{"id":303205,"date":"2025-07-29T14:14:13","date_gmt":"2025-07-29T14:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303205\/"},"modified":"2025-07-29T14:14:13","modified_gmt":"2025-07-29T14:14:13","slug":"wie-sich-das-teilzeit-land-deutschland-veraendern-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303205\/","title":{"rendered":"Wie sich das Teilzeit-Land Deutschland ver\u00e4ndern k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 29.07.2025 15:31 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Deutschen sollen nach dem Willen des Kanzlers mehr und l\u00e4nger arbeiten. Doch viele Menschen sind in Teilzeit besch\u00e4ftigt. Woran liegt das? Und was plant die Bundesregierung jetzt?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jim-bob-nickschas-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jim-Bob Nickschas\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/nickschas-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir m\u00fcssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten&#8220; &#8211; die Marschrichtung, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Fr\u00fchjahr beim Wirtschaftstag seiner Partei ausgab, ist deutlich. Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche legte k\u00fcrzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach: &#8222;Der demografische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumg\u00e4nglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit handelte sie sich sogar Kritik aus der eigenen Partei ein. &#8222;Wer als Wirtschaftsministerin nicht realisiert, dass Deutschland eine hohe Teilzeitquote und damit eine niedrige durchschnittliche Jahresarbeitszeit hat, ist eine Fehlbesetzung&#8220;, sagte Christian B\u00e4umler, der Vize-Vorsitzende des CDU-Sozialfl\u00fcgels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn ein Drittel aller Jobs in Deutschland wird momentan nur in Teilzeit erledigt, wie eine Statistik der EU zeigt. Damit geh\u00f6rt Deutschland zu den Spitzenreitern in Europa. Nur in den Niederlanden, der Schweiz und \u00d6sterreich haben in den ersten Monaten dieses Jahres noch mehr Menschen in Teilzeit gearbeitet.<\/p>\n<p>    Frauen tragen oft negative Konsequenzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSind das nun alles &#8222;low performer&#8220;, die unter den Erwartungen bleiben? &#8222;Ganz im Gegenteil&#8220;, meint Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SPD). &#8222;H\u00e4ufig leisten diese Menschen unbezahlte Care-Arbeit. Wir reden hier \u00fcber Menschen, die Kinder erziehen oder Angeh\u00f6rige pflegen, und das sind \u00fcbrigens \u00fcberwiegend Frauen, die das leisten.&#8220; Und daf\u00fcr negative Konsequenzen tragen, wie eine absehbar niedrige Rente.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBetroffen ist fast jede zweite Frau, die in Deutschland arbeitet. Bei M\u00e4nnern ist die Teilzeitquote in den vergangenen Jahren zwar auch angestiegen, liegt mit rund zw\u00f6lf Prozent allerdings noch weit darunter &#8211; \u00e4hnlich wie in anderen EU-Staaten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBas spricht sich daf\u00fcr aus, dass sich das \u00e4ndert: &#8222;Ich bin sehr daf\u00fcr, dass auch M\u00e4nner mehr in die Care-Arbeit gehen. Das hei\u00dft, sich auch die Zeit nehmen f\u00fcr Betreuung und Versorgung. Das Gute ist, dass auch viele junge V\u00e4ter das heute wollen.&#8220; Jeder zweite sogar, wie im <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/vaeter-kinderbetreuung-100.html\" title=\"V\u00e4ter wollen laut Studie gr\u00f6\u00dfere Rolle bei Kinderbetreuung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">V\u00e4ter-Report der Bundesregierung von 2023<\/a> nachzulesen ist. Doch nur jedem F\u00fcnften gelingt das auch.<\/p>\n<p>    Klassische Rollenverteilung oft beg\u00fcnstigt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele junge Paare landen ungewollt in der klassischen Rollenverteilung: Er in Vollzeit, sie in Teilzeit. Bettina Kohlrausch, leitende Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin am gewerkschaftsnahen Hans-B\u00f6ckler-Institut, \u00fcberrascht das nicht: &#8222;Viele Rahmenbedingungen, die dieses Konstrukt bef\u00f6rdern, existieren immer noch. Zum Beispiel Minijobs, die es schwer machen, Arbeit auszuweiten. Oder das Ehegattensplitting, das steuerliche Anreize f\u00fcr dieses Konstrukt schafft.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHinzu kommen mangelnde Kita-Pl\u00e4tze, an denen die Politik eigentlich etwas \u00e4ndern m\u00f6chte. Union und SPD wollen zudem das Elterngeld reformieren, sodass V\u00e4ter mehr Anreize bekommen, alleine Elternzeit zu nehmen. Und: Arbeitgeber sollen Frauen mit Pr\u00e4mien dazu motivieren, wieder in Vollzeit zu gehen &#8211; vom Staat steuerlich gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHolger Sch\u00e4fer, Arbeitsmarktexperte am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft, h\u00e4lt das grunds\u00e4tzlich f\u00fcr einen guten Ansatz, der aber ohne Wirkung bleiben k\u00f6nnte: &#8222;Meine Vermutung ist, dass Betriebe, die eine solche Pr\u00e4mie zahlen, nicht sehr h\u00e4ufig sind. Solche Pr\u00e4mien sind auch eher nicht \u00fcblich. Ich habe davon jedenfalls selten geh\u00f6rt.&#8220;<\/p>\n<p>    Flexiblere Arbeitszeiten f\u00fcr gerechte Verteilung?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch selbst wenn k\u00fcnftig mehr Frauen in Vollzeitjobs arbeiten w\u00fcrden, w\u00e4re ihnen damit kaum geholfen, bef\u00fcrchtet Ricarda Lang von den Gr\u00fcnen im Bundestag. Mit Blick auf eine m\u00f6glichst gerechte Verteilung der Care-Arbeit in Beziehungen sagt sie: &#8222;Die Antwort kann nicht einfach nur sein: Beide arbeiten 40 Stunden. Denn daneben verschwindet ja die ganze Sorgearbeit nicht, und h\u00e4ufig f\u00fchrt das dazu, dass die Frau das noch nebenher macht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLang fordert deshalb ein ganz neues Verst\u00e4ndnis von Vollzeitarbeit, mit deutlich flexibleren und reduzierten Arbeitszeiten f\u00fcr Mann und Frau. Aktuell scheint das politisch kaum denkbar. Gut m\u00f6glich aber, dass der Fachkr\u00e4ftemangel Unternehmen und Politik bald schon zum Umdenken zwingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 29.07.2025 15:31 Uhr Die Deutschen sollen nach dem Willen des Kanzlers mehr und l\u00e4nger arbeiten. 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