{"id":300287,"date":"2025-07-28T11:10:09","date_gmt":"2025-07-28T11:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300287\/"},"modified":"2025-07-28T11:10:09","modified_gmt":"2025-07-28T11:10:09","slug":"genetik-bisher-groesste-erbgutanalyse-zu-stottern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300287\/","title":{"rendered":"Genetik: Bisher gr\u00f6\u00dfte Erbgutanalyse zu Stottern"},"content":{"rendered":"<p>\u201eNiemand versteht wirklich, warum jemand stottert. Und das gilt f\u00fcr die meisten Pathologien von Sprechen und Sprache\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/medicine.vumc.org\/department-directory\/Jennifer-Below\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Jennifer Below<\/a> Direktorin des Vanderbilt Genetics Institute in Nashville\/Tennesee. \u201eSie sind stark unterforscht, weil sie die Menschen nicht ins Krankenhaus bringen. Aber sie k\u00f6nnen enorme Auswirkungen auf die Lebensqualit\u00e4t der Menschen haben\u201c, so Below, Hauptautorin der <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41588-025-02267-2\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Genetik-Studie<\/a>, die soeben im Fachmagazin \u201eNature Genetics&#8220; erschienen ist.<\/p>\n<p>Oft in fr\u00fchkindlicher Entwicklung<\/p>\n<p>Am meisten verbreitet ist Stottern in der kindlichen Entwicklung. Typischerweise tritt es bei Kindern im Alter zwischen zwei und f\u00fcnf Jahren auf. Etwa 80 Prozent von ihnen genesen spontan, mit oder ohne Sprachtherapie. Zu Beginn betrifft Stottern etwa gleich viele Buben und M\u00e4dchen, unter Jugendlichen und Erwachsenen ist es beim m\u00e4nnlichen Geschlecht aber deutlich h\u00e4ufiger. Deshalb untersuchten die Fachleute speziell geschlechtsspezifische Teile des Erbguts.<\/p>\n<p>Below und die Sprachpathologin <a href=\"https:\/\/clasprofiles.wayne.edu\/profile\/eo7455\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Shelly Jo Kraft<\/a> von der Wayne State University begannen vor mehr als zwei Jahrzehnten, die Genetik des Stotterns zu erforschen. In Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen auf der ganzen Welt sammelte Kraft Blut- und Speichelproben f\u00fcr genetische Studien von mehr als 1.800 Menschen, die im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.theinternationalstutteringproject.com\/\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">International Stuttering Project<\/a> gesammelt wurden. Aber das Projekt hatte nicht genug Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um eine gro\u00df angelegte genomweite Assoziationsstudie (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genomweite_Assoziationsstudie\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">GWAS<\/a>) zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Mit Hilfe des US-Biotechunternehmens <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/23andMe\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">23andMe<\/a> ist das nun gelungen. Insgesamt standen nun Daten von knapp 100.000 stotternden Menschen und einer Kontrollgruppe von einer Million Menschen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>H\u00e4ngt mit Rhythmusgef\u00fchl zusammen<\/p>\n<p>Die Gruppe um Below identifizierte 57 Genorte auf 48 Genen, die mit einem Risiko f\u00fcr die St\u00f6rung des Redeflusses in Verbindung stehen. Den st\u00e4rksten Zusammenhang gab es bei dem Gen VRK2, dessen Varianten u.a. mit Epilepsie, dem Sprachabbau bei Menschen mit Alzheimer sowie der F\u00e4higkeit, im Takt zu klatschen, in Verbindung steht.<\/p>\n<p>\u201eHistorisch gesehen haben wir Musikalit\u00e4t, Sprache und Sprachf\u00e4higkeit als drei getrennte Einheiten betrachtet. Aber unsere Studien deuten darauf hin, dass es eine gemeinsame genetische Grundlage gibt\u201c, sagt Below. Sie weisen damit in eine Richtung, dass Rhythmusprobleme dem Stottern zugrunde liegen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eIn meiner Arbeit haben wir Beweise sowohl im Verhalten als auch durch Gehirnbilder gesammelt, die auf einen Mangel bei der Rhythmusverarbeitung bei stotternden Sprechern hinweisen\u201c, erg\u00e4nzt Soo-Eun Chang, ein Sprachneurophysiologe an der University of Michigan, <a href=\"https:\/\/www.science.org\/content\/article\/genome-wide-study-makes-quantum-leap-understanding-stuttering\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">gegen\u00fcber dem Fachmagazin \u201eScience\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Stigma zerstreuen<\/p>\n<p>Die anderen nun identifizierten \u201eStottergene\u201c waren in der Vergangenheit mit einer Reihe von neurologischen und mentalen Krankheiten in Verbindung gebracht worden, darunter Autismus und die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS).<\/p>\n<p>\u201eEs gibt viele unbeantwortete Fragen zum Stottern, und als jemand, der pers\u00f6nlich betroffen ist, wollte ich zu diesem Forschungsgebiet beitragen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/medschool.vanderbilt.edu\/hearing-speech\/person\/dillon-pruett\/\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Dillon Pruett<\/a>, ein Mitautor der Studie. \u201eUnsere Studie hat gezeigt, dass es viele Gene gibt, die zum Stottern-Risiko beitragen, und wir hoffen, dieses Wissen zu nutzen, um das Stigma im Zusammenhang mit Stottern zu zerstreuen und in Zukunft neue therapeutische Ans\u00e4tze zu entwickeln.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eNiemand versteht wirklich, warum jemand stottert. 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