{"id":300712,"date":"2025-07-28T14:59:10","date_gmt":"2025-07-28T14:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300712\/"},"modified":"2025-07-28T14:59:10","modified_gmt":"2025-07-28T14:59:10","slug":"mainz-berlin-zu-oft-krank-kuendigung-kann-wirksam-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300712\/","title":{"rendered":"Mainz\/Berlin | Zu oft krank? K\u00fcndigung kann wirksam sein"},"content":{"rendered":"<p>Mainz\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; K\u00f6nnen h\u00e4ufige Kurzzeiterkrankungen zu einer K\u00fcndigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses f\u00fchren? Ja, entschied das Landesarbeitsgericht Mainz k\u00fcrzlich. Auf das Urteil verweist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins.<\/p>\n<p>In dem konkreten Fall ging es um einen Logistikmitarbeiter, der bereits viele Jahre lang bei einem Unternehmen besch\u00e4ftigt war. Zwischen 2020 und Anfang 2023 war der Mann wiederholt und teilweise \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume hinweg krankheitsbedingt arbeitsunf\u00e4hig. In dem relevanten Dreijahreszeitraum beliefen sich die Fehlzeiten auf insgesamt 166 Arbeitstage, in denen der Arbeitgeber den Lohn weiterhin zahlen musste.\u00a0<\/p>\n<p>Entgeltfortzahlung aufgrund vielf\u00e4ltiger Diagnosen<\/p>\n<p>Die Diagnosen waren vielf\u00e4ltig und umfassten grippale Infekte, Atemwegserkrankungen, psychische Belastungssyndrome sowie Nachwirkungen eines Herzinfarkts. Trotzdem erachtete der Mann im Rahmen von Gespr\u00e4chen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) keine Anpassungsma\u00dfnahmen als notwendig und verneinte Unterst\u00fctzungsbedarf.<\/p>\n<p>Daraufhin k\u00fcndigte das Unternehmen dem Mann das Arbeitsverh\u00e4ltnis unter Einhaltung der ordentlichen K\u00fcndigungsfrist. Begr\u00fcndet wurde die K\u00fcndigung mit einer negativen Gesundheitsprognose des Mannes und der erheblichen wirtschaftlichen Belastung.<\/p>\n<p>Negative Gesundheitsprognose nicht widerlegt<\/p>\n<p>Dagegen ging der Mann gerichtlich vor. Das Arbeitsgericht gab der Klage des Mitarbeiters zun\u00e4chst statt, weil es keine tragf\u00e4hige Negativprognose erkannte und das BEM als fehlerhaft ansah. Das Landesarbeitsgericht Mainz hob das Urteil der ersten Instanz in der Berufung jedoch weitgehend auf.<\/p>\n<p>Dessen Auffassung: Die Vielzahl unterschiedlicher, regelm\u00e4\u00dfig auftretender und teilweise unklar diagnostizierter Erkrankungen k\u00f6nnen eine negative Gesundheitsprognose begr\u00fcnden. Diese Prognose konnte der Arbeitnehmer auch nicht durch fundierte Angaben oder medizinische Nachweise widerlegen.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die betriebliche Belastung durch Entgeltfortzahlungskosten \u2013 j\u00e4hrlich weit \u00fcber sechs Wochen \u2013 sei erheblich gewesen. Deswegen k\u00f6nnten allein formale Unzul\u00e4nglichkeiten beim Eingliederungsmanagement nicht zur Unwirksamkeit einer K\u00fcndigung f\u00fchren. Immerhin seien diese nicht urs\u00e4chlich f\u00fcr unterlassene mildernde Ma\u00dfnahmen gewesen. Die K\u00fcndigung ist daher wirksam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mainz\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; K\u00f6nnen h\u00e4ufige Kurzzeiterkrankungen zu einer K\u00fcndigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses f\u00fchren? 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