{"id":305553,"date":"2025-07-30T12:03:11","date_gmt":"2025-07-30T12:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305553\/"},"modified":"2025-07-30T12:03:11","modified_gmt":"2025-07-30T12:03:11","slug":"deutsche-wirtschaft-schrumpft-im-zweiten-quartal-um-01-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305553\/","title":{"rendered":"Deutsche Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal um 0,1 Prozent"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 30.07.2025 12:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Experten hatten es erwartet, jetzt legt das Statistische Bundesamt die ersten Zahlen vor: Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 um 0,1 Prozent geschrumpft. Eine gro\u00dfe Rolle spielt der Handelskonflikt mit den USA.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Grundlage von vorl\u00e4ufigen Daten mitteilte. Fachleute hatten ein Minus in dieser H\u00f6he erwartet. Die Investitionen in Ausr\u00fcstungen und Bauten seien im Fr\u00fchjahr gesunken, hie\u00df es von der Beh\u00f6rde. &#8222;Die privaten und staatlichen Konsumausgaben stiegen dagegen.&#8220;<\/p>\n<p>    Zick-Zack-Kurs bei der Konjunktur<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den ersten drei Monaten des Jahres hatte es noch unerwartet ein leichtes Wirtschaftswachstum gegeben. Die Statistikbeh\u00f6rde war zun\u00e4chst von 0,4 Prozent ausgegangen und bezifferte das Plus im ersten Quartal jetzt auf 0,3 Prozent. Experten f\u00fchren das Auf und Ab der deutschen Konjunktur auch auf den Handelskonflikt mit den USA zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die ersten beiden Quartale waren f\u00fcr die deutsche Wirtschaft stark von der spektakul\u00e4ren Zollpolitik der USA beeinflusst&#8220;, sagt etwa DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Zuerst habe es Vorzieheffekte bei der Produktion gegeben. Im zweiten Quartal sei dann haupts\u00e4chlich abgewartet worden, wie sich die au\u00dfenwirtschaftlichen Bedingungen entwickeln, so der \u00d6konom.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist nun seit dem Wochenende zumindest <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/zolleinigung-eu-faq-100.html\" title=\"Zollstreit: Worauf sich EU und USA geeinigt haben\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in groben Z\u00fcgen gekl\u00e4rt<\/a>: In den Verhandlungen mit der EU-Kommission hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump &#8222;asymmetrische&#8220;, also einseitige Z\u00f6lle von 15 Prozent auf Importe aus der EU durchgesetzt. Zuvor hatte die US-Regierung mit 30 Prozent Zoll gedroht und auf bestimmte Waren wie Stahl, Aluminium oder Autos schon vorab h\u00f6here S\u00e4tze verlangt, die teils fortbestehen.<\/p>\n<p>    Handelskonflikt mit den USA d\u00e4mpft Wachstum<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie f\u00fcr die deutsche Wirtschaft wichtigen Autoexporte in die USA wurden bereits seit April mit 27,5 Prozent Zoll belastet und sollen nun zum 1. August auf 15 Prozent sinken. In den USA hergestellte Autos sollen perspektivisch ganz ohne Zoll nach Europa exportiert werden k\u00f6nnen. Rund zwei Drittel dieser Ausfuhren kommen allerdings deutschen Herstellern zugute, die in den USA Werke betreiben und die dort gebauten Autos exportieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie andere Handelspartner der USA m\u00fcssen die Deutschen dennoch mit Einbu\u00dfen in Milliardenh\u00f6he rechnen. &#8222;Die deutsche Wirtschaft wird erheblichen Schaden nehmen durch diese Z\u00f6lle&#8220;, r\u00e4umte k\u00fcrzlich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein. Nach Berechnungen des Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft in Kiel k\u00f6nnen allein die Auto-Z\u00f6lle das deutsche Inlandsprodukt um 0,15 Prozent schm\u00e4lern. Grunds\u00e4tzlich verteuern Z\u00f6lle europ\u00e4ische Waren in den USA, was zu einer verringerten Nachfrage f\u00fchren d\u00fcrfte. Sie werden daher als Gefahr f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung gesehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet negative Folgen f\u00fcr Unternehmen, die stark auf die USA angewiesen sind &#8211; etwa in der Pharmaindustrie, der Autoindustrie und im Maschinenbau. &#8222;Ein Deal mag die Unsicherheit f\u00fcr Unternehmen leicht senken &#8211; doch US-Z\u00f6lle von 15 Prozent schaden der deutschen Wirtschaft&#8220;, sagt auch die Leiterin des ifo Zentrums f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft in M\u00fcnchen, Lisandra Flach. Sie rechnet mit einem negativen Effekt von minus 0,2 Prozent auf das BIP.<\/p>\n<p>    Nachfrage bleibt schwach<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) blickt nach dem Zollabkommen hingegen optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland als zuvor. Weil die Zolls\u00e4tze geringer ausfielen als erwartet, k\u00f6nne die Bundesrepublik im laufenden Jahr ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent schaffen. Zuvor hatte die Organisation mit Sitz in Washington noch eine Stagnation prognostiziert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZwar habe sich die Stimmung in der Wirtschaft aufgehellt mit der Aussicht auf milliardenschwere Investitionen der Bundesregierung, hie\u00df es von der Bundesbank. Ein Schub f\u00fcr die Wirtschaft werde aber erst verz\u00f6gert kommen, weil auch die Binnennachfrage nicht anspringt. Konkrete Auftr\u00e4ge etwa an die Bauindustrie lassen auf sich warten. Zugleich blieben die Industriebetriebe schwach ausgelastet, und Verbraucher halten ihr Geld zusammen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas leichte Minus f\u00fcr Deutschland im Fr\u00fchjahr d\u00fcrfte allerdings auch auf Sonderfaktoren zur\u00fcckgehen, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer: &#8222;So haben die sp\u00e4te Lage des Osterfestes sowie zollbedingte Vorzieheffekte das erste Quartal beg\u00fcnstigt und das zweite Quartal entsprechend belastet.&#8220; F\u00fcr das kommende Jahr zeigt er sich wegen des Investitionsboosters verhalten optimistisch: &#8222;F\u00fcr 2026 erwarten wir weiter ein recht starkes Wachstum von 1,4 Prozent.&#8220;<\/p>\n<p>    Eurozone w\u00e4chst \u00fcberraschend weiter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAndere gro\u00dfe Euro-L\u00e4nder schnitten derweil im zweiten Quartal weit besser ab. Frankreich, die nach Deutschland zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der W\u00e4hrungsunion, schaffte ein Plus von 0,3 Prozent. Spanien kam sogar auf ein Wachstum von 0,7 Prozent. Von den gro\u00dfen Vier schrumpfte nur Italien, dessen BIP um 0,1 Prozent abnahm.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Eurozone insgesamt hielt sich die Wirtschaft im Fr\u00fchjahr \u00fcberraschend auf Wachstumskurs. In den 20 L\u00e4ndern des W\u00e4hrungsraums habe die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt, wie die Statistikbeh\u00f6rde Eurostat nach einer ersten Sch\u00e4tzung mitteilte. \u00d6konomen hatten im Schnitt eine Stagnation erwartet. Zu Beginn des Jahres war die Wirtschaft der Eurozone allerdings deutlich st\u00e4rker gewachsen, um 0,6 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Einsch\u00e4tzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, ist das mit Sondereffekten zu erkl\u00e4ren. Unternehmen hatten vor der Einf\u00fchrung von US-Z\u00f6llen Gesch\u00e4fte vorgezogen. Im Durchschnitt des ersten Halbjahres bezifferte Gitzel das Wachstum der Wirtschaftsleistung auf 0,35 Prozent pro Quartal. Dies entspreche in etwa den Zuw\u00e4chsen im vergangenen Jahr. Daher k\u00f6nne nicht von einer Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung gesprochen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.07.2025 12:29 Uhr Experten hatten es erwartet, jetzt legt das Statistische Bundesamt die ersten Zahlen vor: Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":305554,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[973,1764,13,14,15,12,10,8,9,11,55,14047],"class_list":{"0":"post-305553","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-bip","9":"tag-eilmeldung","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-wirtschaft","19":"tag-zollkonflikt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114942089812052904","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305553"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305553\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/305554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}