{"id":303154,"date":"2025-07-29T13:46:09","date_gmt":"2025-07-29T13:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303154\/"},"modified":"2025-07-29T13:46:09","modified_gmt":"2025-07-29T13:46:09","slug":"iron-maiden-in-frankfurt-metal-und-mythos-kultur-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303154\/","title":{"rendered":"Iron Maiden in Frankfurt: Metal und Mythos &#8211; Kultur Regional"},"content":{"rendered":"<p class=\"autor\">Von Emilia Brenneis<\/p>\n<p>Frankfurt. Bereits Stunden vor Konzertbeginn nehmen sie die Stadt ein, die Menschen mit den schwarzen T-Shirts. Die treue Fanbase, die nicht selten von weit her anreist und oft gleich mehrere Konzerte einer Tour besucht, haben sich Iron Maiden durch 50 Jahre kompromisslos guten Heavy Metal hart erarbeitet. Eine Band mit Kultstatus \u2013 und das, ohne jemals wirklich in den Mainstream abgerutscht zu sein. Das Konzert im Frankfurter Deutsche Bank Park hilft zu verstehen, warum das Ph\u00e4nomen Iron Maiden noch immer so gut funktioniert. <\/p>\n<p>Begleitet werden die Briten von der schwedischen Band Avatar, die mit schnellem, melodischem Death Metal und koordiniertem Headbanging das ausverkaufte Stadion anheizen. Aber gekommen sind sie hier alle f\u00fcr den Headliner. <\/p>\n<p>Sofort offenbart sich Iron Maidens au\u00dferordentliches Talent f\u00fcr das Vertonen von Geschichten. Bruce Dickinson performt die Texte mit opernhaftem Tenorgesang. W\u00e4hrenddessen rennt der 66-J\u00e4hrige die B\u00fchne rauf und runter. Die zwei energischen Leadgitarren und Steve Harris\u2019 dynamisches Bassspiel, sowie der pr\u00e4zise Schlagzeug-Galopp stehen Dickinsons Energie in keiner Weise nach. Die Band scheint in Bestform. Sie startet mit &#8222;Murders Of The Rue Morgue&#8220;, der musikalischen Interpretation einer Kurzgeschichte Edgar Allan Poes, die von einem Mord in Paris erz\u00e4hlt. Grandiose B\u00fchnenbilder schaffen dazu die passende Atmosph\u00e4re: ein Sturm, der sich \u00fcber den D\u00e4chern von Paris und dem Eiffelturm zusammenbraut. <\/p>\n<p>Schon beim zweiten Song st\u00fcrmt Monster-Maskottchen Eddie im Rotrock, der Uniformjacke des Britischen Empires, und mit Hammer bewaffnet auf die B\u00fchne. Eddie reinkarniert sich in jedem Song neu \u2013 auf der Leinwand der B\u00fchne begegnet man ihm als Pharao, Prophet oder Cyber-Krieger, je nach thematischem Kontext des Albums.<\/p>\n<p>Dass die Hardrocker aus Gro\u00dfbritannien stammen, wird nicht nur durch Eddies Milit\u00e4runiform deutlich: Gern wird in Frankfurt der Union Jack geschwenkt, britische Geschichte in Songs wie &#8222;The Trooper&#8220; oder &#8222;Aces High&#8220; verarbeitet. Vor Letzterem hallt eine Churchill-Rede durchs Rund, w\u00e4hrend Scheinwerfer das Dach erleuchten und Eddie mit Fliegerbrille durchs B\u00fchnenbild saust. <\/p>\n<p>Iron Maiden bewahren sich stets eine gewisse Ironie in der Selbstinszenierung \u2013 ohne dabei ins L\u00e4cherliche zu kippen. Ganz im Gegenteil: Sie zeigen, wie komplex ihre Stilrichtung ist. Nat\u00fcrlich kann Metal auch einfach mal draufhauen bedeuten: schnell, laut, hart. Doch 13 Minuten lange Kunstwerke wie &#8222;Rime Of The Ancient Mariner&#8220; f\u00fchren eindrucksvoll vor Augen, dass Metal eben auch hei\u00dfen kann, d\u00fcstere Gedichte der englischen Romantik mit vielschichtigen Gitarren, Rhythmuswechseln und versatilem Gesang neu zu verarbeiten. Die Videoscreens auf der B\u00fchne nehmen uns bei diesem Song \u00fcber das Schicksal eines alten Seemanns mit auf ein Schiff, umringt von tosenden Wellen \u2013 sp\u00e4ter formt sich daraus ein Eddie, der das Schiff \u00fcberrollt: &#8222;Water, Water Everywhere&#8220;, passend zum Regen, der sich w\u00e4hrenddessen auf dem Stadiondach entl\u00e4dt. <\/p>\n<p>Schade ist, dass diese Gro\u00dfartigkeit auf den R\u00e4ngen nicht vollst\u00e4ndig ankommt: Durch die \u00fcbersteuerten H\u00f6hen l\u00e4sst die Tonqualit\u00e4t hier leider zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Doch der Blick auf das jubelnde Publikum im Stehbereich macht das fast wieder vergessen. Wenn V\u00e4ter gemeinsam mit S\u00f6hnen und T\u00f6chtern mit erhobener Faust &#8222;Run To The Hills&#8220; schmettern, kommen einem vor R\u00fchrung fast die Tr\u00e4nen. Familienfreundlich sind Iron-Maiden-Konzerte allemal. <\/p>\n<p>Die Setlist der &#8222;Run For Your Lives World Tour 2024\/2025&#8220;, die das Herz eines jedes Ur-Fans h\u00f6herschlagen l\u00e4sst, kommt mit den Klassikern &#8222;Fear Of The Dark&#8220; und &#8222;Wasted Years&#8220; zu ihrem Ende. &#8222;We will return!&#8220;, k\u00fcndigt Bruce Dickinson an, bevor die Band unter tosendem Applaus von der B\u00fchne geht. Dass Iron Maiden wirklich noch viele Jahre Heavy Metal vor sich haben \u2013 daran zweifelt nach diesen glorreichen zwei Stunden niemand mehr. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Emilia Brenneis Frankfurt. 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