{"id":299683,"date":"2025-07-28T05:36:17","date_gmt":"2025-07-28T05:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299683\/"},"modified":"2025-07-28T05:36:17","modified_gmt":"2025-07-28T05:36:17","slug":"extremsportlerin-margit-schreiber-unfassbar-dass-ich-es-geschafft-habe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/299683\/","title":{"rendered":"Extremsportlerin Margit Schreiber: &#8222;Unfassbar, dass ich es geschafft habe&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\tExtremsportlerin Margit Schreiber<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\t&#8222;Es ist auch f\u00fcr mich immer noch unfassbar, dass ich es wirklich geschafft habe&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1753680976_527_size=708x398.jpg\" alt=\"Die Extremsportlerin Margit Schreiber (Quelle: IMAGO \/ Lobeca)\" title=\"Die Extremsportlerin Margit Schreiber (Quelle: IMAGO \/ Lobeca)\" id=\"1643000630\"\/><\/p>\n<p>IMAGO \/ Lobeca<\/p>\n<p>Audio: rbb 88.8 | 22.07.2025 | David Klevenow | Bild: IMAGO \/ Lobeca <\/p>\n<p>Margit Schreiber ist 62 Jahre alt &#8211; und topfit. K\u00fcrzlich hat die Berlinerin einen zehnfachen Ironman absolviert. Im Interview spricht sie \u00fcber morgendliche 30-Kilometer-L\u00e4ufe, Verpflegung im Schwimmbecken und St\u00f6rche am Streckenrand.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\trbb: Frau Schreiber, was Sie machen, ist f\u00fcr eine 62-J\u00e4hrige nicht gerade gew\u00f6hnlich: Vor rund zwei Wochen haben Sie im Elsass bei einem Extremwettbewerb einen Ultratriathlon absolviert. Wie f\u00fchlen Sie sich?<\/p>\n<p><b>Margit Schreiber:<\/b> Ein bisschen ausgeruhter und erholter, es ist aber noch nicht alles wieder beim Alten.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1361785619\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tInsgesamt zw\u00f6lf Tage waren Sie beim &#8222;Bretzel Ultra Triathlon&#8220;, einem zehnfachen Ironman, in Colmar unterwegs. 38 Kilometer Schwimmen, 1.800 Kilometer Radfahren, 422 Kilometer Laufen \u2013 f\u00fcr Sie ist das aber v\u00f6llig normal, oder?<\/p>\n<p>Ja. Das hat mega viel Spa\u00df gemacht und ich habe mir damit einen Traum erf\u00fcllt. Es ist auch f\u00fcr mich immer noch unfassbar, dass ich es wirklich geschafft habe. Ich habe es mir zwar gew\u00fcnscht, aber W\u00fcnsche m\u00fcssen ja nicht immer in Erf\u00fcllung gehen. Meinen Deca-Traum konnte ich realisieren.<\/p>\n<p>Warum mache ich das? Weil ich Spa\u00df an der Bewegung habe und den Kontakt mit anderen liebe. Das war im Prinzip ein Wiedersehen mit Freunden aus der ganzen Welt, wirklich sch\u00f6n. Nat\u00fcrlich ist es aber auch viel Arbeit bis dahin, der Weg ist das Ziel. Ich liebe das einfach. Zumal ich diese zw\u00f6lf Tage einfach Zeit f\u00fcr mich hatte \u2013 das ist im normalen Leben bei mir nicht immer so.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1475988083\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_351998644\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tUnd trotzdem ist es ja eine wahnsinnige Kraftanstrengung. Wie schafft man das?<\/p>\n<p>Man muss sich im Vorfeld wirklich gut vorbereiten \u2013 das braucht Jahre Vorlauf. Ich habe 2011 mit dem Triathlon angefangen. Meine erste Distanz war eine Mitteldistanz mit zwei Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21 Kilometern Laufen.<\/p>\n<p>Im Ultra-Bereich bin ich seit 2017: Angefangen habe ich mit 7,6 Kilometern Schwimmen, 360 Kilometern Radfahren und 84 Kilometern Laufen. Das hat gut geklappt und so habe ich mich an den Deca rangehangelt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_23829527\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tWichtig ist daf\u00fcr nat\u00fcrlich die k\u00f6rperliche Verfassung und das Training. Wie wichtig ist aber auch die Unterst\u00fctzung von Familie und Freunden?<\/p>\n<p>Das ist ganz wichtig. Es muss wirklich von allen akzeptiert werden. Ganz besonders schwierig ist es in einer Partnerschaft. Mein Mann ist auch Athlet, war im gleichen Rennen in einer anderen Streckenl\u00e4nge unterwegs. Wenn man das nicht gemeinsam stemmen kann, klappt es nicht &#8211; oder die Beziehung geht dabei drauf. Bei uns klappt es gut. Viele Sachen machen wir gemeinsam und manche eben alleine.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1386172161\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tWir haben schon \u00fcber die Streckenl\u00e4ngen gesprochen. Das klingt insgesamt nach: einmal Deutschland runter, einmal wieder hoch und nochmal runter \u2013 aber so war das ja nicht. Wie l\u00e4uft so ein Wettkampf eigentlich ab?<\/p>\n<p>Die 38 Kilometer Schwimmen fanden in einem 50-Meter-Pool statt. Auf der einen Seite haben die Bahnen-Z\u00e4hler gesessen, auf der anderen Seite durfte man vom Team verpflegt werden: mit Getr\u00e4nken, Bananen und \u00c4pfeln, die man vom Beckenrand in den Mund stecken kann \u2013 bis hin zum richtigen Essen in Form eines Caterings. Da gab es Mittag- und Abendessen. Man muss richtig essen, bei Gels oder so etwas kriegt man eigentlich nur das kalte Grausen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_454607711\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tEs gab also ausgedehnte Pausen.<\/p>\n<p>Ausgedehnt ist relativ, das waren etwa zehn Minuten. Das Team hat mir das Essen geholt, ich bin raus, habe mich hingesetzt, gegessen, die Badekappe wieder aufgesetzt und weiter geht&#8217;s.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_925312738\"\/><\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"manualteasershortteaser\">Mein Wecker klingelt um 4 Uhr, sodass ich um 5 Uhr in den Schuhen stecke, \u00fcber 30 Kilometer laufe, dusche und zur Arbeit gehe.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Margit Schreiber, Extremsportlerin<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tUnd wie liefen das Radfahren und Laufen ab?<\/p>\n<p>Das Radfahren war auf einer 8,75-Kilometer-Runde. Da musste ich 205 Runden fahren. Da kriegt man erstmal einen Schreck. Man macht es sich aber sch\u00f6n. Wenn ich morgens um 4 Uhr losfahre und den Sonnenaufgang sehe, ist es einfach toll. Nach drei Runden hat man den Sonnenaufgang hinter sich, dann f\u00e4ngt es an, warm zu werden und dann stehen da St\u00f6rche, Weinbauern und Obstpfl\u00fccker. Man sieht da alles M\u00f6gliche, wodurch die Zeit relativ schnell vergeht und schon ist es Mittag.<\/p>\n<p>Abends werden die Weinberge angeleuchtet und es kehrt Ruhe ein, wenn die Sonne untergeht. Ich habe mit der Dunkelheit immer aufgeh\u00f6rt, weil ich kein Nachtfahrer und keine Nachtl\u00e4uferin bin. Gegen 22:30 Uhr habe ich aufgeh\u00f6rt, geduscht, etwas gegessen und bin ins Bett gegangen. Um 3:30 Uhr hat der Wecker dann wieder geklingelt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_20684363\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tWelche Herausforderungen m\u00fcssen Sie bei einem solchen Extremwettbewerb bew\u00e4ltigen?<\/p>\n<p>Ganz speziell f\u00e4llt mir nichts ein. Ich bin ja schon eine Weile beim Sport und Triathlon und habe f\u00fcr viele Eventualit\u00e4ten vorgesorgt: Magentropfen, falls einem doch mal schlecht wird, Tape-Pflaster oder Sonnencreme. All das haben wir dabei. Mir ist auf dem Weg nichts passiert. Ich hatte zwar einen Unfall, als mir jemand ins Rad gefahren ist und ich gest\u00fcrzt bin. Ich konnte danach aber schmerzfrei weiterfahren und -laufen. Das war kein Grund abzubrechen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox\"\/><\/p>\n<ul>\n<li class=\"count1 doctypebeitrag first last layoutbeitrag_av layoutstandard manualteaser odd\">\n<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/sport\/beitrag\/2025\/07\/leichtathletik-interview-gina-lueckenkemper-istaf-berlin-dm-wm-dresden-tokio.html\" class=\"beitrag\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1753659978_446_size=320x180.jpg\" alt=\"Sprinterin Gina L\u00fcckenkemper (imago images\/Tilo Wiedensohler)\" title=\"Sprinterin Gina L\u00fcckenkemper (imago images\/Tilo Wiedensohler)\" id=\"articlesContList_teaserbox_teaserList_manualteaser_959124583\"\/><\/a><\/p>\n<p>imago images\/Tilo Wiedensohler<\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/sport\/beitrag\/2025\/07\/leichtathletik-interview-gina-lueckenkemper-istaf-berlin-dm-wm-dresden-tokio.html\" class=\"beitrag\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sprinterin Gina L\u00fcckenkemper &#8211;<br \/>\n\t\t\t&#8222;Ich liebe dieses Stadion&#8220;<\/p>\n<p>\t\t<\/a><\/p>\n<p>Nach Verletzungspause zur\u00fcck auf der \u00dcberholspur: Sprinterin Gina L\u00fcckenkemper spricht \u00fcber ihre besondere Beziehung zum Berliner Olympiastadion, den Reiz internationaler Trainingsgruppen \u2013 und warum selbst Joggen manchmal Spa\u00df machen kann.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_2139850705\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tSie sind voll berufst\u00e4tig und langweilen sich auch privat sicher nicht. Wie bereiten Sie sich ausreichend auf solche Abenteuer vor?<\/p>\n<p>Ich muss leider korrigieren: Ich bin halbtags besch\u00e4ftigt und den anderen guten halben Tag f\u00fcr unsere schwerbehinderte Tochter da, die Unterst\u00fctzung braucht. Mein Wecker klingelt um 4 Uhr, sodass ich um 5 Uhr in den Schuhen stecke, \u00fcber 30 Kilometer laufe, dusche und zur Arbeit gehe. Anders geht es nicht. Das hat eigentlich immer gut geklappt. Kleine Tempol\u00e4ufe kommen immer noch dazu.<\/p>\n<p>Ich habe zehn Wochen lang ein Mal pro Woche einen langen Lauf gemacht. Als ich im M\u00e4rz angefangen habe, war es morgens um f\u00fcnf noch dunkel, da bin ich mit Stirnlampe gelaufen. Das muss man m\u00f6gen und wollen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_237061001\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tManche Menschen finden Sport nicht nur anstrengend, sondern \u00e4tzend und m\u00fcssen sich dazu regelrecht durchringen. Sie sind als Extremsportlerin das komplette Gegenteil. Wann sind Sie eigentlich in diese Spirale gekommen?<\/p>\n<p>Ich habe im Alter von drei Jahren schwimmen gelernt, war im Schwimmverein und viele Jahre &#8222;nur&#8220; schwimmerisch aktiv \u2013 erst im Becken, sp\u00e4ter auch im Freiwasser. Ich bin den \u00c4rmelkanal und die Stra\u00dfe von Gibraltar geschwommen. Das waren ganz tolle Erlebnisse. Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, haben wir gesagt: Es muss sich irgendetwas \u00e4ndern. Er kann nicht nur auf dem Fahrrad sein und ich nicht nur im Schwimmbad. Also sind wir zusammen beim Triathlon gelandet. Der Sport geh\u00f6rt zu unserem Leben wie das Z\u00e4hneputzen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1997448419\"\/><\/p>\n<p><b>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/b><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/thema\/interview\/index.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Interview<\/a> f\u00fchrte David Klevenow, rbb 88.8. Bei dem Text handelt es sich um eine gek\u00fcrzte und redigierte Fassung des Gespr\u00e4chs.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1\"\/><\/p>\n<p>Sendung: rbb 88.8, 22.07.2025, 18:15 Uhr<\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Extremsportlerin Margit Schreiber &#8211; &#8222;Es ist auch f\u00fcr mich immer noch unfassbar, dass ich es wirklich geschafft habe&#8220;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":299684,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1940,1938],"class_list":{"0":"post-299683","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-nachrichten-aus-berlin","15":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114929243670503689","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=299683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/299683\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/299684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=299683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=299683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=299683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}