{"id":299574,"date":"2025-07-28T04:09:15","date_gmt":"2025-07-28T04:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299574\/"},"modified":"2025-07-28T04:09:15","modified_gmt":"2025-07-28T04:09:15","slug":"proteinmuster-verraten-alter-und-risiko-neurodegenerativer-erkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299574\/","title":{"rendered":"Proteinmuster verraten Alter und Risiko neurodegenerativer Erkrankungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Ein erster Bluttest f\u00fcr Alzheimer wurde k\u00fcrzlich in der EU zugelassen. Auch f\u00fcr andere Gehirnerkrankungen sind charakteristische Auff\u00e4lligkeiten im Blut bekannt. Das Ziel, eine Demenz vor dem Ausbruch zu erkennen und zu behandeln, r\u00fcckt in greifbare N\u00e4he.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Die grosse Hoffnung ist, nicht nur lange zu leben, sondern auch im Alter gesund zu bleiben. Unser Gehirn spielt dabei die zentrale Rolle.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4768\" height=\"3173\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bfe72429-f336-43b4-a600-32c65b6aea43.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die grosse Hoffnung ist, nicht nur lange zu leben, sondern auch im Alter gesund zu bleiben. Unser Gehirn spielt dabei die zentrale Rolle. <\/p>\n<p>Adrian Baer \/ NZZ<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0m0g14t0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Wenn Gehirn und Immunsystem jung geblieben sind, also deutlich effizienter sind, als es das Alter im Pass erwarten l\u00e4sst, dann kann ein Mensch hoffen, noch viele Jahre vor sich zu haben. Das ist die Erkenntnis Nummer eins einer Arbeitsgruppe der Stanford University. Die zweite: Diverse Faktoren im Blut verraten, wie jung das Gehirn oder ein anderes Organ geblieben sind.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0chri4t0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Analysiert wurden Blutproben von mehr als 44\u00a0000 Personen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Die Daten wurden Anfang Juli in der Fachzeitschrift <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-025-03798-1\" rel=\"nofollow noopener\">\u00abNature Medicine\u00bb<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Die Autoren haben nach Proteinen gefahndet, die von diversen Organen ins Blut abgegeben wurden und deren Menge sich im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Immunsystem steuert zusammen mit dem Gehirn das Altern<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0m5fdh21\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das Herz oder das Gehirn von J\u00fcngeren arbeitet etwas anders als jenes von \u00c4lteren. Somit bildet ein junges Gehirn von manchen Proteinen mehr, von anderen hingegen weniger. Das ergibt alterstypische Proteinmuster. Diese lassen sich nicht nur in den Zellen des Gehirns messen, sondern auch im Blut.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0rv7o5m1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Wenn sich die f\u00fcr Gehirn und Immunsystem typischen Muster \u00fcber die Jahre hinweg wenig ver\u00e4nderten, stieg die Lebenserwartung. Die Tatsache, dass nur die Proteinmuster dieser beiden Organe Hinweise f\u00fcr ein langes Leben lieferten, zeige ihre grosse Bedeutung f\u00fcr die Steuerung des Alterns, betonen die Autoren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0rdduiq1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auff\u00e4lligkeiten im Blut erm\u00f6glichten zudem Prognosen f\u00fcr ein ungesundes Altern. So bedeutete ein bestimmtes Proteinmuster ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Alzheimer. Eine Person mit einem gealterten Herz wies ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Herzrhythmusst\u00f6rungen sowie Herzversagen auf.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0mqq9t71\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Noch ist allerdings kein Test f\u00fcr Arztpraxen verf\u00fcgbar, mit dem jemand seine Proteinmuster im Blut messen kann und dann best\u00e4tigt bekommt, was er schon immer vermutet hat: dass er Jahre j\u00fcnger ist, als der Pass sagt. Oder mit dem er das Risiko f\u00fcr alterstypische Erkrankungen von Organen bestimmen kann. Solche Tests m\u00fcssen nun in klinischen Studien erprobt werden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0r4q2tp1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Anwesenheit wie auch die Abwesenheit zahlreicher Proteine im Blut haben jedoch eine viel weitreichendere Bedeutung, als eine ungef\u00e4hre Altersbestimmung zu erm\u00f6glichen. \u00abIn puncto Proteinmuster stehen wir am Beginn einer ganz neuen \u00c4ra\u00bb, sagt Stefan Lichtenthaler vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen in M\u00fcnchen im Gespr\u00e4ch. \u00abWir sind dem Ziel, Proteinmuster sowohl zur Diagnose als auch zur Prognose von Alzheimer, Parkinson oder anderen Gehirnerkrankungen einzusetzen, nun sehr nahe gekommen.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0mr35061\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ein wichtiger Meilenstein sind f\u00fcr Lichtenthaler die Mitte Juli in der Fachzeitschrift <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-025-03834-0\" rel=\"nofollow noopener\">\u00abNature Medicine\u00bb<\/a> publizierten Studien des Global Neurodegeneration Proteomics Consortium. Weltweit haben Forscherteams Daten aus zahlreichen kleineren Studien aus Europa und den USA, darunter auch eine aus T\u00fcbingen, zusammengef\u00fchrt und vereinheitlicht. Verglichen wurden jeweils Proteinmuster von Menschen mit und ohne Gehirnerkrankungen. Dutzende unterschiedlicher Proteine ergaben Muster, die jeweils charakteristisch f\u00fcr bestimmte Gehirnerkrankungen sind.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0mrnfal0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson startet der Krankheitsprozess, Jahre oder gar Jahrzehnte bevor die ersten Symptome auftreten. Beispiel Alzheimer: Durch noch unbekannte Ausl\u00f6ser bilden sich im Gehirn kleine Klumpen aus Proteinst\u00fcckchen. Erst wird die Kommunikation der Nerven untereinander gest\u00f6rt. Sp\u00e4ter gehen sie zugrunde. All diese Prozesse hinterlassen charakteristische Spuren im Blut.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0mr8ht60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">K\u00fcrzlich wurde in der EU der erste Bluttest zugelassen, der eine Alzheimer-Demenz sicher diagnostiziert, wenn der Patient bereits erste Ausfallerscheinungen aufweist, also zum Beispiel Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen oder Orientierungsprobleme. Der Bluttest vereinfacht die Diagnose.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ms76em1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber was Patientinnen und Patienten noch dringender ben\u00f6tigen, sind Bluttests, die Jahre vor den sichtbaren Symptomen erkennen, dass im Gehirn sch\u00e4dliche Prozesse, sei es Klumpenbildung oder Nervenver\u00e4nderungen, gestartet wurden. Dann funktioniert das Gehirn meist noch gut, aber die Betroffenen haben ein sehr hohes Risiko f\u00fcr eine Demenz, Parkinson oder eine andere Gehirnerkrankung. \u00abAuch solche Tests zur Fr\u00fcherkennung k\u00f6nnen nun mithilfe des neuen Datenschatzes entwickelt werden\u00bb, sagt Lichtenthaler.<\/p>\n<p>Fr\u00fche Diagnose kann Krankheitsausbruch verhindern<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ms8eul0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eine fr\u00fche Diagnose ist vor allem dann sehr wichtig, wenn Therapien zur Verf\u00fcgung stehen, die fr\u00fchzeitig angewendet den Ausbruch der Krankheit um Jahre hinausz\u00f6gern. Das k\u00f6nnte bei Alzheimer bald der Fall sein. Denn es gibt mittlerweile Medikamente, die die erw\u00e4hnten Klumpen im Gehirn aufl\u00f6sen. Die Hoffnung ist nun, bereits in einem sehr fr\u00fchen Krankheitsstadium erste Klumpen zu vernichten und somit das Sterben der Nerven weitgehend zu verhindern oder zumindest deutlich zu verlangsamen. Dann bek\u00e4men die Patienten hoffentlich nie die gef\u00fcrchteten Ausfallerscheinungen und Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0mshkam1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eines dieser Mittel namens <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/in-der-eu-ist-bald-ein-neues-medikament-gegen-alzheimer-erhaeltlich-das-koennte-eine-neue-aera-der-therapie-einlaeuten-ld.1857650\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leqembi<\/a> ist vor wenigen Wochen in der EU zugelassen worden, ein weiteres erhielt Ende Juli die Zulassungsempfehlung des Expertengremiums. Derzeit erhalten es allerdings nur Patienten, die bereits leichte Demenzsymptome aufweisen. Bei ihnen kann die Substanz immerhin das Fortschreiten der Krankheit etwas verlangsamen. In Studien wird nun ausgetestet, ob eine sehr fr\u00fche Einnahme bei symptomlosen Menschen, die wegen ihrer genetischen Ausstattung sicher Alzheimer bekommen werden, die Demenz hinausz\u00f6gern kann.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0rcpfm20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch zur \u00dcberwachung dieser und anderer klinischer Studien mit Medikamenten gegen eine Gehirnerkrankung sind die neuen Proteinmuster sehr wichtig. Denn sie zeigen an, ob eine Therapie wirksam ist.<\/p>\n<p>Welche Faktoren unsere Organe jung erhalten<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ruodd70\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ein Patentrezept f\u00fcr gesundes Altern, das haben auch die Stanford-Forscher leider nicht entdeckt. Aber wenn Probanden geraucht haben, Alkohol sowie Produkte aus verarbeitetem Fleisch konsumiert haben oder arm waren, dann waren mehrere ihrer Organe vorzeitig gealtert. Hingegen verschafften viel Sport, der Konsum von fettigem Fisch und H\u00fchnerfleisch ebenso wie eine h\u00f6here Bildung den Menschen j\u00fcngere Organe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ruojsf1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dass diese Faktoren vorzeitig altern lassen beziehungsweise davor sch\u00fctzen, das wusste man bereits aus fr\u00fcheren Studien. Und die Erfahrung lehrt, dass jemand, der s\u00e4mtliche Empfehlungen tapfer ber\u00fccksichtigt, trotzdem nicht garantiert gesund und munter hundert Jahre alt wird. Denn nicht nur die Umwelt, sondern auch die Genetik spielt eine wichtige Rolle beim Altern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein erster Bluttest f\u00fcr Alzheimer wurde k\u00fcrzlich in der EU zugelassen. 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