{"id":300908,"date":"2025-07-28T16:46:16","date_gmt":"2025-07-28T16:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300908\/"},"modified":"2025-07-28T16:46:16","modified_gmt":"2025-07-28T16:46:16","slug":"warum-die-regelmaessige-sittich-zaehlung-endet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/300908\/","title":{"rendered":"Warum die regelm\u00e4\u00dfige Sittich-Z\u00e4hlung endet"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/rhein-main\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_rheinMain\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rhein-Main<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/rhein-main\/wiesbaden\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"3_wiesbaden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wiesbaden<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 28.07.2025, 18:09 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/diana-unkart-lmchk7dg3.html\" title=\"Zur Autorenseite von Diana Unkart\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" unkart=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diana Unkart<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/39067717-in-der-daemmerung-sitzen-dutzende-sittiche-auf-den-aesten-eines-baumes-in-wiesbaden-jfe.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"In der D&#xE4;mmerung sitzen Dutzende Sittiche auf den &#xC4;sten eines Baumes in Wiesbaden.\"\/>In Wiesbaden gibt es mindestens 4800 Halsbandsittiche und rund 1000 Alexandersittiche.  \u00a9\u00a0Michael Schick <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Nach 50 Jahren wird das Monitoring der Papageienv\u00f6gel eingestellt. Was das f\u00fcr die Stadt bedeutet.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wer abends \u00fcber die Wilhelmstra\u00dfe in Wiesbaden spaziert, erlebt ein lautes Spektakel: Dutzende, manchmal Hunderte gr\u00fcn schillernde V\u00f6gel fliegen kreischend durch die D\u00e4mmerung und verschwinden in den B\u00e4umen entlang der Prachtstra\u00dfe. Es sind Halsbandsittiche und Alexandersittiche. Einst kamen sie aus Asien und Afrika, heute geh\u00f6ren sie zum Stadtbild.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Laut der letzten Z\u00e4hlung leben in Wiesbaden rund 4800 Halsbandsittiche und etwa 1000 Alexandersittiche \u2013 so viele wie noch nie zuvor. Doch jetzt endet eine \u00c4ra: Nach f\u00fcnf Jahrzehnten wird die regelm\u00e4\u00dfige Bestandsaufnahme eingestellt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u201eDie Z\u00e4hlungen waren enorm aufwendig\u201c, sagt Oliver Weirich. Er ist Biologe und ehrenamtlich im Arbeitskreis Wiesbaden\/Rheingau-Taunus-Kreis der Hessischen Gesellschaft f\u00fcr Ornithologie und Naturschutz (HGON) t\u00e4tig. Um die Tiere zu z\u00e4hlen, verteilten sich sieben Personen auf drei bekannte Schlafpl\u00e4tze in der Stadt. Um diese \u00fcberhaupt zu finden, war wochenlange Vorarbeit n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Keine Daten aus anderen St\u00e4dten<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Nach stagnierenden Zahlen zwischen 2021 und 2023 in Wiesbaden und einer Ausbreitung der Sittiche in das Rhein-Main-Gebiet hofften die ehrenamtlich t\u00e4tigen Vogelkundler:innen der HGON, das Ende des Populationswachstums k\u00f6nnte erreicht sein \u2013 bis 2024 ein H\u00f6chstwert ermittelt wurde. Wie sich die Population weiterentwickelt, bleibt offen \u2013 auch weil Zahlen aus anderen St\u00e4dten fehlen. Ob einzelne Tiere zwischen Wiesbaden, Mainz oder Frankfurt pendeln, l\u00e4sst sich nicht sagen. Das schm\u00e4lert den Aussagewert der Wiesbadener Daten.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">1975 war die erste Freilandbrut des Halsbandsittichs in Wiesbaden dokumentiert worden. Die heute wild lebenden V\u00f6gel sind Nachkommen von Tieren, die aus Gefangenschaft in Freiheit gelangten. Wiesbaden bot und bietet ihnen mit seinem milden Klima und dem alten und teilweise exotischen Baumbestand gute Bedingungen. 1987 br\u00fcteten dann zum ersten Mal Alexandersittiche in der Stadt. Sie sind gr\u00f6\u00dfer als die Halsbandsittiche und tragen auf den Schultern einen braunroten Fleck.<\/p>\n<p>Gefahr f\u00fcr die heimische Tierwelt?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die ersten Schlafpl\u00e4tze von Halsbandsittichen au\u00dferhalb der Stadt lagen in Mainz und Frankfurt. Danach folgte Oestrich-Winkel. Inzwischen haben Fachleute beobachtet, dass sich die Papageienv\u00f6gel bis nach R\u00fcsselsheim, in den Kreis Gro\u00df-Gerau, nach Darmstadt und zur Bergstra\u00dfe ausgebreitet haben.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Doch was bedeutet der wachsende Bestand f\u00fcr die heimische Tierwelt? \u201eDie eigentliche Frage ist nicht, ob es mehr werden, sondern wo sie sich niederlassen\u201c, sagt Weirich, der auch f\u00fcr die Staatliche Vogelschutzwarte Hessen t\u00e4tig ist. Br\u00fcten sie weiterhin in den St\u00e4dten oder besiedeln sie k\u00fcnftig auch naturschutzfachlich wertvollere Lebensr\u00e4ume wie Auw\u00e4lder oder Streuobstwiesen?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es gebe die Sorge, dass die Sittiche einheimischen V\u00f6geln die Bruth\u00f6hlen streitig machen k\u00f6nnten. Studien deuteten aber bislang nur auf eine m\u00e4\u00dfige Konkurrenz unter den Tieren hin. Solange die Sittiche \u00fcberwiegend in St\u00e4dten br\u00fcteten, w\u00fcrden sich ihre Lebensr\u00e4ume von denen gef\u00e4hrdeter einheimischer H\u00f6hlenbr\u00fcter ausreichend unterscheiden. Eine Konkurrenz w\u00fcrde so vermieden. \u201eWichtig w\u00e4re es, Brutvorkommen von Sittichen au\u00dferhalb von St\u00e4dten zu beobachten.\u201c Weirich verweist auf eine Studie zu Flederm\u00e4usen aus Spanien. Danach h\u00e4tten Halsbandsittiche zu einem massiven R\u00fcckgang einer bedeutenden Fledermaus-Population beigetragen. <\/p>\n<p>Sittiche knabbern G\u00e4nge in Hausfassaden<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">In ihrer Heimat Indien seien die Halsbandsittiche ein bedeutender Sch\u00e4dling f\u00fcr die Landwirtschaft, erkl\u00e4rt der Biologe weiter. In Europa, wo sie eher in St\u00e4dten lebten, verursachten sie zwar auch Sch\u00e4den auf Feldern und Wiesen \u2013 aber eher kleinr\u00e4umig und punktuell. \u201eRegelm\u00e4\u00dfig berichten mir Wiesbadener \u00fcber Verbiss an Bl\u00fcten und Fr\u00fcchten von Obstb\u00e4umen in ihren G\u00e4rten.\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Immer h\u00e4ufiger entdecken die Tiere jedoch Styropor-verkleidete Fassaden f\u00fcr sich. Mit ihren Schn\u00e4beln graben sie bis zu zwei Meter lange G\u00e4nge ins D\u00e4mmmaterial, um dort zu br\u00fcten. Das sei in Wiesbaden kein Einzelfall mehr, sagt Weirich. Auch aus K\u00f6ln und Heidelberg seien vergleichbare Sch\u00e4den bekannt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Sein Rat f\u00fcr Neubauten und Sanierungen: glatten Putz statt grobk\u00f6rnigen Putz nehmen. Das erschwere den V\u00f6geln den Zugang \u2013 und spare m\u00f6glicherweise teure Reparaturen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Rhein-Main Wiesbaden Stand: 28.07.2025, 18:09 Uhr Von: Diana Unkart DruckenTeilen In Wiesbaden gibt es mindestens 4800 Halsbandsittiche&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":300909,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-300908","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114931878064777982","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=300908"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/300908\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/300909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=300908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=300908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=300908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}