{"id":306138,"date":"2025-07-30T17:27:10","date_gmt":"2025-07-30T17:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306138\/"},"modified":"2025-07-30T17:27:10","modified_gmt":"2025-07-30T17:27:10","slug":"abschlussbericht-regulierer-entlastet-telekom-beim-glasfaser-ueberbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306138\/","title":{"rendered":"Abschlussbericht: Regulierer entlastet Telekom beim Glasfaser-\u00dcberbau"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Abschlussbericht: Regulierer entlastet Telekom beim Glasfaser-\u00dcberbau<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Final-report-Regulator-exonerates-Telekom-in-fiber-optic-superstructure-10504833.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Mit dem Verdacht, dass sie sich beim <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Glasfaser\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Glasfaserausbau<\/a> die Rosinen herauspickt, wird die Deutsche Telekom zwar weiter leben m\u00fcssen. Doch der am Mittwoch ver\u00f6ffentlichte Abschlussbericht, der von der Bundesnetzagentur und dem Bundesdigitalministerium eingerichteten Stelle zur Beobachtung eines potenziellen doppelten Glasfaserausbaus, f\u00e4llt f\u00fcr den Magenta-Konzern deutlich freundlicher aus als das Zwischenfazit vor \u00fcber einem Jahr.<\/p>\n<p>Zu den <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Regulierer-Telekom-geht-beim-Glasfaser-Ueberbau-tendenziell-aggressiver-vor-9682317.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ergebnissen des vorl\u00e4ufigen Berichts aus dem Fr\u00fchjahr 2024<\/a> geh\u00f6rte, dass die Telekom \u2212 verglichen mit anderen doppelt ausbauenden Netzbetreibern \u2013 h\u00e4ufiger nur gewinnbringende Gegenden erschlie\u00dft und kurzfristig auf den Vertriebsstart eines zuerst aktiven Konkurrenten reagiert. Dabei waren den Regulierungsexperten &#8222;in der Tendenz&#8220; Muster aufgefallen, die ein teils aggressives Verhalten attestierten.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfer setzten ihre T\u00e4tigkeiten nach dem April 2024 fort und nahmen Meldungen von Marktbeteiligten bis Anfang Juli 2025 entgegen. Dem <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Fachthemen\/Telekommunikation\/Breitband\/Doppelausbau\/start.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Abschlussbericht<\/a> liegen so 539 verwertbare F\u00e4lle von Doppelausbau zugrunde. Die Monitoringstelle habe daraus &#8222;ein Gesamtbild des Ausbauwettbewerbs inklusive m\u00f6glicher Beeintr\u00e4chtigungen generiert&#8220;, erl\u00e4utert die Bundesnetzagentur. Die zus\u00e4tzliche Beobachtung habe aber &#8222;zu keinen weiteren Erkenntnissen&#8220; gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Telekom-Fokus auf lukrative Kerngebiete<\/p>\n<p>Das gilt laut der Regulierungsbeh\u00f6rde vor allem f\u00fcr F\u00e4lle m\u00f6glicher &#8222;leerer&#8220; Ausbauank\u00fcndigungen. Die Ergebnisse seien hier auch unter Ber\u00fccksichtigung der um gut ein Jahr erweiterten zeitlichen Perspektive &#8222;stabil&#8220; geblieben: Dass ein zweitausbauendes Unternehmen sein angek\u00fcndigtes Vorhaben nicht umsetzte \u2013 also zun\u00e4chst nur ein Revier zu markieren und Konkurrenten abzuhalten suchte \u2013, sei letztlich sehr selten zu beobachten gewesen. Dabei habe es keine Rolle gespielt, ob die zweite Firma &#8222;die Telekom oder einer ihrer Wettbewerber war&#8220;.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df den eingegangenen Meldungen startete die Telekom \u2212 verglichen mit anderen doppelt ausbauenden Netzbetreibern \u2013 ihren Ausbau \u00f6fter in zeitlicher N\u00e4he zum Vertriebsstart eines zuerst aktiven Wettbewerbers. Zudem bleibt es bei der Erkenntnis, dass die Telekom &#8222;h\u00e4ufiger nur lukrative Kerngebiete&#8220; erschlossen habe. Die Bundesnetzagentur schr\u00e4nkt dabei ein: Die Untersuchungen der Stelle beruhten &#8222;ausschlie\u00dflich auf den Angaben der sich am Monitoring beteiligenden Akteure&#8220;. Belastbare R\u00fcckschl\u00fcsse seien allein daraus nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>In 47 Prozent der F\u00e4lle, in denen die Telekom das sp\u00e4ter hinzukommende Unternehmen war, fanden die Kontrolleure Hinweise auf eine kurzfristige Reaktion. Der Magenta-Konzern k\u00fcndigte in diesen innerhalb von etwa zehn Monaten nach Vertriebsstart des Wettbewerbers eigene Vertriebs- oder Marketingaktivit\u00e4ten an. Es gab aber kaum Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass die Telekom einen Ausbau ank\u00fcndigte, den sie anschlie\u00dfend nicht weiterverfolgte oder umsetzte.<\/p>\n<p>Beschlusskammer: Kein systematisches Fehlverhalten<\/p>\n<p>Mehrere F\u00e4lle \u00fcbergab die Monitoringstelle an die f\u00fcr einschl\u00e4gige Fragen zust\u00e4ndige Beschlusskammer 3 der Regulierungsbeh\u00f6rde. Diese pr\u00fcfte die Eingaben laut dem Bericht detailliert. In keiner der untersuchten Fallstudien, einschlie\u00dflich einer zum Nachbau und mehreren zum Parallelausbau, identifizierte die Kammer hinreichende Anhaltspunkte f\u00fcr die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens, die belastbar auf ein &#8222;systematisch wettbewerbswidriges Verhalten&#8220; der Telekom hindeuteten.<\/p>\n<p>In einem Fall gab es Hinweise auf eine gezielte Reaktion des Konzerns durch das Vorziehen der eigenen Endkundenvermarktung und die Erweckung des Eindrucks eines zeitnahen Ausbaustarts. Allerdings hat die Telekom diese kritische Endkundeninformation zwischenzeitlich korrigiert, sodass keine gegenw\u00e4rtige Beeintr\u00e4chtigung mehr vorliegt.<\/p>\n<p>Auch der Deutschen Telekom stehe es grunds\u00e4tzlich zu, im Rahmen des durch das Telekommunikationsgesetz (TKG) ausdr\u00fccklich gew\u00fcnschten Infrastrukturwettbewerbs auf Entwicklungen im Wettbewerb zu reagieren, hebt die Kammer hervor. Der Ausbau der Telekom sei &#8222;nicht per se bedenklich&#8220;. Vielmehr &#8222;sind vielf\u00e4ltige Ausbauaktivit\u00e4ten \u2013 auch von einem marktm\u00e4chtigen Unternehmen \u2013 grunds\u00e4tzlich erw\u00fcnscht&#8220;.<\/p>\n<p>Telekom freut sich, Konkurrenten sind entt\u00e4uscht<\/p>\n<p>&#8222;Infrastrukturwettbewerb kann in Gebieten, in denen nur ein Ausbau eines einzigen Glasfasernetzes wirtschaftlich ist, zu ineffizienten Marktergebnissen f\u00fchren&#8220;, zieht die Bundesnetzagentur als Fazit. F\u00fcr st\u00e4rkere Markteingriffe sehe sie aber aktuell keine Grundlage. Der Pr\u00e4sident der Regulierungsbeh\u00f6rde, Klaus M\u00fcller, k\u00fcndigte zugleich an, die Monitoringstelle nun zu schlie\u00dfen. Das Amt gehe &#8222;konkret vorgetragenen Wettbewerbsproblemen bei Doppelausbau aber auch in Zukunft nach&#8220;. F\u00fcr weitere Pr\u00fcfungen bed\u00fcrfte es dann &#8222;eines schl\u00fcssigen Vortrags aus der Branche, hinreichend belegt durch Tatsachen&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Jetzt ist es amtlich&#8220;, feiert die Telekom das Ergebnis. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Rosinenpicken-der-Telekom-Kritik-am-doppelten-Glasfaserausbau-wird-lauter-7485014.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vorw\u00fcrfe einiger Wettbewerber zum angeblichen &#8222;strategischen \u00dcberbau&#8220;<\/a> h\u00e4tten der \u00dcberpr\u00fcfung nicht standgehalten. Wolfgang Kopf, Regulierungschef des Bonner Konzerns, will die von Konkurrenten losgetretene, grob fahrl\u00e4ssige &#8222;Schein-Debatte&#8220; daher beendet wissen: &#8222;Jetzt sollten wir uns auf die wichtigen Themen des Glasfaserausbaus konzentrieren: Das sind schnellere Genehmigungsverfahren&#8220; und das Erschlie\u00dfen von Wohnungen.<\/p>\n<p>Die Wettbewerberverb\u00e4nde Breko und VATM monieren indes, die Bundesnetzagentur habe nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus ihrer Erkenntnis klarer Auff\u00e4lligkeiten im Ausbauverhalten der Telekom gezogen. Die Beh\u00f6rde m\u00fcsse ihrer Verantwortung gerecht werden, besonders kritische F\u00e4lle unter die Lupe nehmen und notwendige Informationen anfordern. Dass der Regulierer selbst nicht l\u00e4ngst ein formelles Auskunftsersuchen gegen\u00fcber der Telekom gestellt habe, sei &#8222;angesichts des weiterhin akuten Problems unverst\u00e4ndlich&#8220;. Eine Verpflichtung der Telekom zur vertraulichen Hinterlegung seiner Ausbauplanung w\u00e4re ein wichtiger Schritt. Das Digitalministerium m\u00fcsse zudem dringend faire Rahmenbedingungen schaffen, damit eine schnelle Digitalisierung mit einer leistungsf\u00e4higen Infrastruktur gelingen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:afl@heise.de\" title=\"Andreas Floemer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">afl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Abschlussbericht: Regulierer entlastet Telekom beim Glasfaser-\u00dcberbau close notice This article is also available in English. It was translated&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":306139,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,11437,29,30,15329,5544,171,174,8943,173,172,55],"class_list":{"0":"post-306138","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutsche-telekom","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-glasfaser","15":"tag-infrastruktur","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-regulierung","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114943364088142266","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=306138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306138\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/306139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=306138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=306138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=306138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}