{"id":305889,"date":"2025-07-30T15:12:26","date_gmt":"2025-07-30T15:12:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305889\/"},"modified":"2025-07-30T15:12:26","modified_gmt":"2025-07-30T15:12:26","slug":"starmer-und-die-eu-sprechen-ueber-einen-neuanfang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/305889\/","title":{"rendered":"Starmer und die EU sprechen \u00fcber einen Neuanfang"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich mit der EU-Spitze \u00fcber eine Vertiefung der Beziehungen unterhalten. Dass er zuerst nach Berlin und Paris gereist war, ist kein Zufall.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Der britische Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen wollen, dass London und Br\u00fcssel k\u00fcnftig wieder enger kooperieren.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3751\" height=\"2559\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/63964eb3-9043-424e-a5fe-55b5fbf90487.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der britische Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen wollen, dass London und Br\u00fcssel k\u00fcnftig wieder enger kooperieren. <\/p>\n<p>Olivier Hoslet \/ EPA<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i963as1g1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">In der Geschichte der europ\u00e4ischen Integration war der Brexit einer der tiefsten Einschnitte \u2013 und die Folgen des Austritts des Vereinigten K\u00f6nigreichs aus der EU sind auch mehr als acht Jahre nach dem Entscheid noch nicht vollst\u00e4ndig verarbeitet. Nicht weniger als sechs Premierminister hat Grossbritannien seit dem omin\u00f6sen Referendum von Juni 2016 erlebt, mehrere von ihnen bissen sich am bilateralen Verh\u00e4ltnis die Z\u00e4hne aus.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i96stjup0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der neuste Regierungschef, Keir Starmer, hat sein Amt im Juli dieses Jahr mit dem Versprechen angetreten, f\u00fcr einen \u00abReset des Brexits\u00bb zu sorgen. Damit meint er nicht etwa eine R\u00fcckkehr zum Status quo ante \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/grossbritannien-eu-premierminister-starmer-sucht-reset-nach-brexit-ld.1839711\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Grossbritannien will der EU nicht wieder beitreten und auch weiterhin dem europ\u00e4ischen Binnenmarkt und der Zollunion fernbleiben<\/a>. Aber die Briten wie auch die EU haben im Handels- und Kooperationsabkommen (TCA), das die wirtschaftlichen Beziehungen seit 2021 regelt, eine ganze Reihe von Punkten er\u00f6rtert, die in ihren Augen Nachbesserungen erfordern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i96stjus0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Starmer reiste am Mittwoch entsprechend nach Br\u00fcssel, wo er Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen, EU-Rats-Pr\u00e4sident Charles Michel und EU-Parlaments-Pr\u00e4sidentin Roberta Metsola traf. Dass er schon kurz nach Amtsantritt Berlin und Paris besucht hatte, sich f\u00fcr den Gang in die EU-Zentrale aber fast drei Monate Zeit liess, ist mehr als nur kalendarischen Unp\u00e4sslichkeiten geschuldet: Bei allem Bestreben, die Beziehungen zu st\u00e4rken, w\u00fcrde es innenpolitisch nicht goutiert, gegen\u00fcber Br\u00fcssel zu grosse N\u00e4he zu markieren. Brexit bleibt Brexit \u2013 auch unter dem Labour-Mann Starmer, der sich als Oppositionspolitiker leidenschaftlich gegen den Austritt des Vereinigten K\u00f6nigreichs aus der EU eingesetzt hatte.<\/p>\n<p>Ukraine-Krieg hat die Ausgangslage ver\u00e4ndert<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i96tu51u1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Wor\u00fcber also haben Starmer und von der Leyen gesprochen? Von offizieller Seite waren nicht viel mehr als Plattit\u00fcden zu erfahren. Man wolle \u00abweiterhin eng zusammenarbeiten, um umfassendere globale Herausforderungen\u00bb anzugehen, heisst es in einem gemeinsam ver\u00f6ffentlichten Communiqu\u00e9. Dies betreffe etwa \u00abwirtschaftlichen Gegenwind, geopolitischen Wettbewerb, irregul\u00e4re Migration oder Klimawandel und Energiepreise\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i9719eh00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Hinter verschlossenen T\u00fcren ging es allerdings um durchaus handfestere Fragestellungen. So w\u00fcnscht sich die EU eine enger abgestimmte Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Bei den Verhandlungen zum TCA wurde jener Bereich auf Bestreben der Briten ausgeklammert, sp\u00e4testens mit dem russischen Angriffskrieg hat sich die Gemengelage aber ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i9719lm71\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Konkret k\u00f6nnten Sanktionen gegen Russland oder die milit\u00e4rischen, wirtschaftlichen und zivilen Hilfen an die Ukraine auf eine formellere Basis gestellt werden, als dies bis anhin der Fall ist. Der EU-Parlamentarier David McAllister erachtet die Chancen f\u00fcr eine Einigung als durchaus intakt: \u00abF\u00fcr die neue EU-Kommission sind Fragen der Verteidigung und besonders der Verteidigungsindustrie so wichtig wie noch nie \u2013 da w\u00fcrden beide Seiten von mehr Zusammenarbeit profitieren\u00bb, sagt der CDU-Mann, der als Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten die Brexit-Verhandlungen eng begleitet hatte. Eine separate Vereinbarung sei denkbar, die EU habe aber immer klargemacht, dass eine Neuverhandlung des Handels- und Kooperationsabkommens ausgeschlossen sei.<\/p>\n<p>Die Furcht vor der Personenfreiz\u00fcgigkeit<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i9703vol0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Umstrittener ist der Jugendaustausch. Grossbritannien hat mit dem Brexit nicht nur die Personenfreiz\u00fcgigkeit beendet, sondern auch den Zugang zum Erasmus-Programm aufgegeben. Bisher hat auch keine Regierung Anstalten gemacht, wieder in das Programm zur\u00fcckkehren zu wollen \u2013 zu heiss wird das Thema Migration diskutiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i970vnjt0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die EU w\u00fcrde ihrer Jugend aber gerne wieder einen Studien- oder Arbeitsaufenthalt auf der Insel erm\u00f6glichen, die Kommission schl\u00e4gt dem EU-Rat entsprechende Verhandlungen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/sw\/ip_24_2105\" rel=\"nofollow noopener\">vor<\/a>. In Grossbritannien ist gar innerhalb von Starmers Kabinett die Skepsis weiterhin gross: Die Bef\u00fcrchtung lautet, dass das Austauschprogramm als teilweise R\u00fcckkehr zur nicht mehr erw\u00fcnschten Personenfreiz\u00fcgigkeit interpretiert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i9721ugm1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zudem ist angesichts der Gr\u00f6ssenunterschiede wahrscheinlich, dass mehr Jugendliche und junge Erwachsene aus der EU nach Grossbritannien str\u00f6men w\u00fcrden als umgekehrt. Die nun angelaufenen Gespr\u00e4che k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise in einen Kompromiss m\u00fcnden: Die maximale Aufenthaltsdauer k\u00f6nnte auf ein Jahr beschr\u00e4nkt und der Zugang zum Arbeitsmarkt limitiert werden.<\/p>\n<p>Vorwurf der Rosinenpickerei<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i970vhn30\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">L\u00e4ngst nicht alle Bestrebungen f\u00fcr eine engere Zusammenarbeit gehen freilich von der EU aus. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/grossbritannien-brexit-wird-totgeschwiegen-denn-es-gibt-nur-verlierer-ld.1833801\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">F\u00fcr Grossbritannien hat sich der Brexit bisher wirtschaftlich nicht ausbezahlt<\/a>, weshalb das Land nun auch mehr Anliegen hat. So m\u00f6chte die neue Regierung zur Erleichterung des Handels etwa ein Veterin\u00e4rabkommen aushandeln, die Anerkennung von beruflichen Abschl\u00fcssen verbessern, tourenden Musikern erleichterten Zugang zu den europ\u00e4ischen Konzerts\u00e4len erm\u00f6glichen oder einige Zollkontrollen abschaffen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i96u4fhs0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Br\u00fcssel verschliesst die T\u00fcren nicht, will sich aber nicht \u00fcber den Tisch ziehen lassen. \u00abMan darf nicht vergessen, dass im Rahmen des Brexits viel Vertrauen verlorengegangen ist. Es gibt innerhalb der EU nun gewichtige Stimmen, die den Briten Rosinenpickerei vorwerfen \u2013 sie wird nur einwilligen, wenn f\u00fcr sie etwas Handfestes herausschaut\u00bb, sagt Fabian Zuleeg, Leiter des European Policy Centre.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1i96stprb0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Konkrete Entscheide sind am Mittwoch nicht gefallen \u2013 das war auch gar nicht das Ziel des ersten Treffens in Br\u00fcssel gewesen. Das letzte soll es freilich nicht gewesen sein. Die EU und Grossbritannien sind \u00fcbereingekommen, dass man die Agenda nun \u00abz\u00fcgig voranbringen\u00bb wolle. Noch diesen Herbst sollen weitere Gespr\u00e4che stattfinden. Um die \u00abEntwicklung der Beziehungen zu \u00fcberwachen\u00bb, sollen ab kommendem Jahr dann gar regelm\u00e4ssige Gipfeltreffen zwischen dem britischen Premierminister und den EU-Spitzen eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich mit der EU-Spitze \u00fcber eine Vertiefung der Beziehungen unterhalten. 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