{"id":305239,"date":"2025-07-30T09:07:12","date_gmt":"2025-07-30T09:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305239\/"},"modified":"2025-07-30T09:07:12","modified_gmt":"2025-07-30T09:07:12","slug":"der-lange-streit-um-ein-gestohlenes-madonnenbild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305239\/","title":{"rendered":"Der lange Streit um ein gestohlenes Madonnenbild"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">F\u00fcr das italienische Provinzmuseum ist es ein Happy End: Es hat sein Gem\u00e4lde des Renaissancemalers Antonio Solario wieder. Die Besitzerin in England hingegen ging leer aus. Denn das Bild war gestohlen.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Das Bild \u00abMadonna und Kind\u00bb von Antonio Solario wurde 1973 aus dem Museum in Belluno gestohlen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1494\" height=\"1837\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2b87316f-dff8-401f-8b43-11b5a8d626d6.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Das Bild \u00abMadonna und Kind\u00bb von Antonio Solario wurde 1973 aus dem Museum in Belluno gestohlen. <\/p>\n<p>Art Recovery International<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttlefs0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Als Baron De Dozsa das Gem\u00e4lde kaufte, war es nur ein paar hundert Pfund wert: das Bild \u00abMadonna mit Kind\u00bb aus dem 16.\u00a0Jahrhundert. Die Mutter h\u00e4lt ihr Kind auf dem Schoss, die H\u00e4nde um seinen Leib geschlossen, ihr Blick ist gesenkt. Im Hintergrund \u00f6ffnet ein Fenster den Blick auf eine bewaldete Landschaft. Antonio Solario, genannt \u00abder Zigeuner\u00bb malte es. Viel ist nicht \u00fcber den Maler bekannt, aber seine Bilder sind in einigen wichtigen Museen vertreten, drei davon in der National Gallery in London.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttms2c1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Sein Freskenzyklus mit Geschichten des Heiligen Benedikt im Kreuzgang der Heiligen Severino und Sossio in Neapel gilt als sein bedeutendstes Werk. Der venezianische Maler soll um 1465 geboren worden sein und im Laufe seines Lebens England bereist haben. Jahrhunderte sp\u00e4ter trat auch sein Bild eine abenteuerliche Rundreise zwischen England und Italien an.<\/p>\n<p>Langer Streit<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttlefu0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Solarios Madonna hing von 1872 bis 1973 in einem Museum in der norditalienischen Provinzsstadt Belluno. Bis es gestohlen wurde, zusammen mit einigen anderen Bildern. Kurze Zeit sp\u00e4ter erstand Baron de Dozsa das Bild in England, ohne etwas von dem Diebstahl zu ahnen. Er brachte es nach Norfolk in seinen Renaissance-Palast, den Heinrich VIII. mehrfach besuchte und \u00abmeinen kleinen Landsitz\u00bb nannte. Der Baron h\u00e4tte sich vermutlich nicht tr\u00e4umen lassen, was f\u00fcr einen Streit er mit seinem Kauf postum ausl\u00f6sen sollte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttlefu1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Denn nach De Dozsas Tod gelangte das Kunstwerk in den Besitz seiner von ihm getrennten Ehefrau, die es 2017 \u00fcber ein regionales Auktionshaus zu verkaufen versuchte. Dort wurde das Werk von jemandem entdeckt, der mit dem Museum in Belluno in Verbindung stand. Allerdings l\u00e4utete der Fund keineswegs das Happy End f\u00fcr die urspr\u00fcnglichen Besitzer im Museum von Belluno ein. Vielmehr begann ein Tauziehen mit Barbara de Dozsa, die sich lange Zeit str\u00e4ubte, sich unentgeltlich von ihrem Schatz zu trennen. Im Laufe der Jahre war der Wert des Bildes auf 80\u00a0000 Pfund gestiegen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttlefv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das Gem\u00e4lde wurde von der \u00f6rtlichen Polizei in Norfolk konfisziert, dann aber wieder an Barbara de Dozsa zur\u00fcckgegeben. Die Polizei erkl\u00e4rte in einem Statement, man sei vom Innenministerium angewiesen worden, das Gem\u00e4lde freizugeben, da mehrere Jahre vergangen seien und es keine Reaktion der italienischen Beh\u00f6rden in Bezug auf die Ermittlungen gegeben habe. Unter anderem die Pandemie verz\u00f6gerte die Prozesse von Italien aus.<\/p>\n<p>Verkauf unm\u00f6glich<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttlefv1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Unterdessen war Christopher Marinello auf den Plan getreten, ein bekannter italoamerikanischer Anwalt, der sich auf die R\u00fcckf\u00fchrung gestohlener Kunstwerke spezialisiert hat und den ein ehemaliger Mandant auf seiner Website einmal als \u00abeine Mischung aus Detektiv, Terrier und messerscharfem Advokaten\u00bb beschrieb. Den Fall, der sich fast eine Dekade hinzog, bearbeitete er pro bono, weil er, wie er sagte, famili\u00e4re Wurzeln in der Region des Museums habe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttv5os1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Schliesslich \u00fcberzeugte Marinello Barbara de Dosza, das Werk herauszugeben. Denn an einen Verkauf sei nicht zu denken: \u00abKein seri\u00f6ses Auktionshaus wird sich jemals heranwagen.\u00bb Es stand auf den Fahndungslisten verschiedener Polizeibeh\u00f6rden, darunter Interpol und die italienischen Carabinieri, wie Marinello erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ttleg00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Als die Erbin das umstrittene St\u00fcck am Ende freigab, f\u00fchlte sich der Anwalt zu einem etwas zwiesp\u00e4ltigen Kompliment veranlasst: \u00abSie hat mein Vertrauen in die Menschheit wiederhergestellt, wo doch so viele Besitzer gestohlener Kunstwerke heute versuchen, an ihnen festzuhalten.\u00bb De Dozsa schwieg. Das Museum in Belluno aber feierte die gl\u00fcckliche Heimkehr des Solario-Gem\u00e4ldes in einem Foto. Es zeigt die \u00f6rtlichen W\u00fcrdentr\u00e4ger voller Stolz vor ihrem Madonnenbild mit Kind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr das italienische Provinzmuseum ist es ein Happy End: Es hat sein Gem\u00e4lde des Renaissancemalers Antonio Solario wieder.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":305240,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-305239","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114941397923563436","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305239\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/305240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}