{"id":304816,"date":"2025-07-30T05:11:16","date_gmt":"2025-07-30T05:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304816\/"},"modified":"2025-07-30T05:11:16","modified_gmt":"2025-07-30T05:11:16","slug":"sms-war-gestern-wie-rcs-das-messaging-revolutioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/304816\/","title":{"rendered":"SMS war gestern: Wie RCS das Messaging revolutioniert"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/background\/SMS-was-yesterday-How-RCS-is-revolutionizing-messaging-10502884.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Die klassische SMS ist in die Jahre gekommen. W\u00e4hrend Messenger-Apps wie WhatsApp, Telegram oder iMessage l\u00e4ngst Features wie Lesebest\u00e4tigungen, Multimedia-Unterst\u00fctzung oder Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung bieten, ist die SMS immer noch auf reinen Text mit 160 Zeichen limitiert. Zudem ist sie anf\u00e4llig f\u00fcr Spam- und Betrugsversuche, da keine Authentifizierung der Absender m\u00f6glich ist (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Marius Obert\" height=\"2841\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2841 \/ 2841; object-fit: cover;\" width=\"2841\"\/><\/p>\n<p class=\"a-inline-textbox__synopsis\">\n          Marius Obert baut gerne Prototypen mit den neuesten Cloud-Technologien und spricht noch lieber dar\u00fcber. Seine Karriere startete in der UI-Entwicklung im sonnigen Kalifornien. W\u00e4hrend dieser Zeit lernte er Webtechnologien wie JavaScript im Allgemeinen und das gesamte Node.js-\u00d6kosystem im Speziellen zu lieben.\n        <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/9\/0\/5\/0\/7\/7\/image1-a433844a1f2b914f.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Ein typisches Beispiel f\u00fcr einen SMS-Spam-Versuch (Abb. 1)\" height=\"2048\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 945 \/ 2048; object-fit: cover;\" width=\"945\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Ein typisches Beispiel f\u00fcr einen SMS-Spam-Versuch (Abb. 1)<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Marius Obert)\n    <\/p>\n<p>Solche betr\u00fcgerischen Nachrichten sind weit verbreitet, da Absender sich leicht als Paketdienstleister oder Bank tarnen k\u00f6nnen. Ohne eine M\u00f6glichkeit zur Verifizierung haben durchschnittliche Nutzerinnen und Nutzer kaum eine Chance, seri\u00f6se Nachrichten von betr\u00fcgerischen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Mit Rich Communication Services (RCS) gibt es jedoch eine moderne Alternative, die all diese Probleme behebt. Sie verbindet die universelle Erreichbarkeit von SMS mit den Features moderner Messenger-Dienste. Entwickler k\u00f6nnen interaktive Inhalte versenden, Kunden k\u00f6nnen direkt in der Nachrichten-App antworten, und dank Authentifizierungsmechanismen ist RCS weit weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Spam als herk\u00f6mmliche SMS.<\/p>\n<p>RCS versus RBM<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu RCS, das als moderner Ersatz f\u00fcr SMS f\u00fcr Privatnutzer entwickelt wurde, gibt es mit derselben Technik auch RCS Business Messaging (RBM; siehe Tabelle) f\u00fcr Firmen und Organisationen. RCS in der Peer-to-Peer-Kommunikation ist also der direkte Nachfolger der SMS und erm\u00f6glicht es Nutzern, sich gegenseitig \u00fcber ihre native Nachrichten-App auszutauschen. Die wichtigsten Features im Vergleich zur SMS:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>Multimedia-Support<\/strong>: Nutzer k\u00f6nnen hochaufl\u00f6sende Bilder, Videos, GIFs oder Sprachnachrichten senden.<\/li>\n<li><strong>Lesebest\u00e4tigungen und Tippanzeigen<\/strong>: \u00c4hnlich wie bei WhatsApp oder iMessage sehen Nutzer, wenn eine Nachricht gelesen wurde oder die andere Person gerade tippt. Dieses Feature ist allerdings nicht von allen clientseitigen Apps implementiert.<\/li>\n<li><strong>Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung (E2EE)<\/strong>: RCS-Nachrichten zwischen Privatpersonen k\u00f6nnen verschl\u00fcsselt sein, allerdings h\u00e4ngt dies vom Endger\u00e4t ab. Noch unterst\u00fctzt Apple die Verschl\u00fcsselung nicht, <a href=\"https:\/\/www.theverge.com\/news\/629620\/apple-iphone-e2ee-encryption-rcs-messaging-android\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">hat die Funktion aber schon angek\u00fcndigt<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Gruppenchats<\/strong>: Nutzerinnen und Nutzer k\u00f6nnen Gruppennachrichten mit modernen Funktionen wie Reaktionen und Medieninhalten nutzen.<\/li>\n<li><strong>Vergleich zu MMS<\/strong>: MMS bot bereits vor RCS eine begrenzte M\u00f6glichkeit, Multimedia zu versenden, war jedoch durch hohe Kosten, eine <a href=\"https:\/\/www.vatm.de\/nach-21-jahren-vodafone-stellt-mms-service-ein\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">r\u00fcckl\u00e4ufige Unterst\u00fctzung<\/a> durch Netzanbieter auf der ganzen Welt und niedrige Qualit\u00e4t stark eingeschr\u00e4nkt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>RBM ist die kommerzielle Variante von RCS und erm\u00f6glicht es Unternehmen, Beh\u00f6rden und anderen Organisationen, direkt mit Nutzern zu kommunizieren \u2013 \u00e4hnlich wie bei WhatsApp Business, jedoch ohne separate App. RBM bietet:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>Verifizierte Absender<\/strong>: Organisationen m\u00fcssen sich authentifizieren, wodurch Spam und Betrug deutlich reduziert werden. Das ist besonders wichtig, da betr\u00fcgerische Nachrichten von gef\u00e4lschten Banken oder Lieferdiensten weit verbreitet sind.<\/li>\n<li><strong>Rich-Media-Inhalte<\/strong>: Neben Text lassen sich Bilder, Videos, Karussells und interaktive Buttons nutzen. Das erm\u00f6glicht es, einfache und intuitive Nutzerinteraktionen anzubieten \u2013 beispielsweise eine Terminbuchung oder eine Paketumleitung direkt in der Nachrichten-App, ohne eine separate App installieren zu m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Automatisierte Kommunikation \u00fcber APIs<\/strong>: RBM ist direkt \u00fcber APIs integrierbar, sodass Unternehmen automatisierte Nachrichten versenden und Kundeninteraktionen effizient verwalten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Direkte Interaktion<\/strong>: Empf\u00e4nger k\u00f6nnen direkt auf Nachrichten antworten und in Echtzeit kommunizieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/9\/0\/5\/0\/7\/7\/image2-1924e016c75ba7fe.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Ein per RCS empfangenes Bild mit Untertitel. Der verifizierte Absendername mit Logo ist direkt im Kopfbereich der App zu sehen (Abb. 2). \" height=\"2048\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 945 \/ 2048; object-fit: cover;\" width=\"945\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Ein per RCS empfangenes Bild mit Untertitel. Der verifizierte Absendername mit Logo ist direkt im Kopfbereich der App zu sehen (Abb. 2).<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Marius Obert)\n    <\/p>\n<tr>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 RCS f\u00fcr Privatnutzer\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 RCS Business Messaging\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Bilder, Videos, Sprachnachrichten\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Bilder, Videos, Karussells, interaktive Buttons\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 Je nach RBM-Implementierung\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \ud83d\udd36 M\u00f6glich (abh\u00e4ngig von der Implementierung des Clients)\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u274c Nein\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u274c Nein\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u274c Nein\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\u00a0\n              <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u274c Nein\n              <\/td>\n<td style=\"text-align:left;\">\n                 \u2705 Ja\n              <\/td>\n<\/tr>\n<p>Tabelle: Die Unterschiede zwischen RCS und RBM<\/p>\n<p>Die Geschichte von RCS<\/p>\n<p>RCS ist als Standard alles andere als neu. Die GSM Association (GSMA) hat ihn schon 2008 spezifiziert. Der Industrieverband f\u00fcr Mobilfunkanbieter, Ger\u00e4tehersteller und Netzwerkausr\u00fcster ist unter anderem f\u00fcr die Standardisierung mobiler Kommunikation verantwortlich, einschlie\u00dflich Mobilfunkstandards wie 4G und 5G, und wollte einen modernen Messaging-Standard etablieren, der SMS abl\u00f6sen sollte. Doch die Mobilfunkanbieter z\u00f6gerten, RCS fl\u00e4chendeckend einzuf\u00fchren, da es Investitionen in neue Netzwerktechnologien erforderte. Viele Anbieter entwickelten zudem propriet\u00e4re Messaging-Dienste, die nicht interoperabel waren. Erst als Google 2015 das Unternehmen Jibe Mobile \u00fcbernahm, das eine cloudbasierte RCS-Infrastruktur entwickelte, kam Bewegung in den Markt.<\/p>\n<p>Denn Google hatte ein Problem. Apple hat mit iMessage einen geschlossenen Messaging-Dienst geschaffen, der seit 2011 fester Bestandteil des iPhone-\u00d6kosystems ist. Besonders in M\u00e4rkten wie den USA wurde iMessage zu einem entscheidenden Kaufargument f\u00fcr iPhones, da es nahtlos in die Nachrichten-App integriert ist und weit mehr Funktionen als SMS bietet \u2013 darunter Lesebest\u00e4tigungen, Multimedia-Support und Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung. F\u00fcr Android gab keinen einheitlichen Messaging-Dienst, der mit iMessage konkurrieren konnte. W\u00e4hrend Apps wie WhatsApp oder Telegram plattform\u00fcbergreifend verf\u00fcgbar waren, fehlte auf Android eine native Option mit denselben Funktionen.<\/p>\n<p>Also entschied sich Google, RCS aktiv voranzutreiben, indem es die Technologie \u00fcber die &#8222;Google Messages&#8220;-App bereitstellte. Statt darauf zu warten, dass Netzbetreiber eigene RCS-Server aufsetzten, hat Google Fakten geschaffen und sich selbst beholfen. Denn die Jibe-Plattform kann RCS-Nachrichten direkt an Nutzer ausliefern \u2013 unabh\u00e4ngig vom jeweiligen Mobilfunkanbieter. Anfangs blieben viele Netzbetreiber skeptisch und bevorzugten eigene Implementierungen, was zu Kompatibilit\u00e4tsproblemen f\u00fchrte. Doch mit der Zeit setzte sich RCS als Standard auf Android durch, insbesondere nachdem Google begann, RCS direkt \u00fcber seine eigenen Server bereitzustellen. Diese breite Unterst\u00fctzung durch Android f\u00fchrte dazu, dass immer mehr Mobilfunkanbieter RCS ebenfalls einf\u00fchrten, um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten.<\/p>\n<p>Ein interessanter Sonderfall ist China, wo RCS unter dem Namen &#8222;5G Messaging&#8220; vermarktet wird. Hier wurde RCS eng mit der Einf\u00fchrung des 5G-Netzwerks verkn\u00fcpft und als moderne Alternative zur SMS positioniert. Dort sind Anbieter gesetzlich verpflichtet, RCS bereitzustellen. Daher ist es wenig \u00fcberraschend, dass China eines der L\u00e4nder mit der <a href=\"https:\/\/www.juniperresearch.com\/resources\/infographics\/india-and-china-to-send-30-of-rcs-business-messages-in-2025\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">h\u00f6chsten RCS-Adaption<\/a> ist.<\/p>\n<p>Der entscheidende Wendepunkt kam 2024, als Apple \u00fcberraschend ank\u00fcndigte, RCS in iOS 18 zu unterst\u00fctzen. Diese Entscheidung kam nicht aus dem Nichts: In der EU hatte der Digital Markets Act (DMA) den Druck auf Apple erh\u00f6ht, geschlossene \u00d6kosysteme zu \u00f6ffnen. Auch in China und anderen M\u00e4rkten wuchs der regulatorische Druck, Interoperabilit\u00e4t zwischen Messaging-Diensten zu erm\u00f6glichen. Vermutlich reagierte Apple mit der Integration von RCS auf diese Entwicklungen, um rechtlichen und politischen Konsequenzen zuvorzukommen. Mit der Unterst\u00fctzung durch iOS wurde RCS erstmals zu einem echten plattform\u00fcbergreifenden Standard.<\/p>\n<p><strong>Technische Aspekte<\/strong><\/p>\n<p>Im Unterschied zur klassischen SMS, die \u00fcber das Mobilfunknetz funktioniert, basiert RCS vollst\u00e4ndig auf IP-Technologie. Das bedeutet, dass f\u00fcr den Versand und Empfang von Nachrichten eine aktive Internetverbindung erforderlich ist \u2013 sei es \u00fcber WLAN oder mobile Daten. Diese Architektur bringt einige entscheidende Vorteile mit sich.<\/p>\n<p>Da RCS nicht \u00fcber herk\u00f6mmliche Mobilfunknetze weitergeleitet wird, entfallen Roaming-Kosten im Ausland, denn RCS funktioniert weltweit zu den gleichen Bedingungen, solange eine Internetverbindung besteht. Zudem erm\u00f6glicht die IP-basierte Architektur gr\u00f6\u00dfere Datenmengen und bessere Multimedia-Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Ein zentraler Bestandteil des RCS-\u00d6kosystems ist die Jibe-Plattform von Google, die eine Br\u00fccke zwischen Mobilfunkanbietern und Endnutzern schl\u00e4gt. Jibe \u00fcbernimmt verschiedene Aufgaben:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>Wenn ein Mobilfunkanbieter keine eigene RCS-Infrastruktur betreibt, kann er Jibe als cloudbasierte Alternative zur Eigenentwicklung nutzen, um RCS-Nachrichten zu verwalten.<\/li>\n<li>Jibe sorgt f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t zwischen verschiedenen Netzwerken, indem es als Vermittlungsplattform f\u00fcr RCS-Nachrichten fungiert.<\/li>\n<li>In M\u00e4rkten, in denen Mobilfunkanbieter RCS nicht selbst unterst\u00fctzen, kann Google \u00fcber Jibe eine direkte Verbindung zwischen der Google-Messages-App und RCS-f\u00e4higen Ger\u00e4ten herstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mobilfunkanbieter sind aber nicht gezwungen, Jibe zu nutzen. Sie k\u00f6nnen eigene RCS-Server betreiben und ihre eigene Infrastruktur f\u00fcr den Nachrichtenaustausch verwenden. Allerdings hatten einige Anbieter in der Vergangenheit mit technischen Problemen bei selbst entwickelten RCS-Implementierungen zu k\u00e4mpfen. Daher sind mittlerweile viele Netzbetreiber auf die Jibe-Plattform umgezogen, um eine stabilere und einfachere RCS-Bereitstellung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen, Beh\u00f6rden, Vereine oder andere Organisationen ist RCS eine leistungsstarke M\u00f6glichkeit, mit Kunden und Mitgliedern zu kommunizieren. Die m\u00f6glichen Anwendungsf\u00e4lle sind vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>Einmalkennw\u00f6rter (OTP, One-Time Passwords)<\/strong> f\u00fcr die sichere Anmeldung in Online-Diensten<\/li>\n<li><strong>Lieferbenachrichtigungen<\/strong> mit interaktiven Tracking-Optionen<br \/><strong>Terminerinnerungen<\/strong> mit der M\u00f6glichkeit, direkt aus der Nachricht zu best\u00e4tigen oder zu verschieben<\/li>\n<li><strong>Support-Anfragen<\/strong> mit Rich-Media-Elementen wie FAQs, Quick-Replies und KI-gest\u00fctzten Chatbots<\/li>\n<li><strong>Marketing-Kampagnen<\/strong> mit Bildern, Videos und Call-to-Action-Buttons<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>RBM-Provider: Die Schnittstelle zwischen Entwicklern und RCS<\/strong><\/p>\n<p>Damit Organisationen RCS f\u00fcr ihre Kommunikation nutzen k\u00f6nnen, greifen sie auf RBM-Provider zur\u00fcck. Diese Dienstleister fungieren als Schnittstelle zwischen Entwicklern, Mobilfunkanbietern und der RCS-Infrastruktur. Zu den bekanntesten <a href=\"https:\/\/developers.google.com\/business-communications\/rcs-business-messaging\/find-partner\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">RBM-Providern<\/a> geh\u00f6ren Twilio, Infobip, Vonage und Sinch.<\/p>\n<p>RBM-Provider bieten API-Schnittstellen, \u00fcber die sie ihre RCS-Nachrichten versenden k\u00f6nnen. Diese APIs erm\u00f6glichen nicht nur den Versand von Standardnachrichten, sondern auch die Integration interaktiver Elemente wie Buttons, Bilder oder Karussells. Zudem k\u00fcmmern sich RBM-Provider um technische Aspekte wie die Authentifizierung von Absendern, das Routing der Nachrichten und den Fallback auf SMS, falls ein Empf\u00e4nger kein RCS unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Vorteil ist die einfache Integration in bestehende Kommunikationssysteme. Viele RBM-Provider unterst\u00fctzen bereits bestehende Messaging-APIs, sodass keine komplett neue Infrastruktur aufgebaut werden muss. Das macht RCS zu einer attraktiven Technologie, um die Kommunikation mit den Nutzerinnen und Nutzern zu modernisieren, ohne hohe Investitionen t\u00e4tigen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6heres Nutzer-Engagement durch interaktive Inhalte<\/strong><\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/9\/0\/5\/0\/7\/7\/image3-5c79f372d9e5e422.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Eine weitere interaktive Nachricht. Dieses Mal mit &quot;Quick Reply Chips&quot;, um Nutzern die Anwendung zu vereinfachen (Abb. 3). \" height=\"2048\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 945 \/ 2048; object-fit: cover;\" width=\"945\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Eine weitere interaktive Nachricht. Dieses Mal mit &#8222;Quick Reply Chips&#8220;, um Nutzern die Anwendung zu vereinfachen (Abb. 3)<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Marius Obert)\n    <\/p>\n<p>RCS-Nachrichten k\u00f6nnen zum Beispiel ein eingebettetes Produktbild und einen &#8222;Jetzt kaufen&#8220;-Button enthalten. Kunden m\u00fcssen nicht mehr m\u00fchsam auf Links klicken, die dann andere Apps \u00f6ffnen \u2013 sie k\u00f6nnen direkt in der Nachrichten-App mit den relevanten Inhalten interagieren.<\/p>\n<p>Diese verbesserte Nutzererfahrung f\u00fchrt zu <a href=\"https:\/\/sinch.com\/blog\/rcs-for-retail\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">h\u00f6heren Konversionsraten und st\u00e4rkeren Kundenbindungen<\/a>, da die Kommunikation intuitiver und nahtloser wird.<\/p>\n<p><strong>Automatische Reichweite und nahtloser Fallback auf SMS<\/strong><\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufiges Problem bei modernen Messenger-Diensten ist die Fragmentierung der Nutzerbasis. W\u00e4hrend einige Kunden WhatsApp nutzen, bevorzugen andere Telegram oder Signal. Mit RCS entf\u00e4llt diese Problematik, da es direkt in die native Nachrichten-App des Smartphones integriert ist.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es immer noch Nutzer, deren Mobilfunkanbieter oder Endger\u00e4te RCS nicht unterst\u00fctzen (wobei inzwischen <a href=\"https:\/\/hilfe-center.1und1.de\/informationen-zur-rcs-umstellung\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">alle deutschen Mobilfunkanbieter au\u00dfer 1&amp;1<\/a> mit RCS umgehen k\u00f6nnen). Wer ein Android-Ger\u00e4t hat, kann allerdings auch RCS-Nachrichten via Google senden und empfangen. Hier kommt der Fallback-Mechanismus ins Spiel: Abh\u00e4ngig vom genutzten RBM-Provider kann eine RCS-Nachricht automatisch in eine SMS umgewandelt werden, falls der Empf\u00e4nger kein RCS-f\u00e4higes Ger\u00e4t oder Netzwerk hat. Das bedeutet, dass die Nachricht unabh\u00e4ngig von dem verwendeten mobilen Betriebssystem den Empf\u00e4nger erreicht, ganz ohne eine Abh\u00e4ngigkeit von Drittanbieter-Apps.<\/p>\n<p><strong>Vertrauensw\u00fcrdige Kommunikation durch verifizierte Absender<\/strong><\/p>\n<p>Ein zentrales Problem bei klassischen SMS-Nachrichten ist die hohe Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Betrugsversuche. Spam-Nachrichten, Phishing-Angriffe und gef\u00e4lschte Absender sind weit verbreitet, da es keine zuverl\u00e4ssige Authentifizierung gibt.<\/p>\n<p>Mit RCS Business Messaging (RBM) geh\u00f6rt dieses Problem der Vergangenheit an. Die Entwickler m\u00fcssen sich vor der Nutzung verifizieren lassen, sodass Empf\u00e4nger sicher sein k\u00f6nnen, dass die Nachricht tats\u00e4chlich vom angegebenen Absender stammt. Zudem erscheint die Absender-Organisation in der Nachrichten-App mit ihrem Namen und Logo, was das Vertrauen der Kunden st\u00e4rkt (siehe Abbildung 1). Die Verifizierung findet in der Regel gegen\u00fcber Google oder einem lokalen Mobilfunkanbieter statt und muss f\u00fcr jede Region separat gestartet werden. Gute RBM-Provider bieten bei diesem Schritt allerdings oft ihre Hilfe an, um die Prozesse zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Diese Verifizierung erh\u00f6ht nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden auf Nachrichten reagieren. Studien wie die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.gsma.com\/solutions-and-impact\/technologies\/networks\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/GSMA-OpenMarket-RCS-Research-Study-2018.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">RCS Business Messaging Research Study<\/a>&#8220; der GSMA aus dem Jahr 2018 (Seite 16, Abbildung 15) zeigen, dass Nutzer eher mit einer Nachricht interagieren, wenn sie klar erkennen k\u00f6nnen, wer der Absender ist.<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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