{"id":303283,"date":"2025-07-29T14:56:11","date_gmt":"2025-07-29T14:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303283\/"},"modified":"2025-07-29T14:56:11","modified_gmt":"2025-07-29T14:56:11","slug":"koefte-kosherr-in-bremen-gedenken-fuer-opfer-rechter-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/303283\/","title":{"rendered":"\u00bbK\u00f6fte Kosherr\u00ab in Bremen: Gedenken f\u00fcr Opfer rechter Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>Das jiddische Wort \u00bbYortsayt\u00ab beschreibt den ersten Jahrestag einer Beerdigung, um eines verstorbenen Menschen zu gedenken. Daraufhin wird die Yortsayt nicht mehr am Beerdigungstag, sondern am Todestag begangen \u2013 eine Tradition seit dem 15. Jahrhundert. So entwickelte sich der Brauch, an diesen Jahrestagen eine Yortsayt-Kerze anzuz\u00fcnden, die 24 Stunden brennt. Und so entstand auch die Idee, jeden 1. Juli am K\u00f6fte-Kosher-Gedenkpavillon in Bremen Yortsayt-Kerzen f\u00fcr Marwa El-Sherbini aufzustellen.<\/p>\n<p>Der Pavillon an der Ecke Humboldtstra\u00dfe\/Fehrfeld ist 2012 als j\u00fcdisch-muslimisches Kunst- und Jugendprojekt ins Leben gerufen worden, um auf rechte Gewalt im Alltag aufmerksam zu machen. <\/p>\n<p class=\"u-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<p>\u00bbEr erinnert an zw\u00f6lf Menschen, die aufgrund von Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Ableismus oder Obdachlosigkeit ermordet wurden \u2013 stellvertretend f\u00fcr viele weitere Opfer rechter Gewalt in Deutschland, 219 Menschen, die \u2013 laut Amadeu Antonio Stiftung \u2013 zwischen 1990 und 2010 von Rechtsextremisten ermordet wurden\u00ab, hei\u00dft es auf der Website \u00bbkoefte-kosher.de\u00ab: \u00bbUnser Bed\u00fcrfnis war es, die Jugendlichen positiv in ihren jeweiligen kulturellen Identit\u00e4ten zu best\u00e4rken und sie gleichzeitig dazu zu motivieren, gemeinsam ein Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu setzen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Stadtwerke Bremen stellten f\u00fcr das Projekt ein Trafoh\u00e4uschen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Stadtwerke Bremen stellten f\u00fcr das Projekt ein Trafoh\u00e4uschen zur Verf\u00fcgung, das sich auf dem heutigen Marwa-El-Sherbini-Platz befindet. Zw\u00f6lf Portr\u00e4ts wurden im Rahmen einer Aktionswoche an die W\u00e4nde des Trafoh\u00e4uschens gespr\u00fcht, unter dem Motto: \u00bbRechte Gewalt geht uns alle an!\u00ab<\/p>\n<p>2018 wurden der Gedenkpavillon restauriert und die Portr\u00e4ts unter Schutzglas gelegt. Der Platz tr\u00e4gt seither den Namen von Marwa El-Sherbini, der Pharmazeutin und ehemaligen \u00e4gyptischen Handballnationalspielerin, die 2009 im Landgericht Dresden von einem rechtsradikalen Attent\u00e4ter get\u00f6tet wurde. Sie hatte mit ihrer Familie zwischen 2005 und 2008 in Bremen gelebt.<\/p>\n<p>K\u00f6fte Kosher wurde mitbegr\u00fcndet von der Schweizer K\u00fcnstlerin Elianna Renner, die in Bremen und Tel Aviv lebt und \u00bban der Schnittstelle von Biografie und Geschichte\u00ab arbeitet. \u00bbIn schweren Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je, auf Solidarit\u00e4t zu setzen, Erinnerungsarbeit lebendig zu halten und Menschen zusammenzubringen \u2013 \u00fcber Generationen, Herkunft und Religionen hinweg\u00ab, schreibt Renner. <\/p>\n<p>Seit dem 22. Juni und noch bis zum 16. November laufen die diesj\u00e4hrigen Veranstaltungen in dem bunten Bremer Trafoh\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Aus dem Kunstprojekt wurde eine j\u00e4hrliche Veranstaltungsreihe rund um den K\u00f6fte-Kosher-Gedenkpavillon: \u00bbWir laden Gro\u00df und Klein herzlich ein, gemeinsam zu gedenken, zu lernen, zu basteln, zu tanzen und einander zuzuh\u00f6ren.\u00ab<\/p>\n<p>Seit dem 22. Juni und noch bis zum 16. November laufen die diesj\u00e4hrigen Veranstaltungen in dem bunten Bremer Trafoh\u00e4uschen. So zeigte das j\u00fcdische Puppentheater Bubales \u00bbDas Geheimnis der K\u00f6nigin Esther\u00ab \u00fcber ein Waisenm\u00e4dchen, das K\u00f6nigin von Persien wird, aber zun\u00e4chst ihre j\u00fcdische Herkunft geheim h\u00e4lt, um sich zu sch\u00fctzen.<br \/>Die Theatergruppe produzierte und zeigte ebenso den Film Isaak und der Elefant Abul Abbas, eine Puppen-Comedy \u00fcber eine Reise von Bagdad nach Aachen, die im \u00bbOpen-Air-Kino\u00ab gezeigt wurde. Der Film ist in zwei Sprachen abgefasst, auf Arabisch und Deutsch, und entstand in Zusammenarbeit mit syrischen K\u00fcnstlern. <\/p>\n<p>Ende Juni wurden 100 Yortsayt-Kerzen, die Kinder gestaltet haben, rund um den Pavillon aufgestellt zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Es las Petra Maurer vom interkulturellen Bilderbuchprojekt \u00bbEeneMee\u00adneKiste\u00ab zu den Themen Empowerment, Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung.<\/p>\n<p>Mit dem kurdischen Jugend- und Kinderverband Komciwan wurde am \u00bbMittmachnachmittag\u00ab getanzt. Am 1. Juli j\u00e4hrte sich der Todestag von El-Sherbini. Es traten verschiedene Sprecher auf, und der Film Es brennt von Erol Afs\u0327in sowie der Schweizer Kurzfilm Deine Stra\u00dfe von G\u00fczin Kar wurden gezeigt \u2013 beide Werke behandeln das Thema Rassismus.<\/p>\n<p>Am 1. Juli j\u00e4hrte sich der Todestag von El-Sherbini.<\/p>\n<p>Ab Ende Juli zeigt eine Ausstellung, wie sich die K\u00fcnstlerinnen Susanne Kelchel und Noa Gur mit dem rechtsextremistisch motivierten Mord an El-Sherbini im Landgericht Dresden auseinandersetzen. Am 31. August werden dann im Open-Air-Kino sechs Kurzfilme f\u00fcr Kinder gezeigt, die sich auf lustige und didaktische Weise des Themas der Verdauung annehmen.<\/p>\n<p>Am 9. November l\u00e4dt ein Spaziergang zu verschiedenen Gedenkorten in Bremen ein. Am 15. und 16. November schlie\u00dflich veranstalten die Theaterp\u00e4dagogin Elif G\u00f6kpinar und Anna Feldbein, Referentin f\u00fcr Empowerment, einen Workshop, um \u00bbgemeinsam Wege zu finden, mit der Verflechtung von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus umzugehen\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das jiddische Wort \u00bbYortsayt\u00ab beschreibt den ersten Jahrestag einer Beerdigung, um eines verstorbenen Menschen zu gedenken. 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