{"id":306584,"date":"2025-07-30T21:35:16","date_gmt":"2025-07-30T21:35:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306584\/"},"modified":"2025-07-30T21:35:16","modified_gmt":"2025-07-30T21:35:16","slug":"mercedes-porsche-co-katerstimmung-im-autoland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306584\/","title":{"rendered":"Mercedes, Porsche &#038; Co.: Katerstimmung im Autoland"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Seit Monaten hofft die deutsche Autoindustrie darauf, dass sie im globalen Sturm zumindest ein St\u00fcck weit entlastet wird. Aber stattdessen, so scheint es, t\u00fcrmen sich die Schwierigkeiten immer h\u00f6her auf. Die Gesch\u00e4ftszahlen der beiden Luxushersteller Mercedes und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Porsche\" data-rtr-id=\"697979b8ebf2c13a075c9463acb491d14cee4160\" data-rtr-score=\"589.5021624219125\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/porsche\" title=\"Porsche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Porsche<\/a> zeigen wenig Lichtblicke, und die Chefs beider Unternehmen machten am Mittwoch deutlich, dass es trotz der Einigung zwischen Trump und der EU im Zollstreit keinen Grund zum Durchatmen gibt. 15 Prozent werden k\u00fcnftig f\u00fcr Einfuhren nach Amerika f\u00e4llig. Das ist weniger als die 27,5 Prozent, die seit April vor\u00fcbergehend galten, aber deutlich mehr als das Niveau fr\u00fcherer Jahre. In China tobt der Verdr\u00e4ngungswettkampf, und in Europa bleibt die Elektromobilit\u00e4t noch immer hinter fr\u00fcheren Hoffnungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Umfeld werde \u201enicht einfacher\u201c, sagte Mercedes-Chef Ola K\u00e4llenius in einer Telefonkonferenz. Und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Oliver Blume\" data-rtr-id=\"bfce8711258cc518e7f1effe99a0756bf5999a02\" data-rtr-score=\"103.68092263334935\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/oliver-blume\" title=\"Oliver Blume\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oliver Blume<\/a>, der den Volkswagen -Konzern und dessen b\u00f6rsennotierte Tochtergesellschaft Porsche gleichzeitig f\u00fchrt, pochte auf weitere Kostensenkungen, um die Einschl\u00e4ge besser abfedern zu k\u00f6nnen. \u201eWir sehen das Ganze nicht als ein Unwetter, das irgendwann vor\u00fcberzieht\u201c, fasste der Manager die Lage zusammen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Beide, <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Mercedes-Benz\" data-rtr-id=\"6988faa18ee9177044ae91b4438e9399c303166f\" data-rtr-score=\"395.55021624219125\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/mercedes-benz\" title=\"Mercedes-Benz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes<\/a> und Porsche, haben im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnr\u00fcckgang erlitten \u2013 das Ergebnis von Mercedes sank um 55 Prozent, das von Porsche sogar um fast 70 Prozent. Mehrausgaben durch die Z\u00f6lle lasteten auf den Renditen. Gleichzeitig schlugen Sonderkosten f\u00fcr den Umbau der Unternehmen zu Buche, die beide einen erheblichen Stellenabbau planen oder schon umsetzen. An der B\u00f6rse scheinen Anleger dagegen schon so stark an schlechte Nachrichten gew\u00f6hnt zu sein, dass die Kursreaktionen verhalten oder sogar leicht positiv ausfallen, wenn es nicht noch schlimmer kommt als bef\u00fcrchtet. Der Aktienkurs von Mercedes gab am Mittwoch nur leicht um zwei Prozent nach. Porsche lag sogar um knapp zwei Prozent im Plus. Weitere Nachrichten aus der Branche werden am Donnerstag erwartet, wenn auch BMW \u00fcber das Halbjahr berichtet.<\/p>\n<p>Keine Chance mehr f\u00fcr einen Sonder-Deal<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Porsche war lange ein Gewinnbringer im VW-Konzern, wird aber zunehmend zum Krisenfall, wie die Zahlen im ersten Halbjahr untermauern. In Deutschland und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Europa\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" data-rtr-score=\"16.73173954829409\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" title=\"Europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> hat der Sportwagenhersteller deutlich weniger Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. In China sind die Verk\u00e4ufe weiter im freien Fall. Sie sanken im Halbjahr um fast ein Drittel auf 21.300 St\u00fcck, nachdem sie schon zuvor kr\u00e4ftig gesunken waren. Vor allem die vollelektrischen Modelle wie der Taycan verkaufen sich in der Volksrepublik nicht gut. Denn im Vergleich zur lokalen Konkurrenz sind sie teuer, und das Luxussegment in China steht generell unter Druck.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">In Nordamerika sind die Porsche-Verk\u00e4ufe im ersten Halbjahr gestiegen, allerdings ganz offensichtlich auf Kosten der Profitabilit\u00e4t. Um das Gesch\u00e4ft in den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"USA\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" data-rtr-score=\"13.789458188846666\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" title=\"USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinigten Staaten<\/a> nicht zu gef\u00e4hrden, hielt das Management die dortigen Verkaufspreise trotz neuer Z\u00f6lle lange stabil und musste dadurch rund 400 Millionen Euro an Mehrkosten selbst tragen. Mittlerweile wurden die Preise leicht angehoben, weitere Erh\u00f6hungen sollen folgen. Gleichzeitig sollen in Europa, wo alle Porsche-Modelle f\u00fcr den Weltmarkt herkommen, die Kosten weiter sinken. Im Dezember und im Februar wurde der Abbau von insgesamt 3900 Stellen angek\u00fcndigt, und jetzt laufen Gespr\u00e4che \u00fcber ein weiteres Sparpaket. Finanzvorstand Jochen Breckner rechnet mit \u201eschmerzhaften\u201c und \u201eweitreichenden\u201c Eingriffen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Eigentlich hatte Vorstandschef Blume gehofft, dass er mit dem Porsche-Mutterkonzern VW eine Sonderbehandlung in Amerika herausschlagen kann. Die Konzernmarke Audi, die wie Porsche dort bislang keine eigene Fabrik hat, will ein eigenes Werk vor Ort bauen. Und diese Investition in Milliardenh\u00f6he, so Blumes fr\u00fchere Erwartung, w\u00fcrde den US-Pr\u00e4sidenten Trump dazu bringen, einen Teil der Z\u00f6lle zu erlassen. Jetzt folgt die Kehrtwende. Einen Sonder-Deal h\u00e4lt der Manager nicht mehr f\u00fcr wahrscheinlich. VW muss sich also anders behelfen, und am Mittwoch blieb zun\u00e4chst unklar, was das genau bedeutet. Man halte an den Expansionspl\u00e4nen in \u00dcbersee fest, hie\u00df es nur. Soll wohl hei\u00dfen: Eine neue Audi-Fabrik wird weiter erwogen. Schlie\u00dflich entfielen mit der lokalen Produktion zumindest f\u00fcr die vor Ort produzierten Audi-Modelle alle Z\u00f6lle, und vielleicht geben Bundesstaaten sogar Subventionen f\u00fcr einen Werksneubau.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Umschlagplatz: In Sindelfingen werden Neuwagen aus der Mercedes-Produktion mit G\u00fcterz\u00fcgen abtransportiert\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/umschlagplatz-in-sindelfingen.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Umschlagplatz: In Sindelfingen werden Neuwagen aus der Mercedes-Produktion mit G\u00fcterz\u00fcgen abtransportiertAction Press<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch Mercedes hatte eine Zeit lang auf eine Sonderregel gehofft. Im Gegensatz zu Audi und Porsche produziert das Unternehmen seit Jahrzehnten viele Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten und exportiert teure Stadtgel\u00e4ndewagen von dort in andere L\u00e4nder. Konzernchef K\u00e4llenius h\u00e4tte gerne die amerikanischen Exporte mit Importen verrechnet, doch daraus wird nichts. \u201eDeal ist Deal\u201c, r\u00e4umte er am Mittwoch ein. Eine Zusatzvereinbarung sei nicht zu erwarten. Immerhin: In Europa profitiert Mercedes von der Abschaffung der Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr in Amerika hergestellte Autos, genau wie der Rivale <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"BMW\" data-rtr-id=\"f9d9cb0e499bc90503f6331853093808955648e2\" data-rtr-score=\"20.553820278712156\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/bmw\" title=\"BMW\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BMW<\/a>, der in \u00dcbersee \u00e4hnlich aufgestellt ist und ebenfalls von dort viele Fahrzeuge exportiert. Der Nutzen durch die niedrigeren Z\u00f6lle in Europa sei im Vergleich zu den Belastungen durch amerikanische Z\u00f6lle aber \u201eeher klein\u201c, so Finanzvorstand Harald Wilhelm.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Nachdem das Unternehmen mit einem Renditeziel f\u00fcr das Automobilgesch\u00e4ft von sechs bis acht Prozent in das laufende Gesch\u00e4ftsjahr gegangen war, diese Pro\u00adgnose im April aber zur\u00fcckgenommen und gar keine mehr ausgegeben hatte, weil sich die Trump\u2019schen Ansagen im Wochentakt \u00e4nderten, traut sich Wilhelm jetzt wieder einen konkreten Ausblick zu. Mercedes strebt demnach f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr eine Umsatzrendite von nur noch vier bis sechs Prozent an \u2013 nach 8,1 Prozent im Jahr 2024 und 6,2 Prozent in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Neben den Z\u00f6llen hatte Mercedes zuletzt mit Absatzr\u00fcckg\u00e4ngen in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"China\" data-rtr-id=\"705657837f72060fe7cf7bde07d0a9c00e344da1\" data-rtr-score=\"13.466482460355598\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/china\" title=\"China\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> zu k\u00e4mpfen und verbuchte Kosten f\u00fcr das seit Dezember laufende Sparprogramm \u201eNext Level Performance\u201c sowie die Aufgabe der Van-Produktion im argentinischen Virrey del Pino.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch Porsche senkt den Ausblick f\u00fcr das Gesamtjahr weiter. Nach einer ersten Korrektur im April liegt das Ziel jetzt bei einer operativen Umsatzrendite von f\u00fcnf bis sieben Prozent. Die Bandbreite hat sich damit noch weiter von den 20 Prozent entfernt, die Porsche beim B\u00f6rsengang vor ein paar Jahren in Aussicht gestellt hatte und die man allenfalls langfristig noch f\u00fcr erreichbar h\u00e4lt \u2013 sofern sich auch das Umfeld wieder aufhellt. Einen Lichtblick soll es nun aber doch geben. Vorstandschef Blume sagte, vom kommenden Jahr an werde es wieder ein \u201epositives wirtschaftliches Momentum\u201c geben. Das Tal der Tr\u00e4nen will er also z\u00fcgig durchschreiten, auch dank neuer Modelle, die l\u00e4nger als urspr\u00fcnglich geplant mit Verbrennungsmotor fahren sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Monaten hofft die deutsche Autoindustrie darauf, dass sie im globalen Sturm zumindest ein St\u00fcck weit entlastet wird.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":306585,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-306584","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114944339206979406","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=306584"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306584\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/306585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=306584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=306584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=306584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}