{"id":305100,"date":"2025-07-30T07:49:09","date_gmt":"2025-07-30T07:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305100\/"},"modified":"2025-07-30T07:49:09","modified_gmt":"2025-07-30T07:49:09","slug":"radio-dreyeckland-gewinnt-gegen-behoerde-freies-radio-informierte-ueber-verschleppte-ns-aufarbeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305100\/","title":{"rendered":"Radio Dreyeckland gewinnt gegen Beh\u00f6rde: Freies Radio informierte \u00fcber verschleppte NS-Aufarbeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Eigentlich haben sich die Re\u00addak\u00adteu\u00adr*in\u00adnen des Freiburger Freien Radiosenders Radio Dreyeckland (RDL) auf einen Medienpreis beworben. Doch stattdessen waren sie mit einem mehrmonatigen Verfahren der Landesanstalt f\u00fcr Kommunikation (LfK) aus Baden-W\u00fcrttemberg konfrontiert. Nach \u00fcber sechs Monaten wurde das Verfahren jetzt mit der Begr\u00fcndung eingestellt, dass es sich bei dem strittigen Satz, der zu dem Verfahren f\u00fchrte, um eine \u201ezul\u00e4ssige, das Hintergrundgeschehen bewertende zusammenfassende Stellungnahme\u201c handle.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Es ging um einen Passus, der sich kritisch mit der mangelnden Strafverfolgung von NS-Verbrechen der deutschen Justiz befasste. \u201e<a href=\"https:\/\/rdl.de\/beitrag\/mai-pi-santanne-nie-wieder-sant-anna\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Mai pi\u00f9 Sant\u2019Anne \u2013 Nie wieder Sant\u2019 Ann<\/a>a!\u201c, hie\u00df der programmatische Titel des einst\u00fcndigen Beitrags, den RDL am 12. August 2024 ausstrahlte und der noch immer auf der Webseite des Senders nachgeh\u00f6rt werden kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Thema des Features ist ein wenig bekanntes NS-Verbrechen in Italien, das Massaker in Sant\u2019Anna di Stazzema durch die SS am 12. August 1944 mit \u00fcber 400 Toten. Die Sendung wurde zum 80. Jahrestag des Verbrechens bei <a href=\"https:\/\/taz.de\/Urteil-fuer-Radio-Dreyeckland\/!6012022\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">RDL<\/a> ausgestrahlt. Die Jour\u00adna\u00adlis\u00adt*in\u00adnen waren in das italienische Dorf gereist und sprachen mit den \u00dcberlebenden des SS-Verbrechens und ihren Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Der Protagonist Mario erz\u00e4hlt darin, wie er miterleben musste, wie seine Mutter von der SS erschossen wurde. Sie hatte zuvor noch einen Holzschuh nach ihnen geworfen. \u201eSeit diesem Tag war Mario f\u00fcr das Leben gezeichnet\u201c, sagt ein Journalist in dem Beitrag. Gerade deswegen berichte der alte Mann noch immer von den Verbrechen. \u201eIch kann den Deutschen bis heute nicht verzeihen\u201c, bekr\u00e4ftigt Mario.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Die Jour\u00adna\u00adlis\u00adt*in\u00adnen haben auch noch andere \u00dcberlebende und ihre Angeh\u00f6rigen befragt. In einer anschlie\u00dfenden Einordnung machten sie deutlich, wie wichtig es ihnen ist, die ersch\u00fctternden Erlebnisse dieser Menschen zu h\u00f6ren und zu teilen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Doch das LfK st\u00f6rte sich an einem kritischen Absatz \u00fcber die deutsche Justiz. Es ging um die verschleppte juristische Aufarbeitung der Verbrechen. Im Feature gab es ein l\u00e4ngeres Interview mit der Hamburger Rechtsanw\u00e4ltin Gabriele Heinecke, die sich viele Jahre damit befasste.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Danach sprach ein Journalist die von der LfK inkriminierte kommentierende Einordnung: \u201e2002, also weitere sechs Jahre sp\u00e4ter, wurden die Ermittlungen von Oberstaatsanwalt Bernhard H\u00e4u\u00dfler in Stuttgart \u00fcbernommen. Dieser verschleppte die Ermittlungen, um das Verfahren nach zehn Jahren mangels Tatverdacht einzustellen. Die T\u00e4ter alterten unbehelligt, 7 von 14 Beschuldigten waren 2012 schon verstorben.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Der Kommentator erkl\u00e4rte noch, dass H\u00e4u\u00dfler die Einstellung des Verfahrens damit begr\u00fcndete, dass er die Taten als Totschlag bewertete und keine individuelle Schuld feststellte. Nach dieser juristischen Auslegung habe sich das Massaker mutma\u00dflich spontan vor Ort ereignet. Anders als Mord verj\u00e4hrt Totschlag und so konnten die T\u00e4ter nicht mehr belangt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Nach der Einstellung des Verfahrens stellt sich die Frage, ob das Feature in Zeiten, in denen immer mehr Menschen von den NS-Verbrechen nichts mehr h\u00f6ren wollen, nicht einen Preis verdient h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich haben sich die Re\u00addak\u00adteu\u00adr*in\u00adnen des Freiburger Freien Radiosenders Radio Dreyeckland (RDL) auf einen Medienpreis beworben. 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