{"id":302802,"date":"2025-07-29T10:33:13","date_gmt":"2025-07-29T10:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302802\/"},"modified":"2025-07-29T10:33:13","modified_gmt":"2025-07-29T10:33:13","slug":"friedenspreis-fuer-ukraine-unterstuetzer-karl-schloegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302802\/","title":{"rendered":"Friedenspreis f\u00fcr Ukraine-Unterst\u00fctzer Karl Schl\u00f6gel"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Er ist ein Kritiker Putins und erhebt seine Stimme f\u00fcr eine souver\u00e4ne Ukraine: Der Historiker Karl Schl\u00f6gel erh\u00e4lt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Als einer der Ersten habe der Osteuropa-Kenner vor der aggressiven Expansionspolitik des russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin gewarnt, so die Jury: \u00abSeine Mahnung an uns: Ohne eine freie Ukraine kann es keinen Frieden in Europa geben.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abWenn du den Frieden willst, stelle dich ein auf den Krieg\u00bb<\/p>\n<p>Auch die Bekanntgabe der Auszeichnung nutzte Schl\u00f6gel, der seit Jahrzehnten \u00fcber Russland und Osteuropa schreibt, f\u00fcr einen Appell zur milit\u00e4rischen Hilfe f\u00fcr Kiew. Der 77-j\u00e4hrige Historiker rief den Westen zur weiteren Unterst\u00fctzung der Ukraine auf. Es gebe den Spruch: \u00abWenn du den Frieden willst, stelle dich ein auf den Krieg\u00bb, sagte Schl\u00f6gel der Deutschen Presse-Agentur. Verteidigung sei das beste Mittel, sich gegen die Aggression und Ausweitung eines Krieges zur Wehr zu setzen. \u00abDeswegen ist die Unterst\u00fctzung der Ukraine auch der beste Weg, um den Frieden in Europa zu sichern.\u00bb<\/p>\n<p>Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Sie wird seit 1950 vom B\u00f6rsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben, der Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen. Die feierliche \u00dcbergabe findet traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche statt &#8211; in diesem Jahr am 19. Oktober.<\/p>\n<p>Jahrzehntelange Reisen gen Osten<\/p>\n<p>Karl Schl\u00f6gel wurde 1948 in Hawangen im Allg\u00e4u geboren. Er lebt in Berlin, wo er einst osteurop\u00e4ische Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slawistik studierte. 1966 reiste er erstmals in die Sowjetunion, 1968 erlebte er den Prager Fr\u00fchling pers\u00f6nlich, Aufenthalte in Moskau und Leningrad in den 1980er Jahren pr\u00e4gten seine Forschung. 2014 reiste er nach der Besetzung der Krim in die Ukraine.<\/p>\n<p>Der Historiker war in Konstanz und Frankfurt (Oder) Professor. Der Friedenspreis sei \u00abeine \u00fcberraschende und gro\u00dfe Ehrung\u00bb, sagte er. Er sei sehr dankbar und sehe darin auch eine W\u00fcrdigung seiner Arbeit zu den Beziehungen und der Analyse des \u00f6stlichen Europas.<\/p>\n<p>\u00abAnschauliche, lebendige Geschichtsschreibung\u00bb<\/p>\n<p>Mit Werken wie \u00abTerror und Traum\u00bb (2008) oder \u00abDas sowjetische Jahrhundert\u00bb (2017) habe er \u00abMa\u00dfst\u00e4be f\u00fcr eine anschauliche, lebendige Geschichtsschreibung gesetzt\u00bb, so B\u00f6rsenvereins-Vorsteherin und Stiftungsrat-Vorsitzende Karin Schmidt-Friderichs.<\/p>\n<p>In seinem Werk verbinde Schl\u00f6gel empirische Geschichtsschreibung mit pers\u00f6nlichen Erfahrungen. \u00abMit seiner Erz\u00e4hlweise, die Beobachten, Empfinden und Verstehen verbindet, korrigiert er Vorurteile und weckt Neugier\u00bb, so Schmidt-Friderichs.<\/p>\n<p>Viel Russland-Kritik beim Friedenspreis<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr war die US-amerikanische Historikerin Anne Applebaum geehrt worden, die in ihrer Dankesrede ebenfalls eindringlich davor warnte, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine einzuschr\u00e4nken. \u00abUm zu verhindern, dass Russland sein autokratisches politisches System verbreitet, m\u00fcssen wir der Ukraine zum Sieg verhelfen\u00bb, sagte die polnisch-amerikanische Historikerin 2024 in ihrer Dankesrede in der Paulskirche.<\/p>\n<p>Im Jahr davor hatte der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie den Friedenspreis erhalten. Gegen ihn hatten Islamisten eine Fatwa ausgerufen, 2022 hatte er einen Anschlag nur knapp \u00fcberlebt und dabei ein Auge verloren.<\/p>\n<p>Laudatio auf Friedensnobelpreistr\u00e4gerin<\/p>\n<p>Schl\u00f6gel war bereits zweimal als Laudator bei Friedenspreis-Verleihungen dabei, zuletzt hielt er 2013 die Laudatio auf die belarussische Literaturnobelpreistr\u00e4gerin und Putin-Kritikerin Swetlana Alexijewitsch. Auch er selbst wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2024 in D\u00fcsseldorf mit dem Gerda-Henkel-Preis.<\/p>\n<p>Putin habe \u00aballes in den Schatten gestellt, was man nicht einmal einem D\u00e4mon zutraut\u00bb, sagte er damals in seiner Dankesrede. \u00abRussland ist der Feind\u00bb, f\u00fchrte er im dpa-Interview aus. \u00abRussland ist ein Staat, der in Europa einen Krieg angefangen hat, und darauf m\u00fcssen sich die Deutschen einstellen. Das hei\u00dft: verteidigungsbereit sein, abwehrbereit sein.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er ist ein Kritiker Putins und erhebt seine Stimme f\u00fcr eine souver\u00e4ne Ukraine: Der Historiker Karl Schl\u00f6gel erh\u00e4lt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":302803,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-302802","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114936073671332988","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/302802","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=302802"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/302802\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/302803"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=302802"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=302802"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=302802"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}