{"id":302087,"date":"2025-07-29T03:52:11","date_gmt":"2025-07-29T03:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302087\/"},"modified":"2025-07-29T03:52:11","modified_gmt":"2025-07-29T03:52:11","slug":"frankreich-liebt-junk-food-und-zelebriert-trotzdem-seine-esskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302087\/","title":{"rendered":"Frankreich liebt Junk-Food und zelebriert trotzdem seine Esskultur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Frankreich nimmt das Essen ernst, schon in der Schule. Mit langen Mittagspausen, festen Regeln und strukturierten Mahlzeiten wird Esskultur vermittelt \u2013 auch wenn die Jugendlichen bei McDonald\u2019s Schlange stehen.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Bon app\u00e9tit! Austern und Weisswein, das geht in Frankreich immer.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4919\" height=\"3689\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/caf964db-e478-4713-a558-193e51c1de53.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Bon app\u00e9tit! Austern und Weisswein, das geht in Frankreich immer. <\/p>\n<p>Anton Dobrea \/ Imago<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0r55oho0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Wer in diesen Tagen durch Frankreich reist, d\u00fcrfte vielerorts an Jos\u00e9 Bov\u00e9 erinnert werden. Das war der Bauernf\u00fchrer mit dem Asterix-Schnauz, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qcLnunXjjTU\" rel=\"nofollow noopener\">der vor 26 Jahren ein McDonald\u2019s-Restaurant mit seinem Traktor zu Kleinholz machte<\/a>. Der Mann tat das, um gegen amerikanischen Kulturimperialismus und industrielles Billigessen zu protestieren. Die Leute liebten ihn daf\u00fcr. Doch dem goldenen \u00abM\u00bb kann sich heute niemand mehr entziehen. \u00dcber 1600 McDonald\u2019s-Filialen gibt es inzwischen im Land, und jeder zweite Franzose in der Altersgruppe der 18- bis 35-J\u00e4hrigen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.jean-jaures.org\/publication\/generation-mcdo\/\" rel=\"nofollow noopener\">soll dort mindestens einmal im Monat essen<\/a>.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p>Lauter L\u00f6sungen <\/p>\n<p class=\"alias-teaser-embed__text\">Zuwanderung, Polarisierung oder Abfallprobleme: Die Schweiz hat verschiedene Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen. In einer Artikelserie erz\u00e4hlen unsere Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten, was die Schweiz vom Ausland lernen kann \u2013 was sie \u00fcbernehmen und was sie vermeiden sollte.<\/p>\n<p class=\"alias-teaser-embed__text\"><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/lauterloesungen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/lauterloesungen<\/a><\/p>\n<p>Vergeblicher Kampf gegen die \u00abmalbouffe\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0sbaba80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seinen Kampf gegen die \u00abmalbouffe\u00bb hat Bov\u00e9 also verloren. Oder auch nicht? Vielleicht ist Frankreich einfach ein sehr ambivalentes Land. Ein Land, das Junk-Food liebt und gleichzeitig seine traditionelle K\u00fcche zelebriert. In den Schulkantinen jedenfalls f\u00e4llt auf, dass immer noch mehrg\u00e4ngige Menus mit Gem\u00fcse, Fleisch oder Fisch, Obst und K\u00e4se serviert werden. Softdrinks sind dort tabu, Snack-Automaten sind aus den meisten Schulen verbannt. F\u00fcr das Mittagessen steht in der Regel eine Stunde, manchmal sogar eineinhalb Stunden zur Verf\u00fcgung. Idealerweise nehmen die Sch\u00fcler dann nicht bloss Nahrung zu sich, sondern sitzen gemeinsam an einem Tisch und unterhalten sich.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0sbabac0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ein absolutes No-Go an der Schule ist es, sich in den G\u00e4ngen oder Klassenzimmern eine Zwischenmahlzeit zu genehmigen, und sei es nur ein M\u00fcesli-Riegel. Das ist auch Teil der Esskultur, die Wert darauf legt, dass gegessen wird, wenn gegessen wird, und nicht beil\u00e4ufig im Vor\u00fcbergehen. Nat\u00fcrlich kommt es vor, dass das Kantinenessen lieblos zubereitet wird oder der Menuplan \u00fcber Wochen nicht variiert, dann schreiben Eltern Beschwerdebriefe oder gleich Petitionen. Es stehen auch nicht immer Bresseh\u00fchner oder B\u0153uf bourguignon auf dem Speiseplan. Aber alles in allem funktioniert das System. Im Unterschied zu Deutschland oder der Schweiz, wo das Mittagessen oft ausgelagert wird oder zur Nebensache wird, bleibt es in Frankreich fester Bestandteil des schulischen Alltags. Und diese Pr\u00e4gung zeigt Wirkung.<\/p>\n<p>Coffee-to-go ist No-Go<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0sbdsot1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Im franz\u00f6sischen Strassenbild sieht man sie jedenfalls seltener: Menschen, die im Gehen schnell noch ein Mayonnaise-Sandwich aus der Plastikverpackung ziehen oder mit einem Coffee-to-go durch die Metrog\u00e4nge eilen. Oder Eltern, die ihren Kleinkindern im Buggy hastig ein Br\u00f6tchen zustecken, damit es unterwegs ja keinen Aufstand gibt. Sich zum Essen hinzusetzen und sich dabei Zeit zu lassen, ist nach wie vor die Norm. Laut einer OECD-Studie verbringen die Franzosen t\u00e4glich 133 Minuten mit Essen \u2013 mehr als jede andere westliche Nation. In Deutschland sind es 95, in den USA 62 Minuten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0sbabae0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Jos\u00e9 Bov\u00e9 findet \u00fcbrigens nicht, dass er den Kampf gegen schlechtes Essen grunds\u00e4tzlich verloren habe. McDonald\u2019s, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.lepoint.fr\/environnement\/jose-bove-mcdo-reste-le-symbole-de-la-standardisation-de-l-alimentation-28-01-2022-2462425_1927.php\" rel=\"nofollow noopener\">sagte er in einem Interview mit \u00abLe Point\u00bb vor einigen Jahren<\/a>, habe sich anpassen m\u00fcssen, mit besseren Standards und regionalen Produkten. Und vielleicht solle man auch nicht zu streng sein mit den Jugendlichen. Die empf\u00e4nden \u00abMcDo\u00bb als eine Art rebellischen Gegenraum, wo man mit den H\u00e4nden essen d\u00fcrfe, laut sein k\u00f6nne und sich nicht erkl\u00e4ren m\u00fcsse. Der Burger, meint Bov\u00e9, sei f\u00fcr viele vor allem ein Ausbruch \u2013 kein Bruch mit der Esskultur, mit der sie aufgewachsen seien. Viele von ihnen s\u00e4ssen sp\u00e4testens am Wochenende wieder mit der Familie am Tisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich nimmt das Essen ernst, schon in der Schule. 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