{"id":305740,"date":"2025-07-30T13:46:20","date_gmt":"2025-07-30T13:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305740\/"},"modified":"2025-07-30T13:46:20","modified_gmt":"2025-07-30T13:46:20","slug":"loest-china-die-usa-als-supermacht-ab-interview-mit-china-expertin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305740\/","title":{"rendered":"L\u00f6st China die USA als Supermacht ab? Interview mit China-Expertin"},"content":{"rendered":"<p>Use Scan QR Code to copy link and share it<\/p>\n<p><strong>In den letzten Jahrzehnten hat China seinen Einfluss auf der globalen B\u00fchne massiv ausgeweitet \u2013 mit dem Ziel, die internationale Ordnung neu zu gestalten. Doch was genau steckt hinter dem Anspruch, und welche Folgen hat dieser f\u00fcr Europa, die Weltmacht USA und die globale Machtverteilung? Dar\u00fcber hat Kontrast mit der Sinologin Doris Vogl gesprochen, die verschiedene Facetten dieses Wandels analysiert. Beleuchtet wird dabei unter anderem Chinas Dominanz in Afrika, der schwindende Einfluss Europas und die Bedeutung v<\/strong><strong>on Menschenrechten in einer sich wandelnden Weltordnung.<\/strong><\/p>\n<p><b>Kontrast: Was genau bedeutet es, wenn China betont, dass sie eine neue Weltordnung anstreben wollen? Was kritisiert die chinesische Regierung an der bestehenden Ordnung?<\/b><\/p>\n<p>Doris Vogl: Wenn China von einer neuen Weltordnung spricht, dann wird auch immer das Attribut \u201efair\u201c, auf Englisch just, aber auch Diplomatie auf Augenh\u00f6he und Multipolarit\u00e4t genannt. Das sind die drei Aspekte, die China bei einer neuen Weltordnung in der offiziellen Rhetorik miteinbezieht.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Was kann man sich darunter konkret vorstellen?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p>Vogl: Multipolarit\u00e4t hei\u00dft, dass es mehrere geopolitische Machtzentren gibt \u2013 nicht nur eines oder zwei. Und unter \u201ejust\u201c ,wie auch immer \u00fcbersetzt, versteht China ein besseres Standing f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder in internationalen Organisationen. Nicht nur in UN-Gremien, sondern vor allem, wenn es um die MDBs geht, die Multilateral Development Banks. (Multilaterale Entwicklungsbanken stabilisieren das globale Finanzsystem, indem sie Entwicklungsl\u00e4nder mit langfristiger Finanzierung f\u00fcr wachstumsf\u00f6rdernde Modernisierungsprojekte unterst\u00fctzen, Anm.) Dort sieht das Standing f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder schlecht aus. Logischerweise, da diese L\u00e4nder die Kreditnehmer sind und nicht Kreditgeber. <\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, der China sehr wichtig ist, ist die Reform der internationalen Finanzwelt. Auch w\u00e4hrungspolitisch strebt China eine neue Weltordnung an. China sieht darin einen \u201eGerechtigkeits\u201c-Kurs, wenn keine Sanktionen mehr \u00fcber die monopolistische Position des US-Dollars ausgesprochen werden k\u00f6nnen. Das geschieht vor allem \u00fcber das SWIFT-System (SWIFT bietet ein Netzwerk, das eine sichere \u00dcbermittlung von Zahlungsauftr\u00e4gen zwischen Banken erm\u00f6glicht, Anm.)<\/p>\n<p>W\u00e4hrungspolitische Abwendung Chinas vom US-Dollar<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welche Interessen verfolgt China?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: China strebt schon seit Jahrzehnten w\u00e4hrungspolitisch einen Entdollarisierungs-Kurs an. Seit \u00fcber zehn Jahren st\u00f6\u00dft China seine Dollarreserven ab. Und es geht genau genommen darum, den USA und deren Verb\u00fcndeten finanzpolitisches Leverage (Druckmittel, Anm.), also geopolitische Wirkkraft, zu nehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/sharon-mccutcheon-8lnbxtxfgzw-unsplash.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-42313 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/sharon-mccutcheon-8lnbxtxfgzw-unsplash.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1365\"  \/><\/a>Seit \u00fcber zehn Jahren st\u00f6\u00dft China seine Dollarreserven ab.<\/p>\n<p><b>Kontrast: Warum?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Es gibt zahlreiche, auch offiziell zug\u00e4ngliche Analysen von chinesischen Politikwissenschaftler:innen, die besagen, dass Sanktionen gegen einzelne L\u00e4nder letztlich nicht die Regierenden treffen, sondern die Zivilbev\u00f6lkerung. Und China tritt hier als Volksvertretung auch auf globaler Ebene auf. Ich gehe jetzt von den Narrativen und der offiziellen Rhetorik Chinas aus. Das ist jetzt nicht die politische Realit\u00e4t, ich spreche von der offiziellen Erz\u00e4hlung.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Was ist die Realit\u00e4t?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Seit einigen Jahren wird in China keine Gini-Koeffizient Statistik mehr publiziert. (Dieser besagt, wie ungleich Verm\u00f6gen oder Einkommen in einem Land verteilt ist. Anm.)\u00a0 Etliche Jahre lang wurde der nationale Gini-Index j\u00e4hrlich bekannt gegeben. Man hat sogar zugelassen, dass ausl\u00e4ndische Institutionen an der Analyse beteiligt waren. Als dann jedoch das Einkommen verschiedener chinesischer Bev\u00f6lkerungsgruppen zunehmend auseinander klaffte, gab es pl\u00f6tzlich keine Gini-Koeffizient Statistik mehr. Das hei\u00dft, wenn es um Einkommensverteilung geht \u2013 hier gl\u00e4nzt die Volksrepublik keineswegs. Die Einkommensungleichheit nimmt seit Jahren zu. Gleichzeitig vertritt Beijing auf ideologischer Ebene den Standpunkt, dass man immer das Gesamtwohl der breiten Bev\u00f6lkerung als Hauptaugenmerk im Blick behalten muss \u2013 nicht jenes privilegierter Eliten.<\/p>\n<p>China als Gegengewicht einer westlichen Dominanz<\/p>\n<p><b>Kontrast: Kann man sagen, dass China danach strebt, die USA als f\u00fchrende Weltmacht abzul\u00f6sen?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: So lautet das amerikanische Narrativ \u201eChina will uns abl\u00f6sen\u201c. China propagiert bereits seit Jahrzehnten das gegenteilige Narrativ: \u201cWir m\u00f6chten die USA keineswegs abl\u00f6sen, denn wir werden uns nicht wie ein geopolitischer Hegemon (jemand, der die Vorherrschaft \u00fcber andere Herrschende hat, Anm.) verhalten. Wir vertreten den Globalen S\u00fcden auf Augenh\u00f6he.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p>China kritisiert eine \u00fcberkommene, nicht mehr zeitgem\u00e4\u00dfe Dominanz westlicher Staaten in internationalen Organisationen. Das ist der eine Kritikpunkt. Ein weiterer w\u00e4re, wie China es ausdr\u00fcckt, die Erweiterungsstrategie der <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;NATO&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Die\u00a0NATO (englisch North\u00a0Atlantic\u00a0Treaty\u00a0Organization\u00a0\u201eOrganisation des Nordatlantikvertrags\u201c bzw.\u00a0Nordatlantikpakt-Organisation) ist ein milit\u00e4risch-politisches B\u00fcndnis zur Verteidigung der Sicherheit ihrer Mitgliedsstaaten. Die NATO wurde wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im April 1949 von den USA, Kanada und zehn europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gegr\u00fcndet. Heute sind 30 Staaten Mitglieder der NATO.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/nato-erklaert\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">NATO<\/a> in den Asiatischen Pazifik<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Rolle von BRICS plus<\/p>\n<p><b>Kontrast: China wird im Kontext geopolitischer Gegengewichte h\u00e4ufig im Zusammenhang mit dem BRICS plus-B\u00fcndnis genannt. Inwiefern l\u00e4sst sich BRICS plus als ein Ausdruck chinesischer Bem\u00fchungen interpretieren, eine alternative internationale Ordnung zu den westlich gepr\u00e4gten Institutionen zu etablieren?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: BRICS plus ist vor allem ein Instrument, das auf globaler Ebene w\u00e4hrungspolitisch und finanzpolitisch wirken soll. Genauer betrachtet sind etliche BRICS plus-L\u00e4nder, wenn es nun um bilateralen Handel geht, also Finanz-Transaktionen zwischen den BRICS plus-L\u00e4ndern, bereits weiter als die EU. Sie bezahlen in ihren lokalen W\u00e4hrungen \u00fcber rein digitale Transfer-Mechanismen. Es existiert innerhalb von BRICS plus ein sehr fortgeschrittenes Transfer-System, woran die <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB)&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Gr\u00fcndung: 1998 mit Sitz in Frankfurt am Main. Aufgabe: Die EZB ist die gemeinsame W\u00e4hrungsbeh\u00f6rde der Euro-L\u00e4nder. Gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken der EU-L\u00e4nder bildet sie das Europ\u00e4ische System der Zentralbanken. Mehr Informationen zur EZB und zur aktuellen Pr\u00e4sidentschaft gibt\u2019s hier. Das Thema &quot;Europ\u00e4ische Zentralbank&quot; im Parlament&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/glossar\/die-europaeische-zentralbank-ezb\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Europ\u00e4ische Zentralbank<\/a> erst arbeitet.<\/p>\n<p>BRICS plus-B\u00fcndnis<\/p>\n<p><strong>BRICS plus<\/strong> ist ein Zusammenschluss schnell wachsender Volkswirtschaften. Sie verfolgen das Ziel einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Seit dem 1. Januar 2024 z\u00e4hlen zu den namensgebenden Mitgliedern Brasilien, die Russische F\u00f6deration, Indien, China und S\u00fcdafrika nun auch \u00c4gypten, \u00c4thiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Anfang 2025 ist Indonesien als weiteres Mitglied hinzugekommen. Die aktuellen BRICS plus-Mitgliedsstaaten repr\u00e4sentierten im Jahr 2023 insgesamt mehr als 48 % der Weltbev\u00f6lkerung und erwirtschafteten rund 39 % (2024) der weltweiten Wirtschaftsleistung. <\/p>\n<p>Es ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Chinas Bestrebungen, die internationale Ordnung mitzugestalten. Insbesondere mit Blick auf die zahlreichen Bewerbungen f\u00fcr BRICS plus-Mitgliedschaft. Argentinien ist als Kandidat zwar abgesprungen. Das ist den USA mit der Pr\u00e4sidentschaft von Milei (Pr\u00e4sident von Argentinien, Anm.) gelungen, denn Argentinien w\u00e4re ein nicht unwesentliches BRICS plus-Mitglied in Lateinamerika gewesen. Am Beispiel des k\u00fcrzlich beigetretenen Indonesiens und den neuen BRICS plus-Partnerl\u00e4ndern Thailand, Vietnam, Malaysia oder Kasachstan sehen wir derzeit allerdings eine regionale R\u00fcckverlagerung. China bem\u00fcht sich jetzt vorrangig um wirtschaftlich starke asiatische L\u00e4nder.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Was hat das zur Folge, wenn sich immer mehr L\u00e4nder dem BRICS plus-B\u00fcndnis anschlie\u00dfen?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Nehmen wir als Beispiel Roh\u00f6lexporte, diese laufen innerhalb der BRICS plus-L\u00e4ndern ab und h\u00e4ufig nicht mehr \u00fcber den Dollar. Das bedeutet das Ende des Petrodollars (Der Petrodollar ist Geld in US-Dollar, das L\u00e4nder durch den Verkauf von \u00d6l verdienen. Der globale Handel mit Erd\u00f6l wird fast ausschlie\u00dflich \u00fcber den US-Dollar abgewickelt, Anm.) Soweit der erste Punkt.\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der zweite Punkt: Westliche Sanktionen werden nicht mehr dieselbe Effizienz zeigen wie in den letzten Jahrzehnten. Dies hat sich bereits im Verlauf des Ukrainekriegs bemerkbar gemacht. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die europ\u00e4ischen Sanktionen haben nicht so gegriffen, wie in Br\u00fcssel erwartet worden war. Sicherlich ist BRICS plus hier nicht der alleinige Grund. Es sind Dutzende weitere Gr\u00fcnde zu nennen. Doch im Rahmen der Sanktionen gegen die Russische F\u00f6deration waren etliche w\u00e4hrungspolitische Ma\u00dfnahmen inkludiert, die BRICS plus-intern sp\u00fcrbar an Wirkung verloren haben.\u00a0<\/p>\n<p>Zwischen Darstellung und Realit\u00e4t \u2013 Chinas Nichteinmischungs-Politik<\/p>\n<p><b>Kontrast: China wirft dem Westen immer vor, dass sie sich in innere Angelegenheiten einmischen. Was genau meint die Volksrepublik damit und was macht sie anders?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten ist genaugenommen ein sehr altes au\u00dfenpolitisches Grundprinzip der Volksrepublik China und geht zur\u00fcck auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bandung-Konferenz\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bandung-Konferenz<\/a> in den 50er Jahren. Auf diplomatischer Ebene k\u00f6nnen wir hier von einem au\u00dfenpolitischen Mantra sprechen. Realpolitisch sieht die Sachlage anders aus. Die Volksrepublik hat zwar jahrzehntelang Nichteinmischung praktiziert. Doch wenn wir gewisse wirtschaftspolitische oder au\u00dfenpolitische Ma\u00dfnahmen Chinas der letzten Jahre genauer unter die Lupe nehmen, zeigt sich, dass dieses Prinzip mittlerweile l\u00f6chrig geworden ist. Ich sehe sehr wohl Interventionen von chinesischer Seite.<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welche zum Beispiel?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Vor allem Wirtschaftssanktionen \u2013 allerdings werden diese Ma\u00dfnahmen nicht offiziell als Sanktionen bezeichnet. Doch wissen die Entscheidungstr\u00e4ger in Beijing genau, dass bestimmte Ma\u00dfnahmen in den betroffenen L\u00e4ndern massive Auswirkungen zeigen werden, zum Beispiel im Agrarbereich oder Fischerei-Sektor.<\/p>\n<p>Chinas Zollbeh\u00f6rden sind diesbez\u00fcglich sehr findig: Pl\u00f6tzlich werden Salmonellen oder andere sch\u00e4dliche R\u00fcckst\u00e4nde bzw. Verunreinigungen in Waren gefunden, und dann wird ein Einfuhrverbot verh\u00e4ngt \u2013 etwa aus Hygienegr\u00fcnden. Aber niemals wird von chinesischer Seite offiziell bekannt gegeben, dass es sich um Sanktionen handelt.<\/p>\n<p>Der \u201eAufstieg\u201c Asiens \u2013 wie sich die Weltordnung ver\u00e4ndern wird<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welche Rolle spielt der aktuelle Handelsstreit zwischen China und den USA im Hinblick auf eine neue Weltordnung?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Dieser Handelsstreit hat bereits unter der ersten Trump-Regierung begonnen \u2013 seit den Wahlen vom November 2016. Schon damals hat Trump in der ersten Amtsphase radikale Ma\u00dfnahmen ergriffen, jedoch teilweise ebenso rasch wieder zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Es kam letztlich zu mehreren Deals zwischen China und den USA \u2013 noch unter der ersten Trump-Administration. Was momentan abl\u00e4uft, erinnert mich an die erste Amtsperiode. Starke Ma\u00dfnahmen ank\u00fcndigen, sie initiieren und teilweise wieder zur\u00fccknehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/donald-trump-27150816364-wikimedia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-78565 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/donald-trump-27150816364-wikimedia.jpg\" alt=\"Donald Trump, USA, US-Wahl, Wahlen 2024\" width=\"2048\" height=\"1365\"  \/><\/a>Der aktuelle Handelsstreit zwischen China und den USA erinnert Vogl an Donald Trumps erste Amtsperiode.<\/p>\n<p><b>Kontrast: Also kann man sagen, dass das nicht wirklich einen Einfluss auf eine neue Weltordnung hat?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Ich sehe es eher als Reaktion jener \u00f6konomischen Macht, die an Terrain verliert \u2013 n\u00e4mlich den USA. Eine f\u00fchrende Wirtschaftsmacht, die nunmehr feststellt: \u201eUns wird \u00f6konomisch der Sand abgegraben und wir sollten uns sehr heftig wehren. Nicht nur aus einer defensiven Position heraus, sondern auch in offensiver Weise.\u201c<\/p>\n<p>Ja, das hei\u00dft, ich sehe den US-chinesischen Handelskonflikt weniger als \u201eEinfluss\u201c-Faktor auf einen laufenden Prozess, sondern vielmehr als Reaktion auf eine Dynamik, die bereits l\u00e4nger im Gange ist \u2013 die Ver\u00e4nderung von Weltordnungen. Bei dieser \u201cNeuen Weltordnung\u201d geht es genau genommen nicht nur um China. Der Politikwissenschafter Kishore Mahbubani spricht etwa bereits seit Jahren vom 21. Jahrhundert als dem \u201eAsiatischen Jahrhundert\u201c.<\/p>\n<p>Es geht tats\u00e4chlich um den Aufstieg einer gesamten Region. Die meisten L\u00e4nder Asiens sind \u00f6konomisch im Aufsteigen. Dies gilt f\u00fcr Malaysia ebenso wie f\u00fcr Indonesien oder Vietnam. Im Falle Chinas zeichnet sich die Dynamik am deutlichsten ab.\u00a0<\/p>\n<p>Europas sinkender Einfluss in der Weltpolitik<\/p>\n<p><b>Kontrast: Und was bedeutet das f\u00fcr Europa?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Europa wird zunehmend zum geopolitischen Nebenschauplatz. Europ\u00e4ische Beschl\u00fcsse hatten fr\u00fcher geopolitisches Schwergewicht. Diese Zeiten sind vorbei. <\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir haben ebenso an normativer Wirkkraft au\u00dferhalb Europas verloren, besonders der europ\u00e4ische Friedensgedanke leidet.\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Europa hat es bis jetzt nicht geschafft, den Ukrainekrieg zu beenden und friedenspolitisch auf einen \u201egr\u00fcnen Zweig\u201c mit der Russischen F\u00f6deration zu gelangen.\u00a0 Hier ist Br\u00fcssel gescheitert. Ich pers\u00f6nlich h\u00e4tte es nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass dieser Krieg so lange andauern wird. Europa schafft es nicht, in der eigenen Region zumindest einen andauernden Waffenstillstand herbeizuf\u00fchren. Selbst wenn Moskau seitens etlicher asiatischer L\u00e4nder die eindeutige Rolle des Aggressors zugeordnet wird, beobachten jene L\u00e4nder die jahrelang andauernde Kriegssituation sehr genau und interpretieren diese als Schw\u00e4chezeichen Europas.<\/p>\n<p><b>Kontrast: In welchen Regionen und Bereichen auf der Welt ist Chinas geopolitischer Einfluss besonders stark gewachsen?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Eindeutig in Afrika.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Inwiefern?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Mit Blick auf Digitalisierung l\u00e4sst sich feststellen, dass in Afrika die chinesischen Anbieter Huawei und Xiaomi dominieren. China hat des Weiteren in den letzten 15 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent ein dichtes chinesisches Radio und TV-Netz aufgebaut. Das globale CGTN-Programm (Chinesischer Auslands-Fernsehsender, Anm.) beinhaltet zum Beispiel so ziemlich alle afrikanischen Sprachen. Aber auch zahlreiche Konfuzius-Institute (gemeinn\u00fctzige Bildungseinrichtungen, die von der chinesischen Regierung finanziert werden und deren Ziel die F\u00f6rderung der chinesischen Kultur und Sprache ist, Anm.) wurden in Afrika gegr\u00fcndet. Diese erf\u00fcllen dort vor allem berufsbildende Funktionen und bieten Chinesisch-Sprachkurse an.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welches Ziel verfolgt China damit?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Das offizielle Motto lautet: \u201eFreunde gewinnen\u201c.\u00a0 Bei \u00f6ffentlichen Ansprachen wird permanent die jahrzehntelange \u201eFreundschaft mit afrikanischen L\u00e4ndern\u201c beschworen. Genauer betrachtet lautet die Zielsetzung jedoch, die Herzen der afrikanischen Eliten zu gewinnen, um bessere Gesch\u00e4fte betreiben zu k\u00f6nnen. Dieses Ziel basiert letztlich auf \u00f6konomischem Kalk\u00fcl: Wir ben\u00f6tigen Ressourcen und wir z\u00e4hlen auf eure M\u00e4rkte als chinesische Absatzm\u00e4rkte.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/port-1845350-1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86296 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/port-1845350-1280.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\"  \/><\/a>China nutzt Infrastrukturprojekte, um globale Handelsrouten zu kontrollieren und auszubauen.<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welche Rolle spielt dabei die \u201eNeue Seidenstra\u00dfe\u201c?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Eine sehr wesentliche. Auch wenn bei der Betrachtung j\u00fcngerer Statistiken klar ersichtlich ist, dass China im Sub-Sahara-Raum gro\u00dfe Infrastruktur-Investitionen zur\u00fcckgeschraubt hat \u2013 und dies bereits seit Jahren. Die Investitionen nehmen jetzt in lukrativeren L\u00e4ndern wie den Golfstaaten zu.\u00a0<\/p>\n<p>Neue Seidenstra\u00dfe<\/p>\n<p>Die <strong>neue Seidenstra\u00dfe<\/strong> ist ein globales Infrastruktur- und Investitionsprojekt, das Chinas Handelswege in den Westen weiter \u00f6ffnen soll. Dabei investiert China in Infrastrukturprojekte auf dem Landweg wie etwa in Stra\u00dfen, Schienen, Br\u00fccken oder Pipelines. Partnerl\u00e4ndern wird angeboten, Infrastrukturprojekte mithilfe von chinesischen Krediten zu finanzieren. Gebaut wird meist durch chinesische Unternehmen.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Haben sie die Investitionen zur\u00fcckgefahren, weil es nicht so gewinnbringend war wie urspr\u00fcnglich gedacht?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Das Problem war, wie allerdings vorauszusehen, dass etliche afrikanische Staaten ihre Kredite nicht bedienen konnten. Die neuen Flagship-Projekte der Belt and Road Initiative (Neue Seidenstra\u00dfe, Anm.) gehen nun alle in Richtung Gr\u00fcne Energie und Digitalisierung. Die Zeit der gro\u00dfen Infrastrukturprojekte ist bereits vorbei. Vielleicht noch der Ausbau von Tiefseeh\u00e4fen mit den dazugeh\u00f6rigen Bahnlinien ins Landesinnere. Hier z\u00e4hlt wiederum das \u00f6konomische Interesse, chinesische G\u00fcter kosteng\u00fcnstig zu exportieren sowie Rohstoffe nach China zu verschiffen.<\/p>\n<p><b>Kontrast: Welchen Einfluss \u00fcbt China auf Europa aus?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Ich w\u00fcrde sagen, direkte Einflussnahme ist nicht der Fall. China ist f\u00fcr Europa zunehmend eine konkurrierende Wirtschaftsmacht und hat folglich die Marktchancen f\u00fcr Spitzenprodukte aus der Europ\u00e4ischen Union weltweit verringert. Mittlerweile bietet auch China Hightech-Produkte an, und zwar zu geringeren Preisen. In China sind die L\u00f6hne niedriger, die Arbeitszeiten l\u00e4nger und die Energiekosten billiger. China ist ein sehr starker Konkurrent f\u00fcr Europa am Weltmarkt geworden, egal ob in Afrika, Lateinamerika oder wo auch immer. Bei weltweiten Ausschreibungen f\u00fcr Gro\u00dfprojekte bewerben sich chinesische Unternehmen. In vielen F\u00e4llen machen diese das Rennen und europ\u00e4ische Unternehmen erhalten keinen Auftrag.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Was w\u00e4ren Ihrer Meinung nach die globalen Konsequenzen, wenn China tats\u00e4chlich die USA als f\u00fchrende Weltmacht abl\u00f6sen w\u00fcrde?<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Das US-amerikanische Narrativ lautet: \u201eChina bedroht unsere Demokratie, unsere demokratischen Institutionen, unseren freien, liberalen Lebensstil\u201c. Das europ\u00e4ische Narrativ ist wesentlich rationaler. Hier geht es haupts\u00e4chlich um die \u00f6konomische Sicherheit Europas. Ich gehe davon aus, dass China zuk\u00fcnftig nicht alleine eine \u00f6konomische Spitzenstellung einnehmen wird. Zugleich mit China werden andere L\u00e4nder \u00f6konomisch nach oben ziehen \u2013 einige BRICS plus-L\u00e4nder zum Beispiel.\u00a0<\/p>\n<p>Klimawandel als Risiko f\u00fcr Wirtschaft und politische Stabilit\u00e4t<\/p>\n<p>Ich sehe als Zukunftsszenario jedoch nicht ein abgedriftetes Europa, abgedriftete Vereinigte Staaten und ein an der geopolitischen F\u00fchrungsspitze stehendes China. Ich erwarte vielmehr eine Art Front neuer \u00f6konomischer M\u00e4chte. Wobei ich Front nicht im milit\u00e4rischen Sinn meine. Gegenw\u00e4rtig k\u00e4mpft China ebenfalls damit, seine Wirtschaft zu sanieren. Die makro\u00f6konomischen Probleme Chinas sind nicht gering. Selbiges gilt auch f\u00fcr die Folgen des Klimawandels, wenn man den Anstieg von Naturkatastrophen in der Volksrepublik w\u00e4hrend der letzten Jahre betrachtet. Es gab verheerende \u00dcberschwemmungen mit Milliardenschaden und ebenso D\u00fcrrekatastrophen.<\/p>\n<p>Den Klimawandel sehe ich prinzipiell als einen gewaltigen Unsicherheitsfaktor f\u00fcr die kommenden Jahre. In geopolitischen Analysen wird dieser Faktor kaum miteinbezogen. Meiner Ansicht nach m\u00fcssen Prognosen zur k\u00fcnftigen wirtschaftlichen Entwicklung unterschiedlicher L\u00e4nder neu \u00fcberdacht werden. Befindet sich ein Land in einer Hitzezone? Stellt der steigende Meeresspiegel eine signifikante Gefahr dar? Werden Hauptst\u00e4dte unbewohnbar, wird der Stromverbrauch von Klimaanlagen derart ansteigen, sodass Verteilernetze \u00fcberlastet sind? All diese Fragen werden meiner Meinung nach sehr bald eine geopolitische Rolle spielen. <\/p>\n<blockquote>\n<p>Der Klimawandel kann zuk\u00fcnftig nationale Wirtschaftssysteme in der Entwicklung behindern und f\u00fcr rasche Regierungswechsel sorgen.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klimawandel-durre.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51980 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klimawandel-durre.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1440\"  \/><\/a>Vogl sieht den Klimawandel prinzipiell als einen gewaltigen Unsicherheitsfaktor f\u00fcr die kommenden Jahre im Hinblick auf geopolitische \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p><b\/><b>Kontrast: Sie sprechen von einer Art Front neuer \u00f6konomischer M\u00e4chte. Welchen Einfluss k\u00f6nnte die Dominanz dieser Gruppe auf das internationale Regelwerk haben? Zum Beispiel im Hinblick auf <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Menschenrechte&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen \u2013 aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten f\u00fcr jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten \u00fcberall auf der Welt. Es d\u00fcrfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer \u00dcberzeugung oder aus anderen Gr\u00fcnden gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte \u2013 die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unver\u00e4u\u00dferlich und unabh\u00e4ngig von der Staatsangeh\u00f6rigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/menschenrechte-liste\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Menschenrechte<\/a>.\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Am Beispiel der ASEAN (Verband S\u00fcdostasiatischer Nationen, Anm.) ist deutlich eine nicht-westliche Sichtweise im Hinblick auf die <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Menschenrechte&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen \u2013 aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten f\u00fcr jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten \u00fcberall auf der Welt. Es d\u00fcrfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer \u00dcberzeugung oder aus anderen Gr\u00fcnden gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte \u2013 die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unver\u00e4u\u00dferlich und unabh\u00e4ngig von der Staatsangeh\u00f6rigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/menschenrechte-liste\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Menschenrechte<\/a> erkennbar. In der Menschenrechtsdeklaration des ASEAN-Verbandes wird ebenso wie im Falle Chinas das Recht auf Entwicklung hervorgehoben. Auch wird die R\u00fccksichtnahme auf die kulturellen Eigenheiten eines Landes bei der Einhaltung von Menschenrechten betont. Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen kulturelle Faktoren gegen g\u00fcltige Menschenrechtsstandards versto\u00dfen. Somit sind wir bereits heute mit einer ansatzweisen \u201eVerw\u00e4sserung\u201c der universell g\u00fcltigen <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Menschenrechte&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen \u2013 aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten f\u00fcr jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten \u00fcberall auf der Welt. Es d\u00fcrfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer \u00dcberzeugung oder aus anderen Gr\u00fcnden gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte \u2013 die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unver\u00e4u\u00dferlich und unabh\u00e4ngig von der Staatsangeh\u00f6rigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/menschenrechte-liste\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Menschenrechte<\/a> konfrontiert.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung der meisten ASEAN- Mitgliedsl\u00e4nder ist feststellbar, dass es um die Lage der <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Menschenrechte&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen \u2013 aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten f\u00fcr jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten \u00fcberall auf der Welt. Es d\u00fcrfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer \u00dcberzeugung oder aus anderen Gr\u00fcnden gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte \u2013 die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unver\u00e4u\u00dferlich und unabh\u00e4ngig von der Staatsangeh\u00f6rigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/menschenrechte-liste\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Menschenrechte<\/a> nicht sehr gut bestellt ist.\u00a0<\/p>\n<p><b>Kontrast: Inwiefern?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Vogl: Nehmen wir etwa die j\u00e4hrlichen Amnesty International L\u00e4nderberichte f\u00fcr Malaysia oder die Philippinen, ganz zu schweigen von Brunei, Kambodscha oder Myanmar. Im asiatischen Raum werden Menschenrechtsstandards anders priorisiert: kollektive Rechte werden vor die Rechte des Individuums gereiht.<\/p>\n<p>Wir in Europa haben die Durchsetzungskraft f\u00fcr unser Menschenrechtsmodell auf globaler Ebene verloren. Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev hat in dem Buch \u201eDas Licht, das erlosch\u201c sehr ausdr\u00fccklich dargelegt, dass die westeurop\u00e4ischen Ideen und Werte w\u00e4hrend der letzten zwei Jahrzehnte in S\u00fcdost- und Osteuropa bereits betr\u00e4chtlich an Strahlkraft verloren haben. Wie k\u00f6nnten wir dann also an der Annahme festhalten, dass wir weltweit weiterhin ein \u201eLeuchtfeuer\u201c f\u00fcr individuelle Werteorientierung darstellen?<\/p>\n<p>Hier geht es jedoch nicht nur um China. In diesem Kontext wird der chinesische Einfluss \u00fcbersch\u00e4tzt. Nehmen wir als Beispiel die Philippinen, die politische F\u00fchrung der Philippinen ist klar erkennbar anti-chinesisch eingestellt. Dennoch ist es dort um <a class=\"wpg-linkify wpg-tooltip\" title=\"&lt;h3 class=&quot;wpg-tooltip-title&quot;&gt;&lt;span class=&quot;wpg-tooltip-term-title&quot;&gt;Menschenrechte&lt;\/span&gt;&lt;\/h3&gt;&lt;div class=&quot;wpg-tooltip-content&quot;&gt;Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen \u2013 aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten f\u00fcr jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten \u00fcberall auf der Welt. Es d\u00fcrfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer \u00dcberzeugung oder aus anderen Gr\u00fcnden gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte \u2013 die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unver\u00e4u\u00dferlich und unabh\u00e4ngig von der Staatsangeh\u00f6rigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.&lt;p class=&quot;wpg-read-more&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https:\/\/kontrast.at\/menschenrechte-liste\/&quot;&gt;Weiterlesen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;&lt;\/div&gt;\">Menschenrechte<\/a> nicht gut bestellt. Auch die Tatsache, dass die US Navy derzeit ihre Milit\u00e4rbasen auf den Philippinen ausbaut, hat nicht zur Verbesserung der Menschenrechtslage beigetragen. Ebenso wenig l\u00e4sst sich hingegen behaupten, die Philippinen h\u00e4tten das chinesische Menschenrechtsmodell \u00fcbernommen. Dies ist mit Sicherheit nicht der Fall.<\/p>\n<p>Doris Vogl ist Sinologin und Lektorin f\u00fcr internationale Politik mit Schwerpunkt Asien an der Universit\u00e4t Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Chinas geopolitische Rolle, China-ASEAN und Europ\u00e4ische Sicherheitspolitik.<\/p>\n<p><strong class=\"dem-poll-title\">Die Regierung hat nach dem Amoklauf in Graz sch\u00e4rfere Waffengesetze beschlossen. Das Mindestalter f\u00fcr den Erwerb von Schusswaffen (wie Pistolen) soll, bis auf wenige Ausnahmen, auf 25 Jahre erh\u00f6ht werden und das psychologische Gutachten soll versch\u00e4rft werden. Was halten Sie davon?<\/strong><\/p>\n<ul class=\"dem-answers\" data-voted-class=\"dem-voted-this\" data-voted-txt=\"Dein Vote\">\n<li class=\"dem-winner\" title=\" 628 Stimmen - 33% aller Stimmen\" data-aid=\"215\">\n<p>Die Waffengesetze sollten eher gelockert als versch\u00e4rft werden &#8211; die B\u00fcrger:innen m\u00fcssen sich verteidigen k\u00f6nnen. 33%, 628 Stimmen<\/p>\n<p> 33% aller Stimmen 33% <\/p>\n<p>628 Stimmen &#8211; 33% aller Stimmen<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"\" title=\" 571 Stimme - 30% aller Stimmen\" data-aid=\"214\">\n<p>Es sollte ein generelles Waffenverbot f\u00fcr Zivilist:innen geben &#8211; nur Polizist:innen und J\u00e4ger:innen sollten Waffen besitzen d\u00fcrfen. 30%, 571 Stimme<\/p>\n<p> 30% aller Stimmen 30% <\/p>\n<p>571 Stimme &#8211; 30% aller Stimmen<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"\" title=\" 330 Stimmen - 17% aller Stimmen\" data-aid=\"211\">\n<p>Die Ma\u00dfnahmen sind \u00fcbertrieben \u2013 mit 18 Jahren sollte jeder so verantwortungsvoll sein, mit einer Waffe umgehen zu k\u00f6nnen. 17%, 330 Stimmen<\/p>\n<p> 17% aller Stimmen 17% <\/p>\n<p>330 Stimmen &#8211; 17% aller Stimmen<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"\" title=\" 206 Stimmen - 11% aller Stimmen\" data-aid=\"212\">\n<p>Die Versch\u00e4rfungen sind richtig und notwendig \u2013 sie sch\u00fctzen die Gesellschaft. 11%, 206 Stimmen<\/p>\n<p> 11% aller Stimmen 11% <\/p>\n<p>206 Stimmen &#8211; 11% aller Stimmen<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"\" title=\" 191 Stimme - 10% aller Stimmen\" data-aid=\"213\">\n<p>Die Versch\u00e4rfungen sind richtig, gehen aber nicht weit genug. 10%, 191 Stimme<\/p>\n<p> 10% aller Stimmen 10% <\/p>\n<p>191 Stimme &#8211; 10% aller Stimmen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Stimmen insgesamt: 1926<\/p>\n<p> 20. Juni 2025 <\/p>\n<p>\u00d7<\/p>\n<p> Von deiner IP-Adresse wurde bereits abgestimmt.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Use Scan QR Code to copy link and share it In den letzten Jahrzehnten hat China seinen Einfluss&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":305741,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,1157,227,13,2134,14,88378,88379,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-305740","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-aussenpolitik","11":"tag-china","12":"tag-headlines","13":"tag-interview","14":"tag-nachrichten","15":"tag-neue-seidenstrasse","16":"tag-neue-weltordnung","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-united-states","20":"tag-united-states-of-america","21":"tag-us","22":"tag-usa","23":"tag-vereinigte-staaten","24":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114942495013916735","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305740"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305740\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/305741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}