{"id":301087,"date":"2025-07-28T18:21:09","date_gmt":"2025-07-28T18:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301087\/"},"modified":"2025-07-28T18:21:09","modified_gmt":"2025-07-28T18:21:09","slug":"zolldeal-zwischen-europa-und-usa-eu-handelt-sich-ein-blaues-auge-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301087\/","title":{"rendered":"Zolldeal zwischen Europa und USA: EU handelt sich ein blaues Auge ein"},"content":{"rendered":"<p class=\"Initial paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Das Zoll- und Wirtschaftsabkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und den USA bevorzugt Letztere. W\u00e4hrend europ\u00e4ische Unternehmen f\u00fcr ihre Einfuhren in die USA 15 Prozent Zoll zahlen sollen, gilt dies umgekehrt wohl nicht f\u00fcr US-Importe in die EU. Au\u00dferdem akzeptierte die EU, dass ihre Mitglieder und Firmen f\u00fcr Hunderte Milliarden Euro fossile Energie in den Vereinigten Staaten kaufen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Trotzdem sei Europa mit einem blauem Auge davongekommen, interpretierte EU-Handelskommissar Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d, der die Verhandlung gef\u00fchrt hatte. Der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump urspr\u00fcnglich angedrohte 30-Prozent-US-Zoll h\u00e4tte \u201efast 5 Millionen europ\u00e4ische Arbeitspl\u00e4tze bedroht\u201c, so \u0160ef\u010dovi\u010d. Die grunds\u00e4tzliche Vereinbarung, bei der viele Details noch offen sind, nannte er einen \u201eDurchbruch\u201c f\u00fcr k\u00fcnftige \u201eStabilit\u00e4t\u201c. Man habe die \u201eT\u00fcren ge\u00f6ffnet f\u00fcr eine strategische Zusammenarbeit mit den USA\u201c. Die gr\u00fcne Europa-Abgeordnete Anna Cavazzini erkl\u00e4rte da\u00adgegen: \u201eTrumps Erpressungsmethode hat gewirkt.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Widerspr\u00fcchliche Reaktionen auch aus der Wirtschaft: Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sah in der Einigung eine \u201edringend ben\u00f6tigte Atempause\u201c f\u00fcr viele Unternehmen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie erkl\u00e4rte jedoch: \u201eWir rechnen mit deutlichen Wachstumseinbu\u00dfen f\u00fcr unsere Industrie\u201c. Die 15 Prozent seien etwa die vierfache H\u00f6he des bisherigen Niveaus, teilte der Au\u00dfenhandelsverband mit.<\/p>\n<p>      10 Milliarden Euro Schaden j\u00e4hrlich<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Nach Einsch\u00e4tzung von Wirtschaftsprofessor Jens S\u00fcdekum (Uni D\u00fcsseldorf) werden die Z\u00f6lle zun\u00e4chst \u201e0,1 bis 0,2 Prozent\u201c des j\u00e4hrlichen deutschen Wirtschaftswachstums kosten. Das klingt nicht dramatisch. Der Schaden betr\u00fcge dann vielleicht 10 Milliarden Euro pro Jahr im Vergleich zu einem Bruttoinlandsprodukt von rund 4.500 Milliarden Euro.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">F\u00fcr deutsche Fahrzeuge, die in die USA importiert werden, soll der Zoll k\u00fcnftig 15 Prozent betragen. Augenblicklich liegt er bei 27,5 Prozent. Ein Regierungssprecher begr\u00fc\u00dfte die Absenkung. Dagegen betonte Hildegard M\u00fcller, die Pr\u00e4sidentin des Automobilverbands: \u201eDer Zollsatz der USA wird die Unternehmen j\u00e4hrlich Milliarden kosten und sie inmitten der Transformation belasten.\u201c Autos aus den USA sollen dagegen zollfrei in die Europ\u00e4ische Union importiert werden k\u00f6nnen, stellte Trump klar. Auf der hiesigen Stahl- und Aluminium\u00adindustrie wird weiterhin ein Abgabe von 50 Prozent lasten. Die Bundesregierung will nachverhandeln.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Laut Kommissar \u0160ef\u010dovi\u010d haben\u00ad die beiden Seiten jedoch eine gegenseitige Zollfreiheit f\u00fcr bestimmte Produkte vereinbart. Dazu soll die Einfuhr von europ\u00e4ischen Flugzeugen in die USA geh\u00f6ren. Umgekehrt will die EU wohl Zollfreiheit unter anderem f\u00fcr Hochleistungschips gew\u00e4hren. \u0160ef\u010dovi\u010d zufolge habe man sich auf eine \u201eoffene Liste\u201c von Waren ohne Abgaben geeinigt. Diese k\u00f6nne man \u201eausbauen\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Heikel d\u00fcrfte sich der Teil des Abkommens gestalten, der den Kauf von US-Energie-Rohstoffen betrifft. Es geht um verfl\u00fcssigtes Erdgas, Erd\u00f6l und Uran. Mit Letzterem wolle man neue Atomkraftwerke in Europa versorgen, sagte Kommissar \u0160ef\u010dovi\u010d. Das diene der Unabh\u00e4ngigkeit von Energie\u00adimporten aus Russland. Die Einfuhren aus den USA sollen einen Gegenwert von 750 Milliarden Dollar (etwa 640 Milliarden Euro) innerhalb von drei Jahren haben.<\/p>\n<p>      Wie funktioniert der Energieimport?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Dies seien unrealistische Summen, rechnete der gr\u00fcne EU-Parlamentarier Michael Bloss vor. 2024 habe die gesamte EU nur rund <a href=\"https:\/\/taz.de\/Protest-gegen-LNG-in-den-USA\/!6062886\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">60 Milliarden Euro f\u00fcr fossile US-Energie<\/a> ausgegeben. Mehr Verbrauch von \u00d6l und Gas kann zudem die erneuerbaren Energien zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Offen erscheint, wie die EU-Kommission den Import solcher Mengen bewerkstelligen will, weil dieses Gesch\u00e4ft Privatunternehmen besorgen. Gleiches gilt f\u00fcr die Zusage der Kommission, die EU wolle 600 Milliarden Euro in den USA investieren. Konkrete Informationen zu dem Punkt, dass die Union in gro\u00dfem Stil Milit\u00e4rger\u00e4t von US-Firmen kaufen soll, gab es ebenfalls nicht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">F\u00fcr <a href=\"https:\/\/taz.de\/Wirtschaftsforscher-ueber-Investitionen\/!6073886\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00d6konom S\u00fcdekum, der SPD-Finanzminister Lars Klingbeil ber\u00e4t<\/a>, \u201ereflektiert die Vereinbarung die realen Machtverh\u00e4ltnisse\u201c. Ohne Abkommen st\u00fcnde \u201edie Nato zur Disposition\u201c. Europa sei abh\u00e4ngiger von den USA als umgekehrt. Die Vereinbarung unterlaufe den \u201eregelbasierten Welthandel\u201c, bedauerte das Institut f\u00fcr Weltwirtschaft in Kiel. \u201eDie EU sollte sich dringend auf ihre St\u00e4rken besinnen und Handelspartnerschaften mit gleichgesinnten L\u00e4ndern f\u00f6rdern\u201c, riet IfW-Forscher Julian Hinz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Zoll- und Wirtschaftsabkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und den USA bevorzugt Letztere. 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