{"id":300467,"date":"2025-07-28T12:49:13","date_gmt":"2025-07-28T12:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300467\/"},"modified":"2025-07-28T12:49:13","modified_gmt":"2025-07-28T12:49:13","slug":"in-not-borstenwurm-in-karlsruhe-hat-sich-wohl-selbst-entleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300467\/","title":{"rendered":"In Not: Borstenwurm in Karlsruhe hat sich wohl selbst entleibt"},"content":{"rendered":"<p>Der Borstenwurm im Karlsruher Meerwasseraquarium gibt den Wissenschaftlern weiter R\u00e4tsel auf. Wom\u00f6glich hat er sich selbst und mit Absicht von seinem Hinterleib getrennt.<\/p>\n<p>Er h\u00e4lt Wissenschaftler und die \u00d6ffentlichkeit gleicherma\u00dfen in Atem: der Borstenwurm im Meerwasseraquarium des Karlsruher Naturkundemuseums. Schritt f\u00fcr Schritt kommen die Wissenschaftler dem Phantom n\u00e4her &#8211; mit neuen Erkenntnissen und einer neuen Theorie: Laut der k\u00f6nnte der Ringelwurm seinen Hinterleib selbst abgeworfen haben.<\/p>\n<p>Wissenschaftler: <strong>Wurm hat sich m\u00f6glicherweise selbst entleibt<\/strong><\/p>\n<p>Wurmexperte Markus B\u00f6ggemann aus Vechta erkl\u00e4rt das folgenderma\u00dfen: Im Falle des Karlsruher Borstenwurms k\u00f6nnte es sich um einen Notfall gehandelt haben. Denn bei genauer Betrachtung des abgeworfenen Hinterteils hat man dort im Darm eine Gr\u00e4te entdeckt &#8211; und zwar unmittelbar nach der Trennstelle. Der Wurm hatte also einen Fisch gefressen. <\/p>\n<p>Weiter stellte sich heraus, dass es sich um den Strahl einer R\u00fcckenflosse eines Wolfbarsches gehandelt hat. Die Gr\u00e4te hatte sich wahrscheinlich quergestellt und drohte den Darm des Wurms aufzuschlitzen. Quasi als letzte Rettung trennte sich der Wurm von seinem Hinterleib und der wurde dann im Aquarium des Naturkundemuseums gefunden. Solche Praktiken seien in der Wurmwelt nicht neu, dienten jedoch zumeist der Fortpflanzung, so der Wissenschaftler.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1753703613395,borstenwurm-naturkundemuseum-karlsruhe-koralle-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: Die Bissspuren an der Koralle stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom vermissten Borstenwurm im Naturkundemuseum Karlsruhe.\" alt=\"Die Bissspuren an der Koralle \" title=\"Die Bissspuren an der Koralle  (Foto: Die Bissspuren an der Koralle stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom vermissten Borstenwurm im Naturkundemuseum Karlsruhe.)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Die Bissspuren an der Koralle stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom vermissten Borstenwurm.<\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nDie Bissspuren an der Koralle stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom vermissten Borstenwurm im Naturkundemuseum Karlsruhe.<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><strong>DNA-Spuren des Borstenwurms deuten auf eine unbekannte Art hin<\/strong><\/p>\n<p>Weiter fand Wurmspezialist Markus B\u00f6ggemann heraus, dass es sich bei dem Karlsruher Borstenwurm um eine bislang noch unbekannte Art handeln muss. Die untersuchten DNA-Spuren passen jedenfalls zu keinem lebenden, bekannten Tier. Nur so viel: Rein genetisch muss es sich um einen nahen Verwandten des ber\u00fcchtigten Bobbitwurms handeln.<\/p>\n<p>Und der Fund wirft immer noch mehr Fragen auf, als er beantworteten konnte: Wie gro\u00df war das Tier urspr\u00fcnglich? Wie viel vom K\u00f6rper fehlt? Wovon hat es sich ern\u00e4hrt? Wieso ist es aufgetaucht? <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/karlsruhe\/lebt-der-borstenwurm-im-karlsruher-naturkundemuseum-noch-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Parasit im Karlsruher Meerwasseraquarium - Der Kopf fehlt - Lebt der Borstenwurm im Naturkundemuseum doch noch?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Und hat der &#8222;Kopf&#8220; \u00fcberlebt?<\/a> Mit all diesen Fragen besch\u00e4ftigt sich der Wurmspezialist aus Vechta. \u00dcber seine Forschungsergebnisse wird der Professor aus Vechta am Montagabend um 18.30 Uhr im Karlsruher Naturkundemuseum referieren. Der Vortrag ist \u00f6ffentlich und kostenlos.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1753703612892,reste-von-borstenwurm-im-grossen-karlsruher-meerwasseraquarium-100~_v-16x9@2dS_-6be50a.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: Pressestelle, SMNK Karlsruhe Hannes Kirchhauser\" alt=\"Ein Teil eines meterlangen Borstenwurms wurde Anfang April im Karlsruher Meerwasseraquarium im Naturkundemuseum gefunden.\" title=\"Ein Teil eines meterlangen Borstenwurms wurde Anfang April im Karlsruher Meerwasseraquarium im Naturkundemuseum gefunden. (Foto: Pressestelle, SMNK Karlsruhe Hannes Kirchhauser)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Ein Teil eines meterlangen Borstenwurms wurde Anfang April im Karlsruher Meerwasseraquarium im Naturkundemuseum gefunden.<\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nPressestelle<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nSMNK Karlsruhe Hannes Kirchhauser<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Kirchhauser ist dem <strong>Wurm seit Jahren auf der Spur<\/strong><\/p>\n<p>Der Chef des Vivariums im Karlsruher Naturkundemuseum, Hannes Kirchhauser, ist dem unbekannten Tier seit Jahren auf der Spur. Aber nur zwei Mal in zehn Jahren bekam er \u00fcberhaupt nur einen Schatten des scheuen und nachtaktiven Wesens zu Gesicht. Erst dieses Fr\u00fchjahr spielte ihm der Zufall in die H\u00e4nde, als er das etwa 1,5 Meter lange <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/karlsruhe\/borstenwurm-naturkundemuseum-karlsruhe-lebt-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Der Verdacht hat sich best\u00e4tigt - Der Borstenwurm im Karlsruher Naturkundemuseum lebt noch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hinterteil des Wurmes auf dem Beckenboden seines Aquariums<\/a> fand.<\/p>\n<p>Unterdessen geht die Jagd nach dem Vorderteil des Ringelwurms weiter: Hannes Kirchhauser w\u00fcrde das Tier gerne fangen. F\u00fcr Aquarianer wie ihn sind solche W\u00fcrmer eher Parasiten. Immerhin hat der Wurm seine Korallen angefressen. Eine Wurmfalle, die er in\u00a0Kroatien am Mittelmeer gefunden hatte, darf er allerdings auch nicht zum Einsatz bringen. Der Direktor des Museums, Martin Husemann, m\u00f6chte den Wurm vielmehr m\u00f6glichst am Leben erhalten. <\/p>\n<p><strong>SWR-Wissenschaftsredaktion unterst\u00fctzt Jagd nach dem Wurm<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr bekommt Hannes Kirchhauser Unterst\u00fctzung von der SWR-Wissenschaftsredaktion. Weil es bisher noch nie gelungen ist, den Wurm abzubilden, hat die Redaktion ein Experiment gestartet. Mit zwei extrem lichtempfindlichen Kameras versucht sie aktuell, den Wurm vor die Linse zu bekommen. Dazu wurden die Kameras in der vergangenen Woche eine ganze Nacht lang auf eine bestimmte Koralle gerichtet, die der Wurm in der Vergangenheit immer wieder angefressen hatte. In der ersten Nacht verlief das Experiment ergebnislos. Diese Woche soll ein weiterer Versuch folgen. <\/p>\n<blockquote class=\"quote-blockquote\">\n<p>Als Wissenschaftsjournalisten sind wir per se furchtbar neugierig. Und als ich davon geh\u00f6rt habe, dass sich hier diese Geschichte abspielt, war einfach die n\u00e4chste Frage: Ist schon jemand dabei, \u00fcber Nacht zu schauen, was hier passiert? Jetzt stehen wir hier und probieren es aus.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>F\u00fcr Hannes Kirchhauser ist es vielleicht die Chance, dem scheuen Wesen doch noch auf die Spur zu kommen. Im September wird er das Museum verlassen. Bevor er in Rente geht, w\u00e4re es ein Herzenswunsch, das unbekannte Tier noch ausfindig zu machen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Borstenwurm im Karlsruher Meerwasseraquarium gibt den Wissenschaftlern weiter R\u00e4tsel auf. 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