{"id":302821,"date":"2025-07-29T10:43:17","date_gmt":"2025-07-29T10:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302821\/"},"modified":"2025-07-29T10:43:17","modified_gmt":"2025-07-29T10:43:17","slug":"tigermuecke-nervt-gartenbesitzer-in-oberkassel-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/302821\/","title":{"rendered":"Tigerm\u00fccke nervt Gartenbesitzer in Oberkassel"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eigentlich sitzen Karin Neuefeind und ihr Mann im Sommer gerne in ihrem Garten in Oberkassel. Wilder Wein rankt dort an der Hauswand, ein Sonnenschirm spendet Schatten zwischen Oleanderbusch und Hochbeet. Doch das Sitzen im Freien haben sich die beiden mittlerweile abgew\u00f6hnt. \u201eSonst habe ich gerne G\u00e4ste eingeladen, momentan traue ich mich das schon fast nicht mehr\u201c, sagt Neuefeind. <a href=\"https:\/\/ga.de\/bonn\/beuel\/asiatische-tigermuecke-in-bonn-experte-warnt_aid-129464937\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">An sonnigen Tagen verleiden die Tigerm\u00fccken dem Ehepaar das Drau\u00dfensein.<\/a><\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Damit b\u00fc\u00dfen sie an Lebensqualit\u00e4t ein, finden die beiden. Denn Neuefeind und ihr Mann k\u00fcmmern sich liebevoll um den Au\u00dfenbereich, pflanzen Rhabarber, Erdbeeren und K\u00fcchenkr\u00e4uter. Der Garten ist gepflegt, m\u00f6gliche Brutst\u00e4tten f\u00fcr M\u00fcckenlarven finden sich hier nicht. Nur ein kleiner Untersetzer mit Wasser steht auf einer Mauer. \u201eDas ist f\u00fcr die V\u00f6gel, und wir wechseln es t\u00e4glich\u201c, gibt ihr Mann zu verstehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er beobachtet gerne Insekten, kann sie sogar mit der Hand fangen. So waren die beiden \u00fcberhaupt erst auf die Tigerm\u00fccke aufmerksam geworden. Sie schickten das Foto eines Exemplars an einen Experten. Der best\u00e4tigte, dass es sich um die Asiatische Tigerm\u00fccke handelt. Neuefeinds Erfahrung nach unterscheiden sich die Tiere von heimischen M\u00fccken: Sie sind schon am fr\u00fchen Abend aktiv, wenn es noch hell ist \u2013 und lassen sich schwerer t\u00f6ten, findet die Anwohnerin.<\/p>\n<p>Gut vernetzte Nachbarschaft in Oberkassel      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend sie von den M\u00fccken berichtet, kommen zwei Nachbarinnen und setzen sich dazu. Es ist ein k\u00fchler Nachmittag; in den Tagen zuvor hat es geregnet. Nur eine einzelne Tigerm\u00fccke l\u00e4sst sich blicken. Die Tiere kommen vor allem bei warmem Wetter, wei\u00df Neuefeind. Die Nachbarschaft sei gut vernetzt, in einer Whatsapp-Gruppe tauschen sich die Anwohnerinnen und Anwohner \u00fcber allerhand aus \u2013 auch \u00fcber die Tigerm\u00fccke. Dort geben sie Hinweise, was zu tun ist, um die Population gering zu halten. \u201eAber alle erreicht man damit nicht, deshalb w\u00e4re es gut, wenn die Stadt aktiv wird\u201c, so Neuefeind.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gedanken machen sich die Nachbarinnen etwa um das verlassene Grundst\u00fcck einer alten G\u00e4rtnerei. Hierzu erkl\u00e4rt das Presseamt der Stadt Bonn: \u201eDie Stadt hat das Grundst\u00fcck einer alten G\u00e4rtnerei, K\u00f6nigswinterer Stra\u00dfe 610, erworben.\u201c Auf dem verwilderten Gel\u00e4nde wurden bei einer Begehung m\u00f6gliche Brutst\u00e4tten der Tigerm\u00fccke entdeckt. Nach der geplanten Rodung sollen M\u00fcckenfallen aufgestellt und die Nachbarschaft erneut per Flyer \u00fcber geeignete Ma\u00dfnahmen informiert werden.<\/p>\n<p>Insektenspray hilft nur bedingt      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Annette Schwalb, die gleich nebenan wohnt, hat keine Probleme mit den M\u00fccken. Die Nachbarin auf der anderen Seite berichtet aber ebenfalls von Tigerm\u00fccken und zeigt das Foto eines Tieres. Um sich zu sch\u00fctzen, greift sie zu Insektenspray, bevor sie mit G\u00e4sten in den Garten setzt. Karin Neuefeind hat damit allerdings ihre eigenen Erfahrungen gemacht: \u201eSie finden immer genau die Stelle, die man vergessen hat einzuspr\u00fchen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon im vergangenen Sommer machten die M\u00fccken den Aufenthalt im Garten zur Herausforderung. Deshalb wandte sie sich Anfang September 2024 mit einem Schreiben an die Stadt, erhielt jedoch keine Antwort. Im M\u00e4rz dieses Jahres schrieb sie erneut. Daraufhin habe sie eine R\u00fcckmeldung erhalten. Das best\u00e4tigt das Presseamt: \u201eEs gab eine ausf\u00fchrliche schriftliche Beratung zu empfohlenen Ma\u00dfnahmen mit Hinweis auf die in Erstellung befindliche Informationsseite der Stadt\u201c, so ein Sprecher der Stadt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aktuell stehe das Gesundheitsamt im direkten Kontakt mit der Anwohnerin. Neuefeind bekam Anfang vergangener Woche einen Anruf. \u201eGerade kommt Bewegung rein\u201c, sagt die Anwohnerin. Auch ihr wurde von den geplanten M\u00fcckenfallen berichtet.<\/p>\n<p>So funktionieren die M\u00fcckenfallen      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Verantwortlich f\u00fcr das Aufstellen ist das Team von Timo Falkenberg. Der Experte f\u00fcr Medizinische Geographie forscht am Institut f\u00fcr Hygiene und \u00d6ffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn. Er berichtet, das Gesundheitsamt der Stadt Bonn habe bereits im vergangenen Jahr Kontakt zu ihm aufgenommen. Im Rahmen eines Promotionsprojektes werde das Institut in K\u00fcrze zw\u00f6lf M\u00fcckenfallen, so genannte Gravid Aedes Traps (GAT Traps) in Oberkassel aufstellen. Diese helfen bei Bek\u00e4mpfung der Asiatischen Tigerm\u00fccke, in dem sie weibliche M\u00fccken anlocken und einfangen, bevor sie ihre Eier ablegen k\u00f6nnen. Die Fallen in dem Pilotprojekt sollen sowohl in privaten G\u00e4rten als auch auf st\u00e4dtischen Fl\u00e4chen aufgestellt werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Anhand der gefangenen Tiere werden Falkenberg und seine Kollegen untersuchen, ob es sich um Exemplare der Asiatischen Tigerm\u00fccke handelt. Zudem pr\u00fcfen sie, ob in der <a href=\"https:\/\/ga.de\/news\/wissen-und-bildung\/ueberregional\/chikungunya-infektion-im-elsass-nahe-der-deutschen-grenze_aid-130663719\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcckenpopulation bereits Krankheitserreger auftauchen<\/a>. \u201eDie Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr ist allerdings sehr gering\u201c, so Falkenbergs Einsch\u00e4tzung, die auch das Robert-Koch-Institut teile. Wenn es jedoch eine Population gibt, die Krankheiten \u00fcbertragen kann, reiche bereits ein infizierter Reisender, und die Krankheit k\u00f6nne sich schnell ausbreiten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie lange die Untersuchung der Population dauert, h\u00e4ngt laut Falkenberg von der Anzahl der gefangenen M\u00fccken und der Laborarbeit ab. Er rechnet damit, gegen Ende des Jahres Ergebnisse vorweisen zu k\u00f6nnen. Laut der Stadt st\u00f6\u00dft das Projekt auch im Rhein-Sieg-Kreis und in anderen Kreisen in NRW auf Interesse, sodass hier Kooperationen oder Nachahmer-Projekte stattfinden werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWichtig ist, dass die Informationen fr\u00fchzeitig ans Gesundheitsamt gehen und die Bev\u00f6lkerung informiert wird\u201c, sagt der Wissenschaftler. Denn die Stadt k\u00f6nne die Population nicht alleine kontrollieren. Der Erfolg h\u00e4nge ma\u00dfgeblich von der Kooperation der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich sitzen Karin Neuefeind und ihr Mann im Sommer gerne in ihrem Garten in Oberkassel. 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