{"id":304141,"date":"2025-07-29T22:51:13","date_gmt":"2025-07-29T22:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304141\/"},"modified":"2025-07-29T22:51:13","modified_gmt":"2025-07-29T22:51:13","slug":"keine-limits-fuer-treibhausgase-usa-wollen-kampf-gegen-erderwaermung-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304141\/","title":{"rendered":"Keine Limits f\u00fcr Treibhausgase: USA wollen Kampf gegen Erderw\u00e4rmung beenden"},"content":{"rendered":"<p>                    Keine Limits f\u00fcr Treibhausgase<br \/>\n                USA wollen Kampf gegen Erderw\u00e4rmung beenden<\/p>\n<p>\t\t\t\t              29.07.2025, 22:48 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Treibhausgasemissionen feuern die Erderw\u00e4rmung an. Jahrelang geht die US-Regierung gegen hohe Ausst\u00f6\u00dfe vor. Jetzt wollen Trump und seine Umweltbeh\u00f6rde dem ein Ende bereiten. Die Rede ist von der &#8222;gr\u00f6\u00dften Deregulierungsma\u00dfnahme in der US-Geschichte&#8220; und einem &#8222;Dolchsto\u00df ins Herz der Klimawandel-Religion&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>Ausstieg aus dem Pariser Abkommen und R\u00fcckkehr zu fossilen Energietr\u00e4gern wie \u00d6l und Kohle: US-Pr\u00e4sident Donald Trump f\u00e4hrt den Klimaschutz zur\u00fcck, wo er kann. Jetzt schl\u00e4gt die US-Umweltbeh\u00f6rde EPA offiziell vor, Treibhausgasemissionen nicht mehr als gesundheitssch\u00e4dlich einzustufen. Auf dem Spiel steht die sogenannte &#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220; &#8211; und damit die rechtliche Grundlage f\u00fcr den Kampf gegen den Aussto\u00df von Kohlendioxid (CO2) in den USA.<\/p>\n<p><b>Was ist die &#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220;?<\/b><\/p>\n<p>1970 erm\u00e4chtigte der US-Kongress die Umweltschutzbeh\u00f6rde EPA mit einem Gesetz, dem Clean Air Act, &#8222;Luftverschmutzung, die die \u00f6ffentliche Gesundheit begr\u00fcndeterweise gef\u00e4hrden kann&#8220;, zu regulieren. Jahrzehntelang galt das Gesetz f\u00fcr Schadstoffe wie Blei, Ozon und Ru\u00df.<\/p>\n<p>Mit der wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Treibhausgase zur Erderw\u00e4rmung f\u00fchren, wuchs der Druck auf die EPA, auch deren Aussto\u00df zu begrenzen &#8211; vor allem bei Autos und Lastwagen. 2007 entschied der Oberste Gerichtshof, dass Treibhausgase als Luftschadstoffe gelten und wies die Umweltschutzbeh\u00f6rde an, auch diese zu ber\u00fccksichtigen. Daraufhin erkl\u00e4rte die EPA 2009 Treibhausgase f\u00fcr gesundheitssch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung, bekannt als &#8222;Endangerment Finding&#8220; (&#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220;), bildet seither die rechtliche Grundlage f\u00fcr viele Vorschriften zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels. Vorgaben f\u00fcr Autos bis hin zu Regelungen f\u00fcr Gas- und Kohlekraftwerke &#8222;gehen auf diese Feststellung von 2009 zur\u00fcck&#8220;, sagt Meredith Hankins von der Nichtregierungsorganisation Natural Resources Defense Council.<\/p>\n<p><b>Was hat die US-Regierung vor?<\/b><\/p>\n<p>Bereits in Trumps erster Amtszeit wurde die &#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220; vor Gericht angefochten, hatte jedoch Bestand. Nun schlug der von Trump eingesetzte Chef der Umweltschutzbeh\u00f6rde EPA, Lee Zeldin, offiziell vor, die Grundlage f\u00fcr den Emissionsschutz zu kippen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichts von 2024 stehe es der Beh\u00f6rde nicht zu, sich selbst das Recht f\u00fcr ein Vorgehen gegen Treibhausgase zu gew\u00e4hren, sagte Zeldin. Sollte der Kongress das betreffende Bundesgesetz Clean Air Act entsprechend anpassen, werde man dem Folge leisten. Zeldin sprach von einem &#8222;Dolchsto\u00df ins Herz der Klimawandel-Religion&#8220;.<\/p>\n<p>Dies w\u00e4re &#8222;die gr\u00f6\u00dfte Deregulierungsma\u00dfnahme in der Geschichte der Vereinigten Staaten&#8220;, sagte Zeldin bei einer Veranstaltung in einem Autohaus im US-Bundesstaat Indiana. Er argumentierte, die Gef\u00e4hrdungsfeststellung sei rechtlich fehlerhaft und habe schwere wirtschaftliche Sch\u00e4den verursacht. Sie benachteilige etwa Autohersteller. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche gemeldet, die EPA wolle in der Folge auch die bundesweiten Abgasnormen f\u00fcr gewisse Fahrzeuge aufheben.<\/p>\n<p>Der Verkehr ist der gr\u00f6\u00dfte CO2-Verursacher in den USA. Dena Adler vom Institute for Policy Integrity der Universit\u00e4t New York nennt es deshalb &#8222;schwer vorstellbar&#8220;, dass Fahrzeugemissionen nicht mehr als Mitverursacher des Klimawandels gelten, wie von der Regierung beabsichtigt. Seit 1970 \u00fcbersteigen diese Emissionen in den USA laut einer Analyse des Instituts die Gesamtemissionen der neun L\u00e4nder, die in der Liste der gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzer auf die USA folgen. <\/p>\n<p>Zeldin rechtfertigte die Pl\u00e4ne im Podcast &#8222;Ruthless&#8220; mit wirtschaftlichen Argumenten und Kritik an der damaligen wissenschaftlichen Grundlage. Er verwies auf technologische Fortschritte und betonte, Klimaschutz m\u00fcsse mit wirtschaftlichem Wachstum vereinbar sein. Das Ende der Regelung werde den US-B\u00fcrgern Geld sparen. &#8222;Mit Blick auf die Einstufung als Gefahr hei\u00dft es, Kohlendioxid sei ein Schadstoff, und das war&#8217;s dann auch schon&#8220;, sagte Zeldin. &#8222;Niemals wird irgendeine Art von Nutzen oder Notwendigkeit von Kohlendioxid anerkannt.&#8220; Dabei werde nicht gew\u00fcrdigt, &#8222;wie wichtig es f\u00fcr den Planeten ist&#8220;.<\/p>\n<p><b>Welche Erfolgschancen haben die US-Pl\u00e4ne?<\/b><\/p>\n<p>Die Trump-Regierung muss mit Klagen gegen die Aufhebung der &#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220; rechnen. Nach der Ank\u00fcndigung der Umweltbeh\u00f6rde haben Klimasch\u00fctzer, andere Organisationen und die Industrie nun zun\u00e4chst 45 Tage Zeit f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Stellungnahme.<\/p>\n<p>Umweltrechtsexpertin Adler rechnet mit langen juristischen Auseinandersetzungen. Es werde &#8222;Jahre dauern&#8220;, bis der Fall vor dem Obersten Gerichtshof lande, betont sie. Bek\u00e4me die Regierung Recht, w\u00e4re das eine Kehrtwende in der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs: Denn es war dessen Urteil von 2007, das zur &#8222;Gef\u00e4hrdungsfeststellung&#8220; f\u00fchrte. Allerdings entschied das inzwischen mehrheitlich konservativ besetzte Gericht zuletzt immer wieder zu Gunsten von Trump.<\/p>\n<p>Sollte die Regierung ihr Ziel erreichen, d\u00fcrfte die Industrie dennoch nicht zwangsl\u00e4ufig ihre Praktiken von heute auf morgen \u00e4ndern, meint John Tobin-de la Puente, Wirtschaftsprofessor an der Cornell University. Stromversorger zum Beispiel &#8222;werden ihre Entscheidungen \u00fcber gro\u00dfe Investitionen nicht auf der Grundlage kurzfristiger politischer Ver\u00e4nderungen treffen&#8220;, die von einer nachfolgenden Regierung r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnten, sagt er.<\/p>\n<p>Treibhausgase sind laut Forschung der Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels. Seit dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert haben ihre Emissionen zu einem deutlichen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gef\u00fchrt. Dieser wirkt sich laut Weltklimarat IPCC in allen Weltregionen aus &#8211; etwa durch h\u00e4ufigere und heftigere Extremwetterereignisse wie \u00dcberschwemmungen, Hitzewellen oder D\u00fcrren. Um dem entgegenzuwirken, m\u00fcsste der Aussto\u00df klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase schnell und deutlich sinken. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssten gro\u00dfe Mengen bereits ausgesto\u00dfener Gase wieder aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Keine Limits f\u00fcr Treibhausgase USA wollen Kampf gegen Erderw\u00e4rmung beenden 29.07.2025, 22:48 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":304142,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,371,13,1548,952,14,15,16,12,88092,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-304141","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-autoindustrie","11":"tag-headlines","12":"tag-klimaschutz","13":"tag-klimawandel","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-politik","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-treibhausgase","19":"tag-united-states","20":"tag-united-states-of-america","21":"tag-us","22":"tag-usa","23":"tag-vereinigte-staaten","24":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114938975743119002","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=304141"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304141\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=304141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=304141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=304141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}