{"id":299324,"date":"2025-07-28T01:24:23","date_gmt":"2025-07-28T01:24:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299324\/"},"modified":"2025-07-28T01:24:23","modified_gmt":"2025-07-28T01:24:23","slug":"kritik-an-reiches-vorstoss-zu-laengerer-lebensarbeitszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299324\/","title":{"rendered":"Kritik an Reiches Vorsto\u00df zu l\u00e4ngerer Lebensarbeitszeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 27.07.2025 16:12 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mehr und l\u00e4nger arbeiten? Mit ihrer Forderung nach einer h\u00f6heren Lebensarbeitszeit st\u00f6\u00dft Wirtschaftsministerin Reiche auf Widerspruch. Der kommt vom Koalitionspartner, aber auch aus der eigenen Partei.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die Deutschen aufgefordert, mehr und l\u00e4nger zu arbeiten &#8211; und damit eine Kontroverse ausgel\u00f6st. Die Vize-Chefin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Schmidt, nannte den Vorsto\u00df &#8222;fern der Lebensrealit\u00e4t der meisten Menschen&#8220;. Schon heute lohne es sich, \u00fcber das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten &#8211; f\u00fcr alle, die das wollten, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. &#8222;Die, die es nicht k\u00f6nnen, gilt es zu sch\u00fctzen.&#8220; F\u00fcr sie sei jede Verl\u00e4ngerung der Lebensarbeitszeit eine Rentenk\u00fcrzung. &#8222;Das wird es mit der SPD nicht geben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Argument, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer l\u00e4nger arbeiten m\u00fcssten, weil sie l\u00e4nger leben w\u00fcrden, k\u00f6nne so pauschal nicht angewendet werden, sagte Schmidt weiter. Es seien vor allem Menschen mit h\u00f6heren Einkommen, die eine h\u00f6here Lebenserwartung haben. &#8222;Es tr\u00e4fe hier wieder einmal die Falschen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/katherina-reiche-cdu-im-f-a-z-gespraech-wir-koennen-nicht-ein-drittel-des-erwachsenenlebens-in-rente-verbringen-110608178.html\" title=\"Reiche: &quot;Wir k\u00f6nnen nicht ein Drittel des Erwachsenenlebens in Rente verbringen&quot;\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Reiche hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Samstag gesagt<\/a>, die Lebensarbeitszeit m\u00fcsse steigen. Der demografische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machten das &#8222;unumg\u00e4nglich&#8220;. Es k\u00f6nne &#8222;jedenfalls auf Dauer nicht gut gehen, dass wir nur zwei Drittel unseres Erwachsenenlebens arbeiten und ein Drittel in Rente verbringen&#8220;, so die CDU-Politikerin.<\/p>\n<p>    Kritik von einem weiteren SPD-Politiker<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, h\u00e4lt Reiches Ansatz f\u00fcr falsch. &#8222;Die Argumentation von Frau Reiche ist stark verk\u00fcrzt und wird der Lage nicht gerecht&#8220;, sagte Roloff dem Magazin &#8222;Spiegel&#8220;. Es sei zwar korrekt, dass Deutschland mehr Arbeitskraft ben\u00f6tige, &#8222;das kann man aber nicht pauschal \u00fcber eine Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters erzwingen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRoloff setzt laut &#8222;Spiegel&#8220; hingegen auf den Zuzug von Fachkr\u00e4ften und will \u00e4ltere Erwerbst\u00e4tige lieber durch Anreize statt Zwang f\u00fcr l\u00e4ngeres Arbeiten begeistern. M\u00f6glich seien Steuererleichterungen und ein flexiblerer Eintritt ins Rentenalter &#8211; es sind Pl\u00e4ne der alten Ampelregierung vom vergangenen Herbst.<\/p>\n<p>    Linke: &#8222;Billiger Klassenkampf von oben&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Fraktionsvorsitzende der Linken, S\u00f6ren Pellmann, spricht im &#8222;Spiegel&#8220; von einem &#8222;billigen Klassenkampf von oben&#8220;. Die \u00c4u\u00dferungen d\u00fcrften viele Menschen als Hohn empfinden, sagte Pellmann dem &#8222;Spiegel&#8220;. &#8222;Viele Besch\u00e4ftigte leisten \u00dcberstunden ohne Ende, werden krank durch zu viel Arbeit und f\u00fcr viel zu viele wartet jetzt schon nach einem Leben voller Arbeit bittere Altersarmut.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStatt Menschen l\u00e4nger arbeiten zu lassen, m\u00fcsste das Rentensystem so finanziert werden, dass alle Erwerbst\u00e4tigen einzahlen. Auch m\u00fcsste eine bessere Kinderbetreuung Arbeitende entlasten und bestehende Arbeit besser umverteilt werden.<\/p>\n<p>    Mittelstandsverband zeigt sich skeptisch<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Bundesverband Mittelst\u00e4ndische Wirtschaft reagierte zur\u00fcckhaltend auf den Vorsto\u00df. Wichtiger sei eine Steigerung der Produktivit\u00e4t, sagte Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christoph Ahlhaus ebenfalls den Zeitungen der Funke Mediengruppe. &#8222;Unternehmenssteuern und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge runter &#8211; und weg mit \u00fcberfl\u00fcssiger B\u00fcrokratie.&#8220; Das helfe der deutschen Wirtschaft mehr als &#8222;ein l\u00e4hmender Koalitionskrach um die verl\u00e4ngerte Lebensarbeitszeit&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZwar habe Ministerin Reiche recht, &#8222;wenn sie sagt, dass wir im wirtschaftlichen Abstiegskampf wieder einen Gang hochschalten m\u00fcssen&#8220;, sagte Ahlhaus. Vor allem aber m\u00fcsse die Wirtschaft &#8222;endlich wieder produktiver werden&#8220;. Konkret hei\u00dfe das: &#8222;Mehr schaffen, wenn wir schaffen.&#8220; Dazu m\u00fcsse die Bundesregierung die Unternehmen wieder in die Lage versetzen, gezielt in die Produktivit\u00e4t investieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Scharfe Kritik aus der eigenen Partei<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nReiche st\u00f6\u00dft auch in Teilen ihrer eigenen Partei auf Widerstand &#8211; der CDU-Sozialfl\u00fcgel (CDA) kritisierte die Aussagen der Ministerin scharf. CDA-Bundesvize Christian B\u00e4umler sagte, ihre Forderungen h\u00e4tten keine Grundlage im Koalitionsvertrag. &#8222;Wer als Wirtschaftsministerin nicht realisiert, dass Deutschland eine hohe Teilzeitquote und damit eine niedrige durchschnittliche Jahresarbeitszeit hat, ist eine Fehlbesetzung&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Sozialverband Deutschland (SoVD) \u00fcbte ebenfalls Kritik. Durch ein m\u00f6gliches Credo, dass die Menschen l\u00e4nger arbeiten k\u00f6nnten, d\u00fcrfe es nicht &#8222;zu einer Anhebung des Renteneintrittsalters durch die Hintert\u00fcr kommen&#8220;, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte vor einer Erh\u00f6hung des Rentenalters. &#8222;F\u00fcr\u00a0gute Renten\u00a0muss jetzt auf der Einnahmeseite der Rentenversicherung mehr reinkommen&#8220;, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die M\u00fctterrente m\u00fcssten aus Steuergeldern und nicht aus der Rentenkasse bezahlt werden.<\/p>\n<p>    Arbeitgeberpr\u00e4sident stellt sich hinter Vorsto\u00df<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPositiv fiel dagegen die Reaktion des Arbeitgeberpr\u00e4sidenten Rainer Dulger aus. &#8222;Wirtschaftsministerin Reiche spricht Klartext &#8211; und das ist gut so. Wer jetzt mit Emp\u00f6rung reagiert, verweigert sich der Realit\u00e4t&#8220;, sagte Dulger der Nachrichtenagentur dpa. Die CDU-Politikerin fordere eine umfassende Reformagenda, die auch die sozialen Sicherungssysteme einschlie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das zeigt: Das Rendezvous mit der Realit\u00e4t hat in der Bundesregierung begonnen. 50 Prozent Sozialversicherungsbeitrag sind keine Verhei\u00dfung, sondern ein Warnsignal&#8220;, sagte Dulger. Wer angesichts der demographischen Entwicklung weiter den Kopf in den Sand stecke, versage vor der Verantwortung gegen\u00fcber kommenden Generationen. &#8222;Deutschland muss wieder mehr arbeiten, damit unser Wohlstand auch morgen noch Bestand hat&#8220;, mahnte Dulger.<\/p>\n<p>    \u00c4hnliche Aussagen von Merz und Linnemann<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00c4hnlich wie Reiche hatten sich in den vergangenen Monaten bereits Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Generalsekret\u00e4r Carsten Linnemann ge\u00e4u\u00dfert. &#8222;Wir m\u00fcssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten&#8220;, sagte Merz etwa beim CDU-Wirtschaftstag im Mai. &#8222;Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Wirtschaftswissenschaftlerinnen Veronika Grimm und Monika Schnitzer reagierten schon damals skeptisch auf den Vorsto\u00df. Grimm sagte, besonders viel Potenzial sehen sie in einer st\u00e4rkeren Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, etwa durch eine Verbesserung der Kinderbetreuung. Schnitzer nannte als konkrete Ma\u00dfnahme eine Abschaffung des Ehegattensplittings.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.07.2025 16:12 Uhr Mehr und l\u00e4nger arbeiten? 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