{"id":300135,"date":"2025-07-28T09:49:10","date_gmt":"2025-07-28T09:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300135\/"},"modified":"2025-07-28T09:49:10","modified_gmt":"2025-07-28T09:49:10","slug":"komoedie-shiva-baby-in-der-mediathek-der-ard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300135\/","title":{"rendered":"Kom\u00f6die &#8222;Shiva Baby&#8220; in der Mediathek der ARD"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was f\u00fcr ein Tag \u2013 und was f\u00fcr ein hinrei\u00dfender Film. \u201eShiva Baby\u201c erz\u00e4hlt von einem Tag aus dem Leben der jungen Danielle (Rachel Sennot): vom mitt\u00e4glichen Sex auf der Couch bis zum Ende einer Beerdigung in der Nachbarschaft. Die Tote kennt sie zwar nicht, aber das hindert sie nicht daran, den Trauerg\u00e4sten vorzuschw\u00e4rmen, wie viel Lebensfreude die Verstorbene zu Lebzeiten hatte \u2013 sie hat \u00dcbung darin, anderen etwas vorzumachen; eigentlich ist sie nur auf Bitten ihrer Eltern zugegen, weil die mal wieder nach ihrer Tochter schauen wollen, die nicht so richtig den Platz im Leben gefunden zu haben scheint.<\/p>\n<p>Junge Menschen auf Sinnsuche? Mal Herrin der Lage, mal knapp vorm Nervenzusammenbruch      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Junge Menschen auf Sinnsuche? Die sieht man ja immer wieder im Kino und TV \u2013 aber selten in so kompakter und wunderbar tragikomischer Form wie in diesem Langfilmdeb\u00fct der Kandierin Emma Seligman. In 77 straffen Minuten f\u00fchrt sie ihre Figur durch extreme Gef\u00fchlslagen, mal ist Danielle Herrin der Lage, mal verunsichert, mal knapp vor einem Nervenzusammenbruch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu Anfang verabschiedet sich Danielle von ihrem Liebhaber Max, der eher ein Kunde ist, den sie beim Vollzug \u201eDaddy\u201c nennt und der ihr bei den Treffen regelm\u00e4\u00dfig Geld zusteckt; dass er damit ihr Jura-Studium unterst\u00fctzt, ist eine fromme L\u00fcge, auf die sich beide wohl dankbar geeinigt haben. So muss sie sich nicht als Nebenher-Prostituierte f\u00fchlen, er nicht als Freier \u2013 und schlie\u00dflich mag man sich ja auch.<\/p>\n<p>\u201eGender studies\u201c statt Jura      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei der Beerdigung ahnt davon niemand, aber Danielles permanent miteinander streitenden Eltern wissen zumindest, dass es beruflich nicht l\u00e4uft \u2013 mit halbherzigen \u201egender studies\u201c l\u00e4sst sich kein Leben finanzieren, die Hinweise auf ein Jura-Studium sind kleine Notl\u00fcgen. Und so lassen die Eltern nichts unversucht, bei der Beerdigung im Haus der Hinterbliebenen die Trauerg\u00e4ste nach einem Job f\u00fcr ihre Tochter zu fragen \u2013 nicht subtil genug, um damit nicht ein bisschen peinlich aufzufallen. Regisseurin und Autorin Seligman schafft da eine wunderbar dichte Atmosph\u00e4re und hat ein H\u00e4ndchen f\u00fcr witzige Dialoge, bei denen viele verbale Giftpfeile verschossen werden.<\/p>\n<p>\u201eSoooooooo nice to see you\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In dem kleinen Haus stehen die Trauerenden am Buffet herum, sie tratschen, halten Smalltalk (\u201esoooooooo nice to see you\u201c), l\u00e4stern entweder offen oder zwischen den Zeilen. Wenn es hei\u00dft, Danielle habe \u201eso sch\u00f6n abgenommen\u201c, folgt gleich der Verdacht auf eine Essst\u00f6rung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ohnehin nervlich etwas angeschlagen, trifft Danielle eine alte Freundin wieder: Maya, mit der sie einst eine mehr als platonische Beziehung verbunden hat, die Danielle abrupt beendet hat. Die Dialoge zwischen den beiden sind anfangs ziemlich feindselig, man sp\u00fcrt, dass hier noch nicht alles gesagt ist und dass da noch ein altes Feuer glimmt. Den n\u00e4chsten Schubser in Richtung Nervenzusammenbruch ist die Ankunft des Kunden\/Freundes\/\u201eSugar Daddys\u201c vom Filmbeginn namens Max. Dass der ebenfalls Verbindungen zu ihrer Nachbarschaft hat, wusste Danielle ebenso wenig wie die Tatsache, dass er verheiratet ist, Vater ist und seine ebenso attraktive wie beruflich h\u00f6chst erfolgreiche Ehefrau dabei hat. Die Beerdigung droht f\u00fcr Danielle zum gro\u00dfem Kollaps zu werden.<\/p>\n<p>Hommage an \u201eRosemary\u2018s Baby\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die kanadische Regisseurin Emma Seligman (27), die in New York Film studiert hat, erz\u00e4hlt das mit viel Witz, Tempo und exzellenten Mimen; die Kamera von Guy Sahaf dreht ihre dynamische Runden in dem Haus voller Menschen; die Musik von und mit Ariel Marx, mit nerv\u00f6sem Schlagwerk und manchmal schr\u00e4gen Streicherkl\u00e4ngen, unterstreicht die Atmosph\u00e4re des Absurden und Unerwarteten. Allem zugrunde liegt eine gewisse Melancholie, es geht auch um Entt\u00e4uschungen, gescheiterte Pl\u00e4ne, unterschiedliche Lebensentw\u00fcrfe und unterschiedliche Generationen. Da kann die Riege der Eltern und \u00e4lteren Bekannten schon mal ziemlich gruselig wirken, wenn die Kamera ganz nahe herangeht und die Szenerie in ein diabolisches Orangerot getaucht ist \u2013 in einer witzigen Szene, die wohl eine Hommage ist an \u201eRosemary\u2018s Baby\u201c ist.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"><strong class=\"font-bold dark:text-white-solid\">\u201eShiva Baby\u201c <\/strong>ist in der Mediathek der ARD zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was f\u00fcr ein Tag \u2013 und was f\u00fcr ein hinrei\u00dfender Film. \u201eShiva Baby\u201c erz\u00e4hlt von einem Tag aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":300136,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1778,29,214,30,95,1777,215],"class_list":{"0":"post-300135","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-cinema","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kino","13":"tag-movie","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114930238447459504","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=300135"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300135\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/300136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=300135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=300135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=300135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}