{"id":304078,"date":"2025-07-29T22:12:14","date_gmt":"2025-07-29T22:12:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304078\/"},"modified":"2025-07-29T22:12:14","modified_gmt":"2025-07-29T22:12:14","slug":"tres-riches-heures-dieses-buch-zog-umberto-eco-ins-mittelalter-hinein-seine-raetsel-erkennt-man-nur-mit-der-lupe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304078\/","title":{"rendered":"\u201eTr\u00e8s Riches Heures\u201c: Dieses Buch zog Umberto Eco ins Mittelalter hinein \u2013 seine R\u00e4tsel erkennt man nur mit der Lupe"},"content":{"rendered":"<p>Das edelste Buch der Welt und auch das geheimste: die \u201eTr\u00e8s Riches Heures du duc de Berry\u201c. Sein erster Besitzer und seine drei Sch\u00f6pfer starben vor der Vollendung. Zum ersten Mal seit 600 Jahren ist dieses Jahrtausendkunstwerk nun komplett \u00f6ffentlich zu sehen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein braun eingebundener, unscheinbarer Folio aus Pergament, vor 600 Jahren bestimmt als Gebet- und Kalenderverzeichnis f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch eines F\u00fcrsten, geschm\u00fcckt mit den sch\u00f6nsten Miniaturen von h\u00f6fischen Festen, ritterlichen Ausritten, b\u00e4uerlichen Feldarbeiten und reihenweise Schl\u00f6ssern wie aus dem M\u00e4rchenland. Die \u201eTr\u00e8s Riches Heures du duc de Berry\u201c kennt wegen der millionenfach reproduzierten Minigem\u00e4lde fast jeder; das Original indes hat beinahe niemand je gesehen, schon gar nicht die wundervollen Kalenderbl\u00e4tter, die sonst im streng verwahrten Zauberbildband versteckt sind. Das edelste Buch der Welt, so schrieb noch vor ein paar Jahren die \u201eNew York Times\u201c, sei zugleich auch das geheimste und unzug\u00e4nglichste. <\/p>\n<p>Nun ist alles anders. Anl\u00e4sslich einer gr\u00fcndlichen Restaurierung und wissenschaftlichen Durchleuchtung des Stundenbuches wurden die Bl\u00e4tter mit den unsch\u00e4tzbaren Kunstwerken auseinandergenommen und sind dort zu sehen, wo die Pergamente vor \u00fcber 150 Jahren landeten und seither diesen Ort per testamentarischer Verf\u00fcgung nicht mehr verlassen d\u00fcrfen. Allein schon, weil diese Jahrtausendkunst im Original so gut wie unsichtbar war \u2013 es gab vereinzelte Ausstellungen mit immer nur einer sichtbaren Seite \u2013 und zu unseren Lebzeiten ganz sicher niemals mehr gezeigt werden wird, ist eine Pilgerfahrt zum Schloss von Chantilly, n\u00f6rdlich von Paris, bis in den Oktober 2025 Pflicht f\u00fcr alle Liebhaber mittelalterlicher Kunst. <\/p>\n<p>Das Halbrund der Vitrinen, in denen raffiniertes Unterlicht noch das kleinste Detail der ungef\u00e4hr Din-A-4-gro\u00dfen Bl\u00e4tter ausleuchtet, wirkt in der einstigen Ballspielhalle des Schlosses wie die Apsis einer Kathedrale beim Festgottesdienst. Obwohl dies ein Jahrhundertereignis ist, geht es staunenswert ruhig und gesittet zu. Vor der vergleichsweise banalen \u201eMona Lisa\u201c im Louvre rangeln sich die Massen; vor den Wunderwerken der Gebr\u00fcder Van Lymborch haben Individualisten zwanzig Zentimeter vor den Gem\u00e4lden alle Zeit der Welt.  <\/p>\n<p>Es geht um die zw\u00f6lf ikonischen Monatsbilder in recto und verso, dazu noch das Christgeburt- und Dreik\u00f6nigsgem\u00e4lde des aufgeklappten Stundenbuches. Allein die intensiven Pigmentfarben, oft aus s\u00fcndteurem Lapislazuli, strahlen wie gestern vollendet und leuchten auf der Netzhaut wie in einem gar nicht so \u201efernen Spiegel\u201c, als welchen Barbara Tuchman in ihrem Klassiker das sp\u00e4te Mittelalter im h\u00f6fischen Frankreich evoziert hat.  <\/p>\n<p>Kein Gem\u00e4ldezyklus jener Zeit, nicht einmal die Tafelbilder Jan van Eycks, wurde gr\u00fcndlicher untersucht und gedeutet als dieser Reigen einer gewollt paradiesischen Weltsicht. Wir wissen, dass der pelzbem\u00fctzte Mann mit der Mopsnase, welcher im Januarbild an festlicher Tafel hohe Geistliche und Ritter empf\u00e4ngt, niemand anderes ist als der Herzog von Berry, Sohn, Bruder und Onkel von drei franz\u00f6sischen K\u00f6nigen und fanatischer Kunstm\u00e4zen in der ansonsten eher grausigen Epoche des Hundertj\u00e4hrigen Krieges. Er hat in den Monatsbildern sein Leben mit der Hochzeit seiner T\u00f6chter, seinen Festen und seinem Landleben festhalten lassen. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Frankreichs im Ehrenkodex verblendete Ritterheere eine Schlacht nach der anderen im Pfeilhagel britischer Bogensch\u00fctzen verloren und das reichste Land der Christenheit Eroberung und Pl\u00fcnderung auslieferten, schuf sich der langlebige und schwerreiche Feudalprinz Jean de Berry sein Zauberfrankreich mit einem Kranz von Lustschl\u00f6ssern, das er dann als alter Mann in diesem Bilderzyklus durchbl\u00e4ttern konnte. <\/p>\n<p>Seine hoch bezahlten Hausmaler, drei junge K\u00fcnstler namens Paul, Herman und Johan van Lymborch, waren noch vor ihrem 20. Geburtstag \u00fcber einen ebenfalls malenden Onkel, Johan Maelwel, an den Hof des prachtliebenden Herzogs von Burgund gekommen. Nach dem Tod dieses Philipp, genannt \u201eder K\u00fchne\u201c im Jahr 1404, \u00fcbernahm die drei Wunderknaben eben genannter Herzog von Berry, der sein erheiratetes und ererbtes Kleinreich in der Mitte und im Westen Frankreichs mit einer erlesenen Kunstsammlung zu adeln suchte.  <\/p>\n<p>\u00dcber die folgenden zehn Jahre entstanden mehrere unsch\u00e4tzbar kostbare Gebetb\u00fccher, die man sich als Troph\u00e4en luxuri\u00f6ser Fr\u00f6mmigkeit vorstellen muss, mit deren exquisiten Ausmalungen sich die Hochadligen seinerzeit gegenseitig zu \u00fcbertrumpfen suchten. Als w\u00e4re die Darbietung der Monatsbilder noch nicht Sensation genug, haben die Kuratoren von Chantilly erstmals nach \u00fcber 600 Jahren alle wichtigen dieser Vorg\u00e4ngerb\u00e4nde zusammengebracht. Diese Schatzkammer sp\u00e4tmittelalterlicher Malerei aus Paris, London, New York, Berlin, Br\u00fcssel, Los Angeles, Mailand wird komplettiert mit Tafelbildern des k\u00fcnstlerischen Ziehvaters Maelwel, dessen Name auf Niederl\u00e4ndisch eigentlich nur die Begabung dieser Sippe aus dem Herzogtum Geldern  umschreibt: \u201eMal gut\u201c. Sp\u00e4ter in Paris und Dijon franz\u00f6sisierte man das zu \u201eMalouel\u201c, wie auch die drei Lymborchs heute zumeist als \u201eGebr\u00fcder Limbourg\u201c bekannt sind. <\/p>\n<p>Was das legend\u00e4rste Stundenbuch des Herzogs \u00fcber feine Vorg\u00e4ngerwerke wie die \u201ePetites Heures\u201c, die \u201eBelles Heures\u201c und sogar die \u201eTr\u00e8s Belles Heures\u201c hinauswachsen l\u00e4sst, sind zum ersten die Formate: Bis zu ihrem Hauptwerk exzellierten die Lymborchs in wahrhaftigen Mini-Miniaturen \u2013 das Fachwort hat \u00fcbrigens nichts mit \u201eklein\u201c, sondern mit der roten Mennige-Farbe der Maler zu tun, die im lateinischen Wort \u201eminiare\u201c (kolorieren) steckt.  <\/p>\n<p>Hier bereits m\u00fcssen dem m\u00e4zenatischen Herzog angesichts der Feinheit der wie gemei\u00dfelten K\u00f6rper, der Detailfreude von dargestellten Tieren, Alltagsgegenst\u00e4nden und vor allem der aufget\u00fcrmten Architektur die Augen \u00fcbergegangen sein. F\u00fcr das Abschlusswerk der Sammlung, scheint der Duc de Berry seinen Malern dann empfohlen zu haben, einfach mal eine ganze Seite mit ihren wie stillgezauberten Landschaftspanoramen zu f\u00fcllen. <\/p>\n<p>Der Vergleich mit den Vorg\u00e4ngerwerken in benachbarten Vitrinen zeigt, dass die Maler trotz des gr\u00f6\u00dferen Formates konsequent ihr Heil im Detail suchten. Selbst unter einer Lupe, unter welcher gewiss die Originale entstanden, kann man beliebig weit heranzoomen, und es tun sich immer neue optische Wunder auf: Eine fingernagelgro\u00dfe Bauernfigur offenbart sich als Vogelscheuche aus Stroh mit Schlapphut auf einem Stock. Stecknadelkleine Kr\u00e4hen und Elstern, die nach K\u00f6rnern picken, sind mit einem Einhaarpinsel bis ins gescheckte Gefieder korrekt wiedergegeben.  <\/p>\n<p>Dazu kommen Alltagsdetails aus dem Landleben: breitrandige H\u00fcte gegen die Sonnenglut bei der Ernte; bunt kost\u00fcmierte J\u00e4ger mit Hifthorn, die eine blutgierige Hundemeute vom waidwunden Wildschwein wegzerren; und nat\u00fcrlich das ikonisch gewordene Bauernpaar, das in der Winterk\u00e4lte seine Kittel am Herdfeuer l\u00fcpft und dabei beide ihr Geschlecht entbl\u00f6\u00dfen. Als das \u201eTime Magazine\u201c 1948 die Monatsminiaturen millionenfach verbreitete, wurde dieses Detail keusch wegretuschiert. <\/p>\n<p>Verbl\u00fcffendes Nachleben in der Massenkultur<\/p>\n<p>Die Schl\u00f6sser, die fast alle dem Herzog oder wenigstens engen Verwandten geh\u00f6rten, und von denen eines auf jedem Gem\u00e4lde prangt, lassen sich \u00fcber Bauforschung konkreten Prachtbauten wie dem Louvre, dem Ch\u00e2teau Vincennes oder dem Lieblingssitz des Herzog im idyllischen Mehun-sur-Y\u00e8vre zuordnen. Heute steht davon nur hier und da ein T\u00fcrmchen, am ehesten noch in Saumur an der Loire, das mit dem zugeh\u00f6rigen Lymborch-Bild lange Tourismuswerbung machte.  <\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist das Nachleben dieser Ikonen in der Massenkultur verbl\u00fcffend. Nachdem bereits Chronisten des Herzogs die Bilder als die sch\u00f6nsten der Welt bezeichnet hatten, riss die Bewunderung niemals ab, seit sie in den 1850er-Jahren beim Erwerb durch einen superreichen Adligen, den Herzog von Aumale, aus genuesischem Besitz wieder ins Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit gerieten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Henri d\u2019Orl\u00e9ans um seine B\u00fcchersch\u00e4tze das Schloss Chantilly neomittelalterlich im Lymborch-Stil herumbaute und sich lebenslang allein vorbehielt, die Bl\u00e4tter f\u00fcr G\u00e4ste aufzubl\u00e4ttern, machten sich nach seinem Tod rund um 1900 Reproduzierer daran, die Wunder zu verbreiten: als Kupferstiche, als fr\u00fche Fotoreproduktionen auf kolorierten Glasplatten, sp\u00e4ter dann mit allen Methoden moderner Faksimiles. Diese Abbildungen, so gestand Umberto Eco, h\u00e4tten ihn ins Mittelalter f\u00f6rmlich hereingezogen. Und sie wurden mit Postern, Briefmarken und sogar einem Film von Marcel Carn\u00e9 zu Sinnbildern eines rural verkl\u00e4rten Frankreich.  <\/p>\n<p>Da war es nur folgerichtig, dass um 1990 sogar die britische Comedyfigur Mr. Bean in einem Sketch mit seinem Ungeschick die \u201eTr\u00e8s Riches Heures\u201c zerst\u00f6rt. Und im Geburtshaus der K\u00fcnstler zu Nijmegen am Rhein gibt es inzwischen sogar ein eigenes Museum, das alles \u00fcber die Malersippe Maelwel pr\u00e4sentieren kann \u2013 au\u00dfer Originalwerken. <\/p>\n<p>Schon f\u00fcr den Herzog von Aumale hatte dieses Zauberbuch eine Lebenswende gebracht. Als Abk\u00f6mmling des Hauses Orl\u00e9ans und Sohn des \u201eB\u00fcrgerk\u00f6nigs\u201c Louis Philippe wurde er zweimal von der Republik ins Exil verbannt, doch konnte er durch die Stiftung der B\u00fccher- und Kunstsch\u00e4tze ans Vaterland, allen voran des Lymborch-Stundenbuches, Begnadigung erlangen und durfte wieder in der Heimat residieren. Seit seinem Tod 1897 geh\u00f6rt alles dem Institut de France, welches zuf\u00e4llig heute seinen Sitz an der Seine gegen\u00fcber vom Louvre hat \u2013 genau am selben Ort, wo ab 1411 die Lymborchs in der Stadresidenz ihres Herzogs an den Miniaturen werkelten. <\/p>\n<p>Mit dem Tod des M\u00e4zens war auch die Zeit von Herman, Paul und Johan van Lymborchs zuende. Kein anderer G\u00f6nner konnte die Genies f\u00fcr neue Wunderwerke verpflichten, denn sie starben wie der Duc de Berry alle drei innert weniger Monate an der Pest, noch vor ihrem 30. Geburtstag. Und das gro\u00dfe Stundenbuch blieb unvollendet, wanderte zur Tilgung der Schulden offenbar sogleich in den Handel. <\/p>\n<p>Nie wird man erfahren, wie die Aufgabenverteilung der K\u00fcnstler verlief. Es sieht nach der Wertsch\u00e4tzung in den Dokumenten so aus, als sei Paul der Hauptmaler gewesen; der Herzog verschaffte ihm mittels dubiosen Kinderraubs sogar eine reiche Heirat, ein gerade einmal achtj\u00e4hriges M\u00e4dchen. <\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich, dass die Br\u00fcder sich das lukrative Gewerbe werkstattsweise aufteilten: ein organisierender Manager, ein aus dem Goldschmiedehandwerk stammender Vergolder und Vorzeichner und einer f\u00fcr die Farben. Wer wei\u00df? <\/p>\n<p>Allerdings konnte die Analyse der Bilder anl\u00e4sslich der Restaurierung allerhand dunkle Mythen beleuchten und Missverst\u00e4ndnisse kl\u00e4ren. R\u00f6ntgen- und Infrarotaufnahmen f\u00fchren jetzt die akkuraten Vorzeichnungen und winzigsten Schraffuren vor, die sp\u00e4ter sorgsam koloriert wurden. Die m\u00fchselige H\u00e4ndescheidung, die immer neue Meister als Mitarbeiter heraussch\u00e4lte, l\u00e4sst sich mit diesen Mikrofotos, die im hervorragenden Katalog bis in hundertfache Vergr\u00f6\u00dferung gehen, weiter vervollkommnen. Einen Jean Colombe nimmt man als Spezialist f\u00fcr ziselierte Buchstaben und Grotesken am Rand an; den Els\u00e4sser Haincelin de Hagenau, der nach 1420 die pr\u00e4chtigsten Stundenb\u00fccher fertigte, h\u00e4lt man f\u00fcr einen Werkstattmitarbeiter. <\/p>\n<p>Idyllische Bilder aus einer apokalyptischen Zeit<\/p>\n<p>Und Barth\u00e9lemy van Eyck, Cousin des gro\u00dfen Jan in Br\u00fcgge, ist sogar urkundlich belegt: Dieser Hofmaler von K\u00f6nig Ren\u00e9 von der Provence vervollst\u00e4ndigte auf einer Reise 1446 drei unvollendete Monatsbilder f\u00fcr M\u00e4rz, Oktober und September und f\u00fcgte Neuerungen dabei aus der fl\u00e4mischen Werkstatt hinzu, Wasserspiegelungen, Schlagschatten und neue Kleidermode. Das hatte man schon l\u00e4nger angenommen, doch dass Barth\u00e9lemy sich nach \u00fcber 30 Jahren respektvoll exakt an die fertigen Vorzeichnungen der Lymborchs hielt und damit einem archaischen Historismus fr\u00f6nte, steht nun erst fest. <\/p>\n<p>Der alte Herzog von Berry, der am Ende vor lauter Gewalt kaum mehr seinen Pariser Stadtpalast verlassen konnte, erlebte die Vollendung seines den Frieden feiernden Lebensbuches nicht. Seine Biografie war gepr\u00e4gt vom Hundertj\u00e4hrigen Krieg gegen England, der ab der franz\u00f6sischen Schlachtenkatastrophe von Poitiers 1356 in einen Guerillakampf mit Volksaufst\u00e4nden, Hungersn\u00f6ten, Seuchen, F\u00fcrstenmorden und schlie\u00dflich in einen blutigen B\u00fcrgerkrieg \u00fcberging, in dem nur der wahnsinnige K\u00f6nig Charles VI., tobend und gefesselt im Kerker, das allgemeine Sterben drei\u00dfig Jahre lang wie ein Gespenst \u00fcberlebte. <\/p>\n<p>Ein paar Monate vor ihrem Tod mussten der 76-j\u00e4hrige Herzog und seine niederl\u00e4ndischen Maler noch die Schlacht von Azincourt zur Kenntnis nehmen, die Frankreich vollends an den Abgrund trieb und den N\u00e4hrboden bildete f\u00fcr das Lebensdrama der Johanna von Orl\u00e9ans.<\/p>\n<p>Eine apokalyptische Zeit also bildet den Rahmen f\u00fcr jene \u00fcberirdisch idyllischen Kalenderbl\u00e4tter . Der Historiker Johan Huizinga schrieb dem \u201eHerbst des Mittelalters\u201c einen \u201eGeruch von Blut und Rosen\u201c zu, wobei der Herzog von Berry seine drei Lymborchs als H\u00fcter von \u00e4sthetischen Wunderg\u00e4rten anstellte, die uns bis heute hinwegtr\u00f6sten \u00fcber eine Umwelt aus nie abflauender Gewalt, Verzweiflung und Not. Doch ein paar Sekunden vor den \u201eTr\u00e8s Riches Heures\u201c, wenn sie auch niemals wiederkehren, wiegen Vieles auf.<\/p>\n<p>Bis 5. Oktober 2025 im Ch\u00e2teau de Chantilly, der Katalog kostet 59 Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das edelste Buch der Welt und auch das geheimste: die \u201eTr\u00e8s Riches Heures du duc de Berry\u201c. Sein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":304079,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,88080,29,214,30,7641,88079,215],"class_list":{"0":"post-304078","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-buchmalerei-ks","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-mittelalter","15":"tag-stundenbuch-ks","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114938822457858427","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=304078"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304078\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304079"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=304078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=304078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=304078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}