{"id":304432,"date":"2025-07-30T01:34:14","date_gmt":"2025-07-30T01:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304432\/"},"modified":"2025-07-30T01:34:14","modified_gmt":"2025-07-30T01:34:14","slug":"immer-mehr-greifen-zum-messer-weshalb-die-jugendgewalt-in-grossbritannien-eskaliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304432\/","title":{"rendered":"Immer mehr greifen zum Messer: Weshalb die Jugendgewalt in Gro\u00dfbritannien eskaliert"},"content":{"rendered":"<p>                    Immer mehr greifen zum Messer<br \/>\n                Weshalb die Jugendgewalt in Gro\u00dfbritannien eskaliert<\/p>\n<p>\t\t\t\t              29.07.2025, 11:34 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Es ist genau ein Jahr her: Drei junge Kinder sterben bei einem Tanzkurs in Southport, weil ein 17-J\u00e4hriger mit einem K\u00fcchenmesser um sich sticht. Die Tat schockiert das Land, ist aber bei Weitem kein Einzelfall.<\/strong><\/p>\n<p>Die sechsj\u00e4hrige Bebe, die siebenj\u00e4hrige Elsie und die neun Jahre alte Alice: So hei\u00dfen die M\u00e4dchen, die am 29. Juli 2024 im englischen Southport bei einem Taylor-Swift-Tanzkurs mit einem K\u00fcchenmesser erstochen wurden. Von einem T\u00e4ter, der mit damals 17 Jahren selbst noch fast ein Kind war.<\/p>\n<p>Die Tat schockierte \u00fcber Gro\u00dfbritanniens Grenzen hinaus, befl\u00fcgelte nicht nur gewaltsame, rechtsextreme Ausschreitungen, sondern auch eine Debatte \u00fcber die seit Jahren hohe Zahl der Straftaten mit Messern, oft begangen von teils sehr jungen M\u00e4nnern. Denn der Vorfall in Southport mag in seiner Brutalit\u00e4t besonders sein, ist jedoch nur die Spitze einer traurigen Entwicklung, mit der Gro\u00dfbritannien schon lange zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n<p>Eskalierende Jugendgewalt <\/p>\n<p>Immer wieder sind Teenager in Messergewalt involviert, sowohl in der Opfer- als auch in der T\u00e4terrolle. Die Zahl der 13- bis 19-J\u00e4hrigen, die durch ein Messer oder einen anderen scharfen Gegenstand get\u00f6tet wurden, hat sich in den letzten zehn bis zw\u00f6lf Jahren mehr als verdoppelt, wie es in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht des britischen Youth Endowment Funds hei\u00dft.<\/p>\n<p>Und die T\u00e4ter, sie sind selbst oft Teenager. Ein 13-j\u00e4hriger Junge, der mit einem Messer auf einen Mitsch\u00fcler losgeht? In britischen Medien sind solche Schlagzeilen keine Seltenheit. Doch wie kommt es dazu, dass selbst die J\u00fcngsten in Gro\u00dfbritannien mit dem Messer in der Hosentasche aus dem Kinderzimmer spazieren?<\/p>\n<p>Zur Frage nach dem Warum gibt es, wie so oft, keine einfache Antwort. Das Problem zeige sich in vielen Facetten, erkl\u00e4rt der Londoner Kriminologe und Experte f\u00fcr Jugendgewalt, Simon Harding. Klar sei: W\u00e4hrend der Griff zum Messer vor wenigen Jahren noch als letzter Ausweg galt, sei dies heute f\u00fcr viele ver\u00e4ngstigte Teenager der erste Schritt, sagt Harding.<\/p>\n<p>Radikalisierung durch das Internet <\/p>\n<p>Zum einen gebe es da kriminelle Banden, die schon 14-J\u00e4hrige zu T\u00e4tern (und Opfern) werden lassen. Zum anderen spielten auch Armut und ein in sozialen Medien h\u00e4ufig verzerrt dargestelltes Bild der Realit\u00e4t eine Rolle. Viele junge Menschen seien besorgt oder ver\u00e4ngstigt. &#8222;Es gibt viele Gegenden, in denen sich junge Menschen einfach nicht mehr sicher f\u00fchlen, weil die Polizei nicht zugegen ist oder weil sie im Internet etwas gelesen haben&#8220;, so der Experte.<\/p>\n<p>Und dann gibt es da noch die Einzelg\u00e4nger, die sich in ihrem Kinderzimmer und schlie\u00dflich im Internet verkriechen und so Gefahr laufen, sich zu radikalisieren, wie im Falle des Southport-Attent\u00e4ters. Nach dieser Attacke sprach der britische Premier Keir Starmer von einer neuen Bedrohung. Es seien &#8222;Einzelg\u00e4nger, Au\u00dfenseiter, junge M\u00e4nner&#8220;, die sich online radikalisierten und verzweifelt nach Ruhm strebten. &#8222;Sie sind auf diese extreme Gewalt fixiert, anscheinend um ihrer selbst willen&#8220;, sagte der Premier.<\/p>\n<p>Teenager verlieren sich online schnell in einem Strudel der Gewalt so lange, bis sie selbst welche anwenden, sagt Harding. &#8222;Es gibt keinen moralischen Kompass, der dir sagt: Jetzt ist genug, zieh dich zur\u00fcck&#8220;, erkl\u00e4rt der Kriminologe. Der Kontakt in die Au\u00dfenwelt geschieht im Ernstfall erst mit einer Gewalttat.<\/p>\n<p>Britische Regierung oft machtlos <\/p>\n<p>Im Kampf dagegen schien die britische Regierung in der Vergangenheit oft machtlos. Das zeigte sich im Fall Southport besonders drastisch: In seiner Jugend war der heute 18-j\u00e4hrige T\u00e4ter den Beh\u00f6rden mehrfach auch wegen seiner Neigung zu Gewalt aufgefallen. Dreimal wurde er im Alter von 13 und 14 Jahren an das Pr\u00e4ventionsprojekt gegen Extremismus verwiesen. Konsequenzen hatte das nicht.<\/p>\n<p>Er werde nicht zulassen, dass von einem Beh\u00f6rdenversagen abgelenkt werde, sagte Starmer damals und versprach eine Reihe an Ma\u00dfnahmen. Innenministerin Yvette Cooper k\u00fcndigte vor wenigen Tagen erneut an, &#8222;gewaltfixierte Personen&#8220; wie den Southport-Attent\u00e4ter \u00e4hnlich wie Terroristen belangen zu wollen. Im Januar k\u00fcndigte die Regierung etwa Regelungen an, um gerade den Onlinekauf von Messern f\u00fcr Jugendliche zu erschweren. <\/p>\n<p>Dialog mit Teenagern wichtig <\/p>\n<p>Doch aus Sicht des Experten Harding ist es vor allem entscheidend, an die Wurzel des Problems anzukn\u00fcpfen. Die zunehmende Isolierung junger Menschen sei dabei ein Grundproblem. &#8222;Wir m\u00fcssen sicherstellen, dass wir diese Menschen erreichen, sie einbeziehen und einbinden. Das ist das Wichtigste in Bezug auf Messergewalt&#8220;, ist sich Harding sicher.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse h\u00f6ren, was Jugendliche denken, &#8222;was sie w\u00fctend macht und ver\u00e4rgert und warum sie m\u00f6glicherweise Angst haben&#8220;. Daf\u00fcr m\u00fcsse etwa der Kontakt zu den verschiedenen Communitys ausgebaut und die Polizeiarbeit verbessert werden. &#8222;Wir brauchen einen nationalen Dialog mit jungen Menschen. Niemand spricht mit ihnen, und das ist einfach verr\u00fcckt.&#8220;<\/p>\n<p>Im Fall Southport ist die Pr\u00e4vention klar gescheitert. Mit schlimmen Folgen, die bis heute sichtbar sind. Im Zuge einer \u00f6ffentlichen Untersuchung sagte die Mutter eines verletzten M\u00e4dchens k\u00fcrzlich: &#8222;Unsere M\u00e4dchen verdienen eine Entschuldigung, untermauert von dem Versprechen, dass sich etwas \u00e4ndern wird und so etwas nie wieder geschehen darf.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Immer mehr greifen zum Messer Weshalb die Jugendgewalt in Gro\u00dfbritannien eskaliert 29.07.2025, 11:34 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":304433,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,551,13,984,84706,1584,15330,14,15,121,12,16173,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-304432","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-grossbritannien","11":"tag-headlines","12":"tag-international","13":"tag-internetnutzung","14":"tag-kriminalitaet","15":"tag-messerangriffe","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-polizei","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-teenager","21":"tag-uk","22":"tag-united-kingdom","23":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","24":"tag-vereinigtes-koenigreich","25":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","26":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114939616575808968","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=304432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/304432\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=304432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=304432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=304432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}