{"id":305005,"date":"2025-07-30T06:55:22","date_gmt":"2025-07-30T06:55:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305005\/"},"modified":"2025-07-30T06:55:22","modified_gmt":"2025-07-30T06:55:22","slug":"trotz-massiver-kritik-tiergarten-toetet-gesunde-paviane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305005\/","title":{"rendered":"Trotz massiver Kritik &#8211; Tiergarten t\u00f6tet gesunde Paviane"},"content":{"rendered":"<p>N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Aus Platzmangel hat der N\u00fcrnberger Tiergarten zw\u00f6lf Paviane get\u00f6tet. Dies sei das Ergebnis jahrelanger Abw\u00e4gungen gewesen, sagte Direktor Dag Encke am Dienstagabend. Die T\u00f6tung der Paviane werde keine einmalige Aktion bleiben, erg\u00e4nzte er. Auch in den n\u00e4chsten Jahren werde der Tiergarten einzelne Paviane f\u00fcr den Erhalt der Population t\u00f6ten m\u00fcssen &#8211; allerdings nicht in der Gr\u00f6\u00dfenordnung wie jetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Aus Sicht von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen verst\u00f6\u00dft die T\u00f6tung der Affen gegen das Tierschutzgesetz. Pro Wildlife, der Deutsche Tierschutzbund, Peta und die Deutsche Juristische Gesellschaft f\u00fcr Tierschutzrecht k\u00fcndigten an, dass sie nun Strafanzeige stellen werden.<\/p>\n<p>Dass er \u00fcberz\u00e4hlige Paviane t\u00f6ten wolle, hatte der Tiergarten bereits im Februar 2024 bekanntgegeben. Von Tierrechts- und Tierschutzorganisationen kam scharfe Kritik. Zuletzt waren die Proteste immer lauter geworden.<\/p>\n<p>Aktivisten dringen im Tiergarten ein<\/p>\n<p>Am Dienstag k\u00fcndigte der Tiergarten am Morgen \u00fcberraschend an, \u00abaus betrieblichen Gr\u00fcnden\u00bb geschlossen zu bleiben. Die Organisation Animal Rebellion rief daraufhin zu einer Protestaktion gegen die T\u00f6tung der Paviane vor dem Eingang auf.\u00a0<\/p>\n<p>Zudem drangen nach Angaben der Polizei am Nachmittag sieben Aktivistinnen und Aktivisten \u00fcber ein Tor in den Tiergarten ein. Eine Frau klebte sich hinter dem Haupteingang mit den H\u00e4nden am Boden fest. Die Polizei nahm die sieben Personen vorl\u00e4ufig fest und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ein. F\u00fcnf der Betroffenen hatten den Angaben zufolge bereits wegen zur\u00fcckliegender Aktionen Hausverbot. Nach Angaben der Stadt wird der Zoo am Mittwoch wieder regul\u00e4r f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Abgabe und Verh\u00fctung waren nicht m\u00f6glich<\/p>\n<p>Das Pavian-Gehege ist seit langer Zeit \u00fcberbelegt. In dem Gehege lebten dem Tiergarten zufolge zuletzt 43 Tiere, ausgelegt war es aber f\u00fcr 25 erwachsene Affen plus Jungtiere. Dadurch kam es demnach verst\u00e4rkt zu Konflikten, bei denen sich die Tiere verletzten.\u00a0<\/p>\n<p>Der Tiergarten sah schlie\u00dflich nach eigenen Angaben keine andere M\u00f6glichkeit, als einige der Tiere zu t\u00f6ten. Eine Abgabe oder Auswilderung von Tieren sei nicht m\u00f6glich gewesen, auch Verh\u00fctung habe nicht den gew\u00fcnschten Erfolg gehabt, sagte Encke. Schlie\u00dflich sei die Gruppe so gro\u00df geworden, dass die Haltung in dem Gehege nicht mehr tierschutzkonform gewesen sei. Deshalb habe der Zoo zwischen dem Lebensschutz einzelner Tiere und dem Wohlergehen der Population abw\u00e4gen m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>Nun leben in der Anlage dem Direktor zufolge 26 erwachsene Tiere und damit immer noch drei zu viele. \u00abWir nehmen das in Kauf, wohl wissend, dass wir damit schneller wieder zu \u00e4hnlichen Aktionen greifen m\u00fcssen, die aber dann nat\u00fcrlich nicht in der Gr\u00f6\u00dfenordnung liegen wie jetzt\u00bb, sagte Encke. Sonst h\u00e4tte der Tiergarten mehr junge Tiere t\u00f6ten m\u00fcssen, die aber wichtig f\u00fcr die Gruppe gewesen seien.\u00a0<\/p>\n<p>Wird ein Exempel statuiert?<\/p>\n<p>Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen halten die Platz-Probleme im Pavian-Gehege dagegen f\u00fcr hausgemacht. \u00abWas wir bef\u00fcrchtet hatten, ist eingetreten: Gesunde Tiere mussten sterben, weil ein Zoo \u00fcber Jahrzehnte verantwortungslos gez\u00fcchtet und keine nachhaltigen L\u00f6sungen entwickelt hat\u00bb, teilte Pro Wildlife mit. \u00abDiese T\u00f6tung war vermeidbar und ist aus unserer Sicht rechtswidrig.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Der Deutsche Tierschutzbund sprach von einem Tabubruch. \u00abDie Verantwortung f\u00fcr Tiere, die man als Zoo h\u00e4lt und z\u00fcchtet, endet nicht dort, wo es r\u00e4umlich, finanziell oder organisatorisch unbequem wird\u00bb, teilte dieser mit.\u00a0<\/p>\n<p>Die Organisationen bef\u00fcrchten au\u00dferdem, dass die T\u00f6tung der Paviane erst der Anfang sein k\u00f6nnte. \u00abMit den Pavianen wird ein gef\u00e4hrliches Exempel statuiert &#8211; es wird nicht bei dieser einen Tierart bleiben, wenn diese Praxis des T\u00f6tens ungewollter Zootiere erst etabliert ist\u00bb, sagte etwa Laura Zodrow von Pro Wildlife. Sie fordert deshalb, dass die Politik die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr Zoos und deren Zuchtprogramme versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>G\u00e4ngige Praxis?<\/p>\n<p>Dass Tiere in Zoos get\u00f6tet werden, ist laut dem Deutschen Tierschutzbund \u00abg\u00e4ngige Praxis\u00bb. In vielen Zoos werden extra Futtertiere gez\u00fcchtet, die als Mahlzeit f\u00fcr L\u00f6wen, Tiger und andere Fleischfresser vorgesehen sind. Aber auch \u00fcberz\u00e4hlige Zootiere werden get\u00f6tet und verf\u00fcttert. Trotzdem sorgen solche F\u00e4lle immer wieder f\u00fcr Schlagzeilen, etwa 2014 die T\u00f6tung von Giraffe Marius im Kopenhagener Zoo oder die eines Zebras 2023 in Leipzig.<\/p>\n<p>Auch der N\u00fcrnberger Tiergarten verf\u00fcttert regelm\u00e4\u00dfig extra gez\u00fcchtete Tiere und informiert die \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber auf Schautafeln. Dass es nun so einen Aufschrei bei den Paviane gebe, erkl\u00e4rt Direktor Encke damit, dass es sich um Affen handele \u2013 nahe Verwandte des Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Aus Platzmangel hat der N\u00fcrnberger Tiergarten zw\u00f6lf Paviane get\u00f6tet. 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