{"id":299363,"date":"2025-07-28T01:54:17","date_gmt":"2025-07-28T01:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299363\/"},"modified":"2025-07-28T01:54:17","modified_gmt":"2025-07-28T01:54:17","slug":"von-der-leyens-grosse-taeuschung-warum-die-eu-fuehrung-im-zollstreit-versagt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299363\/","title":{"rendered":"Von der Leyens gro\u00dfe T\u00e4uschung: Warum die EU-F\u00fchrung im Zollstreit versagt hat"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/shutterstock_2592420873-40ec5ea8a5bcde50.jpeg\"  width=\"7678\" height=\"4314\"  alt=\"Ursula, von der Leyen vor der EU Fahne, den Daumen gehoben\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Findet sie alles, was sie macht? Ursula von der Leyen. <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/european-commission-president-ursula-von-der-2592420873\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Bild<\/a>: miss.cabul\/ Shutterstock.com<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Europa zahlt Milliarden f\u00fcr globale Probleme. Die USA profitieren, die EU geht zu oft leer aus. Wohin f\u00fchrt dieser Kurs? Ein Telepolis-Leitartikel.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/live\/2025\/07\/27\/us\/trump-news\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA<\/a>, verk\u00fcndet an einem regnerischen Sonntag auf Donald Trumps schottischem Golfplatz, markiert einen Wendepunkt in den transatlantischen Beziehungen.<\/p>\n<p>Was <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/eus-von-der-leyen-15-best-we-could-get-2025-07-27\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen<\/a> als &#8222;das Beste, was wir bekommen konnten&#8220; bezeichnet, ist in Wahrheit eine schmerzhafte Kapitulation vor der America-First-Doktrin. Mit einem Schlag hat Trump die Europ\u00e4er zu dem gemacht, was sie in seiner Weltsicht schon immer waren: zahlende Vasallen.<\/p>\n<p>Die Anatomie eines schlechten Deals<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/us-eu-clinch-deal-with-15-us-tariff-most-eu-exports-avert-trade-war-2025-07-27\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">15 Prozent Z\u00f6lle auf nahezu alle europ\u00e4ischen Exporte in die USA<\/a> \u2013 das ist der Kern der Vereinbarung, die von der Leyen als &#8222;Stabilit\u00e4t in unsicheren Zeiten&#8220; verkauft. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Die EU verpflichtet sich zu 750 Milliarden Dollar f\u00fcr amerikanische Energie \u00fcber Trumps Amtszeit, weitere 600 Milliarden Dollar an Investitionen in den USA zus\u00e4tzlich zu bestehenden Engagements, und dazu noch &#8222;gewaltige Mengen&#8220; an Milit\u00e4rausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Was bekommen die Europ\u00e4er daf\u00fcr? Das Privileg, ihre Waren <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2025-07-27\/eu-us-clinch-deal-to-avoid-trump-tariff-hike-ahead-of-deadline\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">zu einem niedrigeren Zollsatz als die angedrohten 30 Prozent<\/a> exportieren zu d\u00fcrfen. Es ist, als w\u00fcrde ein Erpresser seine Forderung von einer Million auf 500.000 Euro reduzieren und das Opfer daf\u00fcr dankbar sein lassen.<\/p>\n<p>Europa als globaler Zahlmeister<\/p>\n<p>Diese Einigung f\u00fcgt sich nahtlos in ein beunruhigendes Muster ein: Europa zahlt \u00fcberall, profitiert aber selten. Die Zahlen sind schwindelerregend:<\/p>\n<p><strong>Verteidigung und Ukraine:<\/strong> Seit Kriegsbeginn hat die EU \u00fcber 135 Milliarden Euro f\u00fcr die Ukraine bereitgestellt, davon knapp 50 Milliarden f\u00fcr milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung. Im Juli 2025 kam ein weiteres Rekonstruktionspaket \u00fcber 2,3 Milliarden Euro dazu. Die USA hingegen lassen sich ihre Unterst\u00fctzung von den Europ\u00e4ern bezahlen \u2013 Trump macht keinen Hehl daraus.<\/p>\n<p><strong>Globale Partnerschaften:<\/strong> \u00dcber das &#8222;Global Gateway&#8220;-Programm mobilisiert die EU bis 2027 bis zu 300 Milliarden Euro f\u00fcr weltweite Infrastrukturprojekte, davon allein 150 Milliarden f\u00fcr Afrika. Das neue &#8222;Global Europe&#8220;-Programm sieht f\u00fcr 2028-2034 weitere 200 Milliarden Euro vor \u2013 j\u00e4hrlich fast 29 Milliarden.<\/p>\n<p><strong>Migration:<\/strong> Allein f\u00fcr Afrika stellt die EU j\u00e4hrlich rund 20 Milliarden Euro zur Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen bereit. L\u00e4nder wie Mali, Niger oder Libyen erhalten Milliardenhilfen \u2013 w\u00e4hrend die USA ihre S\u00fcdgrenze abriegeln und Europa die Rechnung f\u00fcr globale Migrationsbewegungen zahlen lassen.<\/p>\n<p><strong>Klimaschutz:<\/strong> 336 Milliarden Euro \u2013 30 Prozent des EU-Haushalts 2021-2027 \u2013 flie\u00dfen in Klimaschutzma\u00dfnahmen. Weitere 250 Milliarden aus dem NextGenerationEU-Fonds kommen dazu. Die USA hingegen haben sich unter Trump aus dem Pariser Abkommen verabschiedet.<\/p>\n<p><strong>Entwicklungshilfe:<\/strong> Die EU und ihre Mitgliedstaaten tragen 46 Prozent der globalen Entwicklungshilfe \u2013 mehr als die USA, China und alle anderen zusammen.<\/p>\n<p>Investitionen ohne Rendite<\/p>\n<p>Das Tragische an dieser Situation: Die europ\u00e4ischen Milliarden verpuffen oft wirkungslos. Das Demokratief\u00f6rderungsprogramm in Mittelamerika ist ein Paradebeispiel. Hunderte Millionen Euro flie\u00dfen in Projekte, die bestenfalls die Migration in die USA reduzieren \u2013 nicht nach Europa. Die Europ\u00e4er finanzieren damit indirekt die L\u00f6sung US-amerikanischer Innenpolitikprobleme.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Investitionen in Afrika. W\u00e4hrend China strategisch Infrastruktur aufbaut und sich Rohstoffzug\u00e4nge sichert, gie\u00dft Europa Geld in diffuse Entwicklungsprojekte ohne messbare Erfolgskriterien. Die 1,9 Milliarden Euro f\u00fcr afrikanische Impfstoffproduktion m\u00f6gen humanit\u00e4r lobenswert sein \u2013 einen wirtschaftlichen oder geopolitischen Vorteil f\u00fcr Europa generieren sie nicht.<\/p>\n<p>Die Kunst des schlechten Verhandelns<\/p>\n<p>Wie konnte es soweit kommen? Die Verhandlungsf\u00fchrung der EU offenbart fundamentale Schw\u00e4chen. W\u00e4hrend Trump mit der Drohung von 30-Prozent-Z\u00f6llen pokerte und einen klaren Zeitdruck aufbaute, versuchte von der Leyen mit Charme und Schmeicheleien zu punkten. &#8222;Sie sind als harter Verhandler und Dealmaker bekannt&#8220;, s\u00e4uselte sie bei der Pressekonferenz.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er hatten zwar Gegenz\u00f6lle auf 93 Milliarden Euro US-Waren vorbereitet, aber Trump wusste: Europa kann sich einen Handelskrieg noch weniger leisten als die USA. Mit einem Handelsdefizit von 235 Milliarden Dollar gegen\u00fcber der EU hatte er alle Tr\u00fcmpfe in der Hand.<\/p>\n<p>Der Preis der Schw\u00e4che<\/p>\n<p>Was diese Einigung besonders bitter macht: Sie ist nur der Anfang. Trump hat bereits angek\u00fcndigt, in zwei Wochen Z\u00f6lle auf Halbleiter zu verk\u00fcnden. Die 50-Prozent-Z\u00f6lle auf Stahl und Aluminium bleiben bestehen. Und die versprochene Reduzierung? Vage Andeutungen ohne Zeitplan.<\/p>\n<p>Die 750 Milliarden US-Dollar f\u00fcr US-amerikanische Energie bedeuten faktisch, dass Europa seine Abh\u00e4ngigkeit von russischem Gas durch eine Abh\u00e4ngigkeit von amerikanischem LNG ersetzt \u2013 zu deutlich h\u00f6heren Preisen. Die 600 Milliarden an zus\u00e4tzlichen Investitionen werden in den Vereinigten Staaten Arbeitspl\u00e4tze schaffen, w\u00e4hrend europ\u00e4ische Standorte unter Druck geraten.<\/p>\n<p>Ein historisches Versagen<\/p>\n<p>Diese Einigung wird in die Geschichte eingehen als der Moment, in dem Europa seine wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t aufgab. W\u00e4hrend die EU 2025 mehr als 350 Milliarden Euro f\u00fcr Verteidigung ausgibt und weitere Hunderte Milliarden in globale Projekte pumpt, l\u00e4sst sie sich von Trump wie ein Bittsteller behandeln.<\/p>\n<p>Die bittere Ironie: Europa finanziert die Stabilit\u00e4t der Weltordnung, von der prim\u00e4r andere profitieren. Die USA kassieren Z\u00f6lle, verkaufen \u00fcberteuerte Energie und Waffen, w\u00e4hrend Europa zahlt \u2013 f\u00fcr die Ukraine, f\u00fcr Afrika, f\u00fcr den Klimaschutz, f\u00fcr die Migration.<\/p>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr eine fundamentale Neuausrichtung. Europa muss aufh\u00f6ren, der Zahlmeister der Welt zu sein. Jede Investition muss an klare, messbare Vorteile f\u00fcr die EU gekn\u00fcpft werden. Statt diffuser Entwicklungshilfe braucht es strategische Partnerschaften. Statt einseitiger Zugest\u00e4ndnisse an die USA braucht es selbstbewusste Interessenvertretung.<\/p>\n<p>Die Alternative ist d\u00fcster: Ein Europa, das zahlt und zahlt, aber am Ende mit leeren H\u00e4nden dasteht \u2013 wirtschaftlich geschw\u00e4cht, politisch marginalisiert, zur Bedeutungslosigkeit verdammt in einer Welt, die von anderen gestaltet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Findet sie alles, was sie macht? Ursula von der Leyen. 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