{"id":305883,"date":"2025-07-30T15:09:15","date_gmt":"2025-07-30T15:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305883\/"},"modified":"2025-07-30T15:09:15","modified_gmt":"2025-07-30T15:09:15","slug":"zoll-hammer-muss-kommen-ein-bluff-von-trump-waere-ein-extra-gewinn-fuer-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305883\/","title":{"rendered":"Zoll-Hammer muss kommen: Ein Bluff von Trump w\u00e4re ein Extra-Gewinn f\u00fcr Putin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einem Schlag k\u00f6nnte der US-Pr\u00e4sident das westliche Sanktionsregime wasserdicht machen &#8211; falls er Strafz\u00f6lle von 100 Prozent gegen Russland und dessen Handelspartner verh\u00e4ngt. Sollte sich Trumps Zoll-Ultimatum von zehn Tagen aber als Bluff entpuppen, hat Putin umso mehr gewonnen.<\/strong><\/p>\n<p>N\u00e4chste Woche Freitag endet Donald Trumps Ultimatum, das er Wladimir Putin gestellt hat. Falls sein russischer Amtskollege den Krieg in der Ukraine nicht am 8. August beende, werde er Strafz\u00f6lle von &#8222;etwa 100 Prozent&#8220; verh\u00e4ngen, sagte der US-Pr\u00e4sident. Zuvor drohte er &#8222;Sekund\u00e4rz\u00f6lle&#8220; an, die auch Russlands Handelspartner wie China und Indien treffen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Bislang zeigt sich Putin v\u00f6llig unbeeindruckt von derlei Drohgeb\u00e4rden aus dem Wei\u00dfen Haus. Russland l\u00e4sst seine Soldaten in der Ukraine weiter bomben, weiter morden, weiter vergewaltigen. Es ist offensichtlich: Putin nimmt Trump nicht ernst. Trump kann das nur \u00e4ndern, wenn er am 8. August den Zoll-Hammer schwingt. Sollte sich sein Ultimatum hingegen als Bluff entpuppen, w\u00e4re das ein besonderer Gewinn f\u00fcr Putin. Denn dann gehen Trump allm\u00e4hlich die Druckmittel aus.<\/p>\n<p>Ohnehin gibt es nur zwei Druckmittel, auf die Trump zur\u00fcckgreifen kann: das milit\u00e4rische und das wirtschaftliche. Milit\u00e4risch weigert sich Trump, Kiew im gleichen Umfang zu versorgen wie sein Amtsvorg\u00e4nger Joe Biden. Waffen sollen nur geliefert werden, wenn die Ukraine oder ihre europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten die US-Firmen daf\u00fcr bezahlen. <\/p>\n<p>Trumps Patriot-Versprechen sollen die Europ\u00e4er erf\u00fcllen<\/p>\n<p>Deutlich wurde das zuletzt nach Trumps Ank\u00fcndigung, zwei Patriot-Systeme an das kriegsgebeutelte Land zu schicken. Schon lie\u00dfen sich einige Beobachter zu der Behauptung hinrei\u00dfen, Trump vollziehe eine Kehrtwende in seiner Ukraine-Politik. Doch Au\u00dfenminister Boris Pistorius wollte nicht so eindeutig von einem Wendepunkt sprechen. Zu Recht. Es stellte sich heraus: So direkt wollen die Vereinigten Staaten vermutlich erstmal gar nichts liefern.<\/p>\n<p>Es sieht eher so aus: Deutschland oder andere europ\u00e4ische Staaten sollen die Patriots locker machen &#8211; aus ihren \u00e4u\u00dferst knappen eigenen Best\u00e4nden. Dann bekommen sie, erst nach Monaten, Ersatz aus den USA, den sie bezahlen m\u00fcssen. Trump \u00fcbt also wieder Druck auf die Europ\u00e4er aus, nicht auf den Kreml-Chef. Das freut Putin, hat ihm Trump damit doch erneut ein glasklares Signal gesendet: Er hat noch immer keine Lust, der Ukraine wirklich zu helfen. Das allein ist f\u00fcr Putin schon ein Gewinn auf ganzer Linie.<\/p>\n<p>Schon klar, Trump handelt erratisch. Vielleicht sieht er bald das Bild eines von den Russen zerbombten Krankenhauses, vielleicht wird er dann emotional, vielleicht erinnert er sich an sein Friedensversprechen &#8211; und vielleicht \u00e4ndert er anschlie\u00dfend seine Meinung zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine. Auch Putin kann das nicht v\u00f6llig ausschlie\u00dfen. Genauso verh\u00e4lt es sich jetzt mit den Z\u00f6llen, die Trump ihm androht: Bis vor Kurzem weigerte sich der US-Pr\u00e4sident, gegen Russland hohe Strafz\u00f6lle f\u00fcr den Krieg zu verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p> EU schreckt vor Sekund\u00e4rsanktionen zur\u00fcck<\/p>\n<p>Noch vor wenigen Wochen stand Trump einem entsprechenden Gesetzesentwurf von 80 Senatoren skeptisch gegen\u00fcber. Der Entwurf sah vor, jedem Land, das russische Energie kauft, Z\u00f6lle in H\u00f6he von 500 Prozent aufzuerlegen. Trump war zun\u00e4chst dagegen. Sanktionen in solchem Umfang w\u00fcrden nicht nur Russland hart treffen, sondern auch die USA, sagte er. Das stimmt. Trump m\u00fcsste also gewillt sein, eigene wirtschaftliche Verluste hinzunehmen, wenn er die Z\u00f6lle verh\u00e4ngt; auch wenn sie statt bei 500 bei 100 Prozent liegen sollten. <\/p>\n<p>Warum aber soll Trump dazu bereit sein, die wirtschaftliche Last bei Strafz\u00f6llen zu tragen, wenn er sie bei der milit\u00e4rischen Hilfe nicht schultern will? Zumal die USA noch immer mit China \u00fcber gegenseitige Z\u00f6lle verhandeln m\u00fcssen &#8211; und Trump zugleich seine enormen Steuersenkungen gegenfinanzieren muss. Also ist es gut m\u00f6glich, dass sich Trumps Zoll-Ultimatum an Putin als Bluff entpuppt. Falls das Wei\u00dfe Haus tats\u00e4chlich einen R\u00fcckzieher macht, hat Putin wieder gewonnen. Vorerst kann er seinen Krieg ungest\u00f6rt weiterf\u00fchren. Von den USA hat er nichts zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Die letzten verl\u00e4sslichen Partner f\u00fcr den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj w\u00e4ren dann die europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Die Europ\u00e4er stehen bislang &#8211; mit wenigen Ausnahmen &#8211; an der Seite der Ukraine. Sie schicken gro\u00dfe Hilfspakete nach Kiew. Sie erweitern fortlaufend ihre Sanktionsliste gegen Moskau. Nur: In ihrer H\u00e4rte bleiben die EU-Sanktionen weit hinter denen zur\u00fcck, die von den Vereinigten Staaten verh\u00e4ngt werden k\u00f6nnten. Denn die Europ\u00e4er scheuen bislang aufgrund juristischer Erw\u00e4gungen weitgehend zur\u00fcck vor Sekund\u00e4rsanktionen, die Russlands Handelspartner treffen w\u00fcrden. Lediglich zwei chinesische Banken sanktionierte die EU bislang. <\/p>\n<p>Trump hingegen k\u00f6nnte mit seinem Zoll-Hammer das Sanktionsregime des Westens durchsetzen &#8211; ob in Peking, Neu-Delhi oder Istanbul. Es w\u00e4ren die richtigen Stellschrauben, um die gesamten westlichen Sanktionspakete endg\u00fcltig wasserdicht zu machen. Falls Trump aber nur blufft, bleibt das Sanktionsregime l\u00f6chrig.<\/p>\n<p>F\u00fcr Putin w\u00e4re das nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus strategischer Sicht ein Extra-Gewinn. Die Finte k\u00f6nnte er in seiner Propagandamaschinerie ausschlachten &#8211; sie passt perfekt in das Bild, das russische Staatsmedien ohnehin zeichnen wollen: Trump ist schwach, die USA sind schwach, der Westen ist schwach. Allerdings muss Putin dabei klar sein: Auch sein amerikanischer Amtskollege liebt die mediale Inszenierung als starker Mann. F\u00fchlt Trump sich zu sehr vom Kreml vorgef\u00fchrt, kann er ganz schnell umschwenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem Schlag k\u00f6nnte der US-Pr\u00e4sident das westliche Sanktionsregime wasserdicht machen &#8211; falls er Strafz\u00f6lle von 100 Prozent&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":305884,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,661,106,548,13,14,1159,15,12584,4043,4044,850,307,12,317,3081,64,10134,306,107],"class_list":{"0":"post-305883","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-donald-trump","12":"tag-eu","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-nato","16":"tag-news","17":"tag-patriot-flugabwehrsystem","18":"tag-russia","19":"tag-russian-federation","20":"tag-russische-foederation","21":"tag-russland","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-ukraine","24":"tag-ukraine-konflikt","25":"tag-usa","26":"tag-waffenlieferung","27":"tag-wladimir-putin","28":"tag-wolodymyr-selenskyj"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114942821359447540","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=305883"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/305883\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/305884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=305883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=305883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=305883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}