{"id":301475,"date":"2025-07-28T22:00:11","date_gmt":"2025-07-28T22:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301475\/"},"modified":"2025-07-28T22:00:11","modified_gmt":"2025-07-28T22:00:11","slug":"google-erdbeben-fruehwarnsystem-hat-in-der-tuerkei-nicht-richtig-funktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/301475\/","title":{"rendered":"Google: Erdbeben-Fr\u00fchwarnsystem hat in der T\u00fcrkei nicht richtig funktioniert"},"content":{"rendered":"<p>Der US-Konzern Google hat einger\u00e4umt, dass sein Android-Erdbebenwarnsystem (AEA) w\u00e4hrend der verheerenden Erdbeben im S\u00fcden der T\u00fcrkei am 6. Februar 2023 Millionen Menschen nicht rechtzeitig und korrekt gewarnt hat. Das berichtete die britische BBC.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/c77v2kx304go\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Dem Bericht zufolge<\/a> war das Warnsystem zum Zeitpunkt des ersten Bebens zwar einsatzbereit, aber es wurden nur 469 &#8222;Take Action&#8220;-Warnungen verschickt. &#8222;Take Action&#8220; ist die h\u00f6chste Warnstufe und setzt selbst &#8222;Bitte nicht st\u00f6ren&#8220;-Einstellungen des Mobiltelefons au\u00dfer Kraft.<\/p>\n<p>Google teilte der BBC mit, dass eine halbe Million Menschen die weniger eindringliche &#8222;Be Aware&#8220;-Warnung erhielten. Die ist f\u00fcr leichtere Ersch\u00fctterungen gedacht und setzt unter anderem die Ger\u00e4teeinstellungen nicht au\u00dfer Kraft. Knapp zehn Millionen Menschen erhielten demnach keine ausreichende Warnung. In einer Erkl\u00e4rung gegen\u00fcber der BBC r\u00e4umte der Konzern ein, dass seine Erkennungsalgorithmen das Ausma\u00df der Beben stark untersch\u00e4tzt haben. Beim ersten Erdbeben sch\u00e4tzte das System die Ersch\u00fctterung auf 4,5 bis 4,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala (MMS), weit unter der tats\u00e4chlichen St\u00e4rke von 7,8. &#8222;Wir verbessern das System weiterhin auf der Grundlage der Erkenntnisse, die wir bei jedem Erdbeben gewinnen&#8220;, sagte ein Google-Sprecher.<\/p>\n<p>Millionen Menschen nicht rechtzeitig gewarnt<\/p>\n<p>Laut BBC h\u00e4tten zehn Millionen Menschen im Umkreis von knapp 160 Kilometern um das Epizentrum die h\u00f6chste Warnstufe von Google mit einer Vorwarnzeit von bis zu 35 Sekunden erhalten k\u00f6nnen. Da sich das Erdbeben um 4:17 Uhr morgens ereignete, w\u00e4hrend viele Menschen noch schliefen, h\u00e4tte ein akustischer, eindringlicher Alarm entscheidend sein k\u00f6nnen, um Menschenleben zu retten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Erdbeben-in-der-Tuerkei-und-Syrien-Warnung-vor-betruegerischen-Spendenaufrufen-7488809.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Die Erdbeben im S\u00fcden der T\u00fcrkei und im Norden Syriens am 6. Februar 2023<\/a> \u2013 auf das erste Beben der St\u00e4rke 7,8 folgte ein zweites am selben Tag mit der St\u00e4rke 7,5 \u2013 forderten in beiden L\u00e4ndern 62.000 Tote und mehr als 125.000 Verletzte. Zum Teil wurde die Erdoberfl\u00e4che auf Hunderten Kilometern <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Erdbeben-in-der-Tuerkei-und-Syrien-Boden-hat-sich-um-bis-zu-8-m-verschoben-7493898.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">um mehrere Meter gegeneinander verschoben<\/a>. Auch das zweite gro\u00dfe Beben wurde von Googles System untersch\u00e4tzt. Demnach wurden 8.158 &#8222;Take Action&#8220;-Warnungen und knapp vier Millionen &#8222;Be Aware&#8220;-Warnungen verschickt.<\/p>\n<p>Noch nicht vollst\u00e4ndig getestete Technologie<\/p>\n<p>Googles Android Earthquake Alerts (AEA)-System l\u00e4uft auf Android-Ger\u00e4ten, die in der T\u00fcrkei \u00fcber 70 Prozent der Mobiltelefone ausmachen. Es ist in der Lage, seismische Aktivit\u00e4ten anhand der Daten von Millionen von Android-Handys zu erkennen. Da sich Erdbebenwellen langsamer durch die Erde bewegen als digitale Signale, kann das System Warnungen verschicken, bevor das Beben die Nutzerinnen und Nutzer erreicht.<\/p>\n<p>&#8222;Jedes Erdbeben-Fr\u00fchwarnsystem hat mit derselben Herausforderung zu k\u00e4mpfen \u2013 der Abstimmung der Algorithmen auf Ereignisse gro\u00dfen Ausma\u00dfes&#8220;, erkl\u00e4rte Google. Von der BBC befragte Wissenschaftler kritisierten jedoch, dass es mehr als zwei Jahre gedauert hat, die Informationen zu den Problemen des Fr\u00fchwarnsystems zu erhalten.<\/p>\n<p>Laut Google ist sein System als Erg\u00e4nzung und nicht als Ersatz f\u00fcr nationale Warnsysteme gedacht. Es gibt jedoch Stimmen, die bef\u00fcrchten, dass zu viel Vertrauen in eine Technologie gesetzt wird, die bisher nicht vollst\u00e4ndig getestet wurde. &#8222;Ich denke, es ist absolut entscheidend, dass wir sehr transparent machen, wie gut es funktioniert&#8220;, so Harold Tobin, Direktor des Pacific Northwest Seismic Network, gegen\u00fcber der BBC.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:akn@heise.de\" title=\"Andreas Knobloch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">akn<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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