und immer selbst noch mal nacharbeiten.<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigen sollte man au\u00dferdem, wer die Bewerbung sp\u00e4ter liest: Die Formulierung sollte im besten Fall auf den Empf\u00e4nger oder die Empf\u00e4ngerin abgestimmt sein.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abGlaubw\u00fcrdigkeit l\u00e4sst sich nicht automatisieren\u00bb, sagt Branko Woischwill. Auch Recruiter w\u00fcrden KI-Tools nutzen, um Lebensl\u00e4ufe effizient auf Unstimmigkeiten zu pr\u00fcfen. \u00abWer zu stark besch\u00f6nigt, riskiert, durch beide Raster zu fallen \u2013 maschinell wie menschlich.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bochum\/Schwedt (dpa\/tmn) &#8211; Spanisch auf Muttersprachniveau, weitreichende Projektverantwortung, praktische KI-Kompetenzen: Tragen Sie in bei Bewerbungen auch gerne dick&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":299054,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1848],"tags":[1140,630,1706,4941,3364,29,548,663,3934,3658,30,13,1710,671,14,15,1209,12,20900],"class_list":{"0":"post-299053","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gelsenkirchen","8":"tag-arbeit","9":"tag-beruf","10":"tag-bewerbung","11":"tag-cjab","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europe","17":"tag-gelsenkirchen","18":"tag-germany","19":"tag-headlines","20":"tag-karriere","21":"tag-ki","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-nordrhein-westfalen","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-tmn0305"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114927639306893137","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=299053"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299053\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/299054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=299053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=299053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=299053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}