{"id":305675,"date":"2025-07-30T13:12:13","date_gmt":"2025-07-30T13:12:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305675\/"},"modified":"2025-07-30T13:12:13","modified_gmt":"2025-07-30T13:12:13","slug":"jungle-world-falsches-grab-ungeliebte-pralinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305675\/","title":{"rendered":"jungle.world &#8211; Falsches Grab, ungeliebte Pralinen"},"content":{"rendered":"<p>Die 1984 in Oslo geborene Imislund studierte Journalistik, Jura und Wirtschaft, arbeitete sp\u00e4ter im norwegischen Umweltministerium und gr\u00fcndete die Literaturzeitschrift Mopp. Der Band mit neun Kurzgeschichten ist ihre erste Prosaver\u00f6ffentlichung, in Norwegen hat Imislund ansonsten Lyrikb\u00e4nde herausgebracht.<\/p>\n<p>Aller Dinge Kern zu ergr\u00fcnden, f\u00e4llt ihren Figuren nicht immer ganz leicht, und was sie dabei entdecken, ist auch nicht unbedingt erfreulich, aber auf jeden Fall \u00fcberraschend. Wenn die junge Frau in der ersten Erz\u00e4hlung mit Sack und Pack in die Wohnung des Geliebten einzieht\u00a0\u2013 denn dieser hat ihr versichert, dass seine Ehefrau endg\u00fcltig ausgezogen ist \u2013, dann ahnt man sofort, dass der Mann es mit der Wahrheit nicht ganz so genau genommen hat; aber mit dem, was dann passiert, konnte dann doch niemand rechnen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Dass eine Autorin (auch) aus der Perspektive eines m\u00e4nnlichen Erz\u00e4hlers berichtet, noch dazu \u00fcberzeugend, kommt nicht so oft vor.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und der Mann, der zu Weihnachten unbedingt das Grab seiner Tante Louise besuchen muss, um das er sich bisher nie gek\u00fcmmert hat, welches Geheimnis hat er? Ehe sich das kl\u00e4rt, sitzt er noch einem Irrtum auf und muss sich mit den Worten \u00bbVerzeihen Sie, ich habe mich im Grab geirrt\u00ab aus der Aff\u00e4re ziehen.<\/p>\n<p>Die Geschichten sind ganz unterschiedlich lang, alles zwischen vier und 30 Seiten ist dabei. Die ganz kurzen sind vielleicht eher als Skizze zu bezeichnen, etwa aus dem Alltag einer Fahrkartenverk\u00e4uferin oder dem eines Modelleisenbahnfans.<\/p>\n<p>Auch dies ist eine St\u00e4rke von Imislund: Dass eine Autorin (auch) aus der Perspektive eines m\u00e4nnlichen Erz\u00e4hlers berichtet, noch dazu \u00fcberzeugend, kommt schlie\u00dflich nicht so oft vor. Die Pralinenschachtel, die in der zweiten Geschichte die Hauptrolle spielt, bleibt stumm, es wird \u00fcber sie geredet, w\u00e4hrend sie immer weiterverschenkt wird. Gesamteindruck: ein wunderbares Buch!<\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.trottoirnoir.de\/?page_id=692\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/d-14-platte-buch.jpg\" data-entity-uuid=\"589cee0d-7dad-47b4-8540-8be458ccdce9\" data-entity-type=\"file\" alt=\"Buchcover\" width=\"212\" height=\"318\"\/><\/a><\/p>\n<p>Helene Imislund: Aller Dinge Kern. Aus dem Norwegischen von Nora Pr\u00f6frock. Verlag \u00adTrottoir Noir, Leipzig 2025, 144 Seiten, 22\u00a0Euro<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die 1984 in Oslo geborene Imislund studierte Journalistik, Jura und Wirtschaft, arbeitete sp\u00e4ter im norwegischen Umweltministerium und gr\u00fcndete&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":305676,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,9557,29,214,30,913,88370,215],"class_list":{"0":"post-305675","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-buchkritik","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-norwegen","15":"tag-platte-buch","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114942361296166548","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305675"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305675\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/305676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}