{"id":301061,"date":"2025-07-28T18:07:10","date_gmt":"2025-07-28T18:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301061\/"},"modified":"2025-07-28T18:07:10","modified_gmt":"2025-07-28T18:07:10","slug":"filmer-dokumentiert-eine-reise-an-die-psychische-grenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301061\/","title":{"rendered":"Filmer dokumentiert eine Reise an die psychische Grenze"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eZehn Tage, acht Diagnosen, 170 Kilometer\u201c \u2013 das sind die Eckdaten einer besonderen Wanderung, die Filmemacher Timian Hopf f\u00fcr seinen Dokumentarfilm \u201eDer Weg der Verr\u00fcckten\u201c begleitet hat. Mental herausgeforderte Menschen wanderten bei der Aktion der AWO <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> im vergangenen Sommer von Augsburg nach <a href=\"https:\/\/www.allgaeuer-zeitung.de\/kempten\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Kempten<\/a>. \u201eDie Zielsetzung war, Barrieren abzubauen, Stigmata entgegenzuwirken und eine Verbindung zu schaffen zwischen Menschen mit und ohne einer solchen Erkrankung\u201c, erkl\u00e4rt  Timian Hopf. Wie Teilnehmer das Projekt erlebten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dani ist eine der Protagonistinnen den 54-min\u00fctigen Films. Die 38-J\u00e4hrige leidet an einer Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) und Depressionen. Obwohl sie eine der Hauptrollen spielt, hat sie den Streifen bis heute noch nicht ganz angesehen. Sie erinnert sich an ihre Bedenken, die sie nach den Dreharbeiten hatte: \u201eWas, wenn potenzielle Arbeitgeber nach meinem Namen googeln, den Film finden und sich denken, so jemand k\u00f6nnte zus\u00e4tzliche Kosten produzieren, ist m\u00f6glicherweise weniger zuverl\u00e4ssig oder sogar gef\u00e4hrlich?\u201c\n  <\/p>\n<p>            Psychisch Kranke wollen in den Dialog kommen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Menschen, die von Danis psychischer Belastung erfahren, reagieren unterschiedlich darauf. \u201eManche Leute trauen sich, mich auf meine Krankheit anzusprechen und nehmen sich die Zeit, mir zuzuh\u00f6ren.\u201c Manchmal wird sie aber auch mit Vorurteilen konfrontiert: \u201eIch muss mir auch mal Spr\u00fcche anh\u00f6ren, wie: Geh doch mal Vollzeit arbeiten, dann wird es dir schon besser gehen.\u201c Dani lebt in einer Wohnung in <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/ort\/Pfersee\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Pfersee<\/a>, wo sie ambulant eine Aufsuchende Assistenz in Anspruch nimmt. Ihr Ziel: \u201eIch m\u00f6chte ohne Sozialleistungen auskommen.\u201c Am liebsten w\u00fcrde die studierte Eventmanagerin wieder in diesem Bereich Fu\u00df fassen. Auf ihre letzten Bewerbungen bekam sie nur Absagen. \u201eIch nehme auch Medikamente, aber das Wichtigste sind Gespr\u00e4che\u201c, sagt sie. Eine Verhaltenstherapie vermittelt ihr zudem Strategien zur Stressregulierung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Botschafter f\u00fcr Verst\u00e4ndnis, der an der Wanderung teilnahm, ist Andi. \u201eIch litt als Kind unter Schlafwandeln und habe trotz Freundeskreis gern allein gespielt\u201c, erinnert sich der 44-J\u00e4hrige. Schon als Kind habe sich herauskristallisiert, dass er anders ist, aber die paranoide Schizophrenie brach erst im Alter von 29 Jahren aus, als er mehrere Schicksalsschl\u00e4ge erlitt. Unter anderem wurde er w\u00e4hrend des Studiums obdachlos und von seiner Freundin verlassen. Damals h\u00f6rte er Stimmen, bekam Verfolgungs\u00e4ngste. \u201eEs ging rein in die Psychiatrie, raus aus der Psychiatrie\u201c, berichtet er. Viele Freunde wandten sich von ihm ab.\n  <\/p>\n<p>            Der Austausch auf der Wanderung war f\u00fcr Betroffene eine Bereicherung<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Heute arbeitet der gelernte Landschaftsg\u00e4rtner im gro\u00dfen Garten des Clemens-H\u00f6gg-Hauses. Ein Traum w\u00e4re f\u00fcr ihn, den Bachelor in Landschaftsgestaltung zu machen. Andi lebt in einer Einrichtung des Gemeinschaftlichen Wohnens mit Tagesstruktur f\u00fcr Menschen mit einer psychischen Erkrankung im Augsburger Stadtteil Pfersee.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bei der Wanderung durchs Allg\u00e4u waren auch andere aus dieser Einrichtung dabei. \u201eDas hat uns noch mehr zusammengeschwei\u00dft\u201c, sagt Andi. Der Event habe f\u00fcr ihn viel ver\u00e4ndert. \u201eIch habe unterwegs viele spannende Menschen kennengelernt.\u201c \u201eIch dachte immer, die Leute denken, jemand mit einer solchen Diagnose sei nicht ganz koscher, aber ich habe das Gegenteil erfahren: Die Leute waren eher neugierig und gaben positives Feedback.\u201c Mittlerweile stehe er zu seiner Diagnose. \u201eAllein das Kommunizieren war befreiend\u201c, sagt er.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eTrotz der Tatsache, dass in Deutschland  etwa jeder vierte Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen ist, sei es leider immer noch ein Tabu, \u00fcber psychische Erkrankungen zu sprechen\u201c, sagt Fabian Meyer-Helas, Referatsleiter Sozialpsychiatrie bei der AWO. Mit der Wanderung wollte man \u201eauf psychische Erkrankungen aufmerksam machen und in den Dialog kommen\u201c.\n  <\/p>\n<p>            Der Zuschauer soll sich sein eigenes Bild machen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zu sehen ist der Dokumentarfilm unter anderem zur Er\u00f6ffnung der 15. Allg\u00e4uer Filmkunstwochen am 2. Oktober 2025. Dani z\u00f6gerte lange, ob die Anwesenheit bei der Vorf\u00fchrung ihr nicht zu viel w\u00fcrde. Mittlerweile hat sie sich f\u00fcr eine Teilnahme entschieden. \u201eEs ist wichtig, dass mehr \u00fcber das Thema gesprochen wird. Dass andere wissen: Jede psychische Krankheit ist anders. Nicht jeder, der eine psychische Krankheit hat, ist gef\u00e4hrlich f\u00fcr andere.\u201c Die Zuschauer sollen sich ein eigenes Bild machen, w\u00fcnscht sie sich.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Andis Message, die er mit seiner Teilnahme an der Wanderung und dem Filmprojekt verbreiten m\u00f6chte: \u201ePsychisch krank zu sein ist keine Schande. Er behilft sich mit einem Ringelnatz-Zita: \u201eJeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise.\u201c\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Michael Eichhammer<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    AWO<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eZehn Tage, acht Diagnosen, 170 Kilometer\u201c \u2013 das sind die Eckdaten einer besonderen Wanderung, die Filmemacher Timian Hopf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":301062,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-301061","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114932196523986627","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301061","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=301061"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301061\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/301062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=301061"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=301061"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=301061"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}